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Karriere

Das haben fast alle erfolgreichen Gründer gemeinsam: Wer hat, der kann!

    Das haben fast alle erfolgreichen Gründer gemeinsam: Wer hat, der kann!

(Bild: Shutterstock-Sunny studio)

Nur wer eine gewisse Risikobereitschaft mitbringt, wird ein erfolgreicher Gründer. So weit, so gut! Doch hat eben diese Fähigkeit, weniger mit Mut zu tun.

Was haben die meisten Entrepreneure gemeinsam? Unternehmergeist? Überzeugungsfähigkeit? Organisationstalent? Ja, auf jeden Fall auch das. Aber da ist noch mehr, das wohl den Großteil erfolgreicher Gründer auf dieser Welt vereint: Fast alle sind in gut situierten Verhältnissen aufgewachsen und haben sich nie Sorgen um Geld machen müssen. Aufgrund dessen – so heißt es vielerorts – sind die Menschen eher dazu geneigt, das Risiko einer Firmengründung einzugehen. Diese These polarisiert zwar, wurde in letzter Zeit jedoch häufiger von repräsentativen Studien renommierter Universitäten gestützt.

Überzeugungsfähigkeit? Organisationstalent? Vor allem, Geld im Rücken!

Erfolg von Haus aus: „Nur wer eine gewisse Sicherheit im Rücken hat, kann über Tiefschläge hinwegsehen!“ (Bild: Shutterstock-Sunny studio)
Risikobereitschaft von Haus aus: „Nur wer eine gewisse Sicherheit im Rücken hat, kann über Tiefschläge hinwegsehen!“ (Bild: Shutterstock-Sunny studio)

Zu diesem Ergebnis kamen beispielsweise auch Ross Levine und Rona Rubenstein von der University of California. Die Forscher haben festgestellt, dass die meisten Gründer in ihrer Analyse weiß, männlich und aus einem Elternhaus stammen, das mindestens zur oberen Mittelklasse gezählt werden kann.

Eine andere Studie beschäftigt sich mit der Risikobereitschaft von Menschen an sich. Das Team um Sandra E. Black und Paul J. Devereux vom US-amerikanischen National Bureau of Economic Research analysierte in dem Rahmen, welche Personen sich auf dem privaten Aktienmarkt besonders einbringen. Das Ergebnis zeigt, dass es vor allem Aktionäre sind, die durchaus zu den Besserverdienenden zählen. Nicht weniger interessant sind die Daten des Global Entrepreneurship Monitor. Darin wird deutlich, dass rund 80 Prozent der Finanzierung neuer Unternehmen auf private Rücklagen der Gründer oder Leihgaben aus dem Freundes- und Familienkreis stammen. Auch hier wird klar: Wer hat, der kann!

„Nur wer eine gewisse Sicherheit im Rücken hat, kann über Tiefschläge hinwegsehen!“

Geld bewirkt demnach, dass Menschen in eine Art psychische Widerstandfähigkeit geraten und mögliche Krisen selbstbewusster umschiffen beziehungsweise sie ausblenden.

Nicht selten haben Gründer erfolgreicher Startups schon im Vorfeld weniger erfolgreiche Unternehmungen gestartet, die früher oder später gescheitert sind. Nur wer eine gewisse Sicherheit im Rücken hat, kann über so einen Tiefschlag hinwegsehen und die positiven Erfahrung nutzen, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf, dürfte der Gründerkult zumindest ein paar Kratzer an der Fassade bekommen.

Schlussendlich wollen wir aber von euch wissen, ob diese These plausibel erscheint. Ist Erfolg vor allem einer bestimmten Gruppe von Menschen vorbestimmt? Diskutiert diese Erkenntnisse gerne in den Kommentaren.

6 Reaktionen
Marco.Willi
Marco.Willi

Ich falle da wohl etwas aus dem Raster, denn ich habe mich in die Selbständigkeit trotz fehlender Rücklagen gewagt und muss zudem eine Familie damit ernähren.

Trotzdem arbeite ich jeden Tag gerne und relativ frei im Kopf. Geld wird überbewertet. Solange es meiner Familie und mir gesundheitlich gut geht, bekomme ich auch alles andere geregelt.

Life´s hard, bitch.

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Astrid Krampe
Astrid Krampe

Für mich eine sehr logische Schlussfolgerung. Wer sich keine Gedanken um die Existenz (also Dach über dem Kopf, Essen auf dem Teller) machen muss, der wird sich auf alle Fälle entspannter an die wesentliche Arbeit machen. Berechtigt ist damit die Frage, ob der Begriff "Existenz" dann wirklich noch zutreffend ist. Hingegen glaube ich nicht, dass die Netzwerke der Eltern immer zum Erfolg beitragen müssen. Sicher trifft das hier und da zu, aber wichtig ist doch erstmal, in Gedanken frei zu sein und nicht auch noch die Supermarktsflyer durchwühlen zu müssen oder bei wichtigen Marketingstrategien kneifen zu müssen, weil es auch ohne möglich sein muss. Die Vergleiche mit Amerika oder China sind übrigens schwierig, denn - wie schon richtig angemerkt - sind die Systeme dort anders. In Einzelaspekten kann man sicherlich von anderen lernen, aber so pauschal vergleichen kann man das sicher nicht.

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Andreas Thomä
Andreas Thomä

Die Frage ist doch: Wenn mir der finanzielle Verlust des Scheiterns kaum einen persönlichen Schaden zufügen kann, weil meine Existenz nie gefährdet ist, gehe ich dann Oberhaupt ein Risiko ein?

Zudem lässt die These einen wertvollen Punkt außen vor: Geld hat Kontakte zu Geld. Ich kann nur einen erfolgreichen Pitch durchführen, wenn auch jemand interessiert zuhört. Hier helfen die "Golfplatz-Bekanntschaften" der Eltern sicher enorm.

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gut vs. schlecht vergleichen
gut vs. schlecht vergleichen

Die Studien besagen, das die reichen Leute Aktien haben. Die anderen bezahlen mit müh und not ihre Kreditkarten-Schulden ab oder ihren Studien-Kredit oder Auto-Kredit usw. Wenn die Benzinpreise wieder steigen sollten weil der günstige Tesla nicht kommt, bleibt denen noch viel weniger als jetzt schon wo sie dank benzinpreis-baisse besser über die Runden und vielleicht auch durch den nächsten Winter kommen werden.
In USA ist der Haupt-Privat-Wert für die Mehrheit das (noch lange nicht abbezahlte) Eigenheim. Die haben oft/meist wohl keine Aktien wenn ich mich korrekt erinnere. Erst wenn das Haus abbezahlt ist, kann man sparen also z.b. Aktien, Pfandbriefe usw.
Chinesen hingegen sparen fast immer und überall. Deren Staat hat m.W. gar keine Schulden, das Wirtschaftswachstum ist viel besser als hier und man kann sogar von $12 (zwölf, nicht zwölfhundert wie in Mietpreis-Mafia-Mästungs-Metropolen) pro Monat verheiratet in der chinesischen Großstadt leben... :
http://t3n.de/news/albibaba-ceo-jack-ma-615647/ Unter dem ersten Bild am Ende des Absatzes.

Es gibt aber uralte Soziologie-Studien (über 1800 oder so als es noch Bürgertum gab) die erkannten, das die Niedrig-Verdiener alles Geld fürs Überleben brauchen während nur der Bürgerliche etwas übrig hat zum Sparen, Versicherungen usw.
Oder wie bei Shameless (US-TV-Serie, Southpark ist ja auch kein Comedy sondern sieht für systemtreue Regierungs-Fans nur so aus und enthält oft viel mehr Realitäts-Dokumentation als viele Talkshows) wo sie meint das sie die Juwelen-Kette wenn sie ihr geschenkt würde, nur versetzen und Klopapier und Essen davon kaufen würde...

Davon abgesehen steht oben nur
"Was haben die meisten Entrepreneure gemeinsam"
wobei klare Differenzierung zwischen bzw. auf "erfolgreichen Entrepeneure" oder "erfolglose Entrepeneure" ja wohl sinnvoller wäre.
Was die meisten Sportvereine gemeinsam haben ist für Werbe-Firmen relevant aber Gemeinsamkeiten oder wiederkehrende Muster bei z.b. Liga-Absteigern oder den Top5(Euro-League, Championsleague, Meister,...) währen wohl relevanter um davon Entscheidungen für Verbesserung oder zumindest den Nicht-Abstieg abzuleiten.

Gründerstatistiken gibts von den Sparkassen oder IHKs usw. ja auch schon ewig. In Österreich gibts wohl jährliche Statistiken über Firmen die jünger sind als ich glaube 7 oder 10 Jahre.
Interessant ist allerdings das es wohl meist wohlhabende weisse Männer sind.
Interessant wäre wo solche Verteilung sonst noch auftritt. Vielleicht bei Studienplätzen oder bestimmten Studiengängen.

US-Asiaten haben wohl geringe Arbeitslosigkeit. Weisse wohl auch. Bei Afro-Amerikanern ist die Arbeitslosigkeit wohl recht hoch. Spanisch-Sprecher weiss ich nicht. Obama hat ja neulich drauf hingewiesen das bestimmte ethnische Gruppen überproportional in Gefängnissen vorhanden sind.

Während bei TV-Moderatoren oder Casting-Shows eher vorbildlich gute Mischung herrscht, könnten bei Investment-Pitches und Venture-Finanzierungen Deutsch-Stämmige überproportional bevorzugt sein und die Nachkommen von Nachkriegs-Gastarbeitern nicht so sehr obwohl sie beispielsweise vermutlich einen Großteil der Gastronomie repräsentieren so wie (in USA und bei Kreuzfahr-Schiffen) die Asiaten statistisch überproportional die Wäschereien betreiben.

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Ich
Ich

Ist ja auch klar: Selbständig ist erst mal mehr Risiko als ein festes Gehalt bei einer Firma. Ohne Rücklagen wirds schwierig, und wenn man dann noch Verpflichtungen (z.B. Familie) hat wirds noch schwieriger. Deswegen sind eben viele Gründer weisse Kinderlose.

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Gil
Gil

Bin mir sicher dass gilt nicht nur für StartUps / Entrepreneure, sondern vielmehr auch für Musiker, Künstler, Autoren und Designer.

Wenn die Existenz gesichert ist, lässt es sich sorgenfrei künsteln.
Da stellt sich schon die Frage: "Was ist deren Kunst oder StartUp wirklich wert?"

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