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Digitaler Wunschzettel: Was der neue Bahnchef jetzt tun muss

    Digitaler Wunschzettel: Was der neue Bahnchef jetzt tun muss

Richard Lutz soll neuer Bahnchef werden. (Foto: dpa)

Richard Lutz wird übereinstimmenden Medienberichten zufolge neuer Chef der Deutschen Bahn. Ein digitaler Wunschzettel. 

Es waren turbulente Wochen bei der Deutschen Bahn. Die Suche nach einem Nachfolger für den im Januar überraschend zurückgetretenen Chef Rüdiger Grube gestaltete sich schwieriger als gedacht. Als Favorit galt zunächst Ronald Pofalla, der seit Januar auch im Infrastruktur-Vorstand des einstigen Staatskonzerns sitzt. Doch ein Wechsel des früheren Kanzleramtsministers kam vielen Beteiligten offenbar zu früh, die SPD bekundete sogar lautstark Protest.

Bahnchef: Richard Lutz beerbt Rüdiger Grube

Nun ist ein Nachfolger offenbar gefunden. Der bisherige Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz soll an die Spitze des Staatskonzerns rücken. Dies berichten mehrere Medien unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Lutz werde bei der Aufsichtsratssitzung in der nächsten Woche zum Nachfolger von Rüdiger Grube ernannt, sagten demnach mehrere mit der Personalie Vertraute.

Der bisherige Finanzvorstand Richard Lutz soll Rüdiger Grube als neuen Bahnchef beerben. (Foto: dpa)

Auf den 52-jährigen kommen in den nächsten Monaten große Aufgaben zu: Lutz muss die vom Vorgänger Grube ausgerufene Pünktlichkeitsoffensive fortführen. Vor allem aber wird er die Digitalisierung des angestaubten Konzerns rapide vorantreiben müssen. Trotz sichtbarer Bemühungen in den letzten Jahren hat die Deutsche Bahn noch in vielen Bereichen Nachholbedarf. Wie wäre es hiermit?

Funktionierende Sitzplatzreservierungen

Entschuldigung, könnten Sie mal? Mit den Sitzplatzreservierungen in den Zügen ist es ja so eine Sache. Sie kosten ein kleines Vermögen, aber funktionieren oft nicht. Entweder fällt die elektronische Anzeige über den Sitzen komplett aus oder ein vager „ggf. freigeben“-Hinweis leuchtet einem vorwarnend Gesicht. Zank unter den Fahrgästen ist vorprogrammiert. Wenn der Zug besonders gut gefüllt ist, müssen Plätze vom rechtmäßigen Inhaber sogar im Nahkampf zurückerobert werden. Zwar hat die Bahn das System im vergangenen Jahr umgestellt. Statt per Diskette werden die Reservierungen jetzt über Funk eingelesen. Das funktioniert aber offenbar noch nicht überall. Mehr Zuverlässigkeit wäre dennoch cool.

Beacons in jedem Bahnhof

Bahnkunden speichern ihre Fahrkarte immer öfter auf ihrem Smartphone. Eine Ressource, die der neue Bahnchef ruhig besser ausschöpfen könnte. Wie wäre es beispielsweise mit Beacons in allen Bahnhöfen? Über die kleinen Bluetooth-Sender könnten Reisenden nützliche Zusatzdienstleistungen angeboten werden, etwa die spontane Buchung einer Sitzplatzreservierung zum Sonderpreis oder Push-Benachrichtigungen bei kurzfristigen Gleisänderungen. Auch ein kostenloser Zugriff auf einen digitalen Zeitungskiosk zur Verkürzung der Wartezeit an den Bahnsteigen wäre denkbar. Immerhin: Die Technologie hat die Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit dem Außenwerber Ströer schon vor über zwei Jahren an ausgewählten Bahnhöfen getestet. Seitdem hat man aber nichts mehr gehört. Warum eigentlich nicht?

Besserer Zugang zu intermodalen Reiseanbietern

Sieben Uhr morgens, irgendwo in Hannover: Ein Reisender öffnet die Bahn-App und gibt das Ziel ein, beispielswiese die Hofburg in Wien. Kurz darauf erhält er verschiedene Reisemöglichkeiten, die Strecken mit Bus, Bahn, Flugzeug, Carsharing und Leihfahrrad kombinieren. Und das zum jeweils günstigsten Preis. So schön könnte die Zukunft der Deutschen Bahn aussehen, wenn sich der Konzern stärker für intermodale Reiseanbieter öffnen würde. Durch die direkte Integration von Apps wie Flinkster, Flixbus oder „Call a Bike“ könnte die Bahn-App zum ultimativen Mobilitätshub werden. Das dürfte auch zusätzlichen Umsatz in die Kassen spülen. Wie es richtig geht, zeigt übrigens das aufstrebende Startup Goeuro.

Ein Digital-Ticket auch für Pendler

Wer beruflich viel mit der Bahn reist, greift in der Regel zu einem personalisierten Monatsticket ohne Zugbindung. 300 Euro kostet der Spaß. Die Sache hat bloß zwei Haken: Weder gibt es die Option eines E-Tickets für das Smartphone, noch besteht die Möglichkeit, bei einem Verlust kostenfrei Ersatz zu bekommen. Wünschenswert wäre also, das gebuchte Pendler-Ticket entweder als PDF herunterladen oder direkt auf dem Smartphone vorzeigen zu können. Auch ökologisch betrachtet wäre das im Interesse der Bahn. Für Tickets gewöhnlicher Zugnutzer geht das ja auch schon lange.

WLAN auch in IC-Zügen

Immerhin: Nach der großen WLAN-Offensive im vergangenen Jahr forciert die Bahn jetzt auch drahtloses Internet in Regionalzügen. Dumm nur, dass viele Fahrgäste auch weiterhin in IC-Zügen sitzen werden. Dort fehlt es bislang jedoch an der technischen Infrastruktur. Ein schnelles nachrüsten würden Kunden sicher begrüßen.

Was wünscht ihr euch vom neuen Bahnchef? 

Mit Material von dpa

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5 Reaktionen
Daniel

Die bahn sollt erst einmal schauen, dass Sie ihre Fahrpläne und das Personal in die Zukunft führt, so dass Die Züge auch dann Abfahren wenn es auf dem plan steht, Wlan im Schienenverkehr ist nur dann zu etwas gut, wenn der Zug auch da ist. Bevor man also den Luxus ausbaut, sollte man das notwendige erst einmal beherrschen. Wartezyklen der Strecken verringern, Personal kompetnter Schulen & endlich selbstfahrende Züge auf die Gleise bringen. Faktor mensch ist nun mal einer der Unzuverlässigsten.

Dann, und erst dann, sollte man sich über Wlan in RE & RB Gedanken machen.

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Bernd
Bernd

Ich wünsche mir ein Verkehrssystem aus einem Guss wie in der Schweiz. Man hat sein GA und muss sich über Fahrkarten keine Gedanken mehr machen, egal, ob ICE, Thalys, Bus oder Stadtbahn. So musste ich neulich 20€ im Thalys zwischen Köln und Aachen zahlen, obwohl in der aktuellen Seite der TBNE stand, mit der BC 100 geht es zwischen Köln und Aachen. Wer von Mons nach Bonn fahren will und den Thalys benutzen will, braucht sogar 2 Fahrscheine. Wenn ich im Rheinland mit den Stadtbahnen 18 oder 16 fahren will, kann ich meine BC 100 in Bonn und Köln benutzen, aber nicht dazwischen.
Des Weiteren: Bekanntgabe der Tagesfahrpläne in der App, bevor es zum Planen zu spät ist. Bekannt geben, welche Züge ohne WC fahren. Bekannt geben, welche Züge volles Bordrestaurant haben, welche Züge eingeschränktes Angebot in Bordrestaurant haben und wo das Bordrestaurant geschlossen ist.

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246751 (abgemeldet)
246751 (abgemeldet)

Vorab ein wichtiger Hinweis. Ich bin Besitzer einer BC100 und habe vorher auch viele Monatskarten und bestreite viele Reisen mit der Bahn.
1. Funktionierende Sitzplatzreservierungen - In diesem Falle gebe ich dem Autor recht. Das Problem der Sitzplatzreservierungen (auch ich habe das als Bahn.Comfort-Kunde) besteht leider regelmäßig. Leider sind da oft die Mitarbeiter der Bahn weniger kulant. Sie weisen nicht die Kunden ohne diesen Status auf das Eventuelle "Wegscheuchen" hin. Ich durfte letztes Wochende bereits zwei mal im Gang sitzen. Auch wenn ich Anspruch auf diese besondere Platzkategorie habe.
2. Beacons und Bahn? Sry, das ich eine Lach- und Sachgeschichte. Die DB hatte ein cooles Projekt namens "Touch & Travel" Das waren unterschiedlich große blaue Kästen, wo man sein Smartphone dran halten konnte oder den QR-Code scannen konnte, und damit ein gültiges Ticket hatte. Dieses wurde auch im Großraum Berlin benutzt. Klasse Sache. Mittlerweile "auf Grund geringer Nutzer" eingestellt. Ich denke da hat die Bahn einen Trend verschlafen und diesen nicht "gehypt" - das hätte sie ausbauen sollen. Das Netz, welches man mit T&T nutzen konnte beschränkte sich, bis auf Ausnahmen wie Berlin, auf den Fernverkehr der DB.
Pushbenachrichtung bei Verspätung fehlt. Ja, aber man kann sich seine Verbindung raussuchen und diese als "meine Reise" einstellen. Damit erhält man Push-Notis beim Um- oder Ausstieg. Also da gibts schon was.
3. Zug und weiteres Verkehrsmittel nutzen - mit Hilfe der DB? Kein Problem Qixit gibts, ist von denen... Wird aber nicht genügend beworben, wie einst T&T... Aber auf dem Zukunftsforum der Bahn angepriesen...
4. Digital-Ticket für Pendler. Das ist grundsätzlich eine supergeniale Idee. Das Problem ist hier bei der Nahverkehr. Dieser ist förderalisiert und damit "Auftragsleistung" der einzelnen Bundesländer oder teilweise der Kommunen/Landkreise/Städte. Wenn man innerhalb von bspw. des VSS (Verkehrsverbund Region Stuttgart) vom Hauptbahnhof zu Bahnhof Fellbach (Nachbarort) fahren möchte kann man auch in der Bahnapp kein Ticket kaufen. Gründe hierfür müsste man mal bei der Bahn erfragen, aber ich denke es ist nachvollziehbar das sie nicht in tausend Verkehrsverbänden Mitglied sein wollen. Daher ist die Idee cool, aber aus meiner Sicht sehr schwer umsetztbar.
5. WLAN in allen Zügen der Bahn. Ironischerweise gibts den enno (Regionalzug in der Region 38 - Wolfsburg/Braunschweig/Gifhorn) in dem es kostenfreies WLAN gibt. 100 MB (am Tag bzw. Zug) - da hat die Bahn echt was aufzuholen.

Meine Wünsche? Bessere Recherche, statt runterschreiben/abschreiben von DPA-Material!
Vom Bahnchef? Modernisierung des Schienennetzes, bevor es zu weiteren Großprojekten wie S21 kommt oder vielleicht mal wieder über einen Transrapid nachdenken. WLAN in allen Zügen. DB Navigator auch ohne Internet mit dem Regelfahrplan ausstatten. Wiedereinführung von Touch & Travel. Verbesserung der Zahlungsmodalitäten bei "Call a Bike" - Nextbike hat ne guten Umsetzung. Ausweitung der DB-Lounges.
Weg von der Straße - rauf auf die Schiene. Konzentration auf das wesentliche - hat die Bahn leider verlernt mit Arriva.

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Marco
Marco

Hey, der Artikel ist toll und die Ideen sinnvoll. Aber bzgl der Multimodalen Reiseapp muss man sagen, dass es die von der Bahn ja schon gibt. Damit nur nicht vorgeworfen wird, dass der Zug immer bevorteilt wird, ist nicht auf dem ersten Blick ersichtlich, dass die App "Qixxit" der Bahn gehört. Nur als HInweis ;)

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246751 (abgemeldet)
246751 (abgemeldet)

Gibt vieles was die Bahn bereits gemacht hat, aber wenig beworben hat und woran man sieht dass der Autor keinen Schimmer von der Bahn hat. Leider.

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