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Prisma: Darum mischt die Foto-App aus Russland das Internet auf

Foto: Sébastien Bonset

Die Foto-App Prisma hat ihren Siegeszug in Russland kürzlich auch hierzulande fortgesetzt. Warum der Hype? Wer steckt hinter der App, die in aller Munde ist? Und ist das Ganze eigentlich sicher?

Wer in den vergangenen Tagen noch kein Foto zu Gesicht bekommen hat, das mit einem Prisma-Filter in ein Gemälde verwandelt wurde, hat entweder unter einem Stein gelebt oder ist Opfer eines massiven Internet-Ausfalls geworden. Nachdem die App in Russland bereits vor rund einem Monat die iTunes-Charts eroberte, erobern mit Prisma bearbeitete Fotos jetzt auch Facebook, Twitter und Instagram im deutschsprachigen Web. Dass die Anwendung im Mainstream angekommen ist, beweisen Prisma-Fotos von Celebrities wie Benedikt Höwedes, Dmitry Medvedev oder Bild-Herausgeber Kai Diekmann. Prisma reiht sich in die 75 besten Foto-Apps für iPhone und iPad ein und soll auch schon bald für Android erhältlich sein. Bis es soweit ist, findet ihr hier empfehlenswerte Alternativen.

Fotos mit Prisma
Foto: Sébastien Bonset

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Prisma setzt auf die Cloud, nicht auf euer Smartphone

Auch wenn der Vergleich naheliegt: Prisma ist keine Instagram-Alternative. Die App verwandelt Fotos in Gemälde, denen mancher Nutzer einen künstlerischen Anspruch attestiert. Das Ganze passiert allerdings nicht mittels vorgefertigter Filter auf dem Smartphone, sondern mit Hilfe künstlicher, neuronaler Netzwerke in der Cloud. Damit unterscheidet sich Prisma von vielen anderen Foto-Apps, denn es wird nicht einfach ein Filter über das Bild gelegt. Stattdessen wird euer Foto auf die Server des Unternehmens hochgeladen, von einem Algorithmus ausgewertet und von einer Künstlichen Intelligenz im gewünschten Stil komplett neu gestaltet.

Die Kombination aus Algorithmus und neuralen Netzwerken für das Erstellen von künstlerischen Bildern ist nicht neu. So verfolgen beispielsweise auch Ostagram und Deepart.io aus Deutschland ganz ähnliche Ansätze. Im Verlgeich zu diesen beiden Lösungen ist Prisma jedoch deutlich schneller und eben auch auf Smartphones erhältlich.

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Benedikt Höwedes gehört zu den Stars, die Gefallen an der Foto-App Prisma finden. (Screenshot: Twitter)
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Was macht Prisma mit euren Fotos?

Dadurch, dass die Fotos nicht auf dem Smartphone selbst, sondern in der Cloud bearbeitet werden, stellt sich die Frage, was genau das Unternehmen eigentlich mit euren Bildern treibt. Hier lohnt sich ein Blick in die Privacy Policy von Prisma. Dort findet sich der Hinweis darauf, dass die Fotos „gespeichert und weiterverarbeitet“ werden können. Das ist erstmal nicht ungewöhnlich, denn immerhin müssen eure Fotos ja irgendwie auf den Prisma-Servern landen und das Unternehmen benötigt euer Einverständnis, damit diese auch abgeändert werden dürfen.

Foto: Sébastien Bonset
Die Macher von Prisma versprechen, schon bald neue Filter herauszubringen. (Foto: Sébastien Bonset)

Kritischer ist die folgende Passage: „Es können Nutzer-Informationen, wie Geodaten, Logfiles und weitere Informationen, genutzt und mit Drittanbietern geteilt werden.“ Außerdem weist Prisma darauf hin, dass ihr dem Unternehmen „weltweite und weiter veräußerbare Nutzungsrechte“ einräumt. Auch das ist nicht völlig außergewöhnlich bei einer gebührenfreien App, denn im Internet ist nichts kostenlos. Wenn etwas kein Geld kostet, bezahlt ihr im Zweifel mit euren Daten.

Prisma zieht Investoren an

Prisma wurde von dem russischen Entwickler Alexey Moiseenkov entwickelt, der in der Vergangenheit bei der Mail.ru-Group tätig war. Der Konzern, der auch Anteile an Facebook und Twitter hält, steckt unter anderem auch hinter ICQ sowie VKontakte – dem russischen Equivalent zu Facebook – und  ist einer der größten Investoren in Russland. Nicht nur konnte Mail.ru als Investor gewonnen werden, die neue Foto-App hat auch das Interesse von US-Anlegern geweckt. Die Mail.ru-Group soll laut der Zeitung Vedomosti rund zwei Millionen US-Dollar in Prisma investieren. Das Investment der russische Internet-Holding kam durch die Beteiligung des in Kalifornien ansässigen Fonds Gagarin Capital, der russische Wurzeln hat, und dem Hosting-Unternehmen XBT zustande. Die Beteiligung von Gagarin Capital kommt nicht überraschend, denn der Fonds hatte bereits bei Masquerade die Finger im Spiel. Dieses Startup hatte ebenfalls eine Filter-App entwickelt, die im März 2016 von Facebook akquiriert wurde. Auch die Prisma-App ist erfolgversprechend. Allein in der ersten Woche nach Release am 11. Juni 2016 wurde die Foto-App rund 1,6 Millionen mal herunter geladen.

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4 Reaktionen
pfauli

Anfangs witzig, ist es inzwischen nervig, dass alle Leute Bilder im "gleichen" Look posten. Für mich, als kreativer Mensch, ist sie nur wieder ein lästiges Spielzeug für künstlerische Legastheniker.

Brad Roderick
Brad Roderick

Habe auch unter einem Stein gelebt. Aber im Radio war die Rede davon.

Insomnia
Insomnia

Anscheinend habe ich unter einem Stein gelebt, trotz täglichen Aufenhalts im Internet und auf Facebook ...

Lisa

Ooooh, hoffentlich ist die App SEHR bald auch für Android verfügbar :-)

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