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Vom Vorstandsassistenten zum Seriengründer: Konferenz-Veranstalter Philipp Westermeyer im Porträt

Vom Vorstandsassistenten zum Seriengründer: Konferenz-Veranstalter Philipp Westermeyer im Porträt

Philipp Westermeyer kennt seine Pappenheimer. Als Veranstalter der „Online Marketing Rockstars“ sieht er genau darin sein Erfolgsgeheimnis, verrät er t3n.de.

Vom Vorstandsassistenten zum Seriengründer: Konferenz-Veranstalter Philipp Westermeyer im Porträt

(Foto: Online Marketing Rockstars)

Philipp Westermeyer hat seine Karriere bei Gruner + Jahr gestartet. Mittlerweile hat er mit seinen beiden Geschäftspartnern zwei Unternehmen verkauft, ist Mitgründer von Ramp106, dem Veranstalter der „Online Marketing Rockstars“, und Gesellschafter der Level by Level, den Machern von Polaboy.

Grund genug, einen Blick auf seine Karriere zu werfen.

Mit Nischenseiten in die Selbstständigkeit

Philipp Westermeyer, Seriengründer und Veranstalter. (Foto: Online Marketing Rockstars)
Philipp Westermeyer, Seriengründer und Veranstalter. (Foto: Online Marketing Rockstars)

Philipp Westermeyer will nach seinem Abschluss „in den Medien“ arbeiten. Sein Antrieb ist das Gefühl, „dass ich in der Branche am besten funktionieren kann“. Als Assistent des Vorstands von Gruner + Jahr findet er 2005 den Berufseinstieg. Eine spannende Position, um mitzuschneiden, „worüber geredet wird und was gerade heiß ist“.

Einer der Trends, der damals in die Branche schwappt, ist das noch junge Online-Marketing, ein Thema zu dem durch eigene Projekte bereits Zugang hat. Nach zweieinhalb Jahren bei Gruner + Jahr entscheidet sich Westermeyer deshalb für die Selbstständigkeit und gründet mit Christian Müller und Tobias Schlottke sein erstes Unternehmen.

Zwei Exits in nur 4 Jahren – feiern Westermeyer und Kollegen

Das Gründertrio konzentriert sich zu Beginn auf eigene Nischenseiten. Damit hat auch Westermeyer schon Erfahrung. Der große Erfolg bleibt aus, doch im Display-Advertising offenbaren sich den frischgebackenen Gründern gigantische Arbitrage-Möglichkeiten. Sie sehen eine Chance und gründen 2009 den deutschen Restplatzvermarkter adyard. Dessen Exit folgt nur anderthalb Jahre später. Käufer ist die G+J-Tochter Ligatus.

Die Metrigo-Gründer mit der Zanox-Führungsriege. (Foto: Metrigo)
Die Metrigo-Gründer mit der Zanox-Führungsriege. (Foto: Metrigo)

Weiter geht es 2011. Westermeyer und seine Gründerkollegen bleiben dem Display-Advertising treu und widmen sich mit metrigo dem sogenannten Real-Time-Bidding. Wieder dauert es nicht lange, bis sie verkaufen. Das Affiliate-Netzwerk Zanox übernimmt die Mehrheit des Startups für eine zweistellige Millionensumme. „Zweiter Exit in vier Jahren“, titelt das Online-Magazin Gründerszene im November 2013.

Vom Seriengründer zum Veranstalter

Etwa ein Jahr später, im Dezember 2014, folgt ein Rückschlag. Zanox trennt sich von Metrigo, die Übernahme wird rückabgewickelt und die Gesellschafterstruktur wiederhergestellt. Das Gründertrio übernimmt die verkauften Anteile und sucht nach neuen Partnern – erfolgreich, wie sich wenig später herausstellt: Im März 2015 kauft Zalando das Hamburger Startup, das Gründertrio bleibt an Bord.

Westermeyer auf der Bühne der Online Marketing Rockstars 2015. (Foto: Online Marketing Rockstars)
Westermeyer auf der Bühne der Online Marketing Rockstars 2015. (Foto: Online Marketing Rockstars)

Während seine zwei Mitgründer weiterhin stark ins Tagesgeschäft involviert sind, konzentriert sich Westermeyer nach der Übernahme stärker auf Ramp106, den Veranstalter der „Online Marketing Rockstars“ (OMR). Das Event war zum Start 2010 für die drei Gründer selbst gedacht: „Wir wollten kein Geld verdienen, wir wussten nur: Wir können damit nicht viel Geld verlieren!“, so Westermeyer. „Das erste Event haben wir ausgerechnet in der Bucerius Law School gemacht, das hat mit Rockstars eigentlich gar nichts zu tun.“

„Du musst halt wissen, wo der heiße Scheiß ist“

Das Erfolgsgeheimnis des mittlerweile als „Festival“ vermarkteten Messe-, Seminar- und Konferenzformats ist für Westermeyer klar: „Wir machen bis heute operatives , kennen sehr viele Leuten und haben deshalb Insights, die Externe so nicht sehen.“ Dieser Nährboden mache sein Event erfolgreich, glaubt er.

My-Little-Paris-Gründerin Fany Péchiodat. (Foto: Online Marketing Rockstars)
My-Little-Paris-Gründerin Fany Péchiodat. (Foto: Online Marketing Rockstars)

Sein persönliches Highlight des im Februar anstehenden Festivals ist deshalb auch nicht Skate-Legende Tony Hawk oder NYU-Professor Scott Galloway, sondern „My-Little-Paris“-Gründerin Fany Péchiodat. „Ich bin immer dann begeistert, wenn es uns gelingt, jemanden auszugraben, den viele Besucher noch nicht auf dem Schirm hatten.“ Genau da fange die Leistung an, so Westermeyer.

Als Szene-Konferenz in die europäische Event-Liga

Großes Potenzial sieht Westermeyer in der Fachmesse, die sein 20-köpfiges Team jetzt schon im zweiten Jahr am Vortag der Konferenz veranstaltet. Sie biete „ganz neue Möglichkeiten“. Mit Blick auf internationale Großevents wie Cannes-Lions, den Mobile-World-Congress und den Web-Summit sieht er in den nächsten Jahren das Potenzial, „in die europäische Event-Liga aufzusteigen“.

Ob das wirklich gelingen kann, muss Westermeyer aber zunächst den 15.000 erwarteten Besuchern der Online Marketing Rockstars 2016 beweisen.

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Eine Antwort
  1. von adindex am 20.02.2016 (17:23 Uhr)

    Schon putzig... Metrigo hat keinen Cent Gewinn gemacht und Adyard war für Ligatus rückwirkend betrachtet nicht sonderlich spannend. Seine Exits basieren schlicht auf seinen Kontakten und der Fähigkeit seine Käufer davon zu überzeugen etwas zu benötigen, was sie eben nicht benötigen. Ihn als erfolgreichen Macher hinzustellen ist leider übertrieben. Abgesehen von der OMR ;)

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