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Privatsphäre: Facebook macht überraschend die Schotten dicht

Privatsphäre: Facebook macht überraschend die Schotten dicht

Facebook-Gründer hat aus seiner Einstellung zur Privatsphäre nie ein großes Geheimnis gemacht, sie war für ihn einfach überflüssig. Jetzt sieht es dennoch nach einer kompletten Kehrtwende aus, die allerdings nicht freiwillig erfolgt.

Privatsphäre: Facebook macht überraschend die Schotten dicht
© Jürgen Fälchle - Fotolia.com

FTC verlangt mehr Privatsphären-Schutz von Facebook

Die unabhängige Bundesbehörde „Federal Trade Commission“ (FTC) steht nach einem Bericht im Wall Street Journal kurz vor einer Übereinkunft zur grundlegenden Änderung der Privatsphäre bei Facebook. Das seit rund zwei Jahren laufende Verfahren gegen dreht sich allein um die Verfehlungen gegen den Schutz der Privatsphäre der Nutzer des sozialen Netzwerks. Bemängelt wurden von der FTC vor allem Änderungen an der Plattform, die die Privatsphäre der Nutzer auch noch rückwirkend beeinflusst haben. Hier will Facebook nun einlenken und sich verpflichten, für solche Änderungen immer die Einwilligung der Nutzer einzuholen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in den letzten Jahren durch den laxen Umgang mit der Privatsphäre der Nutzer Vertrauen eingebüßt. (Foto: CleveredFool.com / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Darüber hinaus will sich Facebook freiwillig für 20 Jahre unter Datenschutzaufsicht stellen lassen. Facebook folgt damit dem Beispiel von Google, dessen allzu freigiebiger Umgang mit der Privatsphäre beim Dienst Google Buzz zu einer ähnlichen Vereinbarung mit der FTC führte. Unterschrieben ist allerdings wohl noch nichts und es sind auch noch nicht alle Fragen ausgeräumt. So bleibt unklar, ob die Vereinbarung auch bedeutet, dass Facebook Neuerungen, die die Privatsphäre betreffen, standardmäßig deaktiviert einführen wird, wie es von Datenschützern oft gefordert wird. Bislang waren Neuerungen oft ohne Einverständnis der Nutzer sehr offen eingeführt worden. Opt-in statt Opt-out heißt hier die Forderung vieler Datenschützer.

Facebook Privatsphäre: Erst einmal offen starten

In der Vergangenheit hat Facebook seine Nutzer immer wieder mit neuen Funktionen vergrätzt, die die Privatsphäre angegriffen haben. Da waren zuletzt beispielsweise das Bildertagging und die Gesichtserkennung und früher schon diverse andere Vorkommnisse, wie unter anderem der Zugriff auf Adressen und Telefonnummern, den Facebook den App-Entwicklern gewährte. Oft musste dann auf Druck der Nutzer und Medien nachjustiert und Lücken geschlossen werden. In vielen Fällen mussten aber die Nutzer reagieren und ihre Privatsphäre-Einstellungen an die neuen Gegebenheiten anpassen.

Für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sollte ein Social Network eben möglichst offen sein. So erklärte er Anfang 2010 denn auch freimütig, er würde auf die Einstellungen zur Privatsphäre komplett verzichten, würde er Facebook erst heute gründen. Dieser Wunsch zu einer möglichst großen Offenheit manifestierte sich bei Facebook dann mit dem Griff zum Opt-out für Neuerungen. So wurden neue Funktionen standardmäßig so frei wie möglich eingestellt und die Nutzer mussten dann ihre Privatsphäre in vielen Fällen erst manuell wieder herstellen. Das sorgte im Laufe der Jahre immer wieder für Kritik, nicht nur bei den Nutzern, sondern auch bei den Datenschützern.

Fazit: Ohne Opt-in ist die Vereinbarung nicht viel wert

Sollte sich der Bericht im Wall Street Journal genau in dieser Form bestätigen und Facebook nur für Änderungen an bestehenden Daten eine Erlaubnis der Nutzer einholen müssen, so geht mir das nicht weit genug. Die Privatsphäre der Nutzer sollte meiner Meinung nach immer höher bewertet werden, als das Interesse einer Plattform. Für Facebook wäre ein Zwang zum Opt-in sicher ein schwerer Schlag, denn die Plattform finanziert sich nun einmal mit den Daten der Nutzer.

Ich als Facebook-Nutzer möchte zumindest jederzeit wissen, mit welchen Daten ich mir die kostenlose Nutzung der Plattform erkaufe. Und das geht nur über die volle Kontrolle der eigenen Privatsphäre. Kommt eine neue Funktion, möchte ich selbst entscheiden können, ob und wie ich sie nutze, beziehungsweise welche Daten ich Facebook überlasse.

Was haltet ihr von der kommenden Vereinbarung zur Privatsphäre bei Facebook? Reicht euch der Schritt?

Weiterführende Links zum Thema Facebook-Privatsphäre:

Bildnachweis für die Newsübersicht: © Jürgen Fälchle - Fotolia.com
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14 Antworten
  1. von Vincent am 11.11.2011 (11:38 Uhr)

    Ich würde mich auch schon freuen wenn die ganzen Einstellungen richtig übersichtlich gestaltet werden. Irgendwie hab ich immer den Eindruck selbst wenn ich etwas eingestellt habe das FB dennoch was anderes macht.
    Aber der erste Schritt wäre hiermit ja schon mal getan.

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  2. von Christian am 11.11.2011 (11:43 Uhr)

    Hier muss ich Vincent zustimmen. Die Einstellungen sind so verwirrend und unübersichtlich das man schnell mal einen Fehler machen kann. Das ganze könnte doch viel einfacher umgesetzt werden. Aber daran hat Facebook anscheinend kein Interesse.

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  3. von Tim Kraut am 11.11.2011 (12:25 Uhr)

    Natürlich hat Facebook daran kein Interesse. Es ist doch ganz einfach: Man sagt, man bietet die Möglichkeit, alles einzustellen, somit sind alle Datenschützer zwangsläufig ruhig gestellt. Effektiv ändert sich aber nichts, weil der Benutzer die entsprechenden Einstellungen nicht findet. Aber das soll er ja auch nicht. Facebook verdient kein Geld mit nicht vorhandenen Daten. Dementsprechend besteht kein Interesse daran, die Einstellungen übersichtlicher zu gestalten - was sicherlich gehen würde.
    Benutzerfreundlich ist das definitiv nicht. Aber Facebook war ja noch nie sonderlich benutzerfreundlich (z.B. noch die ständigen, unangekündigten Designänderungen).

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  4. von Martin Weigert am 11.11.2011 (13:14 Uhr)

    "So bleibt unklar, ob die Vereinbarung auch bedeutet, dass Facebook Neuerungen, die die Privatsphäre betreffen, standardmäßig deaktiviert einführen wird, wie es von Datenschützern oft gefordert wird. "

    Ich deute die Meldung so, dass der Opt-In erforderlich ist, solange die bestehenden Datenschutzeinstellungen der Nutzer veärndert werden sollen, sprich, so lange sich die Sichtbarkeit von Inhalten/Daten rückwirkend verändert.

    Ausgenommen wären davon demnach lediglich Features, die in keiner Weise bestehende Datenschutzeinstellungen tangieren. Das würde dann z.B. für die Gesichtserkennung gelten. Aber imo existieren mittlerweile so viele Einstellungen, dass nur sehr wenig Raum für Facebook besteht, die Privatsphäre tangierende Neuerungen einzuführen, ohne dass dabei die existierenden Einstellungen angetastet werden.

    Oder fehlt mir dazu lediglich die Fantasie? ;)

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  5. von Lukas Koch am 11.11.2011 (13:19 Uhr)

    Den Datenschutz effektiv zu verbessern, macht doch für Facebook gar kein Sinn. Es sind doch gerade die vielen offenen Daten seiner Anwender, die Facebook finanziell so stark machen. Das gesamte Geschäftsmodell von Facebook baut auf dem Verkauf der Daten seiner User auf. Natürlich hat kein Unternehmen das Interesse, seine größte Geldquelle einzustellen.

    Wer Datenschutz rechtliche Bedenken hat oder sich nicht sicher sein kann ob und wie viele seiner Daten verkauft werden, sollte Plattformen wie Facebook und Co. einfach meiden.

    Mich persönlich würde es viel mehr interessieren, wofür genau meine Daten benutzt werden. Ist es für die in der Online Welt üblichen Werbezwecke, dann ist das schon in Ordnung. Solange die Werbung passt, sinnvoll ist und mich nicht nervt. Warum sollte ich was dagegen haben wenn ich doch weiß, das Werbung ein bekanntes Werkzeug der Unternehmen ist?

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  6. von Sava am 11.11.2011 (16:59 Uhr)

    Na endlich, wurde aber auch Zeit, dass der gute Mark mal auch was für die Privatsphäre für seine Webseite tut. Ich selbst, versuch so viel wie möglich die Privatsphäre in meinem Account zu verschließen.

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  7. von Falk Hedemann am 11.11.2011 (17:37 Uhr)

    @Martin: Danke für Deine Sicht der Dinge Martin. Da ich jetzt schon diverse Interpretationen und Deutungen gelesen habe, bin ich etwas vorsichtig bei der Einschätzung der Tragweite. Klar ist für mich, dass Facebook freiwillig so wenig Zugeständnisse wie möglich machen wird, immerhin geht es um die Geschäftsgrundlage von Facebook. Nun kenne ich mich auch nicht gut genug mit den Befugnissen der FTC aus und weiß nicht, ob sie rechtsverbindliche Auflagen erteilen dürfen. Vielleicht weiß das hier jemand?

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  8. von Name am 12.11.2011 (06:48 Uhr)

    Moin, wollte mal absenfen, kurz.
    Kennengelernt habe ich die beiden Riesen im Netz recht gut.
    Bin aber keine Spinne oder so. Internet ist doch einfach, gerade jetzt.
    Du bist, was du suchst, du denkst wie du knüpfst. Stichwort: Links.
    Im Grunde ist das Internet Rein und Friedlich. Wer 256 Stunden 500 Minuten am Tag,
    Bomben im Netz sucht, platzt recht bald. Da bin ich mir sicher wie die fünf oder
    sechs jener min. zum Putzen aus der Tube.
    Wie gesagt ich wollte nur mein Senf da lassen.
    Ich mag beide. Ein Blog oder wie man sagt, hab ich auch.
    Ich verschlafe zwar mitunter aber ich schreibe da bestimmt mal ein Bericht.
    Ich finde das echt Spannend "vollGeil´´ ;-)
    Ich frage mich aber schon wie so ein blogger arbeitsalltag ist, auch noch mit Geld?

    So jetzt aber adé
    uuund wenn meine Rechtschreibung durchkommt,
    ich würde ewig brauchen zum Reg. anmelden undso,

    DANN Ist doch alles Gut.

    Ich bin Internet. eins mit allen.

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  9. von Name am 12.11.2011 (06:55 Uhr)

    ohhh

    ich wollte noch schreiben, ich hab mir nicht den ganzen Artikel durchgelesen.
    Es geht um Analysen oder? Datenschutz und so ?!
    Nun ich denke, das Internet kennt mich besser als mein Name im Ausweis.

    Das Internet ist außerdem Erwachsen. bla bla die Tasten....

    Also mein Statemind noch kurz: Jeder hat und ist mehr oder weniger messbar
    irgendein Profil in einer Datenbank und die im Osten sollen ja schon Stasi gewesen sein.
    Naja bla bla Digital. guten morgen gute nacht. :-)

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  10. von Name am 12.11.2011 (07:07 Uhr)

    mein Kommentar noch kurz...

    Ich finde alle Sozialen Netzwerke nützlich.
    Jedes Medium hat seine/ihre Quelle.
    Jede Antwort eine Frage, anders
    Koten ist auch Neurokoten C++... haha und blabla

    so ick geh heia machen. Senf alle. PUNKT.

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  11. von Zip am 12.11.2011 (09:48 Uhr)

    Was bedeutet denn dann das in der Praxis?

    "Darüber hinaus will sich Facebook freiwillig für 20 Jahre unter Datenschutzaufsicht stellen lassen."

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  12. von AndreM am 12.11.2011 (10:37 Uhr)

    Die Frage die sich mir stellt ist wer kontrolliert die Daten und wie gehen die Kontrolleure damit um? Wie weit der Datenschutz in den USA geht zeit doch der PATRIOT Act. Sehe da viel größere Probleme wenn Staaten für "Sicherheit" sorgen, als wenn es Firma alleine macht. Wer im Netz wirklich sicher sein will sollte offline gehn!

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  13. von Gründercoach am 13.11.2011 (10:15 Uhr)

    Hallo zusammen, also ich empfinde diesen Schritt als einen längst überfälligen. Auch wenn ich mich zu den Menschen zähle die eine Medienkompetenz besitzen. Geht es hier doch ein wenig um demSchutz des schwächsten. Auch wir sind doch längst nicht mehr in der Lage die stetigen Änderungen in den verschidensten Internetanwendungen zu lesen und verstehen.

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  14. von drproof am 15.11.2011 (10:39 Uhr)

    Schlimmste ist das die neuen Privatsphäreeinstellungen ein Rückschritt sind in der Facebooksicherheit.. Mein Profil war perfekt eingestellt... und jetzt bin ich dazu gezwungen meine eigenen Freundeslisten nicht nutzen zu können... Oder das Freunde mich einfach auf Enge Freunde setzen können und mich dann Stasilike ausspionieren können, ohne dass ich irgendeinen Einfluss darauf nehmen kann.. ( Meine nicht Abo... Abonieren ist dagegen ein Witz! )
    Danke FB... ihr schafft es immer wieder eure Sicherheit noch beschissener zu gestalten.

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