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Startups

Großes Missbrauchspotenzial: Skandal-Startup Genius erntet erneut heftige Kritik

    Großes Missbrauchspotenzial: Skandal-Startup Genius erntet erneut heftige Kritik

Der Mitbegründer von Rap Genius muss gehen. (Foto: TechCrunch)

Lange war es ruhig um das US-Startup-Startup Genius, doch jetzt gibt es neuen Zündstoff: Eine Bloggerin wirft der offenen Kommentierungs-Plattform vor, Mobbing und anderen Missbrauch im Internet billigend in Kauf zu nehmen. 

Update vom 29. März 2016: Erneut sieht sich das US-Startup Genius, das zwischenzeitlich durch ein vom Mitgründer gelobtes Attentäter-Manifest in die Schlagzeilen geriet, heftiger Kritik ausgesetzt. Grund ist das offene – von Genius angebotene – Kommentierungstool, das jedem ermöglicht, Inhalte auf beliebigen Websites ohne Zutun des Betreibers mit persönlichen Anmerkungen zu versehen. Wie die Bloggerin Ella Dawson in einem vielbeachteten Beitrag schrieb, gehe von dieser Funktion ein hohes Missbrauchspotenzial aus. So könne man beispielsweise Texte auf einer beliebigen WordPress-Seite mit verletzenden Kommentaren versehen. Eine Möglichkeit, dies als Website-Betreiber zu unterbinden gebe es nicht. Zudem könnten böswillige Kommentare weder gemeldet noch unliebsame Nutzer geblockt werden. In den Kommentaren weisen Mitarbeiter von Genius die Kritik zurück. Genius wurde 2009 von Ilan Zechory, Tom Lehman und Mahbod Moghadam gegründet und startete ursprünglich als Plattform zur Übersetzung von Hip-Hop-Texten.

Rap Genius: Lob auf Amokläufer-Manifest kostet Mitgründer den Job

Wie man sich eklatant aus seinem eigenen Startup kegelt, beweist Mahbod Moghadam. Der Mitbegründer von Rap Genius, einem Übersetzungsportal für Hip-Hop-Texte, ist in der Nacht zum Dienstag gefeuert worden. Was war passiert? Moghadam hatte auf dem Portal das Manifest des Amokläufers, der am Wochenende in Santa Barbara mehrere Menschen getötet und verletzt hat, auf dem Portal veröffentlicht und einzelne Passagen daraus kommentiert.

Weil Mahbod Moghadam das Manifest eines Attentäters in Auszügen lobt, muss er sein eigenes Startup verlassen. Schon öfter ist der 30-jährige mit skurrilen Auftritten aufgefallen. Hier auf dem TechCrunch Disrupt. (Foto: TechCrunch)
Weil Mahbod Moghadam von Rap Genius das Manifest eines Attentäters in Auszügen lobt, muss er sein eigenes Startup verlassen. Schon öfter ist der 30-jährige mit skurrilen Auftritten aufgefallen. Hier auf dem TechCrunch Disrupt. (Foto: TechCrunch)

Unter anderem hob er einzelne Aussagen als „schön geschrieben“ hervor, in weiteren Auszügen ließ er sich außerdem zu sexistischen Kommentaren gegenüber der im Manifest erwähnten Schwester des Attentäters hinreißen. Die inzwischen von der Webseite entfernten Einträge des Rap-Genius-Mitgründers wurden ursprünglich vom US-Portal Gawker veröffentlicht.

„Ein durchaus lesenswertes Dokument“

Wie das Startup mitteilt, handelt es sich bei der Veröffentlichung des Manifests – in dem der Täter in erster Linie Hasstiraden gegen Frauen schürt – aber keineswegs um ein Versehen „Nach einiger Überlegung haben wir uns bewusst für die Veröffentlichung des aus unserer Sicht durchaus lesenswerten Dokuments entschieden“, heißt es in einer Erklärung. Und weiter: „Die Psychologie von Menschen zu verstehen, die schreckliche Dinge tun, kann uns dabei helfen, unsere Gesellschaft und uns selbst besser zu verstehen.“ Abgezeichnet ist die Erklärung von Tom Lehman, dem Gründer und CEO von Rap Genius.

Zynische Worte, die das Startup mit der weiteren Erklärung, Moghadams Kommentare stünden nicht im Einklang mit den Werten des Unternehmens, nur bedingt entkräften kann. Vielmehr leistete sich das Startup einen weiteren Schnitzer, indem es zunächst angab, Mahbod Moghadam habe im Zusammenhang mit den kritisierten Äußerungen freiwillig den Hut genommen und sich von allen Posten beim Portal entbunden.

Rap Genius: Investoren sollen Druck ausgeübt haben

Das klingt konsequent, ist laut Re/code aber nur die halbe Wahrheit. Wie das US-Branchenblatt angibt, hat der 30-jährige vielmehr auf Veranlassung Lehmans seinen Posten geräumt. Zusätzlich hätten auch Mitarbeiter und Investoren Druck ausgeübt. Inwiefern Moghadams Entscheidung also auf einer freiwilligen Einsicht basierte, sei dahingestellt. Auf Twitter zeigt der geschasste Mahbod Moghadam inzwischen Reue und entschuldigt sich für den Fehltritt:

Es sind übrigens nicht die ersten Schlagzeilen, die das mit 15 Millionen US-Dollar von namhaften Investoren wie Andreessen & Horowitz finanzierte Unternehmen macht. Erst im Dezember kam heraus, dass sich Rap Genius mit unerlaubten SEO-Tricks einen Vorteil gegenüber Konkurrenz-Anbietern verschafft hat. Google sperrte das Portal daraufhin vorübergehend von seinen Suchergebnissen aus.

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2 Reaktionen
Christian
Christian

Frage mich, was an der Seite 15 Millionen Dollar wert sein soll?

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Michael Rutsch

Trottel - einfach nur ein Trottel. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

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