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Raspberry PI – Der 19 Euro Computer in Kreditkartengröße

Wissenschaftler der Universität Cambridge haben einen Computer entwickelt, der nicht größer als eine Kreditkarte ist. Die geringe Größe haut vermutlich niemanden vom Hocker, wäre da nicht der äußerst geringe Preis zu dem die Entwickler den Rechner anbieten werden. Der Raspberry-PI-Rechner soll für sage und schreibe 25 US-Dollar oder umgerechnet etwa 19 Euro auf den Markt kommen.

Raspberry PI – Der 19 Euro Computer in Kreditkartengröße

Raspberry PI - Das Computer-Meccano

Raspberry PI- Computer - Nicht größer als eine Kreditkarte (Bildquelle: Raspberry PI)

Nach Robert Mullins, Mitbegründer von und Lehrender am Computer Science Department der Cambridge University, ist der kleine günstige Computer in erster Linie für Schulkinder bestimmt.  Der Umgang mit Computern soll ihnen damit früh näher gebracht werden und sie Spaß am Programmieren entwickeln können. Mullins ist neben seiner Rolle als Lehrender auch in den Zulassungsprozess der Studenten eingebunden und beobachtet, dass die Zahl der Bewerbungen für die Studiengänge der Computerwissenschaften zurückgeht. Zudem fehlte Studenten, die sich für dieses Studium entscheiden, zunehmend Programmiererfahrung.

Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, hat er mit ein paar Kollegen Raspberry PI ins Leben gerufen. Was früher das Meccano für Kinder war, um Modelle von Maschinen oder andere Dinge aus Metall zu bauen, soll nach Auffassung Mullins der Raspberry PI für das digitale Zeitalter sein. Anstatt nur am Computer zu sitzen und zu konsumieren, sollen Kinder mehr damit anstellen können. Außerdem soll sich jedes Kind einen Computer von seinem eigenen Taschengeld leisten können, was zurzeit nicht der Fall ist - der Raspberry PI ist mit seinem Preis von 19 Euro erschwinglich.

Raspberry PI kommt Mitte 2012 in zwei Varianten

Obwohl der Computer so geringe Baumaße hat und extrem günstig ist, bietet er verhältnismäßig viel Performance. So lassen sich nach Aussagen der Entwickler Quake III auf dem Rechner spielen und 1080p Videos wiedergeben.  Für den Preis von 19 Euro/ 25 Dollar, erhält man den kleinen Rechner ohne Speichereinheit und Peripherie. Speicher, Keyboard und Maus sind per USB-Port zu verbinden und müssen separat angeschafft werden. Ein HDMI-Port ist ebenso an dem Minirechner zu finden, um einen Display anzuschließen.

Den Raspberry PI Rechner wird es in zwei Versionen geben. Das Modell A kostet 25 Dollar (19 Euro) und verfügt im Unterschied zum Modell B, der mit 35 Dollar (26 Euro) zu Buche schlägt, über keinen 10/100 Ethernet-Anschluss - das günstige Modell kann nur via USB-WiFi-Dongle mit dem Internet verbunden werden. Zur Energieversorgung genügen dem Rechner vier AA-Batterien oder ein 5 V-Netzteil.

Laut Mullins sei noch nicht final beschlossen, mit welcher Linux Distribution der Rechner ausgeliefert wird. Aufgrund der Hardwarearchitektur werden die Versionen Debian, Fedora und ArchLinux unterstützt, welche auf einer SD-Karte abgelegt werden müssen. Es wird damit gerechnet, dass der Raspberry PI Mitte 2012 in großer Menge verfügbar sein wird. Das Interesse an dem Projekt ist verhältnismässig groß  - nach Aussage von Mullins existiert eine Warteliste von 10.000 Interessenten.

 Die technischen Daten des Raspberry PI:

  • Broadcom BCM2835 700MHz ARM11
  • 256MB DRAM
  • OpenGL ES 2.0
  • 1080p30 H.264 High-Profile Decode
  • Composite und HDMI Videoausgang
  • USB 2.0
  • SD/MMC/SDIO Speicherkartenslot
  • General-Purpose I/O
  • Optional: 2-port USB Hub und 10/100 Ethernet-Controller
  • Open Software (Iceweasel, KOffice, Python)

Weiterführende Links:

The $25 Computer - WSJ

Raspberry Pi - Website

USB-Stick macht PC, Mac oder Display zum Android-Gerät - t3n-News

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6 Antworten
  1. von Jan am 24.11.2011 (08:07Uhr)

    "Für den Preis von 19 Euro/ 25 Dollar, erhält man jedoch lediglich den kleinen Rechner".

    GEIZ ist SOOOOO GEIL!

    "Jedoch lediglich" kann in diesem Zusammenhang nur vom geilen Deutschen kommen. Nach dessen Beführworten sollte in dem Preis gleich noch eine SSD, ein 30"-Display und natürlich auch eine Tastatur/Maus dabei sein.

    Anderenfalls ist der Preis von 19,00 Euro jedoch lediglich nur als Wucherpreis anzusehen.

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  2. von Andreas Floemer am 24.11.2011 (08:20Uhr)

    @Jan: Es war anders gemeint als es formuliert war. Du hast natürlich Recht - für 20 Euro ist das Ding ein Oberknaller.

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  3. von Bürger-PC am 24.11.2011 (13:35Uhr)

    Ich hätte besser BWL oder Jura studiert. Da kann man sogar mit gefälschten Dr-Titeln noch tausende Euros im Monat einnehmen und mehr Schulden machen als der Nachbar für sein Auto und sein überteuertes Haus.

    - Schröder hatte eine hohe Greencard-Grenze. Diese ist vor ein paar Wochen auf 48.000 Euro gesenkt worden. Damit ist das Maximalgehalt auf 48.000 Euro "gefallen" weil man für diesen Preis ja Ausländer ins Land holen darf.
    - Ab 30 wird man oft zum Zwangs-Freiberufler. Das ist wie bei Supermodels. Die 20jährigen verdrängen einen.
    - Abmahnungen. Z.B. Klagen weil man im Impressum scrollen muss.
    - Regularien. Tausendseitige Verordnungen die man unterschreibt, zu erfüllen (Freiberufler der bis aufs Hemd haftet und seine Rente ist dann weg) oder auch nicht (Festangestellter Programmiert mit Maximalgehalt 48.000). Z.b. für Umsätze in Kassier-Systemen
    - Unzufriedene Konkurrenten. Ich könnte zig Warenwirtschaften auf Ipad/Iphone/Android/...-Frontends versorgen und die Kunden und Firmen wären glücklich und viel effizienter. Leider verklagen einen dann die Anbieter der Warenwirtschaft weil man geschützte patentierte Datenbanken o.ä. ausgelesen hat. Und nur noch an die Landwirtschsftssimulatoren erinnern.
    - Das sehr gefragte SAP kann man nur an wenigen Orten lernen. Fast eine geschlossene Gesellschaft. Bei Oracle im kostenlosen OSDN darf man sehr viel herunterladen. Erst der Kunde bezahlt. Das ist als wenn Adobe oder Autocad die Tools kostenlos herausgeben und erst die Druckerei bzw. Fabrik bezahlt dann dafür wenn man PDFs drucken oder Autocad-Designs produzieren lässt.
    - Seit neuestem auch Trivialpatente.

    Handwerker gibt auch noch Kohle. Aber das macht man mit 50 auch nicht mehr wirklich gut. Und für eine App die Hausgeräte steuert und die Temperatur automatisch regelt oder Fenster öffnet/schliesst, lauern wieder die US-Trivialpatente. Sowas sollte man vielleicht also besser auch nicht in Auftrag geben.

    Wenn man will, das Leute etwas lernen, sollte man dafür sorgen, das sie dafür nicht mehrere Juristen mit durchfüttern müssen.

    Davon abgesehen ist das Gerät natürlich extrem nett. Netzteil usw. kosten leider auch noch etwas. Wichtig wären einheitliche 5V-Stecker damit man die USB-Hubs und Wifi-Adapter und alles andere einheitlich an einem einzigen Netzteil (oder dem TV) anschliessen kann und nicht 10 verschiedene Netzteile reinstecken und/oder Steckerformate bedienen muss. Daiy-Chaining der Stromversorgung wäre auch sinnig. Ob MicroUSB dafür taugt (2-3 Ampere), weiss ich nicht.

    Ich hätte vieles mit J2ME und billigen Symbian-Handies machen können, aber die Connectivity ist doof (kein USB-Master) und alle hassen J2ME. Mit sowas kann man Appliances bauen wofür man sonst nur abgezockt wird.

    Z.B. Settopboxen die alle Mediatheken können. Blurayplayer könnten das dank Java auch. Aber keiner macht es. Stattdessen hat man im TV, DVD/BD-Player, und jeder Settopbox und noch dem Android-Pad/Handy jeweils einen mpeg2/h264-Decoder (oder CPU die es kann) und HDMI drinstecken.

    Früher hatte ich einen C64 am TV hängen und programmiert während alle anderen nur spielten. Heute die Kiddies kriegen voll den Luxus . Menno . Wenn ich wenigstens noch programmieren dürfte. Als Erwachsenem wird einem alles verboten :-(

    Das diese Geräte die Playstations wegboosten und in Asia der Burner als Konsolen-Ersatz und OLPC-Rechner für Armutsrentner und arme Leute werden, sollte ihm klar sein.
    Denn coole Spiele brauchen oft nur Ideen und kein gigantobudget wie schon der C64 bewies. Vermutlich geben die Asiaten sich mit kopierten oder transcodierten Nintendogames auf dem Gerät zufrieden.
    Das ist kein SchulPC. Das ist ein verkappter Bürger-PC der Linux undercover in jedes (auch verarmte) Wohzimmer bringt.
    Jetzt braucht man noch günstige USB2-TouchScreens zum nachkaufen und dranhängen. in 3.5", 5", 7", 10".

    Ergänzung: PixelQi meinte mal was von $70(?)-Laptop und die kommen aus der OLPC-Szene. Leider gibts die pixelQi-Displays bis heute wohl immer noch nicht :-(

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  4. von Patrick am 25.11.2011 (07:57Uhr)

    In dem Artikel steht "Open Software (Ubuntu, ... )", dass stimmt aber nicht. Ubuntu kann Raspberry Pi nicht unterstützen, da Ubuntu Probleme mit dem ARM-Prozessor hat. (Siehe: http://www.raspberrypi.org/faqs ; Part: "What Linux distros will be supported at launch?")

    Der Raspberry Pi ist also nicht kompatibel mit Ubuntu, was ich ehrlich gesagt schade finde :-(

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  5. von Andreas Floemer am 25.11.2011 (09:03Uhr)

    @Patrick: Du hast Recht, Ubuntu wird im Augenblick nicht unterstützt. Das kann sich allerdings auch ändern, wie in der FAQ von Raspberry PI in Aussicht gestellt wird.

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  6. von Frank Mohnhaupt am 13.07.2012 (10:38Uhr)

    Was ich persönlich als noch viel wesentlicher beim Raspberry Pi halte ist der geringe Verbrauch, das ideale Gerät für einen Mini-Server oder einen kostengünstigen HTPC...er ist bestellt und ich freue mich auf das Ding ! :-)

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