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Plattformen statt Mauern: Berlin sucht die europäische Tech-Plattform

    Plattformen statt Mauern: Berlin sucht die europäische Tech-Plattform
Zalando-Chef Rubin Ritter. (Foto: Vizions auf Twitter)

Auf der Vizions in Berlin sucht die europäische Tech-Branche nach Wegen, der von Google, Amazon, Facebook und Apple geprägten „GAFA-Ökonomie“ eine europäische Tech-Plattform entgegenzustellen.

Eine Tech-Konferenz des Jahres 2017 kann nur politisch sein – wenige allerdings machen das schon im Slogan so deutlich wie die von Zalando und Roland Berger ausgerichtete Vizions in Berlin: Mit „Build platforms not walls“ begrüßen die aufgestellten Banner die Besucher. Eine kaum verhohlene Anspielung auf US-Präsident Donald Trump, dessen Protektionismus die Tech-Branche weltweit aufschreckt und Großbritanniens Entscheidung, aus der Europäischen Union auszuscheiden.

Die Plattform allerdings, von der hier die Rede ist, muss in der Tat erst noch gebaut werden – zumindest in Europa. Auf EU-Ebene dominiert das Schlagwort von der „GAFA-Ökonomie“ seit Jahren viele Gespräche rund um die Digitalwirtschaft – eine halb verächtliche, halb anerkennende Bezeichnung für eine Wirtschaft, die zunehmend von vier US-Plattformen beherrscht wird: Google, Amazon, Facebook und Apple. Weitere US-Unternehmen mit Plattform-Anspruch wie Uber stehen bereits in den Startlöchern.

Europäer spielen in der Plattform-Ökonomie keine Rolle

„Es geht um europäische Unternehmen, aber auch um die Zukunft des europäischen Kontinents“, sagt Zalando-Chef Rubin Ritter zur Eröffnung der Konferenz am Donnerstag. „Und da gibt es Grund zur Sorge: Von den zehn größten Unternehmen der Welt sind sechs Plattform-Unternehmen“, sagt Ritter – und keines davon kommt aus Europa. Die Strategie Europas in einer Welt digitaler Plattformen sei „unklar“, die Ansätze „konservativ.“

Plattformen werden digitale Geschäftsmodelle genannt, die sich in ihren Märkten jeweils als dominante Player herausbilden. Amazon dominiert die Regeln des E-Commerce, an die sich Händler halten müssen, wenn sie Erfolg haben wollen. Google dominiert die Regeln der Websuche, Facebook die des Marketings in sozialen Kanälen und Apple die Software-Plattform im eigenen Ökosystem. Plattformen sind oft von einem Lock-in-Effekt geprägt: Wer als Kunde oder Unternehmer auf den Plattformen aktiv ist, macht sich abhängig und muss sich den Regeln des Plattformanbieters unterwerfen. Mit entsprechend großer Sorge schauen Europas Politik und Unternehmen auf die Tatsache, dass sich digitale Plattformen außerhalb der USA und China noch nicht etabliert haben.

Am ehesten in die Größe einer relevanten digitalen Plattform haben es noch der schwedische Musikstreaming-Dienst Spotify und einer der beiden Ausrichter der Konferenz geschafft – Zalando aus Berlin, das sich vom E-Commerce-Unternehmen lange schon zu einem Tech-Unternehmen mit mehr als 12.000 Mitarbeitern gemausert hat und an der Milliardengrenze beim Umsatz pro Quartal kratzt. Doch ein Facebook, Google oder Amazon sind beide nicht.

„Data is eating software“

Was im Zentrum einer solchen europäischen Plattform stünde, darüber sind sich die Panel-Teilnehmer der Konferenz schnell einig: Daten. „Software eats the world“, sagte der bekannte Wagniskapitalgeber Marc Andreesen einst ­– und behielt recht: Alles, was in Software gepackt werden konnte, wurde in Software abgebildet – und hat Industriegiganten dazu gezwungen, zu Software-Firmen zu werden. „Data is eating software“ hält Salesforce-Manager Jason Warner auf der Vizions dem entgegen. „Alle Unternehmen auf der Welt sollten sich als Daten-Unternehmen sehen“, sagt Warner.

Davon ist man in Deutschland allerdings noch weit entfernt: Bei deutschen Geschäftsführern ist der Begriff der Plattform-Ökonomie noch überwiegend ein Fremdwort, zeigte kürzlich eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom.

Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries im Gespräch mit Gründern

„Eigentlich denken wir an AI-first.“

Am Rande der Konferenz spricht Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries mit einer Reihe von Gründern. Gibt es überhaupt Wege, in der digitalen Plattform-Ökonomie den US-Unternehmen noch die Stirn zu bieten? Einer, der es versucht, ist das Schweizer Datenanalyse-Startup 1-Plus-X. „Die großen deutschen Unternehmen wollen nicht alle ihre Daten den US-Konzernen geben – wir bieten da endlich eine Alternative“, erzählt der Gründer Jürgen Galler der Ministerin – die macht sich eifrig Notizen.

Daten stehen auch bei der Technologie im Zentrum, die derzeit als das nächste große Ding im Silicon Valley gehandelt wird – und vielleicht die Basis für kommende Plattformen bildet: Künstliche Intelligenz, kurz AI für Artificial Intelligence. Die Technologie steht hinter Sprachassistenten wie Amazons Echo und Google Now genau so wie hinter dem Hype rund um Chatbots. „Wir bei Google sprechen von Mobile-first“, sagt Google Vice President Philipp Justus auf der Vizions-Bühne. „Aber eigentlich denken wir an AI-first.“ Es wird schwer werden, ein großes europäisches Unternehmen zu finden, das das von sich behauptet.

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Eine Reaktion
Teek
Teek

Oder man muss Plattformen, die nicht offen auf und sind keine Konkurrenz fördern, gesetzlich dazu zwingen.
Apple würde ich im übrigen nicht mehr dazu zählen. Auch darf man Microsoft nicht unterschätzen und Alibaba nach Amazon auch gehörig Konkurrenz in E-Commerce

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