Denn das soll Buzzriders werden: Ein Projekt, das durch einen Prozess von offenen kooperativen Schritten und „crowdgesourcten“ Entscheidungen entsteht und das nicht von Investoren finanziert wird, sondern sich von Anfang an selbst trägt - vielleicht zum Teil auch durch die kostenlos erbrachte Mitarbeit.
Bei Temperaturen um die 30 Grad traf man sich in der Gemeindehalle eines Bad Homburger Vororts. Nach einigen einleitenden Bemerkungen und gestärkt von Kaffee und Robert Basics selbstgebackenem Pflaumenkuchen, machten sich sechs Gruppen an Vorüberlegungen zu nötigen Untergruppen um dann in der zweiten Tageshälfte in neuer Zusammensetzung sechs Startseiten entweder als „Scribble“ oder als Struktur zu entwerfen.
Einfach und schnell sollen Leute die Möglichkeit haben, Texte, Bilder und Videos über ihre Stadt, Straße, ein Gebäude oder gar nur über ein bestimmtes aber beliebig eingrenzbares Thema wie Autos oder einen Event einstellen und teilen können. Buzzriders soll werbefinanziert sein und gleichzeitig einen Teil der Einnahmen an die freiwilligen Helfer ausschütten. Dabei spielten Fragestellungen eine Rolle, wie man zum Beispiel Online-Unerfahrene an Themen wie Tagging heranführt, oder ob man es nicht einer intelligenten Automatik überlassen kann, Nachrichten zu verschlagworten.
Von Reibungspunkten bis zum „Flow“
Das Ganze war nicht nur ein Projekt für Buzzriders, es war auch ein Experiment, ob eine bunt zusammengewürfelte Gruppe an einem Wochenende sinnvolle Arbeit leisten könnte, ohne dass zu irgendeinem Zeitpunkt auch nur diskutiert oder hinterfragt wurde, ob man denn auch finanziell etwas davon haben würde. Man kann sagen: Das Experiment ist gelungen.
In der Tat gab es Reibungspunkte: Beschwert von Pizza oder Nudeln entspann sich am Nachmittag des Samstag zunächst ein einstündiger Diskurs, welches denn nun die Unterarbeitsgruppen wären und in welcher Methodik und ob überhaupt in Unterarbeitsgruppen verschiedener Thematik zu arbeiten wäre. Hier hätte eine klarere Strukturierung den Zeitverlust und die Frustration sicher eingedämmt.
Wie sonst auch bei Barcamps gewohnt, lief der Sonntag besser: Man war eingespielt, das Konzept hatte sich gesetzt und nach einer Vorstellung verschiedener ähnlicher Projekte durch Robert Basic entspann sich ein Plan- und Rollenspiel, bei denen Redaktionsgruppe, User, Produktentwicklung, Marketing und ein Sonderbeauftragter jeweils an Konzepten und Skizzen bastelten, Anforderungen entwickelten und dokumentierten, wo Slogans und Marketingstrategien entworfen und konzipiert wurden. Ständig sprangen kreative Funken von einer Gruppe zur anderen über, jede Minute war voller Überraschungen, alle waren so im „Flow“, dass das Mittagessen flach fiel und trotzdem keiner meckerte - Wasser war ohnehin wichtiger.
Feedback der Teilnehmer
Zwei Miniworkshops zur Typographie des Projektnamens und zur Kommunikation der Projektteilnehmer untereinander in der Zukunft bildeten die letzte Runde. Dann kam das Feedback der beiden Tage: Mehr Strukturierung und Moderation wurde gewünscht, bessere Materialien wie Marker und große Blätter hätten geholfen und eine große Halle mit riesigen Fenstern ist bei sommerlichen Temperaturen sicher keine ideale Arbeitsumgebung.
Aber alles ist optimierbar, auch ein Buzzcamp.
Gastautor dieses Artikels ist Oliver Gassner, freier Journalist und Blogger der ersten Stunde.
Fotos: notizn unter Attribution-Share Alike 2.0 Generic








12 Antworten
von Alex probefahrer Kahl 06.07.2009 (16:53Uhr) 1.
Da ich meinen Beitrag zum Artikel nicht pünktlich losgeworden bin, hänge ich sie hier mal drunter:
So wie ich am Wochenende Rob und die offene Struktur hinter Buzzriders.com verstanden habe, entsteht hier ein Experimentier-Feld für das Einbinden von Informations-Tools und eine Plattform für den Einsatz von Social Media Mechaniken.
Insbesondere die Simplifizierung einer hochkomplexen Lokalnachrichtenstruktur die es den Teilnehmern ermöglicht, bis auf Hausnummernebene herunter gebrochene Kommunikation, Austausch und Information durchzuführen wird sehr interessant.
Buzzriders wird offen sein für die Einbindung anderer Tools und Projekte.
Alles, was den Grundgedanken, das Lokale ins Netz zu bekommen weiter bringt, kann zum Einsatz kommen.
Hier sind grade die T3N Leser - Entwickler, Projektmanager und Wissensträger gefragt, Ihre Expertise und Ihre Produkte mit ein-, und in einem groß angelegtem Crowd-Sourcing-Projekt zum Einsatz zu bringen und auf großer Bühne zu testen.
Wer Rob als Netzwerker und Begeisterer für sein Baby erlebt, der spürt, daß hier ein exterm spannendes und erfolgversprechendes Projekt am Start ist.
Ich freue mich aufs nächste Buzzcamp und werde dann mehr drauf achten, den Bauch einzuziehen, wenn jemand mit ner Kamera neben mir steht :)))
von Buzzcamp Revuepassage vom Wochenende @Ro… 06.07.2009 (17:29Uhr) 2.
[...] Und natürlich bei den Bloggern, die mit dabei waren: im Netzlogbuch Bei Sandkorn Oliver Gassner notizn bloggt sicher auch noch seine notizen Daniel Langwasser hat im Community Management Blog seine Eindrücke vom ersten Tag zusammen gefasst. Oliver Gassner hat auf t3n übers Buzzcamp gebloggt [...]
von Andreas Lenz 06.07.2009 (18:05Uhr) 3.
Gibt es irgendwo Fotos von Buzzcamp-Skizzen, Screenshots von Wireframes oder sowas in der Art? Und wie sieht die weitere Vorgehensweise und Planung aus? Fragen über Fragen ;) leider hatte ich keine Zeit vor Ort zu sein... Ein "next Steps"-Listing oder eine grobe Roadmap wären doch eine prima Ergänung zum Artikel. Aus meiner Sicht wären Zwischenergebnissse und weitere Planungssteps an dieser Stelle sehr nützlich um mehr Interesse und Motivation zu erzeugen.
Vielleicht hat der ein oder Andere Leser oder Buzzcamp-Teilnehmer ja nen paar ergänzende Links auf halde...
von oliver gassner 06.07.2009 (18:09Uhr) 4.
Yep, es wurde alles mitdokumentiert und es sollte an sich auch alles auf Robets Rechner liegen.
da es, wenn ich ercht verstehe, aktuell noch keien Plattform gäbe (ausser mixxt) wo man da publizieren könnte, liegt das noch etwas under cover.
enypsilon hatte auch den Abschlussblock mitgestremed (also die Präsis der sonntaggruppen). Ob das auch recorded wurde, weiß ich nicht.
Meine überschüssigen Slogans liegen jetzt wohl im Müll ;)
Ich geh aber davon aus, dass mittelfristig das Material publiziert wird.
von BlogKoloss.de | Buzzcamp und Buzzriders 06.07.2009 (18:21Uhr) 5.
[...] denn nur mit dem Buzz los. von: Sandkorn in Was ist denn nur mit dem Buzz los. --update: t3n Magazin Ich wollte eigentlich auch auf Buzzcamp erscheinen, aber aus Zeitlichen Gründen habe ich es nicht [...]
von Nicole Y. Männl (aka enypsilon) 06.07.2009 (20:51Uhr) 6.
Zum Thema Streaming:
einige Videos habe ich von qik retten können, ein paar sind leider fehlerbehaftet (lassen sich nicht abspielen). Pardon für die etwas mauer Tonqualität, was aber an der Hartware lag. ;-)
Mein Album für Buzzriders / Buzzcamp liegt hier: http://tr.im/r75N
Danke und Grüße noch an alle Mitwirkenden, es hat riesig Spaß mit Euch gemacht.
von links for 2009-07-07 « Where is my… 07.07.2009 (09:04Uhr) 7.
[...] Robert Basics Buzzcamp: Vom Experiment eines offen-kollaborativen Startups » t3n Magazin Mein artikel zum Buzzcamp bei t3n (tags: buzzcamp myarticles) [...]
von BUZZriders Blog » Blog Archiv &raq… 07.07.2009 (13:47Uhr) 8.
[...] T3N - Oliver Gassner: Vom Experiment eines offen-kollaborativen Startups [...]
von Andreas Lenz 07.07.2009 (16:36Uhr) 9.
Im Buzzcamp Blog gibt es jetzt jede Menge Fotos und auch Videos:
Buzzcamp Fotos
* Christian Kunz: Userrunde
* Frank Bürger: Userrunde 2
* Christian Kunz: Marketingpräsentation
* Stefan Raguse: Flickr-Paket 1
* Frank Bürger: Flickr-Paket 2
* Kerstin Probiesch: Flickr-Paket 3
Buzzcamp Video & Audio
* Nicole: Kleiner Einblick in die Rollenspiel-Session
* Frank Hamm: Gerhard Polt & Biermösl Blosn, Buzzcamp
* Nicole: Mehr Videos zum Buzzcamp
von BuzzRiders BuzzCamp Bad Homburg | Cluetr… 08.07.2009 (09:15Uhr) 10.
[...] und in einer großen Runde auszuwerten. Ich weiß es nicht. Aber es folgte, was Oliver so beschreibt: “Beschwert von Pizza oder Nudeln entspann sich am Nachmittag des Samstag zunächst ein [...]
von Flugzeugtrolleys als Designobjekte bei S… 10.07.2009 (09:45Uhr) 11.
[...] Wochenende auf dem Buzzcamp von Rob habe ich Peter Fischer kennen gelernt. Der verkauft mit seiner Firma Skypak eben diese von [...]
von Buzzcamp die 2. « Der Passivblogge… 04.08.2009 (18:15Uhr) 12.
[...] gearbeitet, was verwundert, da Robert keinerlei Vorgaben gegeben hat und dennoch die Selbstfindungsphase des ersten Camps ausblieb. Derzeit ist Robert wohl dabei die Ergebnisse aufzubereiten, um die der [...]