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Mit diesem neuen Gerät kannst du dich anonym in öffentliche WLAN einloggen

Mit diesem neuen Gerät kannst du dich anonym in öffentliche WLAN einloggen

Der Proxyham soll vor allem Whistleblower schützen, doch auch andere Anwender könnten damit einiges anfangen. Mit diesem Gerät, kannst du dich anonym in öffentliche WLAN einwählen – und bist nicht zu lokalisieren.

Mit diesem neuen Gerät kannst du dich anonym in öffentliche WLAN einloggen

Foto: Benjamin Caudill

Online sein, heißt heutzutage offen wie ein Buch zu sein. Anonymität ist etwas für die, die wissen sich mit Hilfe von Technologien zu verstecken. Doch vor allem seit den Snowden-Leaks versuchen immer mehr findige Tüftler und engagierte Unternehmen neue Möglichkeiten zu finden, noch bessere Tools und Gadgets zu entwickeln, die Interessierten ein Höchstmaß an Privatsphäre bieten. Seit kurzem ist ein neues Gerät im Gespräch, das vor allem Whistleblowern mehr Anonymität verleihen soll – der Proxyham.

Anonym im öffentlichen WLAN: Proxyham verwischt die Spur von Whistleblowern

Der Proxyham besitzt drei Antennen und lässt dich anonym im offenen WLAN surfen. (Foto: Benjamin Caudill)
Der Proxyham besitzt drei Antennen und lässt dich anonym im offenen WLAN surfen. (Foto: Benjamin Caudill)

Proxyham besteht aus einem Rasperry PI-Computer mit einer WLAN-Karte, die mit drei Antennen verbunden ist. Eine Antenne wählt sich dabei in ein offenes WLAN, beispielsweise von einer nahen Bibliothek ein, während die andere Dual-Antenne die Daten mit 900MHz zwischen den verbundenen Nutzern transportiert. Die Nutzer können sich aus einer Entfernung von bis zu 2.5 Meilen, was etwa vier Kilometern entspricht, in den Proxyham einwählen. Um sich mit den Proxyham zu verbinden, braucht es eine weitere handelsübliche 900MHz-Antenne, die in den Ethernet-Port des Computers gesteckt wird. Auf diese Weise kann ein Spion nur die IP-Adresse des Proxyham sehen und lokalisieren, nicht aber die der verbundenen Computer.

„Nutzer können über die Stadt verteilt anonym miteinander kommunizieren!“

„Nutzer können über die Stadt verteilt miteinander kommunizieren und im schlimmsten Fall wird der Angreifer nur den Proxyham finden“, gibt Benjamin Caudill, Gründer von Rhino Security Labs und Erfinder des Gerätes zu verstehen.

Wirklich handlich ist die Lösung für den Otto-Normal-Verbraucher damit nicht. Doch für Whistleblower und Dissidenten könnte sich hier eine nützliche Option auftun. Auf der anderen Seite glauben aber auch andere Kritiker, dass das Gerät vor allem auch Kriminelle anziehen wird. Caudill ist sich dem bewusst, sagt aber auch, dass keine Technologie zwischen gut oder böse entscheiden kann und somit jede Verschlüsselungsmethode immer beide Seiten ansprechen wird.

Der Öffentlichkeit erstmals vorgeführt wird das Gerät im August auf der Def Con-Hackerkonferenz in Las Vegas. Dann sollen auch der Quellcode und die Geräte-Eigenschaften offengelegt werden, so dass andere Nachahmer sich ein eigenes System aufbauen können. Das Proxyham-Gerät wird wahrscheinlich für 200 US-Dollar in Handel gehen.

via motherboard.vice.com

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Eine Antwort
  1. von Viktor am 02.07.2015 (13:03 Uhr)

    Der "Man-in-the-Middle" bekommt so eine ganz neue Bedeutung!

    Ich habe aber auch zu meckern: Das ist Blödsinn "... braucht es eine weitere handelsübliche 900MHz-Antenne , die in den Ethernet-Port des Computers gesteckt wird..." Eine Antenne, insbesondere die von euch verlinkte benötigt noch ein Interface und kann NICHT einfach so mal in den Ethernet-Port eingesteckt werden. "This antenna works with the LongSpan 900-MHz Ethernet Extender."

    2te Sache: Wer in DE mit 900Mhz hantiert, hat auch ohne NSA und BND ziemlich schnell die Polizei vor Ort, denn die gehören zum D-Netz. Wenn das D-Netz gestört wird, werden ganz schnell Peilungen des Störers vorgenommen um den Störer auszuschalten. Frag mal irre Amateur- oder CB-Funker ;-)

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