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Medienwandel: Überlebensstrategien für die Tageszeitung

Medienwandel: Überlebensstrategien für die Tageszeitung

Kürzlich saß ich erst mit einem Zeitungsverleger zusammen und er klagte mir sein Leid. Nicht dass es der Zeitung schlecht ginge, sie ist profitabel und gewinnt weiter Abonnenten. Es ist der Online-Bereich der ihm Sorge bereitet, denn es erscheint ihm unhaltbar, dass nun nach Jahren des Zuschussgeschäfts immer noch nicht klar ist, wie seine Redaktion funktionieren muss, um beide Kanäle mediengerecht zu beliefern. Zusätzlich hat er, wie wohl die meisten in seiner Lage, kein Vertrauen in das aktuelle Ertragsmodell, das allein auf Reichweite in Form der Page Impressions (PI) ruht.

Medienwandel: Überlebensstrategien für die Tageszeitung
Foto: inju. Lizenz: CC-BY. http://www.flickr.com/photos/inju/112082907/

Das PI-Modell hat allerdings sehr viele Probleme. Da wäre die grundsätzliche Schieflage, die darin besteht, dass nur die Werbetreibenden die Zeche zahlen sollen, die Konsumenten keinen Beitrag zahlen wollen und zudem auch noch immer häufiger Werbeblocker einsetzen. Dass einige durchaus profitabel online präsent und aktiv sind, ändert wenig an der mangelnden Nachhaltigkeit dieser Konstruktion für eine Qualitätszeitung, die dadurch in Zwänge gerät, die besagter Qualität abträglich sind.

Zeitungskiosk in Rom. Foto: Ed Yourdon. Lizenz: CC-BY-SA.

Katerstimmung im Leitmedium

Das soll nun wirklich kein Aufruf zum Mitleid sein, denn die einzigen, die sich in diese Lage gebracht haben, sind die Zeitungsmacher selbst. Sie haben bis auf sehr wenige Ausnahmen jeden Zweifel daran bestätigt, dass sie selbst dazu in der Lage sind, sich selbst neu zu erfinden. Dementsprechend düster ist die Stimmung vom Jounalist bis zum Verleger:

Im persönlichen Gespräch mit Redakteuren ist deutlich spürbar, dass man sich mit aller Kraft gegen die Einsicht stemmt, dass ein Schreibtisch bei SZ, FAZ oder der Welt plötzlich kein Traumjob mit eingebauter Meinungsvorfahrt mehr sein soll. Schreiben durfte ja schon immer jeder, aber früher war noch wichtig wo es veröffentlicht wurde. Das „gut gewärmte Mediamainstream-Bett“ des „Qualitätsjournalisten“  hat viel von seiner heimeligen Gemütlichkeit verloren, seitdem manche Verleger die Heizung runtergedreht und die Premiumreporter von einst in die Vorstadt verfrachtet haben.

Manche Verleger fühlen sich ihrerseits ausgenutzt, weil sie sich genötigt fühlen, ihre Ware immer weiter im Web zu verschenken. Als domestizierter Kapitalist ärgert man sich aber zumeist vornehm im stillen Kämmerlein, dass die Gratisleser kein Ende finden können und auch nicht gehen wollen ohne zu randalieren.

Und jetzt alle: „Internet macht doof, Zeitung macht schlau.“

Bis auf Herrn Schirrmacher, Mit-Herausgeber der FAZ. Dieser hat sich scheinbar von seiner nah am Geschäft angesiedelten Argumentation von vor zwei Jahren nun mit seinem jüngsten Buch „Payback“ auf eine indirekte Strategie verlegt. In einer unfreiwilligen Hommage an den guten alten Lamarck fürchtet er um physiologische Veränderungen an unseren Gehirnen durch Onlinemediennutzung, die uns mindestens Konzentrationsfähigkeit, vielleicht aber auch gleich das Abendland kosten soll. Was nun so besonders gesund an den „alten" Medien sein soll bleibt als Gegenprobe aus, abgesehen davon, dass die medizinische Beweisführung sehr anämisch daher kommt. „Payback“ erinnert an einen Ernährungsratgeber, der sich stundenlang nur mit den Nachteilen von Fastfood befasst, aber auch nicht weiß, warum Bioäpfel eigentlich gesünder sind.

Es gibt keine Alternative zum Erfolg online

Allein, es hilft nichts, auf das Internet, seine Benutzer oder dessen Mechanismen zu schimpfen. Die FAZ hat 2009 19,8 Millionen Euro Verlust geschrieben, die SZ kommt immerhin noch auf ca. 6 Millionen Euro. Beide bauen Stellen ab, beide haben viel an Stellenanzeigen und Werbeeinnahmen verloren. Natürlich lag es auch am Krisenjahr, aber das Anzeigenvolumen weltweit wandert ins Internet ab und wird wohl bis 2014 online größer sein als offline.  Kurzum, auch die Qualitätszeitungen werden online ein tragfähiges Rezept finden müssen, das ihrem Qualitätsanspruch nicht zuwiderläuft. Das heißt, es braucht einerseits eine Redaktion, die willens und in der Lage ist für das Internet schreiben, das heißt: multimedial kompetenter zu werden, offener für den Dialog mit den Lesern zu sein. Andererseits werden manche Verleger aufhören müssen, ihre Blätter kaputt zu sparen, bevor von besagter Qualität nicht mehr genug übrig ist.

Hoffnungsträger iPad und iPhone. Foto: bfishadow. Lizenz: CC-BY.
Hoffnungsträger iPad und iPhone. Foto: bfishadow. Lizenz: CC-BY.

Innovation durch Abwarten?

Während mancher darüber nachdenkt, nicht die Inhalte sondern die Redakteure in die Zweitverwertung zu schicken, glaubt wohl niemand ernsthaft an solche Doppelfunktionen. Jedenfalls habe ich noch keine Anzeige gelesen in der Andreas Burkert seine Dienste als PR-Berater für Dopingsünder angeboten hat, oder Heribert Prantl Guido Westerwelle zur Seite stehen wollte. Keine Frage, ein witziger Vorschlag, aber hoffentlich nicht ernst gemeint.

Weil also Ideenlosigkeit herrscht, hofft man auf das iPad, denn vielleicht wird's Papa Steve ja auch für die Zeitungsindustrie richten. Aber mit langweiligen Apps ohne echten Mehrwert für die Leser gegenüber dem Online-Angebot wird auch das nichts werden. Abgesehen davon, dass das iPad trotz fulminantem Marktstart noch lange nicht als Mainstream-Technologie gelten kann und der Weg dahin, und damit zu entsprechenden Absatzmöglichkeiten, noch sehr sehr weit ist.

Ob die ultimative Sofa-Surfstation so aussieht wie das iPad (und so schwer und unhandlich sein wird) und ob eine nennenswerte Menge von Menschen überhaupt auf dem Sofa surft wird sich zeigen. Wenn die „alten“ Medien aber auf dem iPad zum Erfolg surfen wollen, müssen Sie sich mit Ideen und viel Geld ins Zeug legen und davon war bis jetzt noch nicht viel zu sehen.

Unüberbrückbare Differenzen

Auf der anderen Seite sehen Kritiker wie Thomas Knüwer eine beratungsresistente und sich selbst ins Absurde steuernde Verlegerschaft vor sich. Da erübrigt sich jede konstruktive Beschäftigung mit dem Thema eigentlich schon, auf die die Zeitungen aber so sehr angewiesen sind. Denn wer soll denn als Lotse für die Adpation der Online-Plattform gelten außer den „Powerusern“? Schlimmer noch, Peter Kruse kann glaubhaft zeigen, dass die Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern gar nicht möglich ist, denn es stehen sich gegensätzliche Wertvorstellungen gegenüber, die eine rationale Diskussion ausschließen.

Jetzt nur nicht untergehen! Foto: inju. Lizenz: CC-BY.

Wofür würden wir denn bezahlen?

Aber nachdem wir hier ja vermutlich unter uns sind, stellen wir uns doch mal vor wir würden gefragt - und gehört. Was also soll man den Zeitungsmachern raten, wenn sie einen fragen würden, wofür wir „digital residents“ denn direkt oder indirekt bezahlen würden?

Mir fallen zwei Pole einer möglichen Entwicklung dazu ein, die ich nur an- aber keineswegs zu Ende gedacht habe, aber gern zur Diskussion stellen würde:

1. Auslaufmodell Ausgabe

Guter Journalismus wird im Internet immer noch genauso gefragt sein, der Name einer großen Tageszeitung kann auch dort noch ein Qualitätsversprechen sein, aber die Leserschaft braucht das verbindende Element der Ausgabe nicht mehr.

Praktisch heißt das, jeder einzelne Artikel repräsentiert die Zeitung. Alles, was sich aus diesem einen Artikel an relevanten Informationsangeboten ableiten lässt, ist Mehrwert: das Dossier zum Thema, der Autor mit seiner Publikationshistorie, die Kommentare, verwandte Publikationen in Buch, Film und Fernsehen etc.

Eine Zeitung, die ihr gesamtes relevantes Wissen als Angebot punktgenau auf das Thema eines Artikels konzentrieren kann, macht mich auch zum Kunden und Käufer.

Das möchte ich als Benutzer selbst zusammenstellen können und Relevanz und Qualität durch intelligente Algorithmen, die auf mein Verhalten, dass der gesamten Leserschaft, aber auch der Redaktion reagieren bestimmen lassen. Das Endprodukt ist eine personalisierte Homepage, die über kurz oder lang auch über einzelne Zeitungen hinweg aggregiert werden wird. Damit wird die bisherige Aggregationsleistung der Ausgabe von einem definitorischen Zeitpunkt des Drucks auf einen Zeitpunkt meines Aufrufs verlagert und von der Ebene der einen Zeitungsausgabe auf die Ebene aller von mir gewählten Quellen, Kanäle, Autoren und Themen gehoben.

Wenn die Passgenauigkeit der Auswahlkriterien und der Inhalte gut genug ist, wäre ich bereit, dafür auch zu bezahlen.

2. Information vor Meinung

Natürlich haben einige große Zeitungen auch einen Ruf, der ihnen Türen öffnet. Natürlich können Vollzeitjournalisten wesentlich tiefer bohren. Und natürlich hat der Besuch einer Journalistenschule nur wenigen geschadet. Qualitätsjournalismus und die dadurch entstandenen Qualitätsversprechen der Markenzeitungen sind eine Domäne der Profis und sind online genau so viel, wenn nicht sogar mehr wert als auf Papier. Das gilt vor allem dann, wenn Journalisten Dinge ans Tageslicht bringen und es gilt immer weniger, wenn Journalisten hauptsächlich Kommentatoren des Zeitgeschehens werden. Elegant parlierende Meinung gibt es in der Blogosphäre auch, echte Einblicke in schwer zugängliche Sachverhalte werden selten bleiben.

Entwicklungen wie Wikileaks spielen genau hier den Qualitätsjournalisten eigentlich in die Hände und die Social-Media-Sphäre ist auch für Profis eine immer spannendere Quelle. Den Enthüllungsjournalismus zu pflegen ist eine Aufgabe, die unverzichtbar und wertvoll ist. Ich bezahle dafür und werde es weiter tun, wenn man mich nicht mit altbackenem Bildungsbürgergeschwafel, schwachsinnigen Bildergalerien, Sudoku-Spielchen und durchgereichten dpa-Meldungen davon überzeugt, dass Qualitätsjournalismus eben nur eine Überflusserscheinung war, die sich die Verleger von heute nicht mehr leisten wollen.

Für ausgefuchste Personalisierungsfunktionen und konsequente Qualität in der Berichterstattung würde und werde ich bezahlen, entweder als Micropayment pro geklicktem Link, oder als Flatrate für alles. Ihr auch?

Über den Autor

Daniel Hinderink ist Gründer und Partner bei dpool, einem Münchner IT-Dienstleister, der sich auf die Konzeption und Entwicklung von Informationsystemen im Intra- und Internet spezialisiert hat. Zu den Kunden zählen Adidas, Reebok, Sixt und einige mehr. Daniel gehört außerdem zu den treibenden Kräften des Erfolgs von TYPO3 im deutschsprachigen Raum und ist ein Insider, wenn es um Themen wie Content Management und Information Process Management geht. In den vergangenen Jahren hat er zahlreiche Vorträge bei diversen Konferenzen und Messen wie LinuxTag, CeBIT, Systems, Computer World und anderen gehalten.

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21 Antworten
  1. von kevinjansen am 23.06.2010 (10:43 Uhr)

    Leider scheinen Zeitungsverleger (idR alle Ü50) einen so klaren, analytischen und technischen Blick wie hier geschildert nicht zu habe! Die konservative Haltung der Verleger schafft glücklichweise viel Platz für neues. Aber wo sind nur die Startups dieser Art?

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  2. von Rupert am 23.06.2010 (10:53 Uhr)

    Das ist doch schon wieder die gleiche arrogante Klugscheißerei, wie sie seit Jahren im Netz Mainstream ist. Damit kann man vielleicht Turnschuhe übers Internet verkaufen, aber nicht die vierte Macht im Staat finanzieren.

    Und dann diese Tipps:
    "Auslaufmodell Ausgabe" - Die Hintertupfinger Nachrichten mögen ihre Internetseiten noch im Rhythmus der gedruckten Ausgabe veröffentlichen. Bei allen anderen ist das ein stetiger Fluss und über externe Anbieter (Google News, Rivva, Twitter, Facebook) findet man ziemlich genau das, was man interessant findet.

    "Information vor Meinung" - Der klassische journalistische Ansatz: Die Nachricht.

    Bezahlen für geklickte Links? Flatrate? So wie beim Hamburger Abendblatt? Ich erinnere mich noch an die Häme, die durchs Netz ging, als das Abendblatt seine Pay-Walls aufgebaut hat und trotzdem noch bei Google erscheinen wollte.

    Du schreibst hier doch auch als Journalist. Da müsste man doch erwarten, dass Du zumindest Deine eigenen Standards einhältst. Ich sehe aber nur viel Meinung und wenig Information. Sind wirklich alle deutschen Verleger zu doof oder zu verstockt, um ein tragfähiges Konzept zu finden? Und dann kann das ja kein Konzept sein, dass nur für die eine Zeitung funktioniert. Journalismus lebt ja gerade von einer Vielfalt. Letztlich muss Journalismus auch noch regional und lokal finanzierbar funktionieren. Auch Landes- und Kommunalpolitik braucht eine vierte Macht.

    Es gibt ja schon seit Zeiten, als das Internet noch keine so große Rolle gespielt hat, einen Konzentation in den Regionalzeitungen, so dass heute meistens nur noch die größten Städte mehr als eine Zeitung haben. In ganzen Bundesländern gibt es nur noch 1-2 Zeitungsverlage, in deren Zeitungen dann überall das Gleiche steht. Wenn das so weiter geht, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern & Co. bald gar keinen kommerziellen Journalismus mehr.

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  3. von Daniel Hinderink am 23.06.2010 (11:31 Uhr)

    @Rupert:
    Das Prinzip der Ausgabe ist in den Redaktionen ungebrochen, das Zuschneiden der Auswahl der Inhalte auf die Interessen der Leser im Internet ist weit davon entfernt die Norm zu sein. Zeige mir ein Blatt, dass mir anbietet mir meine Homepage zu konfigurieren.

    Ich schreibe hier natürlich nicht als Journalist, sondern als Mensch aus der Praxis, der hier nebenher eine Kolumne schreiben darf. Dennoch versuche ich gründlich zu recherchieren.

    Was das Bezahlmodel anbetrifft: ich sage nur, dass ich dazu bereit wäre und stelle die Frage, ob ihr es auch wäret. Ich sehe keinen Grund warum diese Möglichkeit auszuschließen wäre.

    Und nein, weder die Verleger noch sonst jemand in der Branche ist einfach nur verstockt oder zu doof und mit Ü50 hat es auch wenig zu tun. Das Phänomen nennt sich "disruptive Innovation" und ist gut dokumentiert, inklusive geeigneter Gegenmaßnahmen. Dazu hatte ich vor zwei Jahren auch schon mal etwas an einem anderen Ort geschrieben, an das ich hier anschließe. Mir geht es darum, dass man dem Umbruch durch Experimente und Investitionen entgegentreten muss, die aus dem in besseren Zeiten erwirtschafteten Überschuss kommen muss. Das ist Unternehmertum, alles andere ist Anlegertum.

    Das eine Konzentration bei den Regionalzeitungen statt gefunden hat, ist eher eine ältere Entwicklung. Spannend ist, dass einige von denen eben wegen eines Ausbaus der regionalen Berichterstattung wachsen und profitabel sind.

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  4. von kevinjansen am 23.06.2010 (11:53 Uhr)

    @rupert

    "bei facebook und google findet man ziemlich genau das, was einen interessant" meinst du? das ich nicht lache! meinem nutzungsverhalten von medien enspricht diese vorgehensweise keinseswegs. medienkonsum beudet für mich nicht suchen.

    tiefgang oder speziellen themen die genau auf einen bestimmten leseanspruch getrimmt sind. hier liegt doch die von daniel angesprochende herausvorderung bzw. mögliche neue modelle.

    vorselktion, passende themenwelt, gute userexperience, individualisierbarkeit, zuverlässigkeit, vertrauen und identivikation. all das findet man bei den von dir genannten services nicht wirklich und genau dafür würde sofort bezahlen.

    one-stop-shop bzw. app-store-artige oder click-basierte-modelle kann ich mir gut vorstellen. auch monatspauschalen für gut gemachte fachmedien von denen ich weiß, dass regelmäßig etwas gutes kommt würde zahlen.

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  5. von Rupert am 23.06.2010 (14:11 Uhr)

    Dann gebe ich den Ball doch mal ans T3N-Magazin zurück - Als Spezialisten für das alles, sollte es hier doch die besten Beispiele für diese Lösungen geben. Oder ist man auch hier nur zu faul und dumm, online Kohle zu machen?

    Ich glaube das nicht. Ich finde T3N gut, so wie es ist. Dazu kommt, dass es täglich nur eine Hand voll neuer Artikel gibt, so dass ich da keinen App-Store-User-Experience-Individualisierbar-Schnick-Schnack benötige. Anders ist das übrigens auch nicht bei anderen Publikationen. Man darf da den Output nicht mit dem voon Youtube & Co verwechseln. Wenn ich bei SPON.de einmal am Tag in die Netzwelt schau, seh ich, welche Säue gerade durch Blogistan getrieben werden.

    Das Problem ist doch, dass Journalisten ihre Inhalte zunächst einmal kostenlos ins Netz stellen müssen, um überhaupt gefunden werden zu können. Wer mit einer regelmäßigen Publikation nicht bei Google News oder rivva auftaucht, kann doch auch gleich für den Kamin schreiben. Kevin hat es ja schon angedeutet: man kauft nicht die Katze im Sack. Wenn man die Sachen aber schon umsonst bekommt - wo genau, soll ich dann bezahlen?

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  6. von Daniel Hinderink am 23.06.2010 (15:05 Uhr)

    Eben: solange die Zeitungen im Internet keine zusätzlichen Funktionen und Vorteile bieten, die nur diese bieten können, gibt es eben keine Chance Geld zu verdienen.

    Nebenbei bemerkt: das T3N Magazin ist keine Tageszeitung und hat weder den Durchsatz, noch das Archiv, noch die Bandbreite und schon gar nicht die Mittel ähnliches umzusetzen.

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  7. von Andreas Lenz am 23.06.2010 (15:20 Uhr)

    @rupert:

    ja wir bei t3n sind zu faul und dumm :)
    nen schönen namen hast du da übrigens...

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  8. von Rupert am 23.06.2010 (15:52 Uhr)

    Nein. T3N ist super. Echt.

    Das Beispiel aber zeigt, dass es nicht so einfach ist, wie der Artikel vorgibt. Ja. Tageszeitungen haben einen höheren Durchsatz - Aber mal bezogen auf eine bestimmte Kategorie (Stadtpolitik) ist das auch nicht so viel, als dass sich ein komplexes System mit Algorithmen und Individualisierbaren Startseiten sich lohnen würde. Dazu kommt, dass der Wert von Tageszeitungen ja gerade der ist, dass sie Öffentlichkeit für bestimmte wichtige Themen schaffen - durch redaktionelle Auswahl. Da sind dann plötzlich Artikel interessant, die man sich vorher vielleicht nicht aus einem Store geholt hätte.

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  9. von Daniel Hinderink am 23.06.2010 (16:22 Uhr)

    Das Beispiel des T3N ist wie gesagt einfach untauglich, weil es nicht vergleichbar ist. Aber selbst beim Thema Durchsatz halte ich deine Ablehnung des Modells für nicht stichhaltig. Einerseits sind im Archiv jeder der genannten Zeitungen News über längere Zeit zu einem bestimmten Thema zu finden. Dazu kommen alle damit verwanden Themen (Inferenz, Benutzerverhalten, vom selben Autor, selbe Akteure etc.).
    Andererseits, ob sich eine entsprechende Darstellung unter Einbeziehung persönlicher Einstellungen lohnt oder nicht, lässt sich doch gar heute nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass es mir Geld wert wäre und frage ob es anderen auch so geht. Aber niemand kann stichhaltig beweisen, dass es dafür keinen Markt gibt, ohne es ausprobiert, oder wenigstens erforscht zu haben.

    Im Übrigen: das Tageszeitungen Öffentlichkeit schaffen ist mit meinem Vorschlag auch nicht ausgeschlossen, aber relativiert und das passiert ja auch jetzt schon, zb. bei zeit.de mit den Top-Listen die auf User-Interaktion reagieren. Es ist auch die Frage ob es überhaupt wünschenswert ist, dass Medien Akzente setzen. Ich denke eher nein und glaube an die Filterfunktion der Crowd.

    Stichwort "Lokales": es ist doch bemerkenswert, dass die Knight Foundation dieses Jahr unter 12 Förderprojekten sieben ausgewählt hat die lokale Aspekte im Fokus haben.

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  10. von colorcraze am 23.06.2010 (17:05 Uhr)

    Mit den "Gegenmeinungen" mag ich mich nicht weiter befassen, sonst kriege ich Schreikrämpfe ob dieser kindischen Verstocktheit. "Meine Kutsche fährt doch und ich habe 5 Pferde" ist einfach kein tragfähiges Unternehmenskonzept, wenn ein Tankstellennetz bereits verfügbar ist und Autos allenthalben zu kaufen sind. Ja ist denn das so schwer zu begreifen? -
    Weiter im Text, lieber mal sammeln, für welche Art der Onlinezeitung man denn gerne bezahlen würde. Herrn Hinderinks beiden Punkten stimme ich völlig zu, die sind weiterführend, so in etwa will mans haben. Manches mag man sich auch auf A4 ausdrucken können, PDF reicht, aber das ist eine Marginalie (nein, ein anderes Format will man nicht). Was man will, ist verläßliche, überprüfte Information, und man will sie wie angedacht in einer Art Dossier zum Vertiefen und mit ihrem Verlauf über die Zeit gebündelt haben (Linkapparat). Ich wäre gerne bereit, ein Abo für eine Auswahl an Onlinezeitungen abzuschließen (für eine einzelne Zeitung nicht.), wenn ich dadurch zu gut recherchierten Hintergrundberichten jenseits von Hysterie und Bräsigkeit Zugang bekäme und mit Werbespam verschont werde. Von mir aus kann man eine dezente Werbebildchenspalte rechts haben (keinesfalls nach links ausfahrende Querblenden), aber eben keinerlei Werbung im redaktionellen Teil: so wie bei Google - denn Google ist deswegen so unanfechtbar geworden, weil die die Trennung in redaktionellen und Werbeteil konsequent durchgezogen haben. Ich schätze an Zeitungen auch die unterschiedlichen Bereiche, also Inland, Ausland (ganz falsch: EU gehört nicht zu Ausland, sondern ist eine eigene Kategorie, den Rest sollte man wohl auch noch weiter grobunterteilen), Lokales, Wirtschaft, Feuilleton, Wissenschaft etc. Solche sollte man auf seiner persönlichen Newsseite auch haben, darin gelistet die Meldungen der verschiedenen Zeitungen etwa der letzten Woche. Zum Beispiel.

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  11. von Daniel Brün am 23.06.2010 (17:12 Uhr)

    Hallo zusammen,

    das Thema ist leider noch viel komplexer, als in diesem Artikel angerissen. Es gibt derzeit weder eine definierte Anforderungsliste auf Kundenseite, noch großartige Ideen auf Verlagsseite - beide Seiten warten auf das Gegenüber, wodurch eine Art Deadlock entsteht.
    Die oben angesprochene Personalisierung kann man ebenso kontrovers diskutieren... vielleicht will ich gar nicht personalisieren, sondern bei der Auswahl der Artikel auf eine Redaktion vertrauen? Sind es wirklich Videos und Bilderstrecken, die den großen Mehrwert in der Onlinewelt bringen? Oder ist es die Unabhängigkeit von Erscheinungsterminen, also die Echtzeitfähigkeit? Oder etwa alles zusammen?

    Klar, die Branche ist in einer schwierigen Situation. Inhalte gibt es im Netz umsonst und en masse. Viele davon sind nicht mal schlecht und die Abgrenzung von Bezahlinhalten zu Gratisinhalten fällt zunehmend schwer.
    An den Inhalten selbst mangelt es den Redaktionen nicht mal, die Frage ist vielmehr, wie die Information auf welcher Plattform präsentiert wird. Am Beispiel iPad sieht man derzeit wunderbar, wie die Verlagswelt im Dunkeln tappt. Unterschiedliche Verlage, unterschiedliche Apps, unterschiedliche Bezahlverfahren. Das ist so, als ob am Bahnhof jeder Verleger seinen eigenen Kiosk betreiben würde, mit unterschiedlichen Formaten und Leserichtungen.
    Kurz gesagt: Hier weiss einfach noch niemand, wie digitale Inhalte zukünftig an den Mann gebracht werden sollen.
    Andererseits zeigt z.B. die iPad-Variante des Wired-Magazins, dass es mit ein wenig Gehirnschmalz (und einer separaten iPad-Redaktionsabteilung) schon möglich ist, neue Konzepte auf den Markt zu bringen. Das technische Know-How und eine iPad-affine Leserschaft wie Wired hat jedoch kaum ein anderes Magazin.

    Ein weiterer Punkt ist weiterhin der gesamte Print-Bereich, den die Verlage mit ihren Online-Machenschaften nicht kannibalisieren wollen. Wer sich ein wenig in den Foren nach Zinio umsieht merkt schnell, dass dort viele Leser ihr Print-Abo gegen ein (günstigeres) Online-Abo tauschen wollen. D.h. mehr Online-Leser führen zu geringerer Print-Auflage... eine solche Entscheidung erfordert eine Menge Mut, vor allem vor dem Hintergrund, dass ein Großteil aller Erlöse für die Verlage durch Anzeigen in der gedruckten Auflage entstehen. Anzeigenkunden von Print zu Online zu bewegen ist eine weitere kleine Teilaufgabe in einer riesigen Baustelle.

    Kurz gesagt: Jeder merkt, dass hier was passieren muss. Die bestehenden, print-orientierten Strukturen, das Nichtvorhandensein eines anerkannten Online-Konzepts und die Unsicherheit bezüglich neuer Vertriebskanäle führen dazu, dass es wohl noch ein Weilchen dauern wird, bis es den großen Ruck gibt.

    In freudiger Erwartung,

    Dan B.

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  12. von Andreas Lenz am 23.06.2010 (18:01 Uhr)

    @dan

    "Das technische Know-How und eine iPad-affine Leserschaft wie Wired hat jedoch kaum ein anderes Magazin" t3n vielleicht? ;) nur weiß ich nicht, ob adobe uns auch mal eben 580 MB app wie für die wired rüber schiebt ;) aber vielleicht sollten wir auch darüber nachdenken als "case" herzuhalten. bock hätten wir...

    obwohl ich die wired app echt richtig abfeiere, glaube ich nicht, dass diese art von app sich durchsetzen wird. für ein schnelles lesevergnügung ist die app einfach zu mächtig. beim runterladen am ersten tag, dachte ich schon mein ipad hätte sich aufgehängt...
    es muß in jedem fall schlanker gehen.

    das iPad ist eben auch noch "nur" ein einziger publishingweg von vielen. mobile template, desktopp app, android app, iPhone & iPad app, eBook-format (epub), eine individualisierbare und kollaborativen Webansicht plus Publishing Workflow, diverse paymentlösungen, coole Userexeperiance und Social-Media- und Blogospähren Anbindung. es ist leider extrem schwer das richtige featureset für erste versionen zu definieren und vor allem entscheidungen bzw. priorisierungen der möglichen digitalen vertriebswege vorzunehmen. wir sind mitten drin!

    It's like a jungle sometimes...

    @daniel

    vielen dank für deinen beitrag! entspricht fast exakt meiner sichtweise und fasst die aktuelle situation gut zusammen. wie froh ich bin, dass wir keine tageszeitung sind...
    auch deinem absatz "wofür würden wir bezahlen" kann ich voll und ganz beipflichten. für rivva z.b. würde ich sofort z.b. 10 euro pro monat zahlen.

    @frank

    falls du mitliest ;) da google ja bei rivva schon draußen bleibt und du nicht auf google traffic angewiesen bist, warum testes du nicht mal einen monat mit bezahlschranke? ich tippe auf weit über 100 rivva-finanzierer bzw. rivva-abonnenten im ersten monat. danach kannst du gut hochrechnen, was der dienst auf ein 1 jahr gesehen bringen könnte und selbst das freemium modell wäre einfach zu realisieren. allein die ankündigung eines rivva-paid-content modells würde nen schönen buzz auslösen glaube ich...

    @alle

    würdet ihr für rivva zahlen, falls es z.b. 5-10 euro pro monat kosten würde?

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  13. von Daniel Brün am 23.06.2010 (20:40 Uhr)

    @Andi

    Die t3n-Leserschaft kommt der iPad-Zielgruppe bestimmt sehr Nahe und ihr seid auch beweglich und technisch genug, um eure Prozesse an neue Kanäle anzupassen (was eure Blog- und Website-Aktivitäten ja deutlich beweisen). Bei anderen Verlagen, die ganz andere Bereiche beackern und sich nicht journalistisch mit dem Thema IT/Web etc. auseinandersetzen, ist das jedoch nicht so.
    Guter Journalismus allein ist es an dieser Stelle nicht.

    Das halbe Gigabyte von Wired sehe ich nicht als Ausschlusskriterium. Wenn Inhalte so aussehen sollen... dann müssen halt Geräte her, die damit umgehen können. Aber sollen Inhalte wirklich so aussehen?
    Würdet ihr ein separates Team für die Recherche und Erstellung eines Tablet-Magazins aufsetzen, vorfinanzieren und das Ergebnis abwarten? Parallel zum Print-Magazin und euren Webplattformen? Wo wird die inhaltliche Trennlinie zwischen den verschiedenen Plattformen gezogen?
    Fragen über Fragen, die sich vermutlich nicht durch scharfes Nachdenken beantworten lassen. Irgendwer muss es einfach tun.

    Schlaaaand!
    Dan.

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  14. von dot tilde dot am 24.06.2010 (11:02 Uhr)

    ich nehme bei vielen beteiligten, besonders im mittleren segment, eine fatale stimmung wahr: schwankend zwischen panik und ruhe vor dem sturm, zwischen ohnmächtiger todesfurcht und gleichgültiger arroganz aus provinziellem machtverständnis.

    unerträglich lähmend, unverantwortlich und vom rande betrachtet so durchschaubar. hoffentlich lösen sich all diese probleme nicht bald von selbst.

    .~.

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  15. von GK Leser am 25.06.2010 (00:05 Uhr)

    Möchte mal ein Praxisbeispiel zur Diskussion stellen, wie könnte man das allseits beliebte und bekannte "Gandersheimer Kreisblatt Online" (Zeitung aus der Region Bad Gandersheim nähe Harz) verbessern http://www.gandersheimer-kreisblatt.de/news?

    Meine 4 Vorschläge wären Twitter-Account, Facebook-Fanseite, Artikel-Archiv überarbeiten und bei den kleinen Artikelausschnitte endlich die Kommentierung ermöglichen. Wie müsste eine lokale Zeitung sich im Netz organisieren um gut aufgestellt zu sein?

    Am liebsten wären 'Antworten ins Gästebuch oder direkt als E-Mail an kreisblatt@t-online.de. Natürlich können wir gemeinsam das Thema in weiteren Kommentaren erörtern! Würde mich über viele Interessante Meinungen in Form von Rückmeldungen freuen.

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  16. von Daniel Brün am 25.06.2010 (10:21 Uhr)

    @GK Leser

    Verbessern - das ist ein weites Feld. Wie oben schon angedeutet muss zuerst klar sein, welche Aufgabe die Website erfüllen soll:
    Möglichst vielen Besuchern Inhalte umsonst zur Verfügung stellen und sich nur per Werbung finanzieren?
    Inhalte im Paid-Content-Modell an den Mann bringen?
    Nur als Akquise-Werkzeug für neue Print-Kunden dienen?
    Weitere Services neben journalistischen Meldungen verkaufen?

    So oder so kann eine Anbindung an die sozialen Kanäle nicht schaden, ebenso wenig wie eine Optimierung der Website nach aktuellen Usability-Richtlinien.

    Es bleibt jedoch die Kernfrage: Welche Rolle soll die Website in der Wertschöpfungskette des Verlages spielen?

    Wenn man diese Frage sauber und präzise beantworten kann, ergeben sich die Konsequenzen fast von allein. Bevor man in blinden Aktionismus verfällt, sollte man die Wirtschaftlichkeit der Planung genau betrachten.... es gibt Verlage, die stolz darauf sind, mit ihren Online-Auftritten noch keine Miesen gemacht zu haben.

    Auch ein Ansatz ;-)

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  17. von GK Leser am 25.06.2010 (13:40 Uhr)

    @Daniel Brün danke für die schnelle Antwort - befinde mich im Moment in einer offenen Diskussion mit dem GK über die Verbesserung der Webseite aus Sicht eines begeisterten GK-Lesers. Schaue täglich auf der Webseite vorbei, um mich über Neuigkeiten zu informieren - mein Anliegen ist es, dass ich als Leser wahrgenommen werde und auf meine Bedürfnisse reagiert wird. Das dies nicht von heut auf morgen geht, ist mir auch klar. Wäre schon dankbar für ein erkennbares Bemühen.

    Ich persönlich fände es Klasse, wenn ich über Facebook meine Nachrichten in meiner Timeline mitlesen könnte oder bei Twitter die neusten Schlagzeilen mit Link verfolgen könnte.

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  18. von Rupert am 25.06.2010 (15:22 Uhr)

    @Andreas: Ich würde für Rivva nicht bezahlen. Das System spült immer nur die ohnhin schon bekannten Artikel nach oben, weil es darauf basiert, dass diejenigen, die schon am bekanntesten sind, am häufigsten verlinkt werden. Das hat nichts damit zu tun, ob ein Text tatsächlich der interessanteste ist - der interessanteste _für mich_ schon gar nicht. Außerdem ist das System unglaublich kurzatmig. Wenn netzpolitik.org irgendwas schreibt, haben die üblichen Verdächtigen, die nur darauf warten, nach 30 Minuten ihren Senf dazu gegeben und in 2 Stunde ist die Sau durch Blogistan getrieben.

    Mir ist eine Redaktion lieber, die per Vernunft und nicht per Algoritmus entscheidet, was gerade relevant ist. Es gibt verschiedene Redaktionen, die das wesentlich besser hinbekommen, als es Rivva macht. T3N ist für seinen Bereich sicher eine davon.

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  19. von Claudia am 04.07.2010 (13:53 Uhr)

    Ich finde es gut, dass solche Diskussionen stattfinden. Über die Qualität der Zeitungen und das Thema "Paid Content" wird ja viel geschrieben, aber wann stellen sich mal die Verleger der Diskussion? An diesem Punkt stimme ich mit Daniel Hinderink überein. Die Branche ist größtenteils in den Händen eines älteren Managements und ist wenig offen dafür, sich jungen und innovativen Nachwuchs, und somit die Ideen, in der Verlagshäuser zu holen. Aus Sicht eines Unternehmensgründers kann ich berichten, dass sogar moderne und "verlagsstimmige" Konzepte abgeschmettert werden. Stattdessen wird dann lieber in fremde Dienste investiert und immer weiter weg vom eigenen agiert. Sicher ist es sinnvoll zusätzlichen Umsatz zu generieren, doch vorerst sollte doch das eigene Produkt an die aktuellen Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt werden. Startups und Ideen gibt es zu diesem Thema, doch leider werden sie nicht zugelassen.

    Bzgl. der personalisierten Zeitung möchte ich erwähnen, dass ich für dafür nicht zahlen würde, da ich gerade die Vielfalt mag. Besonders in Zeiten, wo wir häufig durch das Internet mit Websites, Foren und Blogs in Berührung kommen, die meistens ein oder nur zielgerichtete Themen beinhalten. Ganz ehrlich, ich lass mich auch gern mal inspirieren und lese neue Themen und Inhalte.
    Bezahlen würde ich aber für gut recherchierten und unparteiischen Inhalt. Gerade bei den lokalen Zeitungen ist das Mangelware. Auch für weiterführende Links und z.B. für die Vermittlung (z.B. über ein Kontaktformular am Ende des Artikels) an bestimmt Personen und Unternehmen würde ich zahlen. Auch die Integration von eCommerce, also den Abverkauf durch einen eigenen Onlineshop, der beispielsweise um den den Content eingebunden wird, finde ich völlig in Ordnung, da die Zeitungen ja oftmals ein hohes Vertrauen der Leser besitzen.

    Mehr Kreativität, Offenheit für die Leserwünsche und den Ideen des Nachwuchses und eine Prise „Pioniergeist“ würde der Branche sicher gut tun.

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  20. von Thilo Holzgrebe am 06.07.2010 (16:30 Uhr)

    Lokale Zeitungsverlage haben riesige Möglichkeiten. Sie sind zumeist der Platzhirsch für Informationen aus unserem direkten Lebensumfeld. Dies gilt gleichermaßen auch für die übermittelten Werbebotschaften, die circa die Hälfte der Abonnenten gerne konsumieren. Wo sonst kann ich mich über konkrete Angebote vor meiner Haustür so gut informieren?

    Hinzu kommt der direkte Kontakt zur heimischen Wirtschaft über den eigenen Aussendienst. Da können Google, Ebay-Kleinanzeigen, etc. einfach nicht mithalten - jedenfalls noch nicht.

    Wie dies vermarktet werden kann, haben die damals belächelten kostenlosen Anzeigenblätter vorgemacht. Ein ähnlicher Ansatz kann auch für das Internet verfolgt werden. Es braucht nur eine greifbare Vision und langfristige Planung.

    Aus diesem Grund habe ich (als altgedienter Zeitungs-Fraggle) einen lokalen Online-Anzeiger entwickelt. Interessierten Verlegern zeige ich gerne, wie damit sofort kostendeckend gearbeitet werden kann, ohne den Anzeigenumsatz der Printausgabe anzugreifen. Nur Mut für eine "win-win-win"-Lösung!

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  21. von Daniel Hinderink am 08.07.2010 (17:03 Uhr)

    Für jene die dieses Thema interessiert hat, ist vielleicht auch mein Artikel zum Leistungsschutzrecht interessant. Dieser findet sich hier.

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