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Postleaf: Visuelles CMS macht WordPress Konkurrenz

    Postleaf: Visuelles CMS macht WordPress Konkurrenz

Das richtige Werkzeug für Blogger zu finden ist nicht leicht. (Foto: Pixabay.com)

Mit Postleaf betritt ein WordPress-Konkurrent der neuesten Generation die Bühne. Ebenfalls auf PHP und MySQL basierend, zeigt Postleaf, wie ein Blogging-Tool heute aussehen kann.

Postleaf: Open Source unter GPL-Lizenz

Die neue Blog-Software Postleaf von Cory LaViska ist ein ernstzunehmender Wettbewerber für den Blogger-Boliden WordPress. Wie jener basiert Postleaf auf PHP und MySQL, kann aber auch mit MariaDB betrieben werden.

Die Projektseite von Postleaf. (Screenshot: t3n)
Die Projektseite von Postleaf. (Screenshot: t3n)

MariaDB ist ein Fork von MySQL, den der MySQL-Gründer vor allem wegen der Markenrechte Oracles an MySQL anders benennen musste. MySQL erhielt seinen Namen durch die ältere Tochter My des Gründers, MariaDB heißt so wie die jüngere Tochter desselben Gründers. Manchmal liegen die Dinge tatsächlich so einfach.

Postleaf kann auf jedem Webspace betrieben werden, der für WordPress hinreichend ist. Genau wie WordPress steht Postleaf unter der Lizenz GNU-GPL3 und ist damit Open Source und frei verwendbar.

Der Installationsprozess ist ähnlich simpel und das Einspielen von Updates besteht im Löschen und Aufspielen eines Ordners und einer Datei, ganz so, wie man es von früheren WordPress-Versionen gewohnt war. Ein automatischer Updater ist bereits in Arbeit. Ein Rechtesystem erlaubt eine dreistufige Zugriffs-Hierarchie.

Damit du aber jetzt nicht auf die Idee kommst, Postleaf für einen Abklatsch von WordPress zu halten, lass uns mal auf die Unterschiede schauen.

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Postleaf: WYSIWYG-Editing aller Inhalte

Postleaf erlaubt dir das vollständig visuelle Editieren deiner Inhalte. Dabei wird konsequent auf „Inline Editing” gesetzt. Damit wird das aus WordPress bekannte Bearbeitungsformular nebst „Rich Text Editor” überflüssig. Intuitiver kannst du Inhalte nicht bearbeiten.

Sollten dir jetzt Zweifel kommen, ob Postleaf tatsächlich „Inline Editing” überzeugend umsetzt, so hilft dir wahrscheinlich die Information, dass Cory LaViska auch der Erfinder des gehosteten CMS „SurrealCMS” ist, das just diesen Ansatz verfolgt. „SurrealCMS” begleite ich bereits seit Jahren und habe es verschiedentlich sogar schon eingesetzt.

Für sehr kleine Websites, die dennoch veränderlichen Content anzeigen sollen, gibt es kaum etwas besseres als die überschaubare Riege an gehosteten CMS, die es erlauben, kleine Codesnippets in das vorhandene HTML-Layout zu bauen. An diesen Stellen erscheinen dann die Inhalte, die der Kunde über das Backend der gehosteten CMS bearbeiten kann.

Postleaf nimmt nun diesen konzeptionellen Ansatz und erweitert ihn auf ein vollständiges CMS für Blogs und kleine Websites. Schau dir dieses kurze Video für einen ersten Eindruck an:

Postleaf: durchdachte Funktionen, die der Wettbewerb nicht bietet

Cory hat sich für die Version 1.0, die derzeit unter Beta 7 firmiert, darauf konzentriert, ganz klare Alleinstellungsmerkmale zu schaffen. Neben dem Knüller „Inline Editing” hat er weitere Features am Start, die WordPress-Nutzern den Umstieg schmackhaft machen können.

An dieser Stelle ist allerdings der Hinweis angemessen, dass Postleaf bei weitem nicht die Funktionalität bietet, über die WordPress verfügt. So gibt es etwa bislang keine Plugin-API, mithin keine Plugins. Du musst also aktuell mit dem Leistungsumfang von Postleaf, so wie er ist, vorlieb nehmen. Wenn du das kannst, wirst du es vermutlich schnell lieben lernen. Wenn du besondere Anforderungen hast, bleib lieber bei WordPress.

Postleaf hat ein nur als hübsch zu bezeichnendes Backend. Innerhalb dieses Backend siehst du neben den Einstellungen vor allem alle Beiträge in einer Form, wie du es von Web-Mail-Diensten kennst. Links siehst du die Liste der Beiträge. Wenn du einen Beitrag markierst, wird rechts eine WYSIWYG-Vorschau des Beitrags angezeigt.

Live-Vorschau der Beiträge im Backend. (Screenshot: Postleaf)
Live-Vorschau der Beiträge im Backend. (Screenshot: Postleaf)

Besonders nützlich finde ich den „Locator”, eine Art Spotlight für deinen Blog. Der Locator ist eine Suchfunktion, die du innerhalb des Backend von überall her mittels CTRL+P aufrufen kannst. Tippe deinen Suchbegriff und der Locator durchsucht dein komplettes Blog ohne Rücksicht auf die Art der Inhalte.

Omnipräsente Volltextsuche im Backend. (Screenshot: Postleaf)
Omnipräsente Volltextsuche im Backend. (Screenshot: Postleaf)

Postleaf unterstützt oEmbed für rund 60 Provider. Du kannst also Twitter, Youtube und so weiter einfach als Link einbinden. Postleaf sorgt für die korrekte Darstellung.

Frühe Nutzer schwärmen von dem Erlebnis des Bloggens mit Postleaf. Der immer beliebter werdende „Zen-Mode”, bei dem alle Bildschirmelemente ausgeblendet werden, um den Fokus rein auf den Text zu legen, beherrscht auch Postleaf.

Backups sind fest ins System integriert und funktionieren ebenfalls sehr einfach. Ein Klick auf „Backup” sorgt dafür, dass deine komplette Postleaf-Site als .tar in das Verzeichnis Backup auf deinem Server gesichert wird. Wenn du deine Seite von einem Server auf einen anderen migrieren willst, ist eben dieses .tar alles, was du dafür brauchst. Spiele es auf deinen neuen Webspace, extrahiere es dort und rufe deine Website auf. Postleaf kümmert sich um den Rest. Selbst um das Umschreiben der Links musst du dich nicht bemühen.

Postleaf ist auf Sprachlokalisation vorbereitet und kommt im aktuellen Lieferzustand mit zehn Sprachen, darunter Deutsch. Da jedermann Übersetzungen via Github beisteuern kann, ist damit zu rechnen, dass die Zahl verfügbarer Sprachen rasant wächst.

Postleaf setzt bei einigen Funktionen auf jQuery und liefert die Bibliothek vollständig integriert gleich mit.

Sehr einfach ist auch das System zur Anlage einer Website-Navigation. Hier schiebst du schlicht per Drag-and-Drop dein Wunschmenü zusammen. Das funktioniert sogar auf Touch-Geräten.

Einfacher kann man eine Navigation nicht bauen. (Screenshot: Postleaf)
Einfacher kann man eine Navigation nicht bauen. (Screenshot: Postleaf)

Postleaf und das wichtige Thema Design

Apropos Touch: Postleaf ist von Haus aus voll responsiv, so dass du dir über das Aussehen deines Blogs auf mobilen Geräten keine Gedanken machen musst.

Natürlich gibt es aktuell nicht Tausende von Themes, wie du es von WordPress kennst. Im Lieferzustand findest du vergleichsweise magere acht Stück. Die sind dafür sehr ansehnlich und stark unterschiedlich in der Optik, so dass sich eine Basis finden sollte, die du dann für dich anpassen kannst.

Responsiv von Haus aus. (Darstellung: Postleaf)
Responsiv von Haus aus. (Darstellung: Postleaf)

Postleaf gibt sauberen Code aus und verzichtet zugunsten klarer Strukturen darauf, PHP in den Themes zu verwenden. Cory entschied sich dafür, HandlebarsJS als Template-Engine zu verbauen.

Handlebars-Templates verwenden Platzhalter in doppelt geschweiften Klammern innerhalb ansonsten reinen HTML-Codes. Das sieht beispielsweise so aus:

<div class="entry"> <h1>{{title}}</h1> <div class="body"> {{body}} </div> </div>

Die Syntax ist sehr leicht zu erlernen und folgt einer nachvollziehbaren Logik ohne steile Lernkurven.

Das Kategoriesystem Postleafs ist etwas weniger überzeugend. Es arbeitet ausschließlich mit Tags, die sich auch on the fly während des Schreibens eines Beitrags erzeugen lassen. Da darfst du nicht zum Messie neigen, sonst ist die Übersichtlichkeit deiner Inhalte schneller dahin, als dir lieb sein kann.

Ebenso wie WordPress, unterscheidet Postleaf in Beiträge und Seiten, wobei du in Postleaf jeden Beitrag jederzeit zur Seite umdefinieren kannst und umgekehrt.

Fazit: Modernes System mit großem Potenzial

Postleaf überzeugt mich, und ich werde die nächste kleinere Seite testweise mit dem System umsetzen. Sicherlich ist WordPress insgesamt zu mehr imstande. Das jedoch ist dann kein Argument, wenn dieses Mehr gar nicht gefordert ist. In dem Falle ist jedes Mehr bloß zusätzlicher Ballast.

Wenn also von vornherein klar ist, was das Webprojekt am Ende leisten soll und welche Funktionen dafür benötigt werden, lohnt sich ein Abgleich mit dem Featureset von Postleaf. Wenn es passt, ran.

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7 Reaktionen
JanRB
JanRB

Gibt es denn Einschätzungen zum "Evolutionspotenzial" von postleaf? Gibt es also eine aktive Community? Und wenn ja, wie sieht diese aus? Wenn nein, warum nicht?

Antworten
Elias

Keine Kommentar-Funktion dafür soll man Disqus verwenden? Ob das allen gefallen wird... https://www.postleaf.org/blog-comments

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Elisa
Elisa

Das finde ich gar nicht unbedingt schlechter, Elias :). Zwar gehen die Kommentare auf ferne Länder Server, aber man kann sie jederzeit bearbeiten und auch wieder löschen. Die Kommentarfunktion speichert bei WordPress sogar die IP mit und geht meist mit Kommentar als E-Mail zu Gmail - das ist fast die selbe Misere. :/

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E.
E.

Ja, die Plugin-API fehlt - und wenn da nicht die Farben wären... »Grün und blau trägt Kaspers Frau, noch ein bisschen gelber geht der Kasper selber.« :)
Aber direkt den Beitrag bearbeiten finde ich klasse. Für WordPress gibt es allerdings auch immer besser werdende Page-Builder-Plugins.
Die Plugins machen WordPress erst zur eierlegenden Wollmilchsau, ob Online-Shop, Community oder Newsletter... Anything is possible.

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Dennis Tröger

Design ist wichtig, aber als Webseitenersteller frage ich mich: Wie steht es mit SEO out of the box?

Plugins sind das was Wordpress mächtig macht. Es ist natürlich nur der Start eines Projekts, aber ohne Plugins wird es hat werden für das Projekt!

Spannend allemal!

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Dennis
Dennis

War auch mein erster Gedanke. Leider gibt es hier noch nicht mal eine Schnittstelle um eigene Plugins zu schreiben oder die Doku dazu ist gut versteckt. Ansonsten wäre das ganz interessant.

Antworten
Schmidt.Hermann
Schmidt.Hermann

SEO ist wahrlich schon sehr gut eingebunden, nicht so umfangreich wie man es von yoast o.ä. gewohnt ist, doch wenn man ein Grundwissen hat, dann ist alles da was man braucht, eben so wie ein Cache.
Ich finde es ist gutes schnelles System

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