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Marketing

Ein Print-Magazin mit funktionierendem Like-Button: Völlig verrückt oder visionär?

    Ein Print-Magazin mit funktionierendem Like-Button: Völlig verrückt oder visionär?

(Foto: dm9ddb.com.br)

Leser-Blatt-Bindung, Verknüpfung von Print und Online, sauberes Tracking der Lesegewohnheiten – all das sind Dinge, mit denen Verlage seit beinahe zwei Jahrzehnten zu kämpfen haben. Eine brasilianische Werbeagentur hat eine Print-Anzeige konzipiert, die zeigt, dass es eigentlich nur ein bisschen Phantasie und Technik braucht.

Ein Print-Magazin mit Like-Button: Made in Brazil

Ein Print-Magazin mit Like-Button, der auch funktioniert. (Foto: dm9ddb.com.br)
Ein Print-Magazin mit Like-Button, der auch funktioniert. (Foto: dm9ddb.com.br)

Contigo ist ein klassisches Magazin, das Mode, Stars und die neuesten Trends beleuchtet. Keine außergewöhnlich innovative Mischung, die das brasilianische Medienunternehmen Grupo Abril da auf den Markt bringt, doch eine der letzten Ausgaben sorgt in Publishing-Kreisen für Diskussionen. Schuld daran ist die Werbeagentur DM9éDDB aus São Paulo, die für die Modekette C&A eine Werbeanzeige der besonderen Art konzipiert hat. Eine, die tatsächlich Print und Online miteinander verknüpft.

Auf einer ganzen Seite springt dem Leser zunächst die Frage „Welchen Look mögen Sie lieber?“ entgegen, auf der nächsten Seite dann die Auflösung: zwei Outfits, unter denen jeweils ein Like-Button platziert wurde. Der Clou: Die beiden Buttons funktionieren wirklich. Und damit das so ist, haben sich DM9éDDB und C&A einiges einfallen lassen.

Brasilien: Vorreiter in Sachen Social-Media-Marketing

Ein Druck auf den Like-Button und die Anzeige verbindet sich mit Facebook. (Foto: dm9ddb.com.br)
Ein Druck auf den Like-Button und die Anzeige verbindet sich mit Facebook. (Foto: dm9ddb.com.br)

„With the evolution of digital actions we positioned the C&A as reference in innovation in the fashion market.“ (Adrian Ferguson, Media Vice President DM9éDDB)

Schritt 1: Das Heft kann nur über die Facebook-Seite von Contigo bestellt werden. So bekommt jeder Leser eine personalisierte Ausgabe, die mit dem eigenen Facebook-Account verknüpft ist. Schritt 2: Die Werbeagentur hat Microsoft und den Telekommunikationsanbieter TIM ins Boot geholt, damit der Leser weder sein Smartphone noch eine WLAN-Verbindung braucht, damit sich das Heft „mit dem Internet verbinden“ kann. Unter der Anzeige sitzt die notwendige Elektronik, die dafür sorgt, dass die Anzeige „online“ ist und sich beim Druck auf den Like-Button mit Facebook und dem Nutzer-Account verbindet. Das Ergebnis: ein Posting des Nutzers mit der Wahl seines Outfits. Zusätzlich leuchtet über dem entsprechenden Like-Button eine kleines LED auf, alle Postings wurden darüber hinaus gesammelt und in einem Einkaufszentrum in São Paulo gezeigt, wo auch das Sieger-Outfit ausgestellt wurde.

Brasilianische Unternehmen und Agenturen haben schon mehrfach mit außergewöhnlichen Social-Media-Kampagnen auf sich aufmerksam gemacht. So verknüpfte C&A auch schon Facebooks Like-Funktion mit Kleiderbügeln, der Kosmetikkonzern Beiersdorf entwickelte für seine Marke Nivea eine Print-Anzeige, von der sich ein Armband für Kinder abtrennen ließ. Dieses Armband konnte mit dem Smartphone der Eltern verbunden werden und ihnen – beispielsweise am Strand – anzeigen, wo ihr Kind gerade ist. Bewegte es sich aus einem vorher festgelegten Umkreis, schlug die dazugehörige App Alarm.

Ist das Print-Magazin mit Like-Button nur der Anfang?

Die Idee der Kreativagentur klingt auf den ersten Blick vielversprechend, ist diese Print-Magazin mit Like-Button doch ein offenbar alltagstauglicher Versuch, Print-Produkte und Online wirklich miteinander zu verknüpfen. Doch es bleiben auch Fragen. Neben der teuren und aufwendigen Produktion der Anzeige, die zudem durch die verbaute Technik recht dick ausfällt und das Heft unnötig klobig macht, ist es vor allem der Nutzwert für die Leser, der – von einer spannende Spielerei mal abgesehen – offen bleibt.

Doch in der Idee steckt Potenzial. Verbunden mit Gewinnspielen oder Rabattaktionen ließe sich aus dem Konzept durchaus etwas machen. Und nicht zuletzt zeigen DM9éDDB und C&A mit ihrer Kampagne eins: Gute Ideen erzeugen Aufmerksamkeit. Durchaus eines der wichtigsten Ziele im Marketing.

Übrigens: Wenn ihr euch neben dem Print-Magazin mit Like-Button auch für andere kreative Marketing-Ideen interessiert, schaut euch doch mal den Artikel „Guerilla-Marketing: 40 kreative Beispiele für etwas andere Werbung“ an.

via blog.drupa.com

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17 Reaktionen
Voxs
Voxs

"Unter der Anzeige sitzt die notwendige Elektronik ..." Schade das hierzu nichts benannt bzw. näher erläutert wird.

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Philipp
Philipp

Vielleicht habe ich es zu schnell überflogen - es machte den Eindruck, als hätte man nur über ein Komplett-Abo die Chance, sich mal eine Ausgabe zu bestellen. Wünschenswert wäre natürlich nur eine Einzelausgabe. Wisst ihr mehr?

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Florian Blaschke

Unseren Informationen nach war das ein einmaliges „Experiment“ mit einer Ausgabe, die nur über FB zu beziehen war – und das ohne Abo. Wir schauen aber noch mal nach, ob wir mehr Infos kriegen.

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Philipp
Philipp

Besten Dank vorab, bin gespannt.

Karsten Peters
Karsten Peters

Zum Thema "Ressourcenverschwendung": Wie viele Hefte sind denn da nun wirklich produziert worden, bzw. in den Umlauf gekommen ...?

@Bastey: an sich füttere ich keine Trolle, aber wer hier der Suppenkasper und Affe ist, geht ja wohl spätestens aus Deinem Erguß klar hervor. Intoleranter geht's nimmer, oder?

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Florian Blaschke

Über die Zahlen haben wir leider keine Infos, sorry.

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Heiner
Heiner

Klar, dass sich in Deutschland die immer zutiefst betroffenen Weltenretter zu Wort melden und erstmal kräftig meckern. Kein Wunder, dass "Neuland"-Merkel so erfolgreich ist.

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Insomnia88
Insomnia88

Ach echt? Wüsste gern wie das zusammen hängt, da ja genau diese Leute Merkel eben NICHT wählen.

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Erich
Erich

Die Nachhaltigkeit aus den Augen zu lassen halte ich für grundlegend falsch. Manche Konsumenten werden sich von der Originalität des Konzepts beeindrucken lassen, für andere wiederum ist ab jetzt der Name C&A mit einer völlig überflüssigen Resourcenverschwendung und Wegwerfmentalität verknüpft, was logischerweise Ablehnung zur Folge hat. So eine Kampagne kann also durchaus auch negative Folgen haben und mit etwas Pech mehr Kunden vergraulen als anlocken.

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andy.mustermann
andy.mustermann

Wer erst ab dieser Aktion C&A mit deinen genannten Attributen verknüpft, hält H&M wohl auch für Greenpeace-Läden. ;-)

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Huckleberry
Huckleberry

Die Kampagne ist absolut beeindruckend. Das ist ein wirklich innovatives Konzept. Da dies eine Technikseite und keine Seite für Umweltschützer ist sollte der Punkt der Nachhaltigkeit absolut Nebensache sein. Eine Klasse Aktion von C&A.

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Insomnia88
Insomnia88

Innovativ? Naja, als normaler Mediengestalter hatte ich schon die gleiche Idee. Das hatten sicher auch schon hunderte/tausende vor/neben mir. Wenn man in beiden Bereichen arbeitet, also Print und Digital, dann ist die Synergie nicht fern.

Das Problem war und ist doch deutlich der Kosten/Nutzen Aspekt. Als spezielle Kampagne machbar. Aber in 'nem wöchentlich erscheinden Blatt, in jeder Ausgabe? Ich glaube nicht.

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Heiner
Heiner

Zur Innovation gehört nicht nur eine "Idee" zu haben, sondern auch die Umsetzung. Und die ist meist die größte Herausforderung.

Insomnia88
Insomnia88

Genau, weil die sich halt nicht lohnt/rechnet. Deshalb ist es auch noch ned in gängigen Zeitschriften vertreten und wird es wohl auch nie sein ;)

nazeK
nazeK

Was bist du für ein Suppenkasper? Technikseite? Sicher? Affe.

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Florian Blaschke

Tu uns doch den Gefallen und lass solche Kommentare in der Schublade. Wir freuen uns über Diskussionen, aber auch über ein Mindestmaß an Anstand. Danke Dir.

Peter P
Peter P

... mal ganz abgesehen von der Rohstoffverschwendung und der Tatsache, dass die Elektronik sicherlich i.d.R. nicht dem Recycling zugeführt wird.
Aber was will man erwarten - für Verantwortungsbewusstsein ist die Modeindustrie ja ebenso wenig bekannt wie die Technikindustrie.

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