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Kommentar

Pixel 2 und 2 XL: Auf Konfrontationskurs mit Apple und Samsung

    Pixel 2 und 2 XL: Auf Konfrontationskurs mit Apple und Samsung
Das Google Pixel 2 XL hat ein POLED-Display verbaut. (Foto: t3n)

Google hat am Mittwoch nicht nur neue Pixel-Modelle vorgestellt, sondern weitere Grundpfeiler für eine neue Strategie gelegt – und bedient sich dabei im Ansatz bei Apple.

Pixel 2 und 2 XL: Bei Googles Smartphones ist die Hardware fast zweitrangig

Mit der Pixel-Reihe hatte Google im letzten Jahr damit begonnen, eigene Premium-Smartphones auf den Markt zu bringen. Diese sollen sich mit einer perfekt ausbalancierte Android-Software mit eigens entwickeltem Launcher mit flüssig laufendem System aus der Masse der Oberklasse-Konkurrenz von Samsung, Huawei oder LG hervorheben. Ferner dienen sie als Tor zu Googles großem Ökosystem, gespickt mit Funktionen, die nur auf Pixel-Geräten nutzbar sind – unter anderem war der Google Assistant Monate lang nur auf den ersten Pixel-Geräten nutzbar. Android-Chef Hiroshi Lockheimer beschrieb die erste Pixel-Generation als „Google in Reinform“.

Pixel 2 und Pixel 2 XL: Das ist Googles neues Smartphone-Lineup. (Foto: t3n)

In diesem Jahr verhält es sich ähnlich – Google geht aber noch einen Schritt weiter, indem die Hardware ein Stück weit in den Hintergrund gerückt und der Fokus im Zuge der Produktvorstellung am 4. Oktober beinahe vollständig auf die Software gelegt wurde. Das hat seinen Grund: Beim Wettrüsten in der Android-Oberklasse spielt es mittlerweile kaum eine Rolle mehr, welcher Prozessor verbaut werden, wie viel Gigabyte Arbeitsspeicher an Bord sind und wie großzügig der interne Speicher bemessen ist. Denn hinsichtlich dieser Eckdaten unterscheiden sich die Geräte von Samsung, LG, Lenovo und HTC kaum – in den meisten stecken Prozessoren von Qualcomm und sie besitzen zumeist drei bis vier Gigabyte RAM und zumeist 64 Gigabyte Speicher.

Die neuen neuen Pixel-2-Modelle sind ähnlich ausgerüstet. Deshalb spielen bei ihnen die Google-Dienste des hauseigenen Ökosystems inklusive künstlicher Intelligenz eine ausschlaggebende Rolle, um sich aus dem „Einheitsbrei“ abzuheben.

Made by Google: Das sind die neuen Pixel-2-Smartphones
Google Pixel 2 XL. (Foto: t3n)

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Google Pixel 2 (XL): Vorteile des eigenen Ökosystems

Mit der tiefen Integration der eigenen Dienste bietet Google deutliche Mehrwerte und setzt sich so von der Konkurrenz – in Teilen selbst auch von Apple – ab. Im Direktvergleich zu Apple liefert Google mit seinem Google Assistant und einem meilenweiten Vorsprung bei der Entwicklung der künstlichen Intelligenz das smartere Smartphone. Auch gegenüber Samsung, die mit ihrem eigenen Assistenten Bixby Fuß fassen wollen, liegt Google weit vorn. Die Themen künstliche Intelligenz und Machine-Learning spielten im Zuge des Oktober-Events eine elementare Rolle.

Smartes Feature: Google Lens ist an Bord der neuen Pixel-2-Modelle und hilft euch dabei, Sehenswürdigkeiten, Produkte und Orte zu erkennen. (Bild: Google)

Denn neben dem Google Assistant ist das noch Pixel-2-exklusive Feature „Google Lens“ an Bord, mit dem Inhalte und Objekte im Bild erkannt werden können. Zunächst funktioniert die Lens nur in der Google-Foto-App – zu einem späteren Zeitpunkt wird die Funktion in die Kamera-App integriert – dann genügt es, die Kamera auf ein Objekt oder ein Gebäude zu richten.

Die Kamera der beiden neuen Pixel-Modelle soll die Konkurrenz hinter sich lassen. (Foto: t3n)

Machine-Learning kommt außerdem bei der automatischen Musikerkennung zum Einsatz: Das Gerät lauscht permanent im Hintergrund, nimmt es Musik wahr, wird der erkannte Track auf dem Always-On-Screen angezeigt. Für die Musikerkennung wird keine Verbindung zu Googles Servern aufgebaut, die notwendigen Daten liegen lokal auf dem Smartphone. Auch beim Porträtmodus der neuen Kamera kommt Googles KI begleitet von Computational Photography zum Einsatz, mit der die Bildqualität optimiert werden soll. Das scheint auch zu funktionieren: Obwohl Google auf den Dual-Kamera-Trend verzichtet, hat das Pixel 2 den Testparkours der Kamera-Experten DXOMark mit Bravour überstanden und sich vor dem iPhone 8 Plus und dem Galaxy Note 8 den ersten Platz im Mobil-Ranking gesichert.

3 Jahre große Android-Updates und unbegrenzter Google-Fotos-Speicher

Damit nicht genug: Pixel-Besitzer kommen außerdem in den Genuss eines unbegrenzten Speichers des Dienstes Google Fotos. Bilder und Videos können dort in voller Auflösung hochgeladen werden, ohne dass die Datenmenge auf das Speichervolumen angerechnet wird. Smart: Ist der lokale Speicher des Pixel-Smartphones einmal voll, kann Google die Foto-Daten einfach in die Cloud auslagern, auf dem Smartphone bleiben nur Thumbnails, die kaum Speicher beanspruchen. Wollt ihr euch eines der archivierten Fotos auf dem Smartphone ansehen, wird es im Nu wieder aus der Cloud heruntergeladen und in voller Größe angezeigt. Die Laufzeit für den unbegrenzten Speicher ist jedoch auf drei Jahre begrenzt – konkret bis zum 15. Januar 2021 –, besagt das Kleingedruckte auf der Produktseite, alle danach mit dem Pixel 2 aufgenommen Fotos werden nur noch in „hoher Qualität“ gespeichert. „Hohe Qualität“ entspricht nach Googles Definition einer Foto-Auflösung von 16 Megapixeln und Videos in Full-HD.

Ein Vorteil des eigenen Ökosystems: Pixel-2-Besitzer können unbegrenzt Fotos in voller Größe in Google Fotos laden. (Bild: Google)
Ein Vorteil des eigenen Ökosystems: Pixel-2-Besitzer können unbegrenzt Fotos in voller Größe in Google Fotos laden. (Bild: Google)

Mit den Pixel-2-Modellen hebt Google sich auch bei den System-Updates aus der Masse der Android-Konkurrenz hervor: Das Unternehmen verspricht eine Update-Garantie für einen Zeitraum von drei Jahren – ebenso erhalten die Geräte die monatlichen Sicherheitspatches. Mit diesem Update-Bekenntnis hebt Google den bisher versprochen Update-Rahmen um ein Jahr an – bislang erhielten Nexus- und Pixel-Geräte nur zwei Jahre OS-Aktualisierungen. Die Pixel-2-Smartphones kommen so in den Genuss von drei großen System-Updates – Samsung und viele andere Hersteller von Android-Smartphones lassen sich hinsichtlich ihrer Update-Politik nicht in ihre Karten schauen.

Mehr als Pixel 2: Google weitet sein Hardware-Ökosystem aus

Die Pixel-2-Modelle stellen aber nur eine Säule des Google-Hardware-Ökosystems dar. Der Konzern mit Hauptsitz in Mountain View hat im Zuge seines Oktober-Events noch weitere Zugangsportale in die Google-Welt gezaubert. Dazu gehört die äußerst erschwingliche Google-Assistant-Box „Google Home Mini“, die mit Amazons Echo Dot konkurrieren soll. Darüber hinaus ist die große und laute Google-Home-Variante „Max“ gezeigt worden, die als Antwort auf Apples Homepod verstanden werden kann. Mit beiden lässt sich nicht nur auf die persönlichen Termine und weitere Dinge zugreifen, auch die Steuerung von Smart-Home-Komponenten, auch den hauseigenen Nest-Produkten, ist möglich. Ist ein Chromecast am Fernseher angeschlossen, lassen sich per Google Home Filme und Youtube-Clips per Sprache auf den Fernseher beamen, damit die Nutzererfahrung auch ausgezeichnet ist und die Daten schnell auf den Geräten ankommen, bietet Google mit Google Wifi einen WLAN-Mesh-Router an. Auf diesen Wegen erschließt sich Google das Zuhause.

Der Google-Store bietet nur noch Produkte „Made by Google“ an. (Bild: Google)

Diese Produkte sind nur ein Teil von Googles-Ökosystem – das komplette Portfolio stellt das Unternehmen seit wenigen Tagen auf seinem eigenen Google-Store zur Schau. Dieser fungiert einerseits als Anlaufstelle für den Kauf von Pixel-Geräten, allerdings konnten dort bislang auch Smartwatches von Hardware-Partnern erstanden werden. Diese Produkte sind nun aber entfernt worden – der Store führt jetzt ausschließlich Hardware, die „Made by Google“ ist. Auch die Nest-Produkte sind dort zu finden, sowie Pixel-Zubehör – beispielsweise die Pixel Buds, die auch als Simultan-Dolmetscher fungieren können sollen.

Dank Google Assistant sollen die Pixel Buds in bis zu 40 Sprachen in Echtzeit übersetzen können. (Screenshot: Google/t3n.de)

Auch wenn Google im letzten Jahr seine ersten Pixel-Phones präsentierte, zeigt sich in diesem Jahr mehr denn je, dass das Unternehmen es ernst meint mit seinen Hardware-Plänen. Ganz in der Manier Apples arbeitet Google außerdem an eigenen Prozessoren, um Hard- und Software noch besser aufeinander abstimmen zu können. Vor wenigen Wochen hat Google außerdem um die 2.000 Mitarbeiter der Smartphone-Sparte – etwa die Hälfte der Belegschaft – des taiwanischen Unternehmens HTC übernommen. Damit hat das Unternehmen noch mehr Know-how und die Ressourcen eingekauft, sich der Entwicklung neuer Produkte zu widmen. Googles Hardware-Chef Rick Osterloh sagte im Zuge der Übernahme, dass man sich auf das 2017er-Line-up freue, er sei aber noch gespannter darauf, was in den nächsten fünf, zehn oder 20 Jahren passieren werde. Er sehe die Entwicklung „wunderschöner Produkte“, auf die man sich jeden Tag verlassen könne, als eine Reise, und Google investiere langfristig. Damit sind können wir selbst die zweite Pixel-Generation mit ihren smarten Features und die weiteren Produktneuheiten nur als Anfang einer Reise des Unternehmens hin zu einer ernsthaften Konkurrenz von Apple und Samsung interpretieren.

Eine der zahlreichen Unbekannte in Googles Rechnung zu einem erfolgreichen Smartphone-Hersteller ist jedoch der Kunde: Wird das Unternehmen es schaffen, seine Premium-Smartphones zum Premium-Preis in großen Stückzahlen zu verkaufen? Der Absatz der Nexus- und auch der letztjährigen Pixel-Modelle soll sich im Rahmen gehalten haben. Immerhin hat Google mittlerweile außer seinem eigenen Store diverse große Handelspartner wie Saturn, Media Markt sowie Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom und Vodafone, die die Smartphones vertreiben. Bei den Nexus-Geräten sah das noch etwas anders aus.

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5 Reaktionen
Michael Bücher
Michael Bücher

Regelmäßig den Cache löschen hilft schon mal etwas.
Mir ist es allerdings egal was Google über mich weiß, soll die Firma wissen was ich mach was ist daran so schlimm? Wenn ich ich mich nach einen neuen Laptop umschau bekomme ich wenigsten andere Alternativen aus Werbung angezeigt. Ist doch praktisch. Genauso wie bei den Fotos werden nach Ort und Datum sortiert fördert die Ordnung auf den Geräten. Achso genau auf den Geräten und nicht nur auf dem Smartphone. Wenn ich meine Bilder auf dem Laptop in der Uni anschaue habe ich das gleiche Ordnungssystem wie zu Hause am Rechner und unterwegs am Smartphone.

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Dataalpha4
Dataalpha4

Ja sehr gut !
Gefahr für das iPhone vermute ich darin nicht ,...!!!
Bleibe dabei.Apple lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen ..!

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gast22
gast22

Jeder kann ja das für Gut empfinden, was ihm gefällt. Für mich steht fest: Das Geschäftsprinzip von Google ist das Sammeln und Nutzen von Userdaten. Man sieht es auch hier wieder: Unbegrenzter Speicher für drei Jahre bei Fotos. Dieselben Fotos, die Google mit seiner KI durchforstet, um die geheimsten Geheimnisse der User (denn sie sind ja personalisiert) zu erfahren. Huch da ist ein Hochzeitskleid, Fotos aus Norwegen usw. Aha, die haben Geld und brauchen massige Neuanschaffungen. Na, da kann ich doch mit gezielter Werbung helfen. usw. usf. Da man die Geschäftskunden von Google nicht kennt könnten ja auch welche darunter sein, die Daten für andere Zwecke sammeln.

Alle Dienste von Google, insbesondere die "kostenlosen", sind ein No Go für Leute, die noch ein wenig Privatsphäre besitzen möchten.

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Dataalpha4
Dataalpha4

Das tut Apple z.B. auch Daten sammeln, denke allerdings schon, Google verkauft sicherlich mehr davon...!

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Name tut nix zur Sache
Name tut nix zur Sache

Google verkauft keine Daten, sondern Werbung.

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