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Personalisierte Suche: Googles radikaler Schritt, den kaum jemand beachtet hat

Personalisierte Suche: Googles radikaler Schritt, den kaum jemand beachtet hat

In all den neu vorgestellten Produkten von geht ein radikaler Schritt beinahe unter: Die Suchergebnisse von Google sind jetzt für den Nutzer immer personalisiert. Im Klartext bedeutet das: Verschiedene Nutzer bekommen jetzt unterschiedliche Ergebnisse für identische Suchanfragen, auch wenn sie nicht mit ihrem Google Account angemeldet sind. Das kommt schon einem Paradigmenwechsel gleich und betrifft zudem alle Google-Nutzer, ohne dass sie eine Wahl hätten.

Die personalisierte Suche für alle wurde von Google Ende letzter Woche vorgestellt und liefert ab sofort für jeden Nutzer personalisierte Suchergebnisse. Ganz egal ob man nun in seinem Google-Account angemeldet ist oder nicht, alle Suchanfragen werden von Google nun durch das eigene Suchverhalten gefiltert ausgeliefert. Google speichert dazu das persönliche Suchverhalten der Nutzer in einem Webprotokoll, entweder im Account-Profil oder in einem Cookie. Die Tage von einheitlichen Suchergebnissen sind damit Geschichte und die Arbeit der Suchmaschinenoptimierer ist nicht mehr dieselbe.

Pro

Google möchte mit der personalisierten Suche noch relevantere Ergebnisse für jeden einzelnen Nutzer anbieten. Das soll dann möglichst auch unabhängig vom aktuell verwendeten Rechner geschehen, daher werden die Daten standardmäßig im Google-Account gespeichert. Zudem sollen die Nutzer auch noch Tage später ihre Suchanfragen rekonstruieren können und auf bereits einmal gefundene Informationen wieder zurückgreifen können.

Contra

Nicht jeder Nutzer möchte seine Suchanfragen durch das vorherige Verhalten gefiltert haben und in bestimmten Fällen könnte es auch von praktischen Nutzen sein, Suchergebnisse von anderen Nutzern reproduzierbar zu machen. Für SEOs wird die Kontrolle ihrer Arbeit deutlich schwieriger, denn ohne einheitliche Suchergebnislisten definieren sich auch ihre Regeln neu. Letztlich bekommen auch die Google-Skeptiker neue Nahrung für das „Datenkraken-Monster".

Auswege

Bisher hat Google die Suchergebnisse nur dann personalisiert, wenn ein Nutzer in seinem Google-Account eingeloggt war. Wer nun zurück zu den ursprünglichen, unberührten Ergebnissen möchte, hat dazu verschiedene Möglichkeiten, die im SEO-Blog sehr schön beschrieben sind.

Grundsätzlich sollte Google hier aber die Nutzer nicht bevormunden und ihnen die Wahl zwischen personalisierter und einheitlicher Suche ermöglichen.

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10 Antworten
  1. von Khalil am 08.12.2009 (17:03 Uhr)

    In diesem Zusammenhang gewinnt der hier in Deutschland häufig vernachlässigte Netzwerkgedanke, insbesondere innerhalb des Google Netzwerks an Bedeutung.

    Die Devise lautet: Komm auf die iGoogle Seite der Nutzer!

    Nutzern von iGoogle werden personalisierte Suchergebnisse anhand ihrer abonnierten Feeds und favorisierten Inhalte gezeigt. Bookmarke ich zudem die Seite bei Google, werden die Ergebnisse der gebookmarkten Seiten in meinen Ergebnissen abermals geboostet.

    Hier kann man insbesondere contentreichen Seiten die Integration dieser Google Buttons oder weiterer Google Gadgets nur wärmstens empfehlen. Zumindest sollte jetzt künftig vermehrt der Google Bookmarkbutton neben Mister-Wong, Digg und den anderen auftauchen...

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  2. von Andy am 08.12.2009 (23:26 Uhr)

    Wie will Google die Suchergebnisse personalisieren wenn man keine Cookies zulässt und nicht im Account angemeldet ist?

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  3. von mira am 09.12.2009 (09:26 Uhr)

    Schließe mich Andy an - wie soll das gehen?

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  4. von Daniel am 09.12.2009 (11:03 Uhr)

    @andy & mira:
    Naja, wer heutzutage Cookies nicht akzeptiert gehört zu den lächerlichen 1.2 % die für Google und das deutschlandweite Suchverahlten mal völlig irrelevant sind.

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  5. von Andy am 09.12.2009 (11:06 Uhr)

    @Daniel: Da hast du natürlich vollkommen recht. Ich meinte eben, dass man die "Standard"-Resultate trotzdem noch erhalten kann, wenn man sich abmeldet und die Cookies löscht/nicht annimmt. Aber wirklich repräsentativ ist das dann natürlich nicht.

    BTW, ich schätze es sind weniger wie 1.2% ;)

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  6. von Sebastian Gebhard am 09.12.2009 (12:57 Uhr)

    Man kann die personlisierte Suche immernoch abstellen indem man als nicht registrierter User von Google keine Cookies annimmt, oder als registriertet User die Webhistorie auf Pause stellt (bzw evtl vorhandene Einträge löscht).
    Man kann also immernoch ein "allgemeines" Ranking sehen und hat so weiterhin einen guten Messfaktor für die Qualität einer Seite.
    Einzig dem Kunden zu erklären, dass das was er in den SERPs sieht nicht unbedingt jeder andere auch so sieht, kommt als Zusatzaufgabe für SEOs dazu.

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  7. von BMO am 21.06.2010 (08:36 Uhr)

    Ich bin auch der Meinung das wenn man es nicht möchte, die persönliche Suche auch abstellen kann.

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  8. von ems am 05.07.2011 (17:57 Uhr)

    Bisher hat Google die Suchergebnisse nur dann personalisiert, wenn ein Nutzer in seinem Google-Account eingeloggt war.

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  9. von LTS am 26.07.2011 (20:04 Uhr)

    Ich kann mir nicht vorstellen das jemand das möchte.
    Ich könnte mir gut vorstellen das es auf Grund der Google Werbung eingeführt wurde.
    Hast du nach einem Fahrrad gesucht, erscheint die Fahrradwerbung über Google Werbung.
    Egal auf welcher Seite du bist!
    Wenn man es abstellen kann, wie geht das?

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  10. von weinachtskerzen am 06.08.2011 (13:21 Uhr)

    Ohne Google wehre ganz schlecht..

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