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Peinlicher PR-Krieg: Facebook versucht Google zu verunglimpfen

Im Konkurrenzkampf vs. wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Facebook soll nach einem Bericht von The Daily Beast einen verdeckten PR-Feldzug gegen den Konkurrenten Google gestartet haben, um diesen in Misskredit zu bringen. Anscheinend wurde die renommierte PR-Agentur Burson-Marsteller dazu angeheuert, Zeitungen gezielt mit Informationen zu versorgen, die Googles Achtung der Privatsphäre infrage stellen. Ein Problem, mit dem sich Facebook bestens auskennt.

Peinlicher PR-Krieg: Facebook versucht Google zu verunglimpfen

Facebook vs. Google: Konkurrenzkampf mit unfairen Mitteln?

Wenn sich zwei IT-Größen zu nahe kommen und zu direkten Konkurrenten werden, scheint die Wahl der Waffen keine große Rolle zu spielen. Das zumindest könnte man aus der bei The Daily Beast veröffentlichten Story schließen. Darin wird berichtet, dass eine nicht bekannt gewordene Person die PR-Agentur Burson-Marsteller angeheuert hat, um Google mit in die immer noch schwelende Diskussion um die Privatsphäre der Nutzer zu ziehen.

Dabei soll einem einflussreichen Blogger sogar das unmoralische Angebot gemacht worden sein, einen von der PR-Agentur verfassten Post zu veröffentlichen, der das Potenzial besitzen sollte, in namhaften Zeitungen wie der Washington Post oder auch der Huffington Post zitiert zu werden. Der Blogger lehnte das Angebot ab, drehte den Spieß um und schickte die E-Mail an die Redaktion von USA Today. Die brachte einen Artikel dazu und der peinliche PR-Krieg wurde öffentlicht.

Doch wer sollte den PR-Krieg gegen Google in Auftrag gegeben haben?

Erste Vermutungen zielten in Richtung Apple und Microsoft. Auch diese beiden IT-Giganten haben diverse Reibungspunkte mit Google, so dass ihre Beteiligung nicht unplausibel gewesen wäre. Doch The Daily Beast will herausgefunden haben, dass Facebook hinter der Aktion steckt. Mit den Vorwürfen konfrontiert, erklärte ein Facebook-Sprecher, man habe tatsächlich Burson-Marsteller beauftragt.

Facebooks PR-Krieg gegen Google hat ein klares „Dislike“ verdient. (Foto: smemon87 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Googles Social Network Pläne lassen Facebook zum Angriff übergehen

Sogar die Gründe für das Anheuern von Burson-Marsteller erklärt der Sprecher von Facebook. Demnach glaube man bei Facebook fest daran, dass Google ein eigenes Social Network entwickelt und dabei versuchen wird, die Privatsphäre der Nutzer auszuhebeln. Als Beispiel werden die sogenannten „secondary connections“ genannt. Mit ihnen können Nutzer nicht nur Informationen über direkte Kontakte einsehen, sondern auch die von den Kontakten der Kontakte. Da das Google Netzwerk dazu auch bestehende Dienste wie etwa Google Mail einbinden wird, wäre das durchaus brisant. Alle Kontakte einer Person, mit der ich über Google Mail verknüpft bin, hätten dann Zugriff auf meine Profildaten. Natürlich wäre hier auch eine Privatsphäreneinstellung denkbar, die genau das blockiert, doch mit solchen Funktionen hatte es Google in der Vergangenheit nicht sonderlich eilig.

Der zweite Grund für die PR-Aktion soll der anhaltende Versuch von Google sein, auf die Social Graph Daten der Facebook-Plattform zuzugreifen. Für Google sind diese Daten enorm wichtig, weil die Bedeutung von Social Media im Allgemeinen und von sozialen Bewertungen im Speziellen für Suchmaschinen rasant gestiegen ist. Facebook befürchtet nun zusätzlich, dass Google diese Daten auch in das eigene Social Network einbauen könnte. War bislang Facebook eher eine Bedrohung für Google, könnte sich damit das Blatt wenden und Google zur Bedrohung von Facebook werden. Es gäbe dann eben nicht nur die Facebook-Plattform, auf der alle Aktivitäten zusammenfliessen, sondern auch noch die Google-Plattform.

Kommentar: Peinlich, peinlich, peinlich

Immer vorausgesetzt, die ganze Geschichte hat sich auch tatsächlich so abgespielt und dafür spricht momentan einiges:

Was sich Facebook hier leistet, ist an Peinlichkeit wohl kaum noch zu toppen. Statt auf die eigenen Stärken zu bauen und die eigenen Schwächen (und davon gibt es wahrlich genug) auszumerzen, soll eine PR-Agentur für das Scheitern eines noch nicht mal offiziell angekündigten Social Networks des Konkurrenten Google sorgen.

Was aber noch peinlicher ist: Der Konkurrent soll mit einem Problem zu Fall gebracht werden, für das man selbst immer wieder harte Kritik einstecken musste. In Sachen Privatsphäre gilt Facebook sicher nicht als Vorreiter in Bezug auf Sicherheit und Kundenzufriedenheit.

Nee, das ist wirklich peinlich und auch längst nicht mehr mit gestiegenem Druck und Konkurrenz zu erklären oder gar zu entschuldigen.

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8 Antworten
  1. von zocker am 12.05.2011 (15:08Uhr)

    Facebook, ihr seid echt das Letzte! Hoffentlich geht ihr so schnell unter wie ihr aufgestiegen seid!

    Und an t3n: Eurem Kommentar kann ich nur zustimmen! Peinlich, peinlich, peinlich. Und das sind meiner Meinung nach auch unfaire Mittel, vor allem, da - wie ihr erwähnt habt - Facebook selbst ein großes Problem mit Datenschutz hat!

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  2. von Falk Hedemann am 12.05.2011 (15:46Uhr)

    @zocker: Leider fehlen noch die Alternativen, die auch für die nicht Early Adopter funktionieren würden.

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  3. von Michael am 12.05.2011 (16:27Uhr)

    Facebook nimmt es mit dem Datenschutz eben ganz genau - bei anderen Unternehmen.
    Facebook hat leider nicht nur auf dem Gebiet PR noch einiges an Nachholbedarf.

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  4. von Ronny Roger am 12.05.2011 (18:59Uhr)

    Ich glaube gar nichts, niemandem.

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  5. von Non-Facebooker am 12.05.2011 (22:09Uhr)

    Bei der Diffamierung von news.google sieht man Desinformation ja ständig.
    Sowas regeln alteingesessene Firmen normalerweise über Lobbyisten in der Hauptstadt. Oder über Presseberichte befreundeter Verlage.

    Der Burgfrieden unter den Firmen (Apple, Google, MS, Facebook ...) wird immer brüchiger. Der Kunde profitiert dann hoffentlich endlich mal von bisher unterlassener Konkurrenz.

    Bezahlposter, Desinformanten und Diffamisten gibts auch in Deutschland zu genüge.
    Vor ein paar Monaten gabs doch das deutsche "Bloggergate" und an die käuflichen Tageszeitungs-Berichte vor ein paar Wochen erinnert sich auch keiner mehr.

    Wenn das Chromebook kommt, lernen die Leute z.B. das 90% der Bürger - nämlich die, welche in der Stadt wohnen - und sogar viele Dörfer inzwischen HSUPADUPA für 10 Euro pro Monat pro Gigabyte haben. Deren Probleme sind eher schlechte Hardware oder mangelnde technische Information.

    Schade das es sowas wie Bildblog nicht als Referenz-Sammlung für solche Marketing-Fails gibt. Damit man immer schön dran erinnern kann.

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  6. von Felix am 13.05.2011 (18:13Uhr)

    Hey Leute,
    der Drang und Wunsch nach einem Konkurrenten wird ja immer größer.. und ich kenne auch schon einen Konkurrenten, der noch nicht ganz fertig ist und wenn er fertig ist, sich nicht traut online zu gehen, weil es ja Patente überalles im Social Media Bereich gibt... und keinen Plan davon hat, was/wie/wo/warum er verwenden darf oder auch nicht..

    falls sich da einer auskennt, mit diesen ganzen Patenten, etc. dann schickt mir doch ne Mail an f.bessler@gmx.de und dann kann man sich da mal austauschen, wäre sehr nett :)

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  7. von Suchend am 13.05.2011 (22:43Uhr)

    Vieleicht machen Facebook und Google ja gemeinsame sache.
    Irgend wann wird wieder wer fusionieren oder gar geschluckt werden :]

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  8. von Sven am 18.05.2011 (09:10Uhr)

    Verstehe ich nicht...ist doch ganz normal, dass diese Unternehmen versuchen sich gegenseitig in der Öffentlichkeit schlecht zu "reden". Besonders bei den amerikanischen Firmen ist das völlig normal. Es ist nur dumm, dass der Schuss dieses Mal sowas von nach hinten los gegangen ist. Die PR Agentur kann einem fast leid tun.

    Es ist eben ein Dschungel da draussen...und alle befinden sich miteinander im erbitterten Guerilla Krieg.

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