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E-Commerce

Platzhirsch im Online-Handel – Teil 4: Wie du günstiger einkaufst als die Konkurrenz

    Platzhirsch im Online-Handel – Teil 4: Wie du günstiger einkaufst als die Konkurrenz

Platzhirsch: So unterbietest du deine Mitbewerber. (Foto: netzaktiv.de)

Dein Shop kann noch so gut sortiert und übersichtlich sein, dein Angebot noch so umfassend – wenn du keine guten Preise für deine Produkte bieten kannst, werden dir die Kunden wegbleiben.

Nach dem Auffinden und der Analyse deiner Mitbewerber hast du sicherlich einige Einblicke bekommen, womit deine Konkurrenz Erfolg hat und was bei ihr nicht so gut klappt. Nachdem du jetzt auch weißt wie du dich gegen deine Mitbewerber durchsetzt, geht es diesmal um den Preis: Vielleicht musstest du bei deinen Recherchen frustriert feststellen, dass deine Mitbewerber ihre Ware deutlich preiswerter anbieten können, möglicherweise sogar unter deinem eigenen Einkaufspreis! Klar, dass du dann in Zeiten von Vergleichsportalen und Preissuchmaschinen eher schlechte Karten hast.

Damit du konkurrenzfähig wirst oder bleibst und trotz niedriger Einkaufspreise satte Gewinnspannen erzielst, solltest du deine Bezugsquellen überprüfen. Nachfolgend erhältst du dazu einige Tipps und Anregungen.

Seriöse und unseriöse Bezugsquellen

Eigentlich sollte man meinen, dass es in den Zeiten des Internet sehr einfach sein müsste, besonders günstige Großhandelsangebote zu finden. Das ist jedoch nicht unbedingt so, da gute Quellen natürlich auch bei deiner Konkurrenz ein streng gehütetes Geheimnis sind. Dennoch gibt es durchaus verschiedene Ansatzpunkte für deine eigenen Recherchen.

Wer sich mit Suchbegriffen wie „Insolvenzware“, „Sonderposten“, „Lagerabverkauf“ oder „Restposten“ ein bisschen im Internet umsieht, findet immer wieder angeblich hochwertige Produkte zu äußerst günstigen Preisen, oft auf diversen Großhandels- oder B2B-Plattformen. Manche davon sind mittlerweile auch auf Facebook unterwegs. Längst nicht alle sind jedoch seriös. Gerade bei den diversen Internet-Handelsplattformen ist etwas Vorsicht geboten. Manche davon schielen vor allem auf die Mitgliedsgebühren, die oft im Bereich von über 200 Euro pro Jahr liegen und mit 24-monatigen oder gar 48-monatigen Vertragslaufzeiten einhergehen.

Im Großen und Ganzen existieren zwei Modelle:

  • Du erwirbst eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei der jeweiligen Plattform, die Anbieter versprechen hierbei verschiedene Vorteile, wie etwa detaillierte Produktdatenblätter und frei verfügbare Artikelbilder
  • Andere Marktplätze rechnen auf Provisionsbasis ab

Dennoch könnten seriöse Plattformen wie etwa restposten.de oder zentrada.de ein guter Ausgangspunkt für deine eigenen Recherchen sein. Händlerverzeichnisse wie lieferanten.de bieten wiederum zahlreiche Möglichkeiten, nicht nur nach bestimmten Herstellern, sondern auch nach Produkten oder Dienstleistern zu suchen.

Auf lieferanten.de findest du zahlreiche Großhändler mit einem umfassenden Angebot. (Screenshot: lieferanten.de)
Auf lieferanten.de findest du zahlreiche Großhändler mit einem umfassenden Angebot. (Screenshot: lieferanten.de)

Ganz allgemein empfiehlt es sich, bei einem einmal gefundenen Großhändler zunächst kleine Posten zu bestellen, um sich ein Bild vom Bestellablauf, der Versanddauer und natürlich der Warenqualität zu machen.

Lieferanten aus Fernost

Ein Thema, um das man mittlerweile kaum mehr herumkommt, sind chinesische und andere asiatische Lieferanten, vor allem beim Einkauf von elektronischen und elektrischen Produkten, Textilien, Kunststoffwaren und mehr. Bis heute sind viele Händler noch äußerst vorsichtig, was Kontakte zu asiatischen Firmen angeht – oft werden Gründe wie Qualitätsbedenken, Steuern und Zollgebühren, Lieferzeiten, die erforderliche Abnahme großer Stückzahlen und vieles mehr ins Feld geführt. Auch wenn manches davon berechtigt sein mag, solltest du dieses Thema für dich genau prüfen:

Schließlich werden viele der Produkte, die du bei inländischen Großhändlern für deinen Shop einkaufen kannst, ebenfalls in Fernost hergestellt – und da wäre es doch sehr viel besser, wenn du direkt an der Quelle und ohne einen Zwischenhändler einkaufst …

Wichtig ist jedoch: Du als Importeur bist dafür verantwortlich, ob die Waren – etwa Lebensmittel und Elektroartikel – auch den EU-Bestimmungen entsprechen. Als sogenannter „Inverkehrbringer“, bist du damit dem Hersteller rechtlich gleichgestellt und haftest auch beispielsweise nach dem Produkthaftungsgesetz. Insgesamt kann man sagen, dass sich der Direktimport vor allem dann lohnt, wenn du dich in deiner Branche sehr gut auskennst und wenn du größere Stückzahlen ordern kannst.

Ein guter Einstiegspunkt dürfte die Plattform AliExpress mit einem hohen Prozentsatz chinesischer Großhändler sein. Zwar richtet sie sich teilweise an den Endkunden, aber auch als Online-Händler hast du hier Chancen, einen geeigneten Geschäftspartner mit günstigen Angeboten zu finden. Der Vorteil gegenüber einer Plattform wie Alibaba.com (mehr darüber im nächsten Absatz): AliExpress ist ähnlich wie etwa Ebay aufgebaut. Du siehst gleich, was das jeweilige Produkt in der von dir gewünschten Stückzahl kosten soll; Bestellung und Bezahlung können bequem abgewickelt werden.

Aliexpress.com eignet sich gut für den Einsteiger in den Handel mit Fernost sowie für die Betreiber vor allem kleinerer und mittelgroßer Shops. (Screenshot: aliexpress.com)
Aliexpress.com eignet sich gut für den Einsteiger in den Handel mit Fernost sowie für die Betreiber vor allem kleinerer und mittelgroßer Shops. (Screenshot: aliexpress.com)

Meist etwas komplexer und teilweise auch ein wenig chaotisch laufen die Geschäfte auf Alibaba.com ab: Du musst zunächst Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen, indem du die gewünschte Stückzahl eingibst und ein Angebot anforderst. Je nach Händler (oft sind es kleine oder kleinste Firmen) kann dieser Prozess reibungslos oder eher hakelig ablaufen – und welchen Preis du schließlich erzielst, hängt von deinem Verhandlungsgeschick ab.

 

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Von Isolde Kommer

Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de.

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2 Reaktionen
Matthias Klenk
Matthias Klenk

Jetzt fehlt noch ein Link zu einer Seite, die einem alles über Importe, den Weiterverkauf, jegliche Steuerthemen etc. verrät. :-)

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michi
michi

gibt es eigentlich auch eine plattform von produzenten? wenn ich beispielweise etwas in der türkei produzieren lassen will? so etwas suche ich schon sehr lange..

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