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Interview

„Anfangs habe ich nur 500 Euro im Monat verdient“ – dieser Reiseblogger hat es geschafft [Interview]

(Foto: Off the Path)

Sebastian Canaves beschloss vor fünf Jahren, einen Reiseblog zu gründen. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut. Ein Interview mit einem Weltenbummler.

In 5 Jahren an die Spitze der europäischen Reiseblogs

Surfen auf Sri Lanka: Sebastian Canaves hat sich mit seinem Reiseblog einen Traum erfüllt. (Foto: Off the Path)
Surfen auf Sri Lanka: Sebastian Canaves hat sich mit seinem Reiseblog einen Traum erfüllt. (Foto: Off the Path)

Aller Anfang ist bekanntlich schwer, das weiß auch Sebastian Canaves, der im Juni 2011 sein Reiseblog „Off the Path“ online stellt. Der erste Beitrag erzielt nicht gerade viel Reichweite. Nur ein paar Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis lesen seine Geschichte. Doch sie ist der Grundstein für eine Zukunft, wie sie sich viele andere Menschen erträumen. Canaves reist mittlerweile durch die Welt und verdient damit seinen Lebensunterhalt – und das inzwischen nicht zu knapp.

„Er reist durch die Welt und verdient damit seinen Lebensunterhalt.“

Heute zählt sein Reiseblog mit 150.000 monatlichen Lesern zu den erfolgreichsten im europäischen Raum. Tourismus-Unternehmen zahlen hohe Beträge, um darauf zu werben. Auch andere Kanäle hat der Blogger für sich entdeckt und sie Stück für Stück aufgebaut: Sein Podcast wird monatlich 20.000 Mal heruntergeladen, auf Youtube generiert er im gleichen Zeitraum an die 60.000 Views und auf Instagram folgen ihm immerhin 27.000 Menschen. Ein ganz ordentlicher Schnitt ist das.

Wir haben Sebastian Canaves ein paar Fragen gestellt: Wie viel er inzwischen verdient, wie er dahin gekommen ist, wo er gerade steht und ob seine Eltern eigentlich verstehen, was er da treibt. Ein Interview über Erfolg und was er einem abverlangt.

t3n.de: Sebastian, an welchem Strand liegst du gerade? Hawaii, Sansibar oder doch nur an der Ostsee?

Sebastian Canaves: Weder noch. Gerade liege ich im Bett meines Hotelzimmers in Colombo auf Sri Lanka und warte darauf, zum Flughafen zu fahren. Heute Nacht geht nämlich mein Flieger nach Südafrika.

t3n.de: Es lebt sich gut als Reiseblogger, oder? War das von Anfang an so?

Canaves: Gut ist zwar immer relativ, aber ja, ich würde sagen, mir geht es heute sehr gut. Das war natürlich nicht immer so, besonders die ersten zwei Jahre musste ich sehr viel arbeiten und habe nicht gerade viel verdient.

t3n.de: Was heißt denn „nicht viel“?

Canaves: Im Schnitt habe ich im ersten Jahr 500 bis 1.500 Euro und im zweiten vielleicht bis zu 2.000 Euro im Monat eingenommen – bei rund 80 Stunden Arbeit die Woche. Jetzt verdiene ich natürlich wesentlich mehr und arbeite bei weitem nicht so viel.

t3n.de: Was genau heißt das?

Canaves: Naja, heutzutage sitze ich rund 50 Stunden am Laptop und kann so viel verraten: Firmen zahlen teilweise fünfstellige Beträge, um „Off The Path“ für ihre Werbezwecke nutzen zu können.

In dieser Strandvilla auf Sri Lanka haben Sebastian Canaves und Freundin Line die letzten Wochen gearbeitet. (Foto: Off the Path)
In dieser Strandvilla auf Sri Lanka haben Sebastian Canaves und Freundin Line die letzten Wochen gearbeitet. (Foto: Off the Path)

t3n.de: Wie hast du es geschafft, eines der größten europäischen Reiseblogs aufzubauen?  

Canaves: Wichtig ist bei jedem Blog, qualitative Inhalte zu veröffentlichen. Jeder meiner Beiträge liefert einen Mehrwert für meine Leser und ist enorm SEO-optimiert. So habe ich es über die Jahre geschafft, meine bestehenden Leser an mich zu binden und gleichzeitig immer mehr neue Leser dazu zu gewinnen. Zudem habe ich aus „Off The Path“ eine echte Marke mit Wiedererkennungswert geschaffen, was ebenfalls sehr zu meinem Erfolg beigetragen hat.

t3n.de: Inzwischen veröffentlichst du auf weit mehr Kanälen. Du produzierst unter anderem Youtube-Videos und einen Podcast. Wird die Rolle des Blogs dadurch wichtiger oder weniger wichtig? 

Canaves: Ich versuche, „Off The Path“ immer ganzheitlich zu betrachten und meinen Lesern auf unterschiedliche Weise die Tipps und Inspirationen zu geben, die sie suchen. Dazu gehört für mich auch, neue Kanäle wie Youtube oder den Podcast auszuprobieren. Das Blog verliert dadurch nicht an Bedeutung, sondern bekommt im Gegenteil einfach nur neue Sprachrohre dazu. Das verhilft mir letztendlich zu einer größeren Reichweite und somit zu noch besseren Vermarktungsmöglichkeiten.

t3n.de: Wie vermarktest du denn „Off the Path“? 

„Besonders wichtig ist für mich der SEO-Traffic.“

Canaves: Ich habe gleich mehrere Strategien. Besonders wichtig ist für mich Google beziehungsweise der SEO-Traffic. Ein Großteil meiner Leser kommt über klassische Suchanfragen und das ist meiner Meinung nach auch die nachhaltigste Vorgehensweise. Ebenfalls wichtig sind meine Social-Media-Kanäle, wobei hier Facebook und Youtube mit über 100.000 Fans die Hauptrolle spielen. Nicht zu verachten ist außerdem mein Newsletter mit aktuell über 10.000 Abonnenten. Für mich ist Newsletter-Marketing eine super Möglichkeit, um aus Lesern dauerhafte Fans und aus Fans letztendlich Kunden zu machen.

t3n.de: Wobei das ja jetzt erst einmal nur Distributionswege sind. Wie verdienst du Geld?

Canaves: Ich bin inzwischen sehr gut in der Tourismusindustrie und nun auch immer mehr in der Outdoor- und Lifestyle-Branche vernetzt, wodurch ich sehr viele Kooperationsanfragen erhalte. Darüber generiere ich tatsächlich meine größte Einnahmequelle. Danach kommen erst Affiliate-Einnahmen und Einnahmen, die ich durch den Verkauf eigener Produkte wie E-Books, Kleidung oder mein Buch generiere. Außerdem halte ich regelmäßig Vorträge für große Unternehmen, was mir zusätzliche Einnahmen beschert. 

t3n.de: Das klingt alles in allem nach richtig viel Arbeit. Zu viel für eine Person?

Canaves: Ja, mittlerweile ist es für mich tatsächlich zu viel geworden, weshalb ich mich auch nicht mehr allein um „Off The Path“ kümmere. Neben mir arbeitet auch meine Freundin Line, ebenfalls Vollzeit, an dem Projekt, sowie unsere Mitarbeiterin Nina. Zudem habe ich ein Team aus rund zehn Freelancern, die verschiedene Projekte realisieren, darunter professionelle Grafiker, Programmierer und Übersetzer.

t3n.de: Wie schaffst du es, dass all diese Menschen kollaborativ zusammenarbeiten? Ein gemeinsames Büro habt ihr nicht, oder?

Canaves: Das ist natürlich nicht immer so einfach, denn meine Mitarbeiter sind tatsächlich auf der ganzen Welt verteilt. Wir nutzen zum Beispiel Slack für die Team-Kommunikation, aber auch Skype, um regelmäßig miteinander zu sprechen und sich in gewisser Weise auch zu sehen. Zudem arbeiten wir mit Evernote und Dropbox, um Zugriff auf die wichtigsten Dokumente zu haben. Um unsere E-Mails an Kooperationspartner oder Leser zentral zu sammeln und zu verschicken, verwenden wir außerdem Helpscout.

Reiseblogger-Alltag: Das Büro ist manchmal ein Bett, der Strand oder das Cafe um die Ecke. (Foto: Off the Path)
Reiseblogger-Alltag: Das Büro ist manchmal ein Bett, der Strand oder das Café um die Ecke. (Foto: Off the Path)

t3n.de: Bedeutet das eigentlich Erfolg für dich? Etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, viel zu reisen und Menschen eine Arbeit bieten zu können? 

Canaves: In erster Linie bedeutet Erfolg für mich, die Freiheit zu haben, das zu tun, was mir Spaß macht und mich letztendlich glücklich macht. In meinem Fall ist es tatsächlich meine Selbstständigkeit und die damit verbundene Möglichkeit, meine Arbeit mit dem Reisen verbinden zu können. Anderen Arbeit zu bieten, ist eine tolle Sache, viel toller finde ich aber, dass ich mit meinem Blog viele tausende Menschen dazu inspirieren kann, ebenfalls ihren Traum zu verwirklichen – das ist mein ganz persönlicher Erfolg.

t3n.de: Verstehen deine Eltern eigentlich, was du tust? 

Canaves: Nein. Ich denke, für Leute in meinem Alter und jünger, oder für alle, die sich explizit mit dem Thema Bloggen und Online-Marketing auseinandersetzen, ist es nicht schwer zu verstehen, was ich mache oder wie ich mein Geld verdiene. Für meine Eltern allerdings ist es eine völlig fremde Welt, in die sie nur sehr langsam eintauchen, die sie aber nicht wirklich verstehen. Ich habe zwar manchmal das Gefühl, dass sie es tun, doch dann kommen Fragen oder Kommentare auf, die mir ganz klar zeigen, dass das doch alles enorm fremd ist.

t3n.de: Vielleicht solltest du einen Bring-Your-Parents-Day in Kapstadt veranstalten? 

Canaves: (lacht) Ja, das könnte hilfreich sein.

Impressionen der letzten Off-the-Path-Reisen
Sebastian Canaves in einer Hütte auf Bali, Indonesien. (Foto: Off the Path)

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25 Reaktionen
One Million Places

Es gibt in Deutschland nur sehr wenige Menschen, die von Ihrem Blog leben können. Wenn er das aber geschafft hat (was wir nicht beurteilen können), dann finden wir, ist das eine tolle Sache. Dazu gehört immer viel Arbeit!

Wir wurden auch oftmals über unsere Art zu reisen (besonders unsere Weltreise) kritisiert - und doch war es für uns genau der richtige Weg. Aber damit wirklich Geld zu verdienen und damit einen guten Full-Time Job zu ersetzen, schaffen wahrscheinlich wirklich nur wenige. Je nachdem, was man auch für Ansprüche und Kosten hat ;)

Carlos Pou
Carlos Pou

Ich halte diese emotional befrachteten Kommentare zu diesem t3n-Beitrag so überflüssig wie einen Pickel am Arsch. Auch was den Artikel selbst betrifft, sag ich mal: es mag wohl Leute geben, die mit Werbung im Netz immer noch gutes Geld verdienen. Ob das im Falle von "Person XY" dann tatsächlich auch so ist, keine Ahnung ("die Gedanken sind frei"), geht eigentlich auch niemand was an. Meiner Meinung nach dient der Artikel zu nichts weiter als dazu, Leser auf die Seite zu locken, die sich von solchen "Geschichten die das Leben schreibt" - ob fiktiv oder real - angezogen fühlen.

Marinela

Mich würde ja mal interessieren, was der Rest, der sich hier so arg aufregt über das Thema Steuerzahlung in Deutschland, so zur gesellschaftlichen Verbesserung in Deutschland beiträgt?

Ist ja super, dass ihr eure Steuern zahlt, aber andererseits nutzt ihr auch deutsche Systemvorteile wie die gesetzliche Krankenversicherung (ich bin mir sicher, dass die meisten digitalen Nomaden wie ich auch privat versichert sind - und das übrigens auch oft bei deutschen Versicherern, womit ebenfalls wieder Geld nach Deutschland fliesst) oder ihr schickt eure Kinder in ein tolles deutsches Schulsystem (Ortsunabhängige mit Kindern machen das logischerweise auch nicht).

Ich kann nicht so ganz nachvollziehen, wo diese ganze Aufregung herkommt. Jemand lebt in Deutschland und zahlt hier Steuern, jemand wandert aus und tut das nicht. Wollen wir jetzt anfangen, Menschen dazu zu zwingen, in dem Land zu bleiben, in dem sie geboren sind?

Chris

Leute,
wer sich hier die Mühe macht, sich so riesig aufzuregen, ist vielleicht nur neidisch, dass andere sich trauen, einen Traum zu leben ...
Ich finde gut, was Sebastian und Conni machen, man kann sich doch einfach inspirieren lassen - und sie so lassen, wie sie wollen !!! ;-)

Patrick
Patrick

Als ich den Begriff digitaler Nomade das erste Mal hörte, klang die Story da hinter sehr interessant. Je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftigte, desto mehr wollte ich auch ein digitaler Nomade werden. Nach ein paar eBook und Onlinekurs Einkäufen bei den bekannten DNs, kam dann schnell die Ernüchterung und der Begriff kotzte mich nur mehr an. Nachdem ich aber nun einige persönlich kennengelernt habe und auch andere Personen die einen Lebensunterhalt mit unterschiedlichsten Sachen verdienen, ist es für mich nun ein Begriff "Nimm dein Leben selbst in die Hand und mach was dir Spaß macht, wenn du dabei auch noch Geld verdienst, Super." Wie auch schon Marinela vor mir gibt es auch sehr viele DNs die sehr professionell arbeiten und einen Mehrwert bringen.

Zum Thema Steuern geb ich ihm vollkommen Recht. Wieso soll er in DE Steuern zahlen, wenn er 90% seiner Zeit im Ausland verbringt. Wenn er dann in DE ist zahlt er eh auf alles was er konsumiert Steuern (sprich Mehrwertssteuer). Ein Tourist zahlt auch keine anderen Steuern. Auch für den Fall das er bei Krankheit wieder zurück nach DE will, zahlt er sicher auch in eine Krankenversicherung ein, damit das überhaupt möglich ist.

Wer würde nicht gerne weniger Steuern zahlen, wenn er kann? Was geht DE da schon groß ab wenn er seine Steuern wo anders zahlt vl. 50 000 € im Jahr. Bei vl. 1000 DNs die das auch wirklich so praktizieren sind es vl. dann 5 Millionen € die der deutsche Staat nicht bekommt.

Viel wichtiger wären Fragen wie: Was passiert mit den X Millarden die im EU Topf landen und wieso verschwinden da jedes Jahr X Millionen? Wieso zahlen große Unternehmen wie Google, Facebook und Co ihre Steuern in Europa nicht bzw. nur teilweise? usw.

Leider ist es natürlich immer leichter den Mittelstand auszumelken, da die Höhergestellten ja genung Geld in Lobbying investieren können, damit alles so bleibt bzw. noch besser wird für Sie.

@Marinela: Bitte noch Beispiele für Charity bzw. Sozialeprojekte anführen. Find es auch super, das viele DNs auch diesen Weg gehen.

Marinela

Sehr gut gesagt!

Um mal einige Beispiele zu nennen: Marcus und Feli von der DNX Konferenz haben eine Charity für brasilianische Strassenkinder gestartet und Karsten und Gerald vom Coboat investieren einen Teil ihrer Einnahmen in soziale und ökologisch nachhaltige Projekte in Asien.

rquermann

Freuen wir uns doch, dass er sein Geld mit Dingen verdient, die Spaß machen. Umso mehr, als das beweist, dass mit Arbeit und einer Idee auch abseits der klassischen Wege legal Geld verdient wird. Und ich beneide ihn sicher nicht. Es trübt die Freude, wenn mann langfristig aus dem Koffer lebt und zum Termin Beiträge abliefern muss, wenn andere abfeiern.

Auch die steuerlichen Dinge mit Auslandsbezug machen wahrscheinlich keinen Spaß. Sicher sind aber einige Grundlagen. Wo und was versteuert wird (besser: werden sollte) hängt davon ab, ob die Person in Deutschland beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig ist.

Unbeschränkt steuerpflichtig ist, wer (irgend) einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat. Derjenige unterliegt mit seinen weltweiten Einkünften der Steuerpflicht in Deutschland. Einen gleichzeitigen Zugriff mehrerer Staaten sollen die Doppelbesteuerungsabkommen verhindern. Tun sie aber nicht immer und wenn, dann nach mühsamer Arbeit. Und das hört der Spaß für unseren Blogger auf.

Wer beschränkt einkommensteuerpflichtig ist, unterliegt der deutschen Einkommensteuer nur mit seinen inländischen Einkünften (§ 49 Einkommensteuergesetz). Inländische Einkünfte können durch verschiedene Umstände entstehen. Das kann z. B. die Beschäftigung eines Arbeitnehmers (m/w), das Unterhalten einer Betriebsstätte/eines Büros oder die Verwertung der Tätigkeit im Inland sein.

Aber bevor wir uns weiter den Kopf über die Steuermoral anderer zerbrechen, Hand aufs Herz: Wie war das noch mit der letzten "Nachbarschaftshilfe", der Autoreparatur oder der Putzfrau?

Marinela

Jetzt muss ich mich doch noch mal melden. Einige der Kommentare sind doch wirklich sehr verallgemeinernd. Ob jemand in Deutschland steuerpflichtig ist, hat nicht (nur) etwas mit dem Wohnsitz zu tun, sondern mit der Art der Dienste, die angeboten werden / Unternehmenssitz etc. Dazu findet ihr einen SEHR ausführlichen Artikel hier: http://wirelesslife.de/steuern-digitale-nomaden/

Ich finde es auch vereinfacht zu sagen, man ziehe sich damit aus der Verantwortung, nur weil man keine Steuern in Deutschland zahlt. Die meisten (deutschen) digitalen Nomaden helfen mit ihrer Arbeit (ich kenne Psychologen, Anwälte, Coaches etc.) tatsächlich vielen Deutschen. Andere investieren ihr Geld in soziale Projekte oder Charities.
UND: Es gibt auch sehr viele digitale Nomaden aus anderen Ländern, die in Deutschland leben - und dort ihre Steuern zahlen und Unternehmen gründen. Es ist ja nicht so, als wäre das ortsunabhängige Leben nur eine Einbahnstrasse.

Zum Thema hilfreiche Blogs ... ja, darüber habe ich mich neulich auch schon aufgeregt (https://meinleben.digital/abzocke/), aber ich glaube, das ist wie mit allen Modeerscheinungen, mit der Zeit setzen sich die wirklich guten Angebote durch - und davon gibt es doch auch etliche.

Trekking Marokko

Ich habe den Blog schon lange abonniert und würde ihn ebenfalls eher zu den weniger hilfreichen Lifestyle-Reiseblogs zählen, da bei mir persönlich harte Fakten und nützliche Infos hoch um Kurs stehen. Trotzdem Respekt für das Durchhalten und die gut ausgeschöpften Selbstvermarktungspotenziale!

PS: Planetbackpack-Connie finde ich ebenfalls nicht besonders hilfreich...

Johny
Johny

Kann hier nur zustimmen mit der typisch deutschen Neiddebatte. Was ist euer Problem, wenn andere erfolgreicher sind, wie ihr?!

Nur bei den Steuern muss ich zustimmen. Wer hier auf Kosten des Staates aufgewachsen ist und dann seine Steuern woanders zahlt, wo er nicht mal richtig wohnt, handelt einfach nur asozial.

Marvin
Marvin

Jemand der seinen Wohnsitz nicht in D hat der muss auch nicht seine Steuern hier zahlen. Ist doch logisch. Warum sollte jemand der nicht mehr in Deutschland lebt auch hier steuern zahlen? Vergangenheit ist doch da piepegal. Oder willst du dass Leute die vorher im Ausland gelebt haben und jetzt in D leben u. wohnen hier keine Steuern oder doppelt steuern zahlen? Das ist doch Schwachsinn.

Johny
Johny

Wenn er in Hong Kong leben würde, wäre das ja in Ordnung. Aber tut er das wirklich? Die Postadresse ist in Deutschland und im Disclaimer bezieht er sich auch noch auf deutsches Recht :D :D.
Die letzten Skandale haben gezeigt, dass die Steuerpflicht an die Staatsangehörigkeit gekoppelt werden sollte. Doppelt Steuern zaheln muss sicher niemand, dafür gibt es bestimmt Regelungen.

Guido
Guido

Nein, das ist nicht so logisch. Was ist mit jemand der rumpost, wie irre viel Kohle er verdient, der aber überall angibt, dass er da gar nicht lebt und entsprechend da überall keine Steuern zahlt? Der lebt vielleicht je 2 Monate im Jahr in 6 verschiedenen Ländern. Ein Lebensmittelpunkt lässt sich so kaumt festlegen. Ist er dann also überall steuerbefreit oder wo muss er Gewinne/Einkommen versteuern? Lösung: Es zählt dann auch der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Interessen. Off-the-Path ist deutschsprachig und wendet sich an deutschsprachige Leser, also primär Deutsche. Auch ein erheblicher Teil der Werbe- und Kooperationspartner dürfte aus Deutschland kommen. Damit ist er wahrscheinlich in Deutschland steuerpflichtig. Ich würde aber bezwiefeln, dass er hier Steuern zahlt.

Was mich bei dem ganzen Thema nervt: Viele Reiseblogger binden einem permanent missionarisch auf die Nase, wie ultracool ihr Leben als digitaler Nomade (ein Haßbegriff) ist. Man müsse das unbedingt auch wagen. Sonst ist man irgendwie ein Loser, der nichts aus seinem Leben gemacht hat. Und was soll den schon passieren. Man ist als Deutscher ja so gut abgesichert und wird im Zweifelsfall aufgefangen. Nur das man als digitaler Nomade jahrelang nicht in das Auffangnetz eingezahlt hat. Ausnahmslos jede Gesellschaft zerbricht und ist nicht überlebensfähig, wenn größere Bevölkerungsteile als digitale Nomaden leben wollten.

Marvin
Marvin

@Guido
ja du hast recht bei näherer Betrachtung: §§ 2 bis 5 AStG https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fensteuergesetz_(Deutschland)#Zweiter_Teil:_Wohnsitzwechsel_in_niedrig_besteuernde_Gebiete
Stimme dir zu, danke.

Marvin
Marvin

Also ich kenne den off-the-path Blog auch schon viele Jahre und ich fand den nie wirklich hilfreich und auch völlig überladen und langsam mit zu großen Bildern. Gibt es wirklich Leute die das regelmäßig lesen? Auf SEO optimiert, ja, aber bestimmt nicht auf langsame Internetleitungen im Ausland. Also den Planet Backpack Blog von der "Kollegin" Connie find ich tausend mal besser und hilfreicher.

Yannic
Yannic

Die Kommentare von Peter und lola sind ja mal der größte Witz. Ihr seid echte Neider, wie es sie hier in Deutschland viel zu oft gibt. Statt dem Sebastian seinen Erfolg zu gönnen, werden Argumente angeführt, die völlig aus der Luft gegriffen sind, z.B. „Auf Youtube ist er ne winzige Nummer“ - schonmal darüber nachgedacht, dass die gesamten Social Media Aktivitäten primär darauf ausgerichtet sein könnten, die Marke „Off the Path“ zu stärken und die User mehr an den Blog zu binden? Und der Kommentar zur Steuererklärung ist auch völlig hirnrissig. Sebastian handelt hier offensichtlich nach geltenden Gesetzen, die es ihm eben erlauben, sich aus Deutschland abzumelden und sein Unternehmen in Hong Kong anzumelden. So what? Ich verstehe nicht so wirklich dein Problem...

Sebastian, mach dein Ding weiter wie bisher! Stay wild!!

LG Yannic

Guido
Guido

Klar kann man sich hier abmelden und in Hong Kong eine Firma anmelden. Nur heißt das nicht zwangsweise, dass man dann hier nicht mehr steuerpflichtig ist. Was man schnell recherchieren kann: Die Hong Kong Adresse liegt in einem abgewrackten alten Hochhaus. Auf exakt das selbe Büro sind zig weitere Firmen gemeldet. Im besten Fall ist das eine Form von Workplace-Sharing, vermutlich aber eher eine reine Postadresse, bzw. ein Administrations-Service zum Betrieb einer Limited, wie man ihn auch in Uk und vielen anderen Ländern nutzen kann. Ganz offensichtlich liegt der Lebensmittelpunkt zumindest nicht in Hong Kong und damit aus Sicht des deutschen Fiskus auch nicht die Steuerpflicht.

Fakt ist auch, dass sich ziemlich viele Reiseblogger Steuerzahlungen in Deutschland rechtswidrig entziehen und sich auch Zahlungen in die Sozialsysteme hier entziehen. Wenn dann im Ausland etwas passiert ist, kehrt man aber gern nach Deutschland zurück und gönnt sich hier hunderttausende Euro teure Behandlungen. Bezahlt von denen, die sich nicht als die ultracoolen digitalen Nomaden präsentieren.

Ich reise selbst viel in abseitige Länder und kenne viele Reiseblogs. Auch Off-the-Path kenne ich schon länger. Das das die ganz große Nummer sein soll, ist mir bisher aber nicht aufgefallen. Vieles dort ist inhaltlich oberflächlich bis falsch und, was auch im Artikel zum Ausdruck kommt, nur Richtung SEO/Vermarktung optimiert. Der Nutzwert ist gering. Trotzdem würde ich nicht ausschließen, dass er die genannten Beträge verdient. Ich glaube aber nicht, dass das Modell nachhaltig ist.

lola
lola

Stellt doch mal kritische Fragen:
Wie versteuert er denn seine Einnahmen als seiner Hongkonk LTD in Deutschland. Man kann ja klar erkennen das er seine Lebensmittelpunkt in Deutschland hat (siehe Adresse im Impressum). Das "Abmelden aus D" reicht nicht aus um aus der Steuernummer raus zu kommen. Da selbe gilt für seine beiden "Partner" bzw Angestellten.

Das "Steuerfreie" Leben eines Vagabunden geht nur wenn man tatsächlich "keine Wurzeln" mehr hat. Da reicht Mamis Kinderzimmer aus um Steuerpflichtig zu werden.
Und die deutschen Einnahmen kann man auch nachweisen. Das ist die leichteste Übung der Finanzamts.

Zieht man von den "Millionen" gewinnen die Steuer ab, wird es schon viel weniger. Und das Palmhaus am Strand ist keine Betriebsausgabe....:-)

Ok
Ok

"Steuererklärung auf den Tisch"... du bist ja ne richtige Flitzpiepe. Holy shit.

Jens
Jens

LTD versteuert in Deutschland? Das ist eine Körperschaftsgesellschaft und versteuert in HK. Solange er sich kein Gehalt zahlt, hat er auch keine Einnahmen.

lola
lola

80 Stunden am Anfang brachten 1000 Euro. Wann war der dann auf Reisen und hat die Abenteur erlebt, in der Nacht. Oder sitzt der Im Keller seiner Mutti und schreibt Reiseführer ab.
Immer wieder die selbe dämliche Idee, damit die Presse irgendwas bringt.
Steuererklärung auf den Tisch....wenn es sowas gibt. Welche Firma vergibt Aufträge an einen Schwarz arbeiteten Vagabunden. Bei ja 2 Angstellten müssen das ja gigantische Summen sein.

Und bei sovielen "Reisebloggern" wird es wohl kaum viel Geld geben. Oder zahlen Firmen nur weil man "Traffik" hat. Den kann man ja auch kaufen. Die meisten zahlen doch nur noch Provisionen

Marinela

Hallo lola,
ich bin Marinela und ebenso wie Sebastian "digitale Nomadin". Man kann schon harte Arbeit mit einem Reiseleben verbinden, denn anstatt ins Büro zu pendeln und dann dort zu sitzen, sucht man sich seinen Arbeitsort selbst aus - und das kann überall auf der Welt sein. Und ob ich dann eine 16 Stunden Schicht schiebe und am nächsten Tag surfen gehe, kann ich mir ebenfalls selbst aussuchen :-)

Man muss aber auch verstehen, dass unser Leben natürlich nicht daraus besteht, faul am Strand zu liegen, sondern es eben genau so viel Arbeit und Schweiss wie bei anderen Selbständigen erfordert - und dann bei Menschen wie Sebastian dann damit auch ein schöner Lohn dafür herauskommt.

Peter
Peter

Sorry, das glaube ich ihm nicht. Auf Youtube ist er ne winzige Nummer im Vergleich, mit Instagram verdient es sich schwer und nur passiv mit massiver Reichweite und sein Blog ist nicht gerade weltbewegend. Einzig und allein mit den Büchern könnte er einiges verdienen... und auch wie er sich darstellt. Am Arsch mein Freund, nehm ich dir nicht ab.

Chris
Chris

Ach wenn man dofollow Links verkauft und nen Ghost-Writer für sein Buch hat, geht das schon. Ich nehme ihm die 5-stelligen Beträge nicht ab. Nie im Leben. Und "qualitativ hochwertige Inhalte" suche ich noch auf diesem Blog. Rechtschreibfehler findet man wohl eher.

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