Prizes.org will ein Stück vom Crowdsourcing-Kuchen haben
Dass das Crowdsourcing eines der aktuellen Hype-Themen im Web ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Eigentlich war es deshalb auch nur noch eine Frage der Zeit, bis sich einer der großen Web-Player diesem Markt öffnet und mit einer eigenen Plattform den bestehenden Anbietern die Kunden streitig macht. Nun ist es also Google, der den Anfang macht und mit Prizes.org in die Betaphase startet. Nach einem Login via Facebook oder Twitter lässt sich die neue Plattform bereits jetzt nutzen, allerdings ist für die Erstellung von neuen Contests noch eine Einladung notwendig. An bestehenden Wettbewerben kann man aber sofort teilnehmen.
Wirkliche Innovationen sucht man allerdings vergeblich. Die eingestellten Contests lassen sich verfolgen, sie haben eine definierte Laufzeit, können bewertet werden und man kann anderen Nutzern Nachrichten schreiben und von ihnen gleichermaßen welche bekommen. Natürlich kann man auch Lösungen vorschlagen, die dann von allen Nutzern gevotet werden können. Zu gewinnen gibt es dann Geldpreise zwischen 10 und 50 US-Dollar.
Prizes.org bietet riesige Bandbreite
Anders als bei spezialisierten Plattformen wie beispielsweise 99designers finden sich bei Prizes.org die unterschiedlichsten Wettbewerbe. So fragt beispielsweise jemand nach Tipps für einen Langstreckenflug mit einem 14-monatigen Baby und bietet für die beste Antwort 10 US-Dollar. Jemand anderes will seinen Musikgeschmack ausweiten und fragt nach einem Mixtape mit 15 Soul-Titeln, ebenfalls für 10 US-Dollar.
Auffällig viele Angebote beziehen sich auf Reisen und Tipps und Tricks dazu. Inwiefern das so von Prizes.org gewollt ist, kann ich nicht beurteilen, aber es scheint einen großen Bedarf in diesem Bereich zu geben. Es wird interessant zu sehen sein, ob sich das wirklich als Schwerpunkt etabliert oder ob noch andere Themengebiete wie beispielsweise Design, Webentwicklung oder andere Dinge, für die es schon etablierte Crowdsourcing-Plattformen gibt, hinzukommen werden.
Prizes.org ist das dritte Projekt von Slide
Interessant ist auch, dass Slide/Google nicht etwa Googles Checkout für die Bezahlung einsetzen, sondern sie derzeit über Paypal abwickeln. Gleiches gilt auch für die Integration von Facebook Connect. Vielleicht haben die Entwickler von Slide aber einfach auch freie Hand von Google bekommen und können ihre Dienste frei von Zwängen aufbauen. Ebenfalls von Slide stammen übrigens die Foto-Sharing-App Pool Party und die Group Messaging App Disco.
Damit ist die Google-Tochter schon sehr aktiv und besetzt wichtige, weil aufkommende Bereiche, ganz still und heimlich für den Mutterkonzern Google. Denn bei Prizes.org muss man schon länger suchen, um einen Hinweis auf Google zu finden, der sich tief in den Nutzungsbestimmungen von Prizes.org versteckt.
Weiterführende Links zu Prizes.org und Crowdsourcing:
- Prizes.org - Homepage
- The Google/Slide Quiet Launches Continue With Prizes — Social Contests For Money - Techcrunch
- Crowdsourcing-Portal: „Quirky“ – Ideen teilen, innovative Produkte mitentwickeln und vermarkten - t3n News
- Crowdsourcing: Mit der Weisheit der Vielen zu besseren Lösungen – Die Macher aus der Menge - t3n News




