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Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone? So geht’s! (Teil 4)

Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone? So geht’s! (Teil 4)

Im letzten Teil unserer Ratgeber-Reihe zum Thema Produktfotos geht es um die Königsdisziplin der Produktfotografie: Das Fotografieren von Produkten mit reflektierender Oberfläche.

Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone? So geht’s! (Teil 4)

Produktfotos mit dem Handy? Das geht - sogar richtig gut! (© mylu Fotolia.com)

In den ersten drei Teilen dieser Beitragsserie hast du erfahren, wie du deine Verkaufsartikel auch mit einem oder einer preiswerten Kompaktkamera perfekt in Szene setzen kannst. Zum Abschluss der Serie erfährst du etwas über die Königsdisziplin der Produktfotografie: das Ablichten von Produkten mit glänzender Oberfläche, etwa Silberschmuck, Besteck oder Weinflaschen.

Bevor du an das Handwerk gehst, kannst du dir im Shop-Kompendium noch mal einen Überblick verschaffen, warum Produktfotos so unglaublich wichtig für deinen Shop sind.

Produktfotos: Glänzende Oberflächen perfekt ablichten

Solche Objekte sind nicht nur für Einsteiger in die Produktfotografie, sondern auch für gestandene Profifotografen besonders schwer abzulichten. Sie verbringen oft viele Stunden mit dem Beleuchtungsaufbau, um etwa eine Flasche mit einem edlen Tropfen richtig in Szene zu setzen.

Es gibt jedoch ein paar Tricks, mit denen du die genannten Schwierigkeiten ganz gut in den Griff bekommen kannst - auch wenn auch du sicherlich um einige Experimente nicht herumkommen wirst.

Zunächst einmal macht es wenig Sinn, ein glänzendes Objekt direkt zu beleuchten, weil es kein Licht schluckt. Genau wie ein Spiegel reflektiert es einfach das Licht von den umgebenden Gegenständen. Schlimmstenfalls spiegelt sich der ganze Raum und/oder das Smartphone samt Stativ in deinem Produkt.  Selbst wenn dies nicht der Fall ist, wirken die Reflektionen oft zu stark, zu schwach oder zeigen sich einfach an einer ungünstigen Stelle.

Aus diesem Grund solltest du zunächst sämtliche Umgebungsobjekte aus der Szene entfernen und den Raum um das Produkt mit möglichst viel weichem Licht füllen.

Falls dein Artikel also nicht in das im ersten Teil des Beitrags vorgestellte Fotozelt passt, solltest du das Produktfoto in einem leeren Raum mit weißen Wänden aufnehmen.  Platziere zwei zwei identische Lichter rechts und links von deinem Kamera- oder Smartphone-Stativ und richte sie durch zwei Diffusoren (etwa weiße Stoffstücke) in flachem Winkel auf das Produkt. Für die Kamera bleibt nur eine ganz schmale Lücke.  Betrachte dazu das folgende Schaubild.

Ein möglicher Beleuchtungsaufbau, um glänzende Produkte zu fotografieren. (Grafik: Isolde Kommer)
Produktfotos: Ein möglicher Beleuchtungsaufbau, um glänzende Produkte zu fotografieren. (Grafik: Isolde Kommer)

Produktfotos: Das Lichtzelt im Eimer

Findige Amateurfotografen sind auf eine wunderbare Lösung gekommen, die vor allem bei kleinen Produkte wie Schmuck oder Uhren wirklich gut funktioniert:

Du brauchst dazu einen weißen Kunststoffeimer mit entsprechenden Abmessungen. Schneide in den Boden des Eimers mit einem Cutter ein kleines Loch. Es sollte nicht größer sein als das Objektiv deiner Kamera.

Der leere Pferdefutter-Eimer kam mir gerade recht: Umgestülpt passt er genau auf einen A4-Bogen. (Foto: Isolde Kommer)
Der leere Pferdefutter-Eimer kam mir gerade recht: Umgestülpt passt er genau auf einen A4-Bogen. (Foto: Isolde Kommer)

Nun legst du einen weißen Bogen Papier auf deine Arbeitsfläche und platzierst dein Produkt darauf. Darüber stülpst du den Eimer. Auf diesen kommt dein Smartphone. Das Objektiv zeigt genau durch das Loch im Eimerboden.

Das Loch im Eimerboden ist gerade so groß, dass das Objektiv der Cybershot hindurchpasst. (Foto: Isolde Kommer)
Das Loch im Eimerboden ist gerade so groß, dass das Objektiv der Cybershot hindurchpasst. (Foto: Isolde Kommer)

An einem hellen Tag kannst du diese Konstruktion mit ins Freie nehmen und deine Produktfotos bei Tageslicht aufnehmen. Im Innenraum verwendest du zwei Lampen mit möglichst neutraler Lichtfarbe, die du von beiden Seiten auf den Eimer richtest.

Das Tageslicht reichte aus, um die Armbanduhr abzulichten. (Foto: Isolde Kommer)
Produktfotos: Das Tageslicht reichte aus, um die Armbanduhr abzulichten. (Foto: Isolde Kommer)

Du hast einen Teil unserer Serie verpasst? Hier noch mal ein Überblick über die bisherigen Teile: Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone: So geht’s (Teil 1)Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone: Kreativ in Szene setzen (Teil 2)Produktfotos wie bei Amazon – und das mit dem Smartphone: Beleuchten (Teil 3).

Falls ihr auch Erfahrungen mit der Handy-Fotografie gemacht habt oder weitere kreative Ideen zur Erstellung von Produktfotos habt, freuen wir uns über eure Kommentare dazu.

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Von Isolde Kommer

Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de.

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Eine Antwort
  1. von Andreas am 20.12.2014 (14:20 Uhr)

    Spiegelnde Objekte zu Fotografieren ist echt schwierig, macht aber auch jede Menge Spaß am Setup "herumzutüfteln". Euer Pferdeeimer-Studio gefällt mir gut :-) . Ich habe mir selbst für die Fotografie von Weinflaschen eine Art Dunkelkammer (mit schwarzen Stoffwänden/Decke/Boden) gebaut. So habe ich keine ungewünschten Spiegelungen und kann die Lichtquellen (Tageslichtleuchten mit Box) zu 100% kontrollieren und selber setzen.

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