Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Digitale Gesellschaft

PRISM: NSA und FBI haben angeblich Zugriff auf beliebige Nutzerdaten von Facebook, Google, Microsoft und Co.

    PRISM: NSA und FBI haben angeblich Zugriff auf beliebige Nutzerdaten von Facebook, Google, Microsoft und Co.

The Guardian und die Washington Post haben eine angeblich authentische Powerpoint-Präsentation über das PRISM-Porgramm zugespielt bekommen. Die Präsentation dokumentiert die weitreichenden Freiheiten der US-Behörden NSA und FBI bei der digitalen Überwachung von Bürgern und Ausländern. Die Behörden haben angeblich seit 2007 direkten Zugang zu den Servern von neun großen IT-Firmen, darunter Apple, Google, Facebook und Microsoft.

Fragliche Powerpoint-Künste der NSA-Mitarbeiter

Dass Staaten heutzutage große Spielräume bei der Überwachung ihrer jeweiligen Bürger haben dürfte niemand mehr überraschen. Egal ob in den USA oder in Deutschland: Mit ausreichendem Verdacht haben die Behörden Zugriff auf den Großteil unserer digitalen Spuren. IP-Adressen, Telefongespräche, E-Mails, Soziale Netzwerke, Chat-Nachrichten und SMS - nichts ist vor der Überwachung sicher. Bisher konnte man sich jedoch mit dem Gedanken trösten, dass die Hürde um eine solche Überwachung zu veranlassen noch relativ hoch lag. Glaubt man nun der neuerlichen Veröffentlichungen der „Washington Post“ und „The Guardian“, dann ist das Ausmaß der staatlichen Überwachung in den USA viel größer als gedacht.

PRISM: Der Großteil der Web-Industrie ist an Bord

Den Zeitungen liegt eine geheime Powerpoint-Präsentation mit 41 Folien vor. Diese Folien skizzieren den Aufbau eines Überwachungsprogramms namens „PRISM“. Seit 2007 haben die beiden Behörden FBI und NSA demnach direkten und ständigen Zugriff auf die Server von neun bedeutenden IT-Firmen aus den USA. Konkret geht es um folgende Unternehmen:

Diese Folie zeigt die teilnehmenden Unternehmen und den Zeitpunkt des Beitritts zum Programm. (Bildquelle: WashingtonPost.com)
Diese Folie zeigt die teilnehmenden Unternehmen und den Zeitpunkt des Beitritts zum Programm. (Bildquelle: WashingtonPost.com)
  • Microsoft (seit 2007)
  • Yahoo (seit 2008)
  • Google (seit 2009)
  • Facebook (seit 2009)
  • PalTalk (seit 2009)
  • YouTube (seit 2010)
  • Skype (seit 2011)
  • AOL (seit 2011)
  • Apple (seit 2012)

PRISM-Zugang zu den Servern ohne juristische Hürden

Mit einem solchen Backdoor-Zugang können die Stellen angeblich ständig und ohne juristische Hürden auf Daten einzelner User zugreifen. Dazu gehören etwa Log-Dateien von Skype-Chats, genau so wie private Bilder auf Facebook, die Inhalte des Fotostreams bei Apple-Geräten oder E-Mails im Posteingang. Der Zugang beschränkt sich laut der Quelle keinesfalls auf US-Bürger. Sämtliche User der besagten Firmen könnten überwacht werden.

Das Ausmaß der Überwachung zeigt sich auf dieser Folie der PRISM-Präsentation (Bildquelle: WashingtonPost.com)
Das Ausmaß der Überwachung zeigt sich auf dieser Folie der PRISM-Präsentation (Bildquelle: WashingtonPost.com)

Obwohl die beiden renommierten und erfahrenen Tageszeitungen die Präsentation für echt halten, gibt es an vielen Stellen noch Zweifel an der Authentizität des Dokuments. Die Präsentation ist optisch alles andere als professionell gestaltet. Aber gerade diese Tatsache könnte auch ein Indiz für die Echtheit des Dokuments sein.

Das Deckblatt der PRISM-Präsentation: Die Qualität der Präsentation lässt vielerorts Zweifel an der Echtheit aufkommen. (Bildquelle: WashingtonPost.com)
Das Deckblatt der PRISM-Präsentation: Die Qualität der Präsentation lässt vielerorts Zweifel an der Echtheit aufkommen. (Bildquelle: WashingtonPost.com)

Betroffene wiegeln ab

Viele der betroffenen Firmen haben sich inzwischen zur Sache geäußert und bestreiten vehement die Existenz eines solchen Backdoor-Zugangs für die US-Behörden. Aufgrund der immensen Auswirkungen dieser Affäre und der hohen Geheimhaltungsstufe sind diese Äußerungen allerdings obligatorisch und wenig aussagekräftig.

Weiterführende Links

JonDonym
JonDonym

Ich würde gerne auf ein Programm hinweisen, das sehr effektiv zur anonymen Kommunikation, zum anonymen Browsen und somit zum Schutz vor PRISM dient: JonDo.

JonDo ist ein quelloffenes und kostenloses Programm für Windows, Linux und MacOS X. Es versteckt die IP-Adresse des Nutzers hinter einer anonymen Adresse. Im Gegensatz zu anderen Anonymisierungssystemen (VPNs, anonyme Proxy-Server) bleibt der Nutzer sogar gegenüber den Anbietern (Betreibern) der anonymen IP-Adresse anonym.

Die Premiumkaskaden können mit einem jederzeit verfügbaren, kostenlosen JonDonym-Code unverbindlich getestet werden:
https://shop.anonymous-proxy-servers.net/bin/testcoupon

Download:
Anonym surfen mit JonDo
http://anonym-surfen.de/jondo.html

Antworten
Christian
Christian

Würde mich nicht wundern, wenn da nicht nur NSA und FBI Zugriff drauf haben. Gibt genügend andere Gruppen mit pfiffigen Hackern. Obama hat doch gerade Besuch aus China... wer weiß was da so rübergereicht wird!?

Antworten
Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden
Alle Jobs
Zur Startseite
Zur Startseite