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Startup in der Kritik: Peeple will Bewertungssystem für Menschen schaffen

Startup in der Kritik: Peeple will Bewertungssystem für Menschen schaffen

Eine neue Smartphone-App soll euch die Möglichkeit geben, Menschen wie Firmen oder Produkte zu bewerten. Die Idee führt vor allem zu Kritik.

Startup in der Kritik: Peeple will Bewertungssystem für Menschen schaffen

Peeple. (Grafik: Shutterstock)

Peeple: „Produktbewertungen“ für Menschen

Es ist normal geworden, dass wir Restaurant, Geschäfte oder einzelne Produkte im Internet bewerten. Das hilft anderen Kunden, ihr Geld nicht für minderwertige Konsumgüter oder Dienstleistungen auszugeben. Ein neues will jetzt aber noch einen Schritt weitergehen, und dieses Konzept auch auf Menschen übertragen. Ihr habt richtig gehört: Über die Peeple getaufte könnt ihr positive oder negative Bewertungen und Kommentare über Personen aus eurem Bekanntenkreis abgeben.

Peeple will eine Bewertungsplattform für Menschen werden. (Screenshot: Peeple)
Peeple will eine Bewertungsplattform für Menschen werden. (Screenshot: Peeple)

Nach dem Willen der beiden Gründerinnen Julia Cordray und Nicole McCullough müsst ihr nicht einmal selbst angemeldet sein, damit euch jemand bewerten kann. Ein Mensch wird dabei entweder in der Kategorie persönlich, professionell oder romantisch bewertet. Verfügt ihr nicht über einen Peeple-Account, sollen immerhin nur positive Bewertungen angezeigt werden. Selbst mit Account sollt ihr allerdings nicht in der Lage sein, negative Kommentare oder Bewertungen zu löschen. Ihr dürft euch dann aber wenigstens auf der Plattform rechtfertigen. Außerdem könnt ihr Beiträge zur Löschung melden, wenn diese gegen die Plattformregeln verstoßen.

Es soll auf Peeple verboten sein, beleidigende Kommentare zu hinterlassen oder allzu persönliche Informationen, wie beispielsweise über das Sexualleben eines Menschen preiszugeben. Hier stellt sich aber letztlich natürlich die Frage, wie schnell der Anbieter mit der Löschung solcher Beiträge vorankommen wird. Immerhin sollen Nutzer, die gegen die App-Regeln verstoßen, für immer aus Peeple verbannt werden.

Bewertungs-App für Menschen: Idee erntet Kritik im Netz

Auf Facebook, Twitter und Product Hunt hagelt es Kritik an der Idee. Vor allem der Umstand, dass Menschen ungewollt über die Plattform bewertet werden können, und es kleine Möglichkeit geben soll, eingehende Bewertungen grundsätzlich zu verhindern, sorgt für Unmut. Letztlich sind Produktbewertungen auf einer Skala von eins bis fünf oft nicht sonderlich aussagekräftig. Mit Bezug auf einen Menschen dürfte das noch viel mehr zutreffen. Außerdem dürften negative Kommentare zu einer Person hierzulande auch schnell die Gerichte beschäftigen.

Die Washington Post gibt darüber hinaus zu bedenken, dass solche Bewertungen höchstwahrscheinlich nicht sonderlich fair sein werden. So zeigen Studien, bei denen untersucht wurde, wie Uni-Professoren auf dem US-Portal Rate My Professor bewertet werden, deutliche unterschiede zwischen den Bewertungen von Frauen und denen von Männern.

Außerdem werden dort attraktive Professoren im Schnitt deutlich besser bewertet, als Dozenten die von ihren Studenten als weniger ansehnlich eingestuft werden. Hinzu kommt der Umstand, dass sich die Qualität eines Menschen so oder so kaum auf einer Skala von eins bis fünf darstellen lässt.

Ebenfalls interessant in diesem Kontext ist unser Artikel „BGH schützt Anonymität im Netz: Bewertungsportale müssen keine Auskünfte über ihre Nutzer erteilen“.

via www.theregister.co.uk

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4 Antworten
  1. von Insomnia88 am 02.10.2015 (12:00 Uhr)

    In Deutschland wird das nicht funktionieren. Kann mir vorstellen, dass das je nach Kritik ganz schnell in Rufmord abdriftet.

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  2. von Selfowner am 02.10.2015 (12:32 Uhr)

    Sobald verfügbar: Anmelden, den Gründeinnen 1 Stern verpassen, und wieder abmelden.

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  3. von Dirk am 03.10.2015 (05:46 Uhr)

    Diese Form der Bewertungsmöglichkeit, verletzt das Recht auf die informationelle Selbstbestimmung. http://www.infodocc.info/peeple-app-menschen-bewerten/

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  4. von mozartzuvielenoten am 04.10.2015 (12:58 Uhr)

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass das ernstgemeint ist.

    Kunstaktion? Fake? Oder noch etwas anderes....? http://www.mozartzuvielenoten.de/2015/10/mobbing-fuer-die-kunst/

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