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Pinterest: Kaum erfolgreich, schon gesamwert

Pinterest: Kaum erfolgreich, schon gesamwert

Man kann schon praktisch drauf wetten: Kaum ist ein Startup erfolgreich, kommen die Samwer-Brüder mit einem Klon um die Ecke. Neuestes Kapitel dieser epischen Saga: vs. Pinspire. Wie bei Pinterest können die Nutzer bei Pinspire Bilder aus dem Internet zu eigenen digitalen Pinnwänden zusammenstellen. Auch optisch besteht wieder einmal akute Verwechslungsgefahr.

Pinterest: Kaum erfolgreich, schon gesamwert

Pinterest vs. Pinspire: Sie haben es schon wieder getan

Pinterest lässt Investoren an das nächste Facebook denken.

Die digitale Bilder-Pinnwand Pinterest gibt es schon seit 2009, der offizielle Launch erfolgte dann Anfang 2010. So richtig ins Rollen kam das amerikanische Startup aber erst in den letzten Wochen. Die Hintergründe zum Durchstarten von Pinterest werden bei TechCrunch sehr schön aufgezeigt. Dort kann man auch nachlesen, dass das derzeitige Wachstum an das Facebook aus dem Jahr 2006 erinnert. Damals startete das Social Network seinen unaufhaltsamen Aufstieg zur Marktführerschaft. Ob Pinterest nun ähnlich viel Potenzial hat, ist gar nicht mal der wichtigste Punkt. Wichtig ist für das Startup, dass die Wachstumsprognosen stimmen und Investoren anziehen.

Das ist mittlerweile gelungen, denn im Oktober erhielt Pinterest 27 Millionen US-Dollar vom Venture Capital Unternehmen Andreessen Horowitz. Insgesamt kommt Pinterest somit auf eine Bewertung von 200 Millionen US-Dollar. Damit wurde das Startup nicht nur interessant für potenzielle Investoren und Geldgeber, sondern auch für die Copy-Cat-Industrie. Wer da sofort an Rocket Internet und die Samwer-Brüder denkt, liegt genau richtig. Der Samwer-Inkubator treibt derzeit mit Hochdruck den Start der Plattform Pinspire voran, den man nur als astreinen 1:1-Klon von Pinterest bezeichnen kann.

Mit Pinspire bereiten die Samwer-Brüder den Start eines Pinterest-Klons vor.

Funktionell wie optisch unterscheiden sich die beiden Plattformen so gut wie nicht - selbst auf den Handschriften-Font für das Logo wollten die Samwers nicht verzichten. Anders als bei frühren Klonen denkt Rocket Internet bei Pinspire in großen Dimensionen. So wird nach Informationen von Alexander Hüsing von deutsche-startups.de nicht nur ein Start in Deutschland vorbereitet, sondern auch in weiteren Sprachen wie Englisch, Französisch und Polnisch. Möglich scheinen auch Aktivitäten in Korea und Japan.

Likedby im Schlepptau von Pinterest

Und es gibt noch eine weitere Kopie. Eigentlich war LikedBy im Mai 2011 noch als Präsentationsplattform für Designideen gestartet. Mittlerweile ist das Berliner Startup aber scheinbar auf den Erfolg von Pinterest aufmerksam geworden und die Plattform sieht plötzlich dem Original verblüffend ähnlich. Zufall? Wohl kaum.

Auch das Startup LikedBy will ein Stück vom Pinterest-Kuchen.

Copy Cats und kein Ende

Eigentlich war Deutschland gerade erst ein wenig aus der Copy-Cat-Ecke hervorgekrochen und hatte mit Berlin sogar einen Startup-Standort, der nach der Fantasie eines Kapitalgebers sogar das nächste Facebook hervorbringen könne. Auch der Erfolg der 6Wunderkinder machte Mut für den Innovationstandort Berlin. Nun kommen mit Pinspire und LikedBy gleich zwei Pinterest-Klone aus Berlin und machen die Anfangserfolge der Reputationsverbesserung wieder zunichte.

Klone versprechen den schnellen Erfolg... (Foto: pasukaru76 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Das Erstellen von 1:1-Kopien erfolgreicher hat mittlerweile schon eine gewisse Tradition. Man erinnere sich nur an den Groupon-Klon CityDeal, der später für eine hohe Summe an das Original verkauft wurde. Auch hier waren die Samwer-Brüder involviert. Oder man denke an die AirBnB-Klone 9Flats und Wimdu. Letzterer gehört ebenfalls zu den Startups von Rocket Internet.

In diese Klone werden sich in Zukunft wohl noch viele Startups einreihen, die statt mit eigenen Innovationen überzeugen zu wollen, einfach die Ideen anderer übernehmen. Ein Ende ist hier auch deshalb nicht abzusehen, weil es in der Regel funktioniert. Die Idee ist erprobt und wird am Markt angenommen, ein großes Risiko gibt es bei überschaubaren Investitionen meist nicht. Das Paradebeispiel ist hier sicher CityDeal. Der Klon wurde letztlich vom Original für eine kolportierte dreistellige Millionensumme übernommen und umbenannt. Von CityDeal ist heute nichts mehr sichtbar - außer vielleicht auf dem Konto der Samwer-Brüder…

Weiterführende Links zum Thema Pinterest, Pinspire und Copy Cats:

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6 Antworten
  1. von Vincent am 29.11.2011 (17:21 Uhr)

    Find ich echt schade das die nicht mit eigenen Ideen kommen. Ich könnte wetten das keines der drei Plattformen wirklich erfolgreich wird. Und die Idee dan auch noch so offensichtlich zu kopieren..

    Grüße, Vincent

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  2. von chic am 30.11.2011 (00:35 Uhr)

    Die Samwers haben einfach NULL drauf. Sicher, kopieren ist auch eine Kunst - aber es ist trotzdem erbaermlich.

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  3. von 404 Geek am 30.11.2011 (08:26 Uhr)

    Nach all dem Geschrei den die skandalöse Produktkopiererei in China hier in Deutschland auslöst, schäme ich mich zutiefst für eure Geschäftspraktiken liebe Samwer Bros.
    Ihr tut einen großen Teil dafür, dass die deutsche StartUp-Szene weltweit in Verruf gerät.
    Vielen Dank!!!

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  4. von Mario am 30.11.2011 (09:40 Uhr)

    Schon schade, aber so ist das in der Wirtschaft eben. Da wo Geld hintersteckt, werden auch "krumme" Dinge schnell interessant.

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  5. von clara am 15.12.2011 (19:59 Uhr)

    in dem zusammenhang sollte man auch openPIN.org erwähnen.. zwar auch nur ein clone.. aber opensource...

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  6. von Torsten Maue am 10.02.2012 (19:41 Uhr)

    Sie waren aber weder die Ersten, noch sind sie die Einzigen die Pinterest kopiert haben:

    http://www.smo-handbuch.de/00301/11-pinterest-copycats/

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