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re:publica 2013: „Die beste Show der Republik” [#rp13]

re:publica 2013: „Die beste Show der Republik” [#rp13]

Die 2014 ist terminiert – jetzt aber ist es erstmal Zeit, auf die rp13 zurückzublicken. Auf drei Tage mit großartigen Vorträgen, entspannter Atmosphäre und: funktionierendem . Der Versuch einer differenzierten Lobhudelei.

re:publica 2013: „Die beste Show der Republik” [#rp13]

re:publica 2013: 5.000 Besucher, 64.000 Tweets, 13.000 Flaschen Bier

Auch die re:publica 2013 ging mit einer großartigen Party zu Ende. (Foto: re:publica 2013 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Was sind das für Zahlen! 263 Sessions von rund 450 Speakern, 268 Stunden Programm in drei Tagen – soviel zu den Fakten der re:publica 2013, die gestern in Berlin zu Ende gegangen ist. Das alles aber fand in einer Atmosphäre statt, die immer noch mehr an ein Festival erinnert als an eine Konferenz. Und auch dazu gibt es Zahlen: 5.000 Besucher, 64.000 Tweets, 13.000 Flaschen Bier, 6.000 Flaschen Club Mate. Auf wohl keiner anderen Veranstaltung lernt man so unkompliziert so viele Entscheider, Vordenker und vor allem: großartige Menschen kennen. Jedes Jahr aufs Neue wundert man sich, wie die Organisatoren diese erstaunliche Mischung aus Inhalten, Networking und Party hinbekommen. Beruhigend, dass sie es vermutlich selbst nicht ganz genau wissen. Und wahrscheinlich ist das schon das das Geheimnis hinter der re:publica. „Die beste Show der Republik“, twitterte der Journalist Wolf Lotter gestern. Man will ihm nicht widersprechen.

Und doch: Jedes Jahr aufs Neue möchte man auch sagen, die re:publica sei erwachsen geworden und wie jedes Jahr gibt es auch 2013 kritische Stimmen. Denn die re:publica professionalisiert sich immer weiter. Die Preise steigen, die Sponsoren werden größer und platzieren sich prominenter, das Gefühl, re:publica-Besucher blieben drei Tage lang unter sich, verschwindet ganz langsam. Man kann das bedauern und den „alten” Zeiten hinterhertrauern. Man kann sich aber auch freuen, dass durch diese Veränderungen Dinge möglich sind, die in den Anfangszeiten der re:publica undenkbar gewesen wären.

Content first bei der re:publica

Nur durch Sponsoren und das inzwischen stattliche Budget lassen sich Speaker wie Cory Doctorow, Richard Allan, Mitchell Baker, Catherine Barba oder auch Dieter Zetsche nach Berlin locken. Nun könnte man einwenden, Zetsche als Daimler-Chef sei nur da gewesen, weil sein Unternehmen einer der Hauptsponsoren ist – und zu einem gewissen Teil stimmt das sicher. Die Art und Weise aber, wie sich der Manager auf der großen Bühne präsentierte, war überzeugend – der Auftritt war ehrlich, offen, sympathisch und nur so weit Werbung für den Automobilkonzern, wie es für einen CEO unbedingt nötig ist. Während auf anderen Konferenzen gerade die Führungsetagen oft durch Marketingphrasen und Selbstbeweihräucherung glänzen, geht es bei der re:publica nach wie vor um den Inhalt, um Substanz – und die meisten Speaker wissen das zum Glück.

Dazu kommt eine beeindruckende Bandbreite an Themen. Dass die re:publica ihr Programm nach wie vor selbst kuratiert und nicht – wie hier und da immer wieder gefordert wird – durch Abstimmung zusammenstellen lässt, zahlt sich aus. Genauso wie die Mühe, die das Team in die Verteilung der Sessions und Workshops investiert. Nur selten hörte man in diesem Jahr, dass sich Besucher zwischen den verschiedenen Angeboten nicht hätten entscheiden können.

re:publica 2014 in der Woche vom 5. bis 9. Mai

Doch die Professionalisierung hat noch zwei weitere Auswirkungen. Eine, die man als Randnotiz bezeichnen könnte – das WLAN war über drei Tage größtenteils stabil, die Organisation mit wenigen Ausnahmen hervorragend. Eine andere aber zeigt nicht nur den Wandel der re:publica, sie geht deutlich darüber hinaus: Das mediale Interesse 2013 war enorm. Von der tagesschau über dutzende von Zeitungen, Magazinen und Nachrichtenagenturen bis hin zur FAZ stand die re:publica mit ihren Themen drei Tage lang im Fokus der Öffentlichkeit wie nie zuvor. Selbst RTL2 brachte in seinen Hauptnachrichten einen Beitrag aus Berlin – allen, die das Netz und die Themen, die mit ihm verknüpft sind, noch immer nicht für gesellschaftlich relevant halten, sollte das zu denken geben.

Bei all dem Lob taucht jedoch – seit der ersten re:publica – immer auch dieselbe Warnung auf, wenn die drei Tage vorüber sind: die Warnung, die Konferenz könnte zu groß werden, könnte zu schnell wachsen. Wer jedoch das Team beim Abschluss-Event gesehen hat, wer einmal mit Johnny Haeusler spricht, der macht sich darum keine Sorgen. Sie alle wissen um den Reiz dieser Veranstaltung, und sie alle werden dafür sorgen, dass auch die re:publica im nächsten Jahr wieder eine großartige Veranstaltung wird. Apropos: Zumindest die Woche, in der die rp14 stattfinden wird, steht schon fest. Es ist die Woche vom 5. bis 9. Mai 2014. Ich freu mich drauf.

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