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Analyse

Rocket Internet: Warum die Aktie wieder einbricht

    Rocket Internet: Warum die Aktie wieder einbricht

Oliver Samwer ist Chef der Unternehmensschmiede Rocket Internet. (Quelle: dpa)

Die Aktie von Rocket Internet hat binnen eines Tages zehn Prozent an Wert verloren. Der Grund: massive Verluste im ersten Halbjahr. 

Der Begriff „Sondereffekt“ findet sich häufig in Bilanz-Berichten. Unternehmen bezeichnen damit Ereignisse, die sich entweder besonders positiv oder besonders negativ auf die Zahlen ausgewirkt haben. Auch die Startup-Schmiede Rocket Internet sprach am Donnerstagabend in einer Pressemitteilung von „Sondereffekten“. In diesem Fall lässt sich der Begriff getrost als Euphemismus bezeichnen: Der Samwer-Konzern warnte vor einem Verlust von 617 Millionen Euro für das erste Halbjahr.

Die Nachricht schickte die Aktie am Freitag tief ins Minus. Im Vergleich zum Vortag verlor sie am Morgen elf Prozent an Wert, zwischenzeitlich lag der Kurs bei 16,60 Euro. Mittlerweile dreht er sich wieder um die 17-Euro-Marke. Eigentlich war die Aktie gerade auf Erholungskurs: Das Papier hatte kürzlich sogar wieder die 19-Euro-Marke geknackt. Nun sieht es ganz so aus, als würde das Papier erst einmal wieder auf Talfahrt gehen.

Ein Grund für die schlechten Zahlen: die Global Fashion Group. Unter dem Dach des Unternehmens firmieren mehrere Zalando-Klone: Dafiti, Zalora, Namshi, Lamoda und The Iconic. Im Juni hatte die Gruppe in einer Finanzierungsrunde 330 Millionen Euro eingenommen. Das klingt nach einem beachtlichen Wert, doch die Summe konnte nicht über die Probleme des Mode-Startups hinwegtäuschen. So dauerte es zwei Monate, bis die Runde geschlossen wurde. Berichten zufolge sprach Rocket Internet mit vielen Investoren, aber niemand wollte sein Geld auf die GFG setzen. Die Bewertung des Unternehmens wurde von drei Milliarden auf eine Milliarde Euro herabgesetzt.

Genau das macht sich nun auch in den Rocket-Zahlen bemerkbar. Die GFG habe „Abschreibungen auf den Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte“ vorgenommen, heißt es in der Pressemitteilung. Mit 383 Millionen Euro trage sie maßgeblich zum negativen Ergebnis der Startup-Schmiede bei. Schon im ersten Quartal hatte der Inkubator 30 Millionen Euro Verlust gemacht – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Rocket-Chef Oliver Samwer hält trotzdem an seinen Plänen fest, bis Ende 2017 drei profitable Startups zu präsentieren.

Rocket Internet büßt massiv an Umsatz ein

Die Global Fashion Group scheint jedoch nicht das einzige Problem-Startup in Rockets Portfolio zu sein. Das Ergebnis sei durch weitere Sondereffekte wie Wertminderungen und Fair-Value-Anpassungen beeinflusst worden, schreibt der Inkubator. Das dürfte bedeuten, dass nicht nur das Mode-Unternehmen an Bewertung eingebüßt hat. Auch andere Rocket-Startups müssten demnach an Wert verloren haben.

Sorgen muss der Unternehmensschmiede aber auch der Umsatz machen. Er sank von 71 Millionen auf 29 Millionen Euro im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015. Als Grund gibt Rocket Internet dafür die „Entkonsolidierung“ von Tochtergesellschaften an. Eine solche Entkonsolidierung passiert, wenn ein Unternehmen Anteile an einem anderen verkauft – so geschehen bei den früheren Rocket-Startups Lazada und Jabong. Diese Vermögenswerte hat der Inkubator nun aus seiner Bilanz getilgt. Ob das der einzige Grund für den Umsatzrückgang ist, wird sich spätestens am 22. September zeigen: Dann veröffentlicht Rocket Internet seine offiziellen Halbjahreszahlen, gewöhnlich auch die einzelner Beteiligungen.

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Eine Reaktion
lola
lola

Fragt sich was das Kerngeschäfts ist wenn der negative Gewinn ein "Sondereffekt" ist. Ich dachte immer Geld verbrenen wäre das Geschäftsmodell, dann wären das aber keine Sondereffekte.

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