Russischer Netzbetreiber lobt Preise für Power-User aus

Das russische Mobilfunkunternehmen Megafon hat zwischen November 2011 und Ende Januar ein Gewinnspiel durchgeführt, bei dem es darum ging, binnen einer Woche möglichst viele Daten per UMTS-Mobilverbindung herunterzuladen. Unter den Gewinnern wurden Preise im Gesamtwert von einer Million Rubel (ca. 25.000 Euro) ausgelobt. Der Hauptgewinner der Aktion hatte es vollbracht, in nur sieben Tagen 419GB über das 3G-Netz zu laden.

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Das Mobilfunkunternehmen Megafon zeigt, wie man seine Mobilfunk-Kunden glücklich macht (Bild: Megafon)

Mobilfunkunternehmen bietet 21Mbit/s selbst auf dem Lande

Im Zug der Kampagne forderte Megafon all seine Mobilfunk-Kunden auf, so viele Daten per 3G-Verbindung herunterzuladen, wie es physikalisch möglich sei. Wer von ihnen die größten Datenmengen auf die Rechner schaufeln konnte, kam in den Genuss eines Reisegutscheins in Höhe von 150.000 Rubel – ungefähr 4.000 Euro. Zwei der Gewinner der Aktion stammen aus den entlegenen Orten Novgorod und Yaroslavl, erklärte der PR-Chef des Unternehmens. Angesichts der geladenen Datenmengen hat der Netzbetreiber keinerlei Drosselung der Geschwindigkeit vorgenommen – die zweit- und drittplatzierten Teilnehmer lagen nicht weit unter den 419GB des Rekordhalters. Wirft man einen Blick auf die Datentarife des Anbieters, so ist zu erkennen, dass auch MegaFon normalerweise drosselt. Beim größten Tarif, der mit umgerechnet 20 Euro zu Buche schlägt, wird die Geschwindigkeit allerdings erst ab einer Datenmenge von 8GB auf ISDN-Niveau heruntergeschraubt. Nichtsdestotrotz hat Megafon mit dieser Kampagne sowohl für sein Netz werben als auch beweisen können, dass man selbst in ländlichen Regionen mit 21Mbit/s Daten herunterladen kann.

In Deutschland können wir diese Zustände nur herbei träumen. Während Mobilfunkbetreiber hierzulande mit sogenannten Datenflatrates locken, die auf den ersten Blick zum monatlichen Pauschalpreis unbegrenztes Surfen und Downloaden bieten, wird die Geschwindigkeit nach nur wenigen hundert Megabytes gedrosselt. Nutzer surfen anstelle von bis zu 7,2mbit/s nur noch mit 64kb/s durch das Internet. Auch in Bezug auf die Netzabdeckung sieht es in anderen Ländern offenbar besser aus als hier. Lebt man hier auf dem Land, dürfen Nutzer sich freuen, wenn sie überhaupt mobilen Empfang haben. Selbst DSL-Leitungen bieten oftmals nur eine etwas höhere Bandbreite als ISDN-Leitungen. Eine Datenverbindung von 21Mbit/s ist in Deutschland zum Teil selbst in Großstädten ein Wunschtraum.

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10 Answers

  1. von nogel 07.02.2012 (09:54Uhr) 1.

    Schon recht beeindruckend. Allerdings sind die Zustände hier bei weitem nicht so schlimm wie im Artikel dargestellt. DSL-Leitungen die nur wenig schneller sind als ISDN-Verbindungen? Das mindeste dürfte hier das (wenig verbreitete) DSL-Light mit 384Kbit (immerhin 6x so schnell wie ISDN) sein. Für heutige Verhältnisse ist das natürlich bei weitem zu wenig, aber es ist doch deutlich schneller als ISDN (was man ja fast nicht mehr als "Online" bezeichnen kann).

  2. von Joe Voglsam via facebook 07.02.2012 (10:14Uhr) 2.

    tja, das hat er aber sicher nicht aufs "handy" runtergeladen :-)

  3. von Andreas Floemer 07.02.2012 (10:23Uhr) 3.

    Das mobile Netz ist hier in manchen Regionen wirklich mehr als unterdurchschnittlich. DSL-Light ist eine Zumutung, wenn man andere Geschwindigkeiten gewohnt ist. Gefühlt ist dieses Pseudo-DSL nicht viel schneller als ISDN. Sicher ist das subjektiv, wer es nicht anders kennt, wird sich daran stören.

  4. von Joe Voglsam via facebook 07.02.2012 (10:24Uhr) 4.

    da gibt es einen Anbieter (will da jetzt keine Werbung machen) der bietet: 100 MBit/s um nur 50 Euro im Monat an :-)

  5. von Guido Rieck via facebook 07.02.2012 (10:25Uhr) 5.

    super.. und wir plagen und hier noch mit eine Drosselung auf GPRS nach 10MB rum :D

  6. von Daniel 07.02.2012 (10:42Uhr) 6.

    In diversen Vororten von deutschen Großstädten kann man froh sein, wenn man 2-6 MBit Downstream bekommt. Allerdings gibt es manchmal über TV-Kabel / Multikabel mehr als über die Telefondose...

  7. von Manfred Thull via facebook 07.02.2012 (10:57Uhr) 7.

    419 GB in einer Woche? Macht nur Sinn mit Pornos *ggggggg*

  8. von Dennis Stelloh via facebook 07.02.2012 (13:44Uhr) 8.

    Ich bin froh, wenn ich genug Empfang zum Telefonieren habe ;)

  9. von User-Power 07.02.2012 (21:31Uhr) 9.

    Wer vier Autobahn-Netze betreibt (Chrysler, Ford, GM, Ausländische Autofirmen) (Diesel, Benzin, Elektro, Erdgas) dessen Wirtschaft profitiert sicher auch von 4 Mobilfunknetzen wo man von 3 Antennen bestrahlt wird, aber beim 4ten Provider ist... .

    Wenn Marcel Davis VPN anbieten würde (Sipgate macht das ja schon), könnte QSC-Glasfaser-Open-Access-Network WiFiRouter auf Firmendächer setzen worüber man NUR die eingetragenen VPN-Router (von Marcel Davis, Sipgate usw.) erreichen kann. E+ und O2 wollen ihren Kunden auch kein Wifi oben in ihre Mobilfunkmasten einbauen oder 24x7 vor ihren vielen tausenden Handy-Shops anbieten :-( Selber schuld.

    Jeder große Stark-Strom-Mast und Bahnhof hat Glasfaser. Gigantische Prozente der (anscheinend "überall" herumliegenden) Glasfasern sind "dark" also unbenutzt laut ct. Die Versorgung ist also gar kein Problem. Das Volk kann sowas problemlos selber finanzieren ohne Subventions-Milliarden. Das hält dann die Kosten klein wie es sich im Kapitalismus gehört.

  10. von Virtuelle Telefonanlagen steigern deutli… 11.02.2012 (20:52Uhr) 10.

    [...] Russischer Netzbetreiber lobt Preise für Power-User aus Beim größten Tarif, der mit umgerechnet 20 Euro zu Buche schlägt, wird die Geschwindigkeit allerdings erst ab einer Datenmenge von 8GB auf ISDN-Niveau heruntergeschraubt. Nichtsdestotrotz hat Megafon mit dieser Kampagne sowohl für sein Netz werben als … Read more on t3n Magazin [...]

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