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E-Commerce

Retail 3.0: Das bringt die Zukunft des Einzelhandels [SEO Campixx 2014]

    Retail 3.0: Das bringt die Zukunft des Einzelhandels [SEO Campixx 2014]

Retail 3.0. (Foto: © bilderstoeckchen - Fotolia.com)

Auf der SEO Campixx 2014 hat Viewsy-Gründer Odera Ume-Ezeoke über Retail 3.0 gesprochen, das nächste Buzzword des Einzelhandels. Hierbei skizzierte er die bisherige Entwicklung des klassischen Offline-Handels und thematisierte anschließend aktuelle Trends.

Die Entwicklung des Einzelhandels ist von kulturellen und technischen Entwicklungen geprägt. Letztere nahmen schon vor hundert Jahren großen Einfluss – das Auto, der Kühl- und Gefrierschrank –, doch die wirklich einschneidenden Neuerungen folgten erst in den letzten Jahrzehnten. Mittlerweile wächst der Online-Handel zehnmal schneller als der Offline-Handel, zeitgleich sinken die Ausgaben der zahlenden Kunden bei steigenden Ausgaben für beispielsweise Miet- und Pachtkosten. Schnell wird deutlich: Es bedarf einschneidender Veränderungen.

Retail 3.0: Wo steht der Einzelhandel?

Im direkten Vergleich von Online- und Offline-Handel wird laut Ume-Ezeoke eins ganz deutlich: Während online jeder Schritt des Kunden in die Analyse einfließt und Probleme sowie Chancen aufdeckt, wird offline aktuell kaum etwas analysiert. Zu steigenden Kosten und fallenden Einnahmen kommt demnach eine zweite Problematik: die mangelnde Fähigkeit zur Optimierung.

Ume-Ezeoke macht deutlich, hier muss sich etwas tun: Kunden wollen heutzutage nicht mehr irgendwo einkaufen, sondern dort wo sie sich wohlfühlen. Starbucks ist dafür ein gutes Beispiel. Parallel dazu erwarten sie für weniger Geld schnelleren und besseren Service.

Um mit den Angeboten des Internets mitzuhalten, versuchen viele Einzelhändler mit immer größeren Rabatten zu punkten. Das darf jedoch langfristig nicht die einzige Strategie sein, um neue Kunden zu gewinnen. Einzelhändler müssen demnach auch abseits des Preises optimieren, um zu überleben. Hier greift „Retail 3.0“.

Retail 3.0 ist nicht nur ein weiteres Buzzword, betont Ume-Ezeoke gleich zu Beginn seines Vortrags. Es bechäftigt sich mit zentralen Veränderungen des Einzelhandels, sowohl Chancen als auch Problemen. Ume-Ezeoke zählt dazu die Problematik der fehlenden Daten, aber auch die zunehmende Bedeutung der mobilen Endgeräte sowie sozialer Medien.

Ein Blick in Richtung „Retail 3.0“

Für die Zukunft definiert Ume-Ezeoke in seinem Vortrag zahlreiche Trends des Einzelhandels. Im Folgenden eine Übersicht seiner Anmerkungen …

  • On-Demand-Delivery: Der Bedarf der Kunden steigt, ebenso die Möglichkeiten des Einzelhandels. Schon jetzt ermöglichen einige Händler die direkte Lieferung von Produkten, unmittelbar nach der Bestellung. Für die kommenden Jahre prognostiziert Ume-Ezeoke eine rasante Verbreitung des sogenannten „On-Demand-Delivery“ – eine einschneidende Veränderung des Einzelhandels.
  • Personalisierung im Einzelhandel: Nutzer begegnen online stark personalisierten Angeboten. Das beste Beispiel hierfür ist die Startseite von Amazon, die auf Basis zuvor gesammelter Daten stark an den angemeldeten Nutzer angepasst wird. Bislang wird dieses Prinzip offline kaum eingesetzt, wenngleich einige Unternehmen erste Versuche wagen. Ume-Ezeoke sieht hier noch viel Potenzial.
  • Echtzeit-Analytics: Ein weiterer Trend im Online- sowie Offline-Bereich ist die Analyse der generierten Nutzerdaten in Echtzeit. Klar ist, auch hier profitiert aktuelle primär der Online-Bereich. Mehrere Unternehmen beschäftigen sich aber schon jetzt mit dem analogen Tracking der Besucher und Käufer, darunter auch Viewsy.
  • Omnipräsenter Point-of-Sale: Im Internet nutzen Händler jede Chance zum Verkauf ihrer Produkte. Möglich macht dies die Verknüpfung verschiedener Verkaufs- und Kommunikationskanäle, beispielsweise via Retargeting. Ähnliche Angebote werden sich zunehmend auch im analogen Einzelhandel durchsetzen, so Ume-Ezeoke. Möglich machen dies technische Neuerungen und dessen zunehmende Verbreitung.
  • Kontextueller Support: Wie können Händler den Verkauf ihrer Produkte unterstützen, ohne ihn zu stören? Online funktioniert dies schon jetzt relativ erfolgreich, nicht aber offline. Einzelne Unternehmen versuchen sich bereits an ersten Testprojekten, doch Ume-Ezeoke sieht noch großes globales Potenzial. Sein Beispiel: die sogenannten „Happy Tables“ von McDonalds. Diese Tische verbinden sich via NFC mit mobilen Endgeräten und starten dort Minispiele. Sie sollen Kinder unterhalten und beschäftigen, während die Eltern in aller Ruhe essen.

Was meint ihr: Welche Trends bestimmten den Einzelhandel der nächsten Jahre?

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6 Reaktionen
SophiaL
SophiaL

@Helga Da hast du vollkommen Recht - der Handel befindet sich in einem Umbruch. Diesen haben viele Einzelhändler verschlafen. Das zeigt z.B. Karstadt, die für das Jahr 2011/12 ein Minus von 158 Millionen Euro einfahren. Selbst die Premium Stores um das Berliner KaDeWe erwirtschafteten ebenfalls einen Verlust. Viele Unternehmen verstehen nicht, dass online und offline Handel immer mehr ineinander übergehen. Da kommen ihnen die Lösungen von Unternehmen wie Viewsy (http://viewsy.com) und Store Analytics (http://storeanalytics.de) gerade recht. Die versprechen mit Analysen und der Auswertung von Kundendaten Vorteile für beide Seiten und wollen das Shoppen in der Stadt wieder beliebter machen. Doch zuletzt entscheidet der Kunde. Und was dieser davon hält, das wird sich zeigen.

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Helga Trölenberg

Personalisiere Prospekte und Kataloge gabs schon vor Jahrzehnten, als E-Commerce noch mit wenig Internet daher kam und Versandhandel hieß. Das ist heute alles kein Problem mehr, wenn man Kundendaten hat, z.B. als Einzelhändler über eine Kundenkarte. Dann lässt es sich prima personalisieren, sogar beim Eindruck von spezifischen Angeboten, personalisiert auf den Einzelkunden. Und dass Personalierung bei Produkten im Einzelhandel auch geht, zeigt gerade Rossmann mit dem Projekt Mein Design(http://www.rossmann.de/verbraucherportal/haushalt-technik/foto-technik/mein-design.html). Das geht auch über einen Terminal im Laden mit persönlicher Bedienhilfe, wenn man den Kunden nicht allein damit vor dem Bildschirm lassen will. Und wie Multi-Channel in der Filiale geht, zeigt ein Besuch in den Stores von Walbusch oder ein Besuch im Gabor-Store im Shopping-Center Am Anger 1 in Erfurt. Wer da raus geht, ohne das richtige gefunden zu haben, kauft garantiert beim Ausruhen vom Einkaufstripp auf dem heimischen Sofa vom Tablet aus. Doch zugegeben, der Handel befindet sich in einem riesigen Umbruch. Ob der gelingt, ist eher eine Frage der mentalen Beweglichkeit und Entscheidungsfreudigkeit der Führungscrews im Handel und nicht der Technologien. Und es hängt davon ab, ob die Entscheider im Handel den Willen zum Gelingen aufbringen.

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Peter Studer

Bei den personalisierten Werbeflyer stellt sich die Frage des Datenschutzes. Viele Kunden mögen so etwas nicht. Eine grosse Supermarktkette in der Schweiz kündigte an, dies zu nutzen. Hat aber aufgrund von Kundenprotesten davon Abstand genommen.

Ein Trend welcher ich als Online Händler sehe, ist das "Schaufenster". Viele Kunden wollen die Produkte Offline anschauen können und sie dann Online kaufen. Ich habe deshalb eine Zusammenarbeit mit einem Laden gesucht, bei dem Produkte ausgestellt sind. Sie können auch dort bestellt werden. Nur mitnehmen kann er sie nicht sofort.

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Lars Budde

@Josho In seinem Vortrag hat Ume-Ezeoke von einem Unternehmen gesprochen, das schon jetzt personalisierte Werbeflyer verschickt. Statt allen Kunden die gleichen Angebote zuzuschicken, werden diese auf Basis ihrer Kaufhistorie angepasst – quasi genau so, wie das auch Amazon mit dessen Startseite macht.

Theoretisch ist so etwas durchaus möglich.

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Werner

Manchmal ist die Zukunft schneller Realität als man denkt

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Josho
Josho

Ich frag mich, wie die Personalisierung in den Einzelhandel übertragen werden soll? Das is doch absolute Zukunftsmusik.

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