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Programmieren ab der Grundschule: Deutsche Internetbotschafterin spricht sich für das Schulfach Informatik aus

Programmieren ab der Grundschule: Deutsche Internetbotschafterin spricht sich für das Schulfach Informatik aus

Die neue Internetbotschafterin der Bundesregierung Gesche Joost würde gerne schon Grundschulkindern grundlegende Programmierkenntnisse vermitteln. Umfragen zufolge sprechen sich auch ein Großteil der deutschen Lehrer für ein Pflichtfach Informatik aus.

Programmieren ab der Grundschule: Deutsche Internetbotschafterin spricht sich für das Schulfach Informatik aus

Internetbotschafterin Gesche Joost. (Foto: Next Berlin / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Gesche Joost: Deutsche Internetbotschafterin will Grundschüler zu Codern machen. (Foto: Next Berlin / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Gesche Joost: Deutsche Internetbotschafterin will Grundschüler zu Codern machen. (Foto: Next Berlin / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Gesche Joost: Programmieren in der Grundschule

In einem Interview mit der Berliner Morgenpost hat sich Gesche Joost für das Unterrichtsfach ausgesprochen. Die Designforscherin ist seit März 2014 Deutschlands Internetbotschafterin. Damit ist sie Teil des „Digital Champions“ getauften Gremiums der EU-Kommission, das sich mit Fragen des digitalen Wandels in Europa beschäftigt. Geht es nach der 39-Jährigen, dann sollten schon Grundschulkinder an die Grundlagen des Programmierens herangeführt werden. So sollen die Kleinen früh begreifen, dass es sich beim Internet nicht nur um einen Ort zum reinen Konsum handelt, sondern jeder auch Einfluss auf die Gestaltung des Netzes nehmen kann. Damit steht Gesche Joost nicht alleine da.

Auch die deutschen Lehrer scheinen Nachholbedarf im Bereich der Informatik zu sehen. Einer aktuellen BITKOM-Studie zufolge sollen sich 73 Prozent der Pädagogen für die Einführung eines Pflichtfachs Informatik aussprechen. Der Präsident des Branchenverbandes BITKOM sagt in diesem Zusammenhang: „Wir wollen nicht jeden zum Programmierer ausbilden, genauso wenig wie jeder Schüler Physiker oder Chemiker werden muss. Informatik darf sich aber nicht nur an besonders Interessierte richten, sondern muss als Teil der Allgemeinbildung begriffen werden.“

Programmieren in der Grundschule: Andere Länder machen es bereits vor

Die Wünsche der deutschen Lehrer und der neu ernannten Internetbotschafterin sind klar. Darüber entscheiden kann letztlich aber nur die Kultusministerkonferenz. Andere Länder sind hier schon weiter: Großbritannien hat beispielsweise bereits Programmieren in den offiziellen Lehrplan aufgenommen. Ab dem Schuljahr 2014/2015 sollen Erstklässler an die Software-Entwicklung herangeführt werden und mindestens bis zum sechzehnten Lebensjahr entsprechende Unterrichtseinheiten belegen müssen.

Doch auch kleinere Nationen wie Estland arbeiten an Projekten, um zukünftige Generationen fit für eine digitale Welt zu machen. Die Möglichkeiten, Informatikwissen kindgerecht zu vermitteln, sind sicherlich da. Wer sich darüber informieren möchte, dem können wir unseren Artikel „Programmieren für Kinder: Diese Tools helfen beim Einstieg“ empfehlen.

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7 Antworten
  1. von Teilnahme am 25.03.2014 (14:39 Uhr)

    Jeder muss ein Architekt werden und Baustatik berechnen können ?
    Na also. Eben nicht.

    Ein Fach "Computer" wäre sinnvoller.
    Informatik=Algorithmen ausdenken und realisieren.
    "Computer" hingegen würde Leuten beibringen was es alles für Stecker gibt, wie man eine Festplatte gegen SSD tauscht, wie man nette Sachen in Excel macht. Dazu kann auch gerne gehören, in Excel Sachen mit dem Recorder aufzunehmen und das produzierte Visual-Basic-Script als Vorlage zu nehmen um irgendwas nettes mit Excel zu machen. z.B. die letzte Rechnung eines Kunden duplizieren und leeren oder dasselbe mit Hochzeitslisten oder der Nebenkostenabrechnung des letzten Jahres.
    Wifis durchprobieren und in Windows zu schauen wie schnell die wirklich sind, wäre auch mal lehrreich. Oder die Unterschied 2.4 zu 5GHz.
    Oder USB-Kabel und das man die nicht länger als 3-5 Meter machen kann. Oder wie viel USB-Hubs man hintereinander hängen kann. Oft will man ja ein UMTS-Modem irgendwo am Fenster betreiben oder ein Stockwerk höher.
    Oder HDMI-Kabel und die Unterschiede und wie man gutes Bild bekommt.
    Verkehrserziehung bringt einem ja auch nicht bei wie man ein Fahrrad oder Mopped schweisst sondern wie man sich im Straßenverkehr verhält oder wie man Öl und Scheibenwischer wechselt.
    Das man z.b. schaut wie man Zertifikate überprüft, https benutzt, Email-Header anschaut usw. gehört natürlich auch dazu.

    Aber Algorithmen und Programmieren sind eher nicht hilfreich für die Masse sondern wie man mit Computern umgeht oder auch Fehler oder Sachen die nicht gehen ("ich komme nicht ins Wifi" "Mein Wifi zu Hause ist voll langsamer als in der Schule"...) zu regeln.

    Und Mitgestalten geht sicher ganz toll in Demokratien wie Deutschland oder auch wo Fair Use und keine existenzvernichtenden Rechtskosten oder Trivial-Patente gelten und man für Programieren demokratisierender Software wie demokratischen Diskussions-Systemen (anstelle von Hass-Foren oder Zeitstehler-Foren wo immer dieselben Argumente vorkommen) oder "Wo bleibt meine Steuer" nicht schikaniert wird.
    Ihr könnte ja mal eine Liste solcher Länder progressiven Länder machen wo es dem Volk dank freier Software immer besser geht.

    Wer woanders Einfluss nehmen will, baut vielleicht besser eine Partei auf und wird gewählt.

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  2. von ELTERNBEIRAT am 25.03.2014 (17:40 Uhr)

    Natürlich ist es wichtig, dass die Kinder möglichst früh sinnvollen Umgang mit Computer, Software und Internet lernen. Ein Fach Programmieren in der Grundschule halte ich trotzdem für nicht realisierbar. ich sehe hierfür folgende Gründe:
    1) Finanzausstattung der Gemeinden lässt keine vernünftige Ausstattung der Schulen im IT zu, ganz zu schweigen von den Unterhaltskosten
    2) In Bezug auf Finanzierung gibt es deutlich wichtigere Aufgaben - bitte einfach mal eine Schule (mit den Sanitärräumen) von Innen ansehen - in den allermeisten Fällen werden Sie noch den Zustand aus Ihrer Schulzeit vorfinden
    3) Ausbildung der Grundschullehrerinnen (Lehrer gibt es üblicherweise ja nicht mehr) beinhaltet weder IT- Kenntnisse noch die Befähigung Programmierkurse zu geben
    4) Unsere Grundschüler haben heute teilweise schon Defizite in so elementaren Dingen wie Lesen / Schreiben und Rechnen, Fokus auf ein weiteres Fach daher nicht ziel führend.
    nein ich bin kein Technologiefeind (ganz im Gegenteil), aber bei den Vorschlägen sollte man sich die Realität schon mal ansehen

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  3. von Betti Holland am 25.03.2014 (18:16 Uhr)

    Wie wäre es, zunächst einmal mit den grundlegenden Dingen zu beginnen, wie z. B. Tastschreiben für Grundschüler in Verbindung mit einer kindgerechten Einführung in die EDV? Andere Länder machen es uns vor! Nur: Es steht nicht im Lehrplan!

    Diese Fertigkeit bedeutet am Ende eine enorme Zeitersparnis, mehr Freizeit! Bei den heutigen Anforderungen ist genau das besonders wichtig!

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  4. von lilly am 25.03.2014 (20:25 Uhr)

    Lasst die Grundschulkinder doch im Sandkasten spielen, dort erlernen sie Mathematik in dreidimensionaler Weise. Wenn sie das können, ist immer noch Zeit, sie mit zweidimensionalen Dingen zu konfrontieren! Begreifen kommt von Begreifen!!!

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  5. von Siegbert Rudolph am 25.03.2014 (22:37 Uhr)

    Die Grundschule ist für die Basistechniken zuständig. Die müssen sitzen. Danach kann man viel machen, auch programmieren. Aber bitte: Die Grundschule darf nicht noch mehr überfrachtet werden. Was werden das wohl für Programme sein, die von Kindern erstellt werden, die weder richtig lesen noch gut rechnen können? Alles zu seiner Zeit, und eins nach dem andern! Weniger ist mehr! Wer am Anfang zu viel macht, schafft am Ende zu wenig!
    Siegbert Rudolph - der-lesekoch.de

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  6. von Eva Lutz am 26.03.2014 (09:36 Uhr)

    Vielen Dank für lilly´s Beitrag mit dem Sandkasten - genau! BeGREIFEN.

    Ich meine: "Bindung vor Bildung"
    1) Orientierung an Erwachsenen und Reifung (z.B. Nachahmen von Erwachsenen statt Nachäffen bla, bla, bla von Erwachsenen)
    2) "Weich bleiben", also soziale Grundfähigkeiten von innen heraus auf Grundlage der Reifung
    3) Grundlegende Kulturmethoden (Lesen, Schreiben)

    Das Programmieren oder Interesse an Technik, Programmieren, Robotter, Löten, usw. kann hervorragend unterstützt werden, wenn die Kinder die Basics haben und sich von innen heraus dafür interessieren (und nicht nur das Neueste Endgerät zum besser da stehen in Ihrer Gleichaltrigengruppe haben wollen).

    Mein Tipp: https://www.ccc.de/schule

    Viele Grüße,
    Eva Lutz

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  7. von Björn Dorra am 26.03.2014 (18:10 Uhr)

    @eva - Danke. Ja. Genau.

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