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Qwiki – die „Video-Suchmaschine “ ist jetzt offen für alle

Qwiki – die „Video-Suchmaschine “ ist jetzt offen für alle

Das Qwiki lässt sich nur schwer mit einem Begriff beschreiben. Oft liest man es sei eine Video-Suchmaschine, doch das ist zwar irgendwo richtig, sorgt aber auch für Missverständnisse: Qwiki sucht nicht nach Videos, sondern präsentiert Informationen zu Suchbegriffen in Form von Videos. Am besten versteht man Qwiki, wenn man es einmal selbst ausprobiert – was jetzt auch möglich ist, denn die Alpha von Qwiki ist jetzt für alle offen.

Qwiki – die „Video-Suchmaschine “ ist jetzt offen für alle
Ein Qwiki zum Suchbegriff „Mark Twain“ zeigt einige Bilder des amerikanischen Autoren und im Hintergrund wird der entsprechende Wikipedia-Eintrag vorgelesen.

Qwiki präsentiert Wissen multimedial

Qwiki ist keine im herkömmlichen Sinne. Es werden zwar wie bei Google, Bing & Co. Suchbegriffe eingegeben, nach denen Qwiki dann auch sucht, aber die Präsentation der Suchergenisse hat dann nicht mehr viel mit einer Suchmaschine gemeinsam. Qwiki nutzt die Einträge der freien Enzyklopädie Wikipedia, lässt sie durch eine Text-to-speech-Engine laufen und garniert sie reich mit Bildern. Aus diesem multimedialem Mix entsteht dann eine Art Informationsvideo.

Qwiki setzt auf die Hilfe der User

Die Datenbasis von Qwiki ist mit der Wikipedia gesetzt. Doch bei der Bebilderung setzt Qwiki auch auf die Hilfe der Nutzer. Jeder, der sich ein Qwiki anschaut, kann mit einem Klick auf den Improve-Button sowohl Bilder als auch Videos vorschlagen, die in den Multimedia-Mix aufgenommen werden sollen. Hier kann man auch Bewertungen der Sprachqualität oder der Vorlesegeschwindigkeit abgeben.

Mit dem Improve-Button kann man neue Bilder und Video für ein gerade angezeigtes Qwiki vorschlagen.

Qwikis können via E-Mail, Twitter oder Facebook geteilt werden oder einfach über einen bereitgestellten Code in eigene Webseiten integriert werden. Zu jedem Qwiki erhält man eine Reihe weiterer Zusammenstellungen, die inhaltlich mit dem Suchbegriff in einem Zusammenhang stehen. Zudem erhält man über Links zu Wikipedia, Google, YouTube und fotopedia weitere Informationen zum Suchbegriff.

Künftig will Qwiki es jedem Publisher ermöglichen, seine Inhalte in Qwikis zu verwandeln. Auch eine iPad-App soll es demnächst geben. Doch das ist augenblicklich noch Zukunftsmusik. Auf einer Präsentation auf dem TechCrunch Disrupt, den Qwiki Ende September 2010 gewinnen konnte, stellten die Gründer Doug Imbruce und Louis Monier ihr Startup vor:

Besonders Louis Monier ist kein unbeschriebenes Blatt. Er gehörte 1995 zu den Gründern von AltaVista und wechselte später zu eBay und zu Google. 2007 verließ er Google in Richtung Cuil – ja richtig, das war die Suchmaschine, die angetreten war, den Marktführer Google zu übertrumpfen. Nach einem problemreichen Start wurde es dann schnell ruhiger um Cuil, bis im Septmber 2010 das Ende des Geldes und damit auch das Ende von Cuil erreicht war. Jetzt soll es also mit Qwiki ein Neuanfang sein. Und der scheint schon mal gelungen, denn in einer Finanzierungsrunde bekamen sie vom Facebook-Mitgründer Eduardo Saverin unlängst acht Millionen US-Dollar.

Es gibt aber auch Kritik an Qwiki

Wozu braucht man eine Suchmaschine, die eigentlich nicht sucht, sondern nur Informationen aus einer Quelle, nämlich Wikipedia, mit Bildern und Videos anreichert und die Texte vorliest? Die Gründer erklären dazu, es ginge ihnen um die Reorganisation von Informationen, um den berüchtigten Information-Overkill zu vermeiden.

Sehr viel kritischer sehen es einige Hacker, die den Hype bei TechCrunch & Co. nicht verstehen. Als „Banksy the Lucky Stiff“ entwickelten sie mit nur 321 Zeilen HTML-Code einen Qwiki-Klon, nur um zu demonstrieren, dass die Technologie von Qwiki sehr simpel gestrickt sei. Dass es dann aber doch nicht ganz so ist, beweist ein Blick auf den als „fqwiki“ bezeichneten Klon: Er sieht nicht wirklich gut aus, bietet keine gesprochenen Informationen, sondern zeigt lediglich wie bei einer Slideshow Bilder an, unter denen etwas hakelig der Wikipedia-Text angezeigt wird. Frederic Lardinois, der sich den Klon von Qwiki näher angeschaut hat, kommt dann auch folgerichtig zu dem Schluss, dass fqwiki zwar die Kritik an dem Hype tansportiert, selbst aber nicht in der Lage ist, einen Mehrwert anzubieten.

Was haltet ihr denn von Qwiki? Nützliches Tool, nette Spielerei oder doch hemmungslos überzogener Hype?

Weiterführende Links:

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7 Antworten
  1. von Bubka am 25.01.2011 (15:27 Uhr)

    Wieso stell ihr Projekte vor und setzt dann nie einen Link dorthin? Man muss sich jedes Mal mühsam im Netz Links zusammensuchen.

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  2. von Falk Hedemann am 25.01.2011 (15:49 Uhr)

    @Bubka: Danke für den Hinweis, der hier natürlich völlig berechtigt ist - habe auch schon einen Link eingebaut! Allerdings verlinken wir in der Regel schon auf vorgestellte Projekte, wenn es denn schon etwas gibt, auf das man verlinken kann. In diesem Fall ist mir der Link schlicht durchgerutscht. Sorry.

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  3. von Tanja am 25.01.2011 (16:58 Uhr)

    Ich habe grade selber einen Test anhand des Suchbegriffs "Marie Antoinette" gestartet und muss sagen, besonders die Aufmachung überzeugt mich auf Anhieb.
    Werd sicher hin und wieder reinschauen und testen, ob ich zu allem was mich interessiert auch tatsächlich etwas finde. Guter Bericht!

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  4. von Axel Scheuering am 26.01.2011 (08:28 Uhr)

    zum Einen weiß ich nicht, ob Qwiki ein Projekt ist, auf das die Welt gewartet hat. Zum Anderen macht man meiner Meinung nach schon in der Konzeption der ganzen Site einen entscheidenden Fehler: Flash.
    iPad user werden einfach ausgeschlossen - bei uns gibt's nur Flash. Geh' woanders hin.
    Wenn ich ein neues Web-Projekt beginne, versuche ich doch, so viele User, wie möglich mit ins Boot zu holen. Qwiki ist hier für meine Begriffe ganz klar auf dem Holzweg!

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  5. von Daniel am 26.01.2011 (18:44 Uhr)

    Genial, richtig gut!!

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  6. von Daniel am 26.01.2011 (18:45 Uhr)

    und scheiß auf die ipad user, sollen die auf android umsteigen oder apple endlich nachgeben

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  7. von mrmoiree am 27.01.2011 (05:49 Uhr)

    interessant an dem Projekt finde ich die Geschwindigkeit mit der die Informationen mit Bildmaterial angereichert und abgespielt werden. dies kann kurzzeitig zu einer höheren aufmerksamkeitsspanne beim Betrachter führen. Ob das Projekt bestand haben wird bleibt abzuwarten. Vor allem muss Qwiki aufpassen, das der ROI stimmt um die Nutzer langfristig bei zu halten ist bei der heutigen Angebotsvielfalt im internet schon mehr nötig als nur die Mitarbeit an: "the next big thing" zu garantieren. Der Erfolg von Qwiki wird nicht zuletzt genau davon abhängen ob die Macher einen Mehrwert für den Nutzer schaffen können der sie langfristig dazu bringt das Inhaltsnetz enger zu vermaschen.

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