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Karriere

Produktiver im Beruf: Flexible Arbeitszeiten erhöhen die Schlafqualität von Mitarbeitern

    Produktiver im Beruf: Flexible Arbeitszeiten erhöhen die Schlafqualität von Mitarbeitern

Flexible Arbeitszeiten unterstützen Schlaf. (Foto: Spectral-Design / Shutterstock.com)

Eine Studie unter 474 Angestellten zeigt, dass Menschen mit flexiblen Arbeitszeiten weniger unter chronischem Schlafmangel leiden. Das wirkt sich vor allem auf die Produktivität aus.

Dass erholsamer Schlaf sich positiv auf die Gesundheit und die Leistungsbereitschaft von Menschen auswirkt, ist hinlänglich bekannt. Chronischer Schlafentzug kann insofern ins Gegenteil umschlagen und nicht nur Müdigkeit erzeugen, sondern auch die Abwehrkräfte schwächen oder das persönliche Stressempfinden negativ beeinträchtigen. Doch was erholsamer Schlaf für den Einzelnen bedeutet und wann der stattfinden sollte, ist im Grunde eine zutiefst subjektive Angelegenheit.

Jeder Mensch hat ein individuelles Schlafbedürfnis

Wer ausgeschlafen ist, ist produktiver im Beruf. Flexible Arbeitszeiten unterstützen das individuelle Schlafbedürfnis. (Bild: Spectral-Design / Shutterstock.com)
Wer ausgeschlafen ist, ist produktiver im Beruf. Flexible Arbeitszeiten unterstützen das individuelle Schlafbedürfnis. (Foto: Spectral-Design / Shutterstock.com)

Das durchschnittliche Schlafbedürfnis ist beispielsweise stark an dem Tag-Nacht-Rhythmus gekoppelt – hängt aber auch damit zusammen, wie viel Zeit seit dem letzten Aufwachen vergangen ist. Manche Menschen müssen mindestens acht Stunden am Tag schlafen, andere kommen mit fünf bis sechs Stunden aus. Wiederum andere verschlafen ihre benötigten Stunden nicht am Stück, sondern in kurzen Phasen. Vor allem Mittagsschläfer laden ihre Batterien im Rahmen eines 20-minütigen Nickerchens gerne in der Mitte des Tages auf. Sie benötigen dadurch in der Nacht weniger Schlaf. Klar ist auch, dass innere biologische Einflüsse die Schlafqualität beeinflussen können – wie zum Beispiel der Stoffwechsel. Es gibt insofern viele Faktoren und Verhaltensweisen, die zu individuell erholsamen Schlaf führen – oder ihn ausbremsen.

Flexible Arbeitszeiten unterstützen die Schlafqualität

Interessiert hat dieses Phänomen auch ein Forscherteam der „Pennsylvania State University“. Orfeu M. Buxton ist Professor für verhaltensbezogene Gesundheit und hat im Rahmen einer Forschungsarbeit untersucht, wie sich eine geregelte Wochenarbeitszeit auf das individuelle Schlafbedürfnis von Mitarbeitern auswirkt und welchen Einfluss sie auf die Produktivität der Menschen hat. Dafür haben er und sein Team 474 Angestellte zwölf Monate lang im Alltag begleitet und ihren Schlaf untersucht.

„Wir sind weniger wachsam. Wir machen mehr Fehler und wir sind langsamer in unserer kognitiven Wahrnehmung“

Die eine Hälfte der Probanden hat unter der Voraussetzung einer festen und die andere Hälfte der Probanden unter einer flexiblen Arbeitszeitenregelung gearbeitet. Zudem herrschte für die erste Gruppe eine Anwesenheitspflicht im Büro, während die Teilnehmer der zweiten Gruppe eigenständig entscheiden konnten, von wo aus sie arbeiten – ganz egal ob von daheim, unterwegs oder vom Büro aus. Einzige Bedingung war, dass alle Teilnehmer der Gruppe die gleiche Anzahl an Stunden arbeiten.

Den Erkenntnissen seiner Forschungsarbeit nach, hat sich die Quantität und Qualität des Schlafes vor allem bei den Teilnehmern der zweiten Gruppe relativ schnell verbessert. Im Durchschnitt haben die selbstbestimmten Mitarbeiter jede Nacht von sich aus acht Minuten länger geschlafen, was pro Woche circa eine Stunde mehr Schlaf ausmacht. Hinzukommt, dass die Probanden einen ruhigeren Schlaf hatten und somit problemlos in die Tiefschlafphase kamen.

Spättypen

Spättypen, die früh zur Arbeit müssen, leiden unter einem Dauer-Jetlag

Für Buxton ist klar, dass ein Schlafdefizit, egal ob in geringem oder starkem Maße, sich auf die Befindlichkeit der Mitarbeiter auswirkt – was anschließende Umfragen auch bestätigten. „Wir sind weniger wachsam. Wir machen mehr Fehler und wir sind langsamer in unserer kognitiven Wahrnehmung“, gibt der Verhaltensforscher zu verstehen. Er steht insofern nicht alleine, wenn er sich für eine kulturellen Veränderung in Sachen Arbeitszeitenregelung ausspricht. Bereits im Jahr 2006 hat der Münchner Schlafforscher Till Roenneberg im Rahmen seiner Studie herausgefunden, dass vor allem Spättypen, die früh aufstehen müssen, unter einer Art Dauer-Jetlag leiden und deshalb häufiger zu Zigaretten und Alkohol greifen.

Umfrage: Was hältst du von flexiblen Arbeitszeiten?

Bist du einer Meinung mit den Forschern, dass flexible Arbeitszeiten zur Regel werden sollten, um einen erholsamen Schlaf unter den Mitarbeitern sicherzustellen? Oder glaubst du, dass flexible Arbeitszeiten zu viele Nachteile mitbringen – beispielsweise bezüglich der Teamarbeit – und schon alleine deshalb nicht flächendeckend umgesetzt werden sollten?

via www.entrepreneur.com

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9 Reaktionen
JakeTheDog
JakeTheDog

Kann ich aus persönlicher Erfahrung auf jeden Fall nur bestätigen. Mir fehlen täglich fast 2h Schlaf, da meine Arbeitszeiten leider nicht so flexibel sind. Ich bin mit vielen Dingen auf der Arbeit ziemlich langsam und fühle mich generell ziemlich antriebslos. An Schulen etc. ist es noch schlimmer. Ich versteh gar nicht, was diese Frühaufsteherei eigentlich soll.

Als später Chronotyp kann man sich momentan eigentlich nur diskriminiert fühlen. Man kann einfach nicht die Leistung bringen, die man eigentlich bringen könnte und schöpft nur einen Bruchteil von dem aus, zudem man normalerweise im Stande wär. Ich hoffe, dass sich in unserer Gesellschaft wirklich bald ein Umdenken einstellt und man mehr Rücksicht auf andere Schlaftypen nimmt.

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Dr. Timo Müller

Schlafqualität/Regeneration hat auch Einfluß auf Konflikte

Dass eine fehlende Regeneration die Leistungsfähigkeit vermindert, steht bereits im Fokus der medialen Berichterstattung. Anders verhält es sich mit dem Zusammenhang zwischen der fehlenden Regeneration von Erwerbstätigen und Konflikten am Arbeitsplatz – obgleich auch Konflikte für Unternehmen Kosten verursachen.

„Bei einer Person, die sich nicht regenerieren konnte, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Verhalten zu Spannungen und stressigen Konflikten am Arbeitsplatz führt. (…)“

Der lesenswerte Artikel trägt den Titel:
„Fehlende Regeneration verursacht Kosten für Unternehmen: weniger Leistung und mehr Konflikte am Arbeitsplatz“

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Timo Müller

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alexander.heuwinkel.7
alexander.heuwinkel.7

Interessanter Artikel, Danke für den Hinweis!

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alexander.heuwinkel.7
alexander.heuwinkel.7

In den USA ist es viel häufiger so das dort auch Schlafmöglichkeiten für einen Mittagsschlaf geboten werden. So etwas ist hierzulande ja verpönt. Wir haben über http://www.traumreiter.com gerade erst 2 Ruheliegen auf Wasserbasis an eine Berliner Niederlassung eines US-Konzern geliefert. Die hatten einen richtigen Snoezelen-Raum für ihre Mitarbeiter eingerichtet.

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Wolfgang

Manche brauchen aber wirklich auch viel Schlaf, was auch was damit zu tun hat wie gut man schläft. Das merkt man erst dann mal wieder wenn man in einem Hotel mal zufällig eine echt gutes Boxspringbett oder ähnliches erwischt.

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Camilla

Könntet ihr bitte "Langschläfer" durch "Spättypen" ersetzen? Menschen mit Spät-Chronotyp - auch bekannt als "Eulen" - schlafen nämlich nicht länger, sondern nur später als ihre Lerchen-Zeitgenoss_innen.

"Langschläfer" unterstellt diesen Menschen unkorrekterweise Faulheit.

Danke,
eine genervte Eule

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Saenic
Saenic

Ich finde, zuerst sollten die Bedürfnisse der Menschen stehen und dann die der Industrie. Wenn jemand den ganzen Tag nur halb wach ist, bringt das der Firma auch nichts. Im IT Umfeld sind flexible Arbeitszeiten (und Orte) die Regel, in der Produktion eher nicht. Ich finde, da sollte das Wohl der Mitarbeiter vor der Wirtschaftlichkeit stehen. Wenn die Maschine mal mehrere Stunden nicht läuft und es den Angestellten dadurch besser geht, dann ist das ein notwendiges "Übel".

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