von , 23.07.2010

Geekworld: „Rainbow Mansion“ – Das Epizentrum der Über-Geeks und Weltverbesserer

In Cupertino, unweit des Firmensitzes von Apple, gibt es eine Wohngemeinschaft, die wohl allen Geeks dieser Welt wie das Paradies vorkommen muss. Das Haus „Rainbow Mansion“ wurde ursprünglich von NASA-Ingenieuren bezogen, inzwischen haben hier auch schon Mitarbeiter von Firmen wie Google und Apple gelebt. Bei Veranstaltungen geben sich große Namen aus Technologie und Wissenschaft die Klinke in die Hand. Voraussetzung für die Aufnahme in diese wohl exklusivste Geek-WG des Planeten: Man muss die Welt verändern wollen.

Der Auslöser für die Wohngemeinschaft „Rainbow Mansion“ ist profan: Die Mieten sind in der Region Mountain View einfach enorm hoch. Insofern ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Wohngemeinschaften bilden. Der heutige CTO der NASA, Chris Kemp, hatte „Rainbow Mansion“ mit vier anderen Kollegen der amerikanischen Raumfahrtagentur 2006 ins Leben gerufen. Alles ganz normal? Nicht ganz. Diese spezielle WG hat in den vier Jahren ihres Bestehens eine ganz eigene Dynamik entfaltet.

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Rainbow Mansion in voller Pracht. Eine ideale Filmkulisse. Foto: dweekly, Flickr.com. Lizenz: CC BY.

Einen geradezu legendären Ruf hat sich die Bibliothek des Hauses erworben, die über die letzten Jahre herangewachsen ist. Sie ist auch der Ort für die regelmäßig stattfindenden „Salons“ in diesem Haus mit der Adresse 21677 Rainbow Dr, Cupertino, CA 95014. Themen der Veranstaltungen waren beispielsweise: „Dieses Haus glaubt, dass die Vorteile der Offenheit künftig die Vorteile der Privatsphäre aufwiegen“ oder „Dieses Haus glaubt, dass Nationalismus eine Kinderkrankheit ist“. Höchst intellektuell geht es hier also zu und unter den Gastrednern finden sich Namen wie der britische Mathematiker und Physiker Sir Roger Penrose, der Havard-Professor und Aktivist Lawrence Lessig und der Apple-Mitgründer Steve Wozniak.

Ein anderer regelmäßiger Event hört auf den Namen „SuperHappyDevHouse“. Ein „Hackathon“, der Produktivität und Party unter einem Dach vereint. In der Selbstdarstellung liest sich das so:

SuperHappyDevHouse ist ein nicht-exklusiver Event für kreative und neugierige Menschen, die sich für Technologie interessieren. Bei uns geht es um das Weitergeben von Wissen, das Erforschen von Technologien und um die spontane Zusammenarbeit. Komm aus Spaß an der Sache, um Dinge zu bauen, um Dinge zu lernen und um neue Leute zu treffen. Das nennt sich „Hacker Kultur“ und wir wollen sie fördern.

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NASA-Hackathon in der Bibliothek des Rainbow Mansion. Foto: Alexander van Dijk, Flickr.com. Lizenz: CC BY.

Aber wie kommt man wohl in diesen exklusiven Zirkel - nicht nur als Besucher, sondern als Mitbewohner? Die Mitglieder der „Rainbow Mansion“-WG kennen sich oftmals schon über viele Jahre und sind weite Strecke ihrer Karrieren gemeinsam gegangen. Wird ein Platz frei, werden die Bewerber einem speziellen Interview unterzogen. Dabei geht es weniger um alte Bekanntschaften, einen gesellschaftlichen Status oder ähnliche Dinge. Der Kern ist: Will derjenige die Welt verändern? Wer das glaubhaft genug vermitteln kann, hat gute Chancen, ins Rainbow Mansion einziehen zu können, erklärt Chris Kemp gegenüber The Register. „Wir würden niemals berücksichtigen, was die Leute jetzt gerade tun. Wir berücksichtigen, was ihre Werte sind und wie sie Gutes tun wollen. Und Gutes kann dabei alles mögliche bedeuten. Gutes könnte bedeuten, genau jene Art von Gen-Sequenzierungs-Algorithmus entwickeln zu wollen, durch den Ärzte künftig Medizin auf bestimmte Menschen maßschneidern können. Gutes kann bedeuten, IT-Systeme für die NASA zu bauen oder ein besseres User Interface fürs iPhone zu entwickeln. Aber alle, die nicht erklären können, warum sie tun was sie tun, überstehen das Interview nicht lange.“

Und so wohnen hier Ingenieure, die an einem neuen Erkundungsfahrzeug für den Mond arbeiten oder das menschliche Gehirn nachbauen wollen. Der ehemalige Mitbewohner David Weekly hat das erste non-profit Colocation-Rechenzentrum ins Leben gerufen, das sich allein aus Spenden finanziert. Die Welt verändern eben. Darum geht es hier.

Fragt sich, ob etwas in dieser Art auch in Europa oder speziell in Deutschland denkbar wäre. Oder gibt es ähnliche Geek-WGs gar schon in unseren Breiten?

Lesetipp: „Apple, Google, NASA, and the Rainbow connection - Roger Penrose's Silicon Valley crash pad

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Eine Antwort

  1. von Wohngemeinschaft in Konstanz / Kreuzling… 03.09.2010 (12:57Uhr) 1.

    [...] Update: Ein schönes Vorbild, das Rainbow Mansion [...]

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