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Wir sollen nie wieder arbeiten wie bisher: Microsoft stellt sein Project Gigjam vor

Wir sollen nie wieder arbeiten wie bisher: Microsoft stellt sein Project Gigjam vor

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass in der digitalen Welt eine neue Idee davon, wie wir mit und umgehen, Wirklichkeit wird. Project Gigjam aber könnte so eine Idee sein. jedenfalls verspricht vollmundig, dass die Lösung unsere Arbeit und Produktivität revolutionieren wird.

Wir sollen nie wieder arbeiten wie bisher: Microsoft stellt sein Project Gigjam vor

(Foto: Microsoft)

Gigjam wird unter dem Codenamen Magic Glass schon seit geraumer Zeit entwickelt. Microsofts CEO Satya Nadella hat auf der jährlichen Worldwide Partner Conference jetzt einige interessante Details rund um das Projekt verraten. Oberflächlich betrachtet sieht Gigjam wie eine herkömmliche Screen-Sharing-Anwendung aus. Doch die Microsoft-Lösung ist viel mehr.

Kollaboratives Arbeiten mit Gigjam

Mit Gigjam können Nutzer nicht nur Informationen miteinander teilen, sondern auch gemeinsam daran arbeiten. Gigjam kann Daten aus unterschiedlichen Anwendungen wie E-Mail-Clients oder Datenbanken in einem mit anderen Anwendern geteilten Workspace vereinigen. Einzelne Anwender können nicht nur alle Informationen, sondern auch Teile davon mit Mitarbeitern teilen. Dazu stehen unterschiedliche Apps für Desktop-Rechner, Smartphones und Tablets zur Verfügung – keins der Endgeräte muss zwangsläufig mit einem Microsoft-Betriebssystem laufen.

Die Apps formatieren die ausgewählten Informationen auf Karten und der Nutzer, der die Informationen teilt, kann einfach die Teile, die er anderen zur Verfügung stellen will, markieren. Daten, die vertraulich sind, streicht man einfach durch – und sie werden nicht geteilt. Die geteilten Ansichten lassen sich dann entweder als „Read only“ oder auch als editierbar definieren. Selbst Audio-Kommentare und Notizen lassen sich jeder Karte mit geteilten Informationen beifügen.

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Informationen lassen sich bei Project Gigjam mittels Cortana-Sprachkommandos zusammen stellen, einkreisen und so ausgewählt mit anderen Nutzern teilen. (Screenshot: Microsoft)

Ist ein Kollege verfügbar, kann auch in Echtzeit gemeinsam an den Daten gearbeitet werden. Ansonsten wird einfach asynchron gearbeitet und die Ergebnisse werden danach ausgetauscht. Der Plattform-agnostische Ansatz, den Microsoft seit einiger Zeit verfolgt, zeigt sich auch bei Gigjam.

Gigjam setzt auf Webstandards

Bei der Präsentation sind sowohl iPads und MacBooks als auch Android-Smartphones und ein Microsoft Surface zum Einsatz gekommen. Microsoft realisiert Gigjam mit Standards wie REST, OAuth, JavaScript und HTML5. Auf diese Weise ist die Lösung nicht an Windows gekoppelt und kann selbst in Unternehmen zum Einsatz kommen, die nicht auf Software des Konzerns setzen. Es soll möglich sein, sowohl Informationen von Produkten wie Office 365 als auch von Lösungen wie SAP oder Salesforce zu teilen.

Microsoft hat zwar noch nicht bekannt gegeben, was Gigjam kosten wird und wann genau „die Revolution der Produktivität“ losgehen soll, aber laut Unternehmensangaben wird die Suite noch im laufenden Jahr das Licht der Welt erblicken. Die Idee dahinter klingt in jedem Fall überzeugend – und sollte die Aussage stimmen, dass zwei bis drei interessierte Coworker ausreichen, um Gigjam in einem Unternehmen zu implementieren, stehen die Zeichen gut für einen Erfolg. Tools für kollaborative Arbeit gibt es zwar viele, aber Gigjam könnte den Markt durchaus aufmischen.

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4 Antworten
  1. von Nicht live am 14.07.2015 (12:17 Uhr)

    Das wollte ich schon vor über 10 Jahren. Um Vorlesungen massiv parallel (neudeutsch "crowded") gemeinsam kollaborativ zu erfassen oder im TV massiv parallel mitzudiskutieren. Bluetooth denn WiFi war zu teuer.
    Zum Dank wurde man gemobbed... Und die meisten TV-Sendungen sind ja gar nicht live.

    Google Wave sollte auch die Welt verändern. Nichts ist draus geworden.

    Projekte die nicht geschäftszahlen-relevant sind, verkümmern meist. Siehe Google (Wave, Base, Dmoz, Orkut, Reader, Wallet, Streetview,...) , siehe Yahoo (Summly), Ebay (Paypal, Skype), M$(Skype, alle WinPhone-Releases ausser der Aktuellen Version),... .

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  2. von Viking am 14.07.2015 (12:54 Uhr)

    Leider muss ich "Nicht Live" zustimmen. Dieses Thema gab es schon so oft, niemand führte es vernünftig zu Ende. Microsoft hat, heute wie gestern, massive Probleme mit dem Datenaustausch unter den verschiedenen Anwendungen aus dem eigenen Haus, geschweige mit offenen Standards. Andere Hersteller sind leider auch nicht besser. Solange sich nicht an Standards der Datenschnittstellen gehalten wird, kann es nie gut werden. Wo wäre der Maschinenbau heute, ohne metrisches System und ohne Industrienorm?

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  3. von Hustler am 14.07.2015 (20:18 Uhr)

    Vielleicht hilft der Zukauf von 6Wunderkinder, um einen Schritt nach vorn zu realisieren.
    ... gespannt abwarten!

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  4. von wurschdsalat am 17.07.2015 (08:48 Uhr)

    Der Fokus liegt bei Microsoft, laut deren Aussagen, darauf, Plattformanbieter zu sein. Die Verknüpfung zwischen Microsoft Technologie und Drittanwendungen entwickelt sich m. E. immer besser. Obwohl manche Systeme gerne noch mehr/ bessere Schnittstellen vertragen könnten.
    Ich bin auch gespannt, wie es hier weiter geht!

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