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Protonet: Der „einfachste Server der Welt“ im t3n-Kurztest

Protonet: Der „einfachste Server der Welt“ im t3n-Kurztest

Wir haben für euch den Protonet-Server für einige Tage unter die Lupe genommen. Der nach Unternehmensangaben „einfachste der Welt“ besticht durch gute Features, aber nicht nur das: liefert auch gute . Allerdings zu einem stolzen Preis.

Protonet: Der „einfachste Server der Welt“ im t3n-Kurztest

Protonet ist ein privater Server

Seit bekannt ist, dass die NSA massenhaft Daten aus Serverfarmen ausliest, wächst der Wunsch nach Datensicherheit bei Benutzern. Genau diesem Wunsch will Protonet gerecht werden: mit einem privaten Server. Das heißt, dass das Web-Interface euch von überall in der Welt wieder zurück zu eurem eigenen Server im Büro führt. Und somit behaltet ihr, als Nutzer, die Kontrolle über eure Daten und tauscht den Komfort der Cloud nicht gegen die Datensicherheit.

Dabei ist Protonet weit mehr als nur ein NAS und besticht durch Benutzerfreundlichkeit – „Protonet Soul“ sei Dank. Neben der Verschlüsselung und Spiegelung von Festplatten brilliert Protonet auch durch ein weiteres Feature: einen verschlüsselten Peer-to-Peer-Video-Chat, der in den gängigen Browsern tadellos läuft. Durch die Peer-to-Peer-Verbindung wird der Video-Chat direkt zwischen zwei Clients aufgebaut, die Daten fließen also von Rechner zu Rechner, ohne den Umweg über einen Server machen zu müssen. Mehr über die technischen Details könnt ihr in unserem Artikel „Protonet: moderner Büroserver oder Nerdspielzeug?“ lesen.

Protonet verbindet somit die Vorteile von Cloud und sozialer Kollaboration mit Datensicherheit. Ein Spagat, der nicht einfach ist, doch Protonet ist auf dem richtigen Weg. Durch eine einfach zu bedienende Oberfläche und Features, die sonst nur aus Sozialen Netzwerken bekannt sind, bietet Protonet eine solide Umgebung, um im Team arbeiten zu können – und das ganz ohne IT-Abteilung.

Protonet Soul: Ein Server mit Seele

„Protonet Soul“ ist der Name des User-Interface, das bezeichnenderweise dem Server seine Seele einhaucht. In diesem Interface erstellt ihr verschiedene Projekte, tauscht euch mit Mitarbeitern und Kollegen aus, pflegt eure To-Do-Listen, organisiert euch über den Kalender und wartet den Server. Dabei ist „Protonet Soul“ intuitiv zu bedienen.

Protonet bleibt dezent im Hintergrund, gerade wenn man sich auf eine andere Aufgabe konzentrieren muss. „Protonet Soul“ bietet die Möglichkeit von Benachrichtigungen – ähnlich den Benachrichtigungen von OS X. Sie erscheinen, wenn man sich gerade nicht auf der Oberfläche befindet. Darüber hinaus ist es möglich, E-Mail-Nachrichten zu empfangen, wenn man im Chat von Protonet über @DeinName angesprochen wurde, sich aber nicht im Interface befindet. Als Anwender bleibt man also infomiert, ohne ständig das Interface aufrufen zu müssen.

Protonet: Einfache Handhabung

Protonet selbst präsentiert sich als kleiner und unscheinbarer orangefarbener Kasten. Um Protonet in Betrieb nehmen zu können, muss das Gerät nur über eine Stromversorgung, einen Netzwerkanschluss und die mitgelieferten WLAN-Antennen verfügen. Einmal kurz auf den einzigen Knopf gedrückt und etwa vier Minuten später kann man sich anmelden. Positiv fällt auf, dass Protonet dabei fast lautlos ist – ähnlich einer externen Festplatte. Den Server direkt auf dem Schreibtisch zu platzieren, ist mit Protonet also problemlos möglich.

Nach der Anmeldung wird ein Schirm angezeigt, der dich über verpasste Nachrichten, das Wetter, deine ToDo-Liste und deine Terminen auf den neuesten Stand bringt.

Fazit

Ich habe die letzten zwei Tage mit Protonet verbracht. Mit dem neuesten Update wird Software geliefert, die Programme wie Yammer alt aussehen lässt, auch weil alle Daten an einem Ort gespeichert werden. Das Management von Dateien läuft wie vom Hersteller versprochen. Gewährleistet wird das auch durch eine zusätzliche Applikation, über die man sich direkt mit dem Web-Interface oder dem Protonet-Laufwerk verbinden kann. Das führt dazu, dass Protonet als Laufwerk innerhalb von Finder, Explorer und Co. angezeigt wird.

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Protonet verzichtet auf komplizierte Abläufe. (Screenshot: Protonet.info)

Die grundlegende Dateistruktur wird dabei von Protonet vorgegeben. Innerhalb eines Projektes bleibt es dem Benutzer überlassen, wie er seine Daten verwalten will. Auch für das Anlegen von Todo-Listen und Terminen oder die Kommunikation zwischen Mitgliedern gibt es eine Lösung. Es gibt ein „Nachrichten-Feld“, über das man alle Interaktionen erledigen kann. Du schreibst: „Morgen 10 Uhr Schwimmen mit @Otto“ und klickst auf den Termin-Button und schon ist der Termin im Kalender eingetragen und Otto bekommt eine Nachricht dazu. Es werden also Informationen aus deinem Eintrag herausgeparst und logisch weiterverarbeitet.

Protonet macht insgesamt eine gute Figur und ist inzwischen aus seinen Kinderschuhen herausgewachsen. Updates erscheinen derzeit in einem unregelmäßigen, etwa dreiwöchigen Rythmus, wobei stetig weitere Funktionalität ausgeliefert wird – zum Beispiel:

  • Synchronisation ähnlich der DropBox
  • Ordneransicht im Web-Browser
  • Erweiterte Funktionalität für Aufgaben und Termine

Protonet kann als Direktkauf für 3.399 Euro (kleine Version) erworben oder finanziert werden. Nutzer zahlen dann etwa 80 Euro im Monat. Protonet versteht sich somit als Server für Klein- und Mittelbetriebe. Ob der Preis von 3.399 Euro allerdings gerechtfertigt ist, werden die zukünftigen Käufer entscheiden. Ein Wunsch von mir: ein eigener Shortcut für das Hinzufügen von Aufgaben.

Was meint ihr zum „sichersten Server der Welt“?

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6 Antworten
  1. von Sebastian am 25.11.2013 (16:02 Uhr)

    Moin Mario - danke für deine Einschätzung zur Protonet Box.

    Wir finden den Server auch klasse - insbesondere, weil er ein grundlegendes Problem bei Ausbildungsbetrieben und Bildungszentren löst: Junge Leute arbeiten liebend gerne mit Cloud-Services und tun dies beruflich auch ohne die Zustimmung des Unternehmens. Das kann man gar nicht verhindern.

    Da dies aus Sicht des betrieblichen Datenschutzes teilweise nicht vertretbar ist, können Ausbildungsbetriebe und Bildungszentren entweder die Augen zu machen... oder zur Protonet Box greifen. Der Preis ist dafür absolut gerechtfertigt, wenn nicht sogar ein wenig zu günstig. Man bekommt schließlich einen Ersatz für viele bestehende Softwareanwendungen.

    Aus diesem Grund haben wir Protonet mit in unser Kompetenznetzwerk aufgenommen. Nach unserer bisher ca. 1,5jährigen Zusammenarbeit sind wir auch vom Team überzeugt. Protonet redet nicht nur, sondern lebt seine Vision! Finden wir gut.

    Grüße - Sebastian von
    AUSBILDEN MIT SYSTEM

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  2. von Mario Janschitz am 25.11.2013 (17:52 Uhr)

    Hallo Sebastian! Danke für dein ausführliches Feedback :)

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  3. von Contextoo am 25.11.2013 (19:13 Uhr)

    Hallo Mario,

    vielen Dank für diesen Bericht aus der Praxis. Den Wert von PROTONET kann man gar nicht hoch genug ansetzen, angesichts der NSA-Affäre. Endlich eine vollumfängliche Lösung für sichere (End-zu-Endverschlüsselung) Kommunikation. Und das ohne PGP, Schlüssel oder Benutzerunfreundliche Nerd-Produkte. Ganz einfach per Klick.

    Einen ganz großen Vorteil von PROTONET sehe ich, dass externe Kunden eingeladen werden können, um sämtliche projektrelevante Kommunikation und Dateien zu teilen.

    Der Preis scheint zunächst hoch (4000 für eine orangene Box?). Wenn man aber das Datenschutz-Vorteil gegenüber PODIO, YAMMER und Co. einrechnet ist PROTONET fast unbezahlbar und es gibt meines Wissen keine ähnliches Produkt.

    Es lohnt sich das Team kennenzulernen. Sehr freundliche und kreative Jungs.

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  4. von Gast am 25.11.2013 (23:15 Uhr)

    das alles können doch die systeme von Synologie, QNAP und co. auch ? auch wenn hier der fokus mehr auf organisation liegt.

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  5. von Mario Janschitz am 26.11.2013 (08:58 Uhr)

    Hallo und Danke an alle Einwürfe!
    Ich denke einer der Hauptvorteile ist, dass Protonet ziemlich viel auf einen Schlag bietet. Einstecken und Anmachen. Läuft.

    @Gast
    Ja, auch andere Systeme können das. Aber mir ist noch Keines untergekommen, dass so gut für DAUs geeignet wäre wie Protonet. Lass mich aber gerne eines Besseren belehren.

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  6. von Ber Nd am 26.11.2013 (11:50 Uhr)

    Echt super Artikel! Nach so etwas habe ich schon sehr lange gesucht. Protonet ist v. a. auch anwendbar. Derartige Systeme sollten ohne IT-Abteilung betrieben werden können. Mich hat besonders interessiert, ob es auch eine Version für Privatkunden gibt. Der Support meine: Kommt :-) Ich freue mich schon auf den Tag an dem man Dropbox und Co nicht mehr braucht und ein deutsches Unternehmen eine ordentliche Alternative bietet. Systeme wie ownCloud sind ja ganz nett, aber fern von jeglicher einfachen Praxistauglichkeit.

    @Gast
    Wer will bitte für Synologie einen Serverschrank im Büro oder eine altbackene Lösung mit NSA-Schnittstelle von QNAP? Ich glaube du hast den Wert von Protonet nicht erkannt.

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