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Startups

Warum eine Rikscha ein 40-Milliarden-Dollar-Startup schlägt [SXSW]

    Warum eine Rikscha ein 40-Milliarden-Dollar-Startup schlägt [SXSW]

Ridesharing ist auch in Austin im Rahmen der Digitalkonferenz SXSW eine ganz große Nummer. Allerdings nicht so, wie man es erwartet: Bestellt wird eine Rikscha, bezahlt wird mit Bargeld. Uber? Auf verlorenem Posten.

Ridesharing in Austin: Lieber Rikscha statt Limo

In Austin dreht sie sich noch, die schöne alte Welt der Taxifahrer. Apps? Braucht man nicht. Konkurrenz? Gibt es kaum. Kunden? Kommen im Minutentakt. Nichts also, weswegen man sich aufregen oder gar vor Gericht ziehen müsste.

Rikschas stehlen Uber auf der SXSW in Austin die Show. (Foto: t3n)
Rikschas stehlen Uber auf der SXSW in Austin die Show. (Foto: t3n)

Es ist South by Southwest und in den von hämmernden Technosounds erfüllten Straßen in und um Downtown haben sie gerade Hochkonjunktur: Rikschas. Ja genau, das sind diese klapprigen Dreiräder mit angeschlossener Sitzbank, wie man sie etwa aus Bangkok kennt. Die Sache mit den Rikschas in Austin aber ist die: Mit ihren Ghettoblastern, Leuchtkathoden und Game-of-Thrones-Sitzschalen sehen sie nicht nur cool aus. Bemerkenswert ist vor allem, mit welcher Dominanz sie sich hier der Technologie erwehren, mit der das mit 40 Milliarden US-Dollar bewertete Uber seit geraumer Zeit die Metropolen der Welt erobert.

SXSW: „In einer Stunde verdiene ich 100 Dollar“

In Austin aber will das nicht so recht klappen. Hier haben andere die Oberhand, und die anderen, das sind die etwa 500 Rikschafahrer, die im Stadtzentrum unterwegs sind. In diesen Tagen, jetzt, wo wie jedes Jahr im März mit der SXSW die weltweit größte Digitalkonferenz stattfindet, dürften es noch einmal mehr sein.

„Ridesharing in Austin: It's all about the money“

Einer von ihnen ist Nick, den ich an einer Kreuzung abpasse. Nick trägt Vollbart und Sonnenbrille, dazu einen Strohhut. Sein schwarzes Tanktop ist getränkt vom Schweiß. Viel Zeit, sagt er, habe er nicht. Die Kundschaft auf den Bürgersteigen wartet, will zur nächsten Keynote, zur nächsten Party. Warum er sich das alles antut? „It’s all about the money“, sagt er und lacht. „Pro Stunde verdiene ich in aller Regel zwischen 60 und 100 US-Dollar.“

Keine Ausnahme, wie mir unter anderem auch Joe nur eine Straßenecke weiter bestätigt: „Wenn es gut läuft, sind während des Festivals pro Tag locker bis zu 400 US-Dollar drin“, sagt er. Weil das Geschäft aber auch außerhalb der SXSW lohne, habe er seinen Job bei einem normalen Taxiunternehmen sogar gekündigt.

Eindrücke von der SXSW 2015

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Ganz ohne Regeln kommen die Dreiräder aber nicht aus. So müssen Fahrer etwa im Besitz einer Taxilizenz sein und mehrmals im Jahr einen Sicherheitscheck absolvieren. Ein Nachteil gegenüber Uber ist das aber nicht. Wer zum Beispiel nach den Stichworten „pedicab austin“ googelt, findet viele Angebote – von Werkstätten bis zu Verleihhäusern, die nach Recherchen von Re/code während der South by Southwest gut und gerne mal 870 US-Dollar pro Woche verlangen.

Rikschas profitieren von Stau und Ubers Preispolitik

Dass Uber und ganz nebenbei auch Konkurrent Lyft trotzdem nicht dagegen ankommen, ist dem Besucheraufkommen ebenso geschuldet wie der Preispolitik, die der Ridesharing-Dienst in Stoßzeiten betreibt. Zum einen hätten herkömmliche Ubertaxen wegen der zahlreichen Straßensperrungen und damit einhergehenden Staus kaum eine Chance, wartende Passagiere aufzunehmen. Rikschas hingegen können diese oft problemlos passieren.

Zum anderen liegt ihr wohl größter Wettbewerbsvorteil im Preis. Jede Fahrt kann nämlich individuell mit dem Fahrer ausgehandelt werden, unabhängig davon, wie groß die Nachfrage gerade ist. Bei Uber sieht das anders aus: In Phasen des „Surge Pricing“ werden Pauschalen dynamisch an die Nachfrage angepasst. Stehen also nur wenige Fahrzeuge zur Verfügung, steigt auch der Kilometerpreis. Auf der SXSW ist dieser oft zwei bis sechsmal höher als üblich. Daran ändert auch nicht, dass Uber inzwischen selbst die Möglichkeit bietet, eine Rikscha per App zu bestellen.

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