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Interview

KI-Forscher Raúl Rojas: „Ein Breitbandanschluss für das Gehirn? Absurd!“

(Foto: TedxBerlin / Sebastian Gabsch

Silicon-Valley-Gründer wie Elon Musk wollen eine Art Breitbandanschluss für das Gehirn. Völliger Quatsch, meint der Wissenschaftler Raúl Rojas. 

Geht es nach Google-Manager Ray Kurzweil, dann werden Maschinen schon 2030 genauso intelligent sein wie der Mensch. Er argumentiert, dass ein Computer dann bis zu 100 Milliarden Transistoren besitzt – das wären so viele, wie ein Mensch an Nervenzellen in sich trägt. Für den ein oder anderen mag das beängstigend klingen. Für den Wissenschaftler Raúl Rojas González, der sich an der Freien Universität Berlin mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, klingt es vor allem: vermessen.

Raúl Rojas: „Das Gehirn ist für uns ein großes Rätsel“

„Man kann Transistoren nicht mit Neuronen gleichsetzen“, argumentiert der Forscher im Interview in der aktuellen t3n 46. Eine Nervenzelle sei viel komplizierter als ein Transistor. „Das Gehirn ist für uns noch immer ein großes Rätsel.“ Er hält die Annahme, dass ein Computer durch die binären Elemente dieselbe Intelligenz wie ein Mensch erreicht, für „falsch“.

Raúl Rojas Gonzalez forscht seit 20 Jahren an neuronalen Netzen. (Foto: Raúl Rojas Gonzalez)
Raúl Rojas Gonzalez forscht seit 20 Jahren an neuronalen Netzen. (Foto: Raúl Rojas Gonzalez)

Und Raúl Rojas muss es wissen. Er forscht bereits seit zwanzig Jahren an neuronalen Netzen und hat unter anderem Roboter entwickelt, die Fußball spielen. Den Hype um künstliche Intelligenz kennt er bereits. „Die KI-Forschung verläuft in Wellen“, sagt er. „Phasen, in denen es viel Interesse, größere Erfolge und viel Euphorie gibt, wechseln sich mit Phasen der Ernüchterung ab.“ Momentan stecken wir seiner Ansicht nach wieder in einer Phase des Hypes.

Dass uns die Systeme verstehen, glaubt der Professor nicht: Computer hätten kein „tieferes Verständnis“ für das, was sie erkennen. „Damit ein neuronales Netz beispielsweise lernt, auf einem Bild ein Pferd von einem Baum zu unterscheiden, muss man es mit Millionen von entsprechenden Bildern füttern“, sagt Rojas. Danach erkenne ein System das Pferd vielleicht, aber es werde nicht daraus schließen, dass es ein Vierbeiner mit Hufen und einer bestimmten Kopfform ist.

 „Was wir sind, lässt sich nicht auf Programme im Hirn reduzieren.“

Der Forscher begegnet nicht nur dem neuen Hype um künstliche Intelligenz mit Skepsis. Auch der Idee, unser Gehirn in die Cloud zu laden – noch so eine Kurzweilsche Prognose –, erteilt er eine Absage. „Das ist eine Fantasie von Ray Kurzweil“, sagt er. „Was wir sind, lässt sich nicht auf Programme im Hirn reduzieren. Wir sind auch Körper. Und darauf basiert vieles, was wir erleben.“

Dass wir gar eine Art Breitbandanschluss zum Gehirn bauen können, wie es sich Tesla-Gründer Elon Musk wünscht, bezeichnet Rojas gar als „absurd“. „Aus technischer Sicht geht das nicht, weil wir nicht wissen, wie das Gehirn kodiert ist“, sagt er. Und selbst wenn wir das irgendwann verstünden, könne man nicht einfach Daten dort hineinleiten. Dieses Jahrhundert werde das nicht mehr passieren.

Ray Kurzweil dürfte diese Prognose nicht gefallen. Er hat den Upload des Gehirns für die 2030er Jahre vorhergesagt.

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Warum Raúl Rojas glaubt, dass mit der Unsterblichkeit die große Langeweile kommt, und wieso er auch nichts von digitalen Avataren hält, das erklärt er in der t3n 46. Wenn ihr das ganze Gespräch lesen wollt – hier klicken.

 

 

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Eine Reaktion
Pauschal dagegen ist unschön
Pauschal dagegen ist unschön

Neuronale Netze haben jahrzehntelang Förder-Millionen bekommen und immer noch nicht geliefert...

Oder mit den Panzern und den Bäumen...

So gesehen ist es besser, Neue Denker kommen an die Macht.
Wer bringt uns das E-Smartcar inclusive Power-Pack und Solar-Zellen ? Elon Musk und nicht die Regierung und schon gar nicht das Auto-Establishment, welches erst mal schön die Abwrackprämie zurückzahlen soll... und durch den Tesla3 bald nicht mehr existieren wirdso wie die Röhren-Monitore und Smartphones.

Bei videobrillen wird man direct-connect entwickeln um in der Eisenbahn nicht - oder weniger - mit den Händen herumfuchteln zu müssen. Apple hat sich gestern patentieren lassen, die Earsets bedienen zu können. Und weil Konkurrenz zwischen Xbox, Wintel, vielleicht Apple, Playstation, vielleicht Nintendo und natürlich Android und den Handy-Herstellern (bald "Videobrillen-Herstellern") herrschen, und die NEUE GENERATION Emails selber liest und zum ersten Mal die Strombergs erwarten, das Software liefert, wird durch Konkurrenz und Angebot Brain-Connect womöglich weiterentwickelt und das unter o hohem Konkurrenz-Druck wie die Kilometer-Reichweite pro Akku-Ladung.
Wer nicht dabei sein wird, sieht man an Wikipedia: Volkswagen vs. Toyota. Schaut wer weniger Mitarbeiter hat. Und dann wer mehr Fahrzeuge produziert hat. So sieht Fleiss und Ehre aus...

Es gibt ja auch schon Knochen-Kopfhörer.
Und bei DSL ist der Upload meist auch extrem viel mickriger als der Download.
Model-View-Controller - Über den Controller fliesst meist die geringste Datenmenge.

An Hyperloop glaubte ja auch keiner. Tesla machts möglich.
Er ist der einzige, der die Verbesserung bringt.
Und Ideen schlecht zu reden ist schlechter Stil. Was man machen sollte sind die Hürden zu nennen oder woran es vermutlich haken wird.
Man tauscht teure Benzin-Ladungen gegen langsame Elektro-Aufladungen mit "geringer" Reichweite und hohem Akku-Gewicht aus. Sowas ist doch neutraler als "Es wird in 1000 Jahren noch Benziner gben". Falsch. BENZINER sind die NÄCHSTEN TRABBIS: Bald weg vom Fenster und dann bezahlt man ein Benzin-Auto ab, welches man schon lange nicht mehr nutzt und für einen Bruchteil des Bankkredites abverkaufen musste..

CDs wurden auch durch eine deutschen Erfinder sehr viel billiger ermöglicht und sind seitdem auf allen Zeitschriften.
Die Selbstbindenden Nike-Schuhe aus Back to the Future 2 gibts ja auch schon.
Usw.
640 Kilobyte ought enough for everybody
Vista is the best Windows always and forever and will hold for Decades...
usw.
"Trump wird nicht siegen" Deutsche Leistungs-Presse.

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