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Reichweite steigern auf Facebook – ein Update zur Engagement Rate

Zwei Monate nach einer großen Facebook-Algorithmus-Umstellung zieht Markus Sekulla, der unter anderem die Social-Kanäle der Stadt Düsseldorf mitbetreut, ein erstes Fazit zu den „Do's and Don't". Eine seiner Erkenntnisse: Es muss nicht immer Bild sein.

Reichweite steigern auf Facebook – ein Update zur Engagement Rate

Facebook-Update verringerte organische Reichweite

In einem Artikel aus dem Oktober 2012 habe ich mir Gedanken zu Implikationen aus der veränderten Reichweite von Facebook-Posts gemacht. Viele Blogs und Medien haben sich seitdem mit dem Thema befasst. We Are Social hat zum Beispiel eine Studie erstellt, die sich dem Thema auf annähernd wissenschaftlicher Ebene nähert. In all diesen Beiträgen wurde herausgearbeitet, dass die Reichweite von Facebook-Einträgen vom Social Network absichtlich verringert wurde, in einem oder in zwei Schüben. Eine Feststellung, die sicher viele Facebookseitenbetreiber bestätigen können.

Stand heute sind die Seiten auf einem entgegengesetzten Trend unterwegs, so zumindest mein Eindruck nach dem Drehen an einigen Stellschrauben. Unsere Reichweite wurden sogar erhöht. Beispiel: Mit der Stadt Düsseldorf  bewegen wir uns mittlerweile zwischen 2500 und 4500 erreichten Personen, bei rund 14.000 Fans. So do the Math, ihr lieben Engagement-Rate-als-DIE-Messzahl-Nehmer. Lasst euch gesagt sein, es gibt Wichtigeres als diesen Wert! Wenn ihr trotzdem daran interessiert seid, den Wert zu erhöhen, here we go.

Bis 18 Uhr oder bis zum Wochenende mit den Posts warten (wenn möglich)

Posts, egal welcher Art, performen am besten nach 18 oder sogar 20 Uhr. Die Frage nach dem Warum lässt sich recht einfach mit dem Freitzeitfaktor beantworten. Hier kommt es natürlich stark auf die Zielgruppe an. Red Bull zum Beispiel, die ziemlich stark in der Teenager, Twens Zielgruppe sind, werden eine Reichweitensteigerung sicher schon im Bereich 14 Uhr beobachten können. Viele aus der arbeitenden Bevölkerung haben während der Arbeitszeit nur begrenzt Zugang zu und können daher auch nicht mit Seiten interagieren. Für mal eben schnell aufs Handy schauen bleibt zwar Zeit, aber es wird wenige geben, die dabei auch intensiv auf Unternehmensseiten kommentieren.

Aber: Wenn es eine Pressemitteilung gibt, die um 10 Uhr rausgegeben wird, dann sollte man diese natürlich unbedingt auch trotz der ungünstigen Zeit auf Facebook posten, denn vor der Presse damit draußen zu sein, ist bei der Schnelllebigkeit der Schlagzeilen essentiell. Bloß nicht bis 18 Uhr warten! Wenige Fans haben was dagegen, wenn man wichtige News auch ein zweites Mal in abgeänderter Form postet. Die Dosis macht das Gift.

Plain Text hilft ungemein

 Surprise, Surprise! Ich habe auf dem Barcamp Hamburg mit einigen Teilnehmern über die Reichweitenkürzung bei Facebook gesprochen und habe immer wieder erstaunte Gesichter gesehen, als es um das Thema Plain Text ging. Die klassische "Statusmeldung" erzielt ausgesprochen gute Reichweiten. Dabei kann man auch Links unterbringen. Man sollte aber unbedingt darauf achten, dass diese nicht ausgeklappt werden. Dies kann man mit einem Klick auf das Kreuz im oberen rechten Eck des ausgeklappten Links verhindern. Also am besten einen URL-Shortener wie bitly verwenden und den Link mit "Weitere Infos unter: http://" unten an den Text hängen und dann das automatisch generierte Linkfeld löschen. In dieser Form scheint Facebook den Link als zu wenig prominent zu empfinden und die Reichweite hoch zu halten. Vergisst man das Löschen des Linkfeldes, kommen Reichweiteneinbußen von durchaus über 50% zustande.

Fotos sind auch nicht das Allheilmittel

Im letzten Post habe ich geschrieben, dass Fotos in jeder Form – schön, grell, dunkel, hell, katzenlastig, neblig – die Reichweite erhöhen. Dies ist nach zwei Monaten weiteren Tests nicht zu bestätigen! Das heißt nicht, dass Fotos keine großen Reichweiten erzielen können, sondern, dass "normale" Fotos nicht automatisch höhere Reichweite erzielen, nur weil Facebook Fotos mag.

Wenn Ihr jedoch schöne, zum Thema passende Fotos habt – in Düsseldorf sprechen wir immer von "SSR", Sonnenaufgängen, Sonnenuntergängen und Regenbögen – wird durch ein Foto zur richtigen Zeit die Engagement Rate deutlich angehoben. Für immerhin eine Woche, wenn das also das Ziel ist. Dabei verhält es sich aber wie bei jeder Art Content. Ist er gut, wird er geteilt, wenn nicht, dann nicht.

Allgemein gesagt: Achtet darauf, was der User als interessant beziehungsweise teilenswert empfindet.Und genau da fängt es an spannend zu werden und in den Bereich Strategie zu gehen: Schauen, was der User will und ihn bedienen! Diese/er ist schließlich der (potentielle) Kunde. Dieser soll schließlich was vom Facebook Auftritt des Unternehmens haben. Das vergisst man nämlich beim jonglieren der Kennzahlen immer sehr schnell…

Obwohl viele Community Manager und Social Media Berater es nicht hören wollen, was immer zieht ist aktueller Content. Darüber sollte man sich aber nicht ärgern, denn diese Posts gehen in die gleiche Richtung wie jeder Versuch die Engagement Rate zu erhöhen. Wenn es dann auch noch zum Unternehmen passt und vielleicht mit einem Augenzwinkern die eigenen Produkte ins Spiel bringt: Immer! Hier ein aktuelles Beispiel von der Nokia Facebook Seite:

Eines darf man bei der ganzen Diskussion nicht vergessen: Die erfolgreichsten Posts im Sinne der Engagement Rate sind in der Regel "Guten Morgen" oder in unserem Fall so was wie "Düsseldorf ist für mich:____".

 

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