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„Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst“ – Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner im Interview

„Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst“ – Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner im Interview

Die Homepage ist tot, es lebe die Homepage. Während einige noch immer den Untergang der klassischen Startseite prophezeien, beweist Zeit Online, dass Desktop-Homepages auch in Zeiten von , und Pulse wachsen können.

„Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst“ – Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner im Interview

(Foto: Zeit Online)

Der jüngste Relaunch des Online-Portals hat die klassische Homepage wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt – mit einer klaren Struktur, einer reduzierten Navigationsleiste und einem opulenten Aufmacher. Die Nutzerzahlen steigen, und zwar rasant: Konnte die Website laut IVW im Jahr 2014 durchschnittlich gut 13.400.000 Homepage-Visits pro Monat verbuchen, waren es im darauffolgenden Jahr bereits über 14.400.000.*

Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)
Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)

Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online, hat den Umbau verantwortet – und ist heute froh, seiner einstigen Prognose über den Tod der Homepage damals nicht getraut zu haben. Nicht zuletzt deshalb sei er zurückhaltender geworden, was Prognosen zur Zukunft des Journalismus angeht, erklärt er im Gespräch mit OSK. Zu oft habe er Thesen geäußert, die „irgendwann einmal korrekt waren, aber auch irgendwann wieder falsch“.

Mit Entwicklungen, die keinen erkennbaren Regeln folgen, kennt Wegner sich aus: Der studierte Physiker und Philosoph erforschte die Chaostheorie des Gehirns und hat ein Buch darüber geschrieben, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Unwahrscheinliche geschieht („Warum immer ich?“). Und auch für die Zukunft der Medien beweist der 46-Jährige großes Gespür. Als Chefredakteur von Focus Online hat Wegner die Website zu einem der am schnellsten wachsenden Nachrichtenportale im Netz entwickelt und mit mag10 Publishing ein Startup für Kreation und Vertrieb von Tablet-Medien gegründet. Als Kopf von Zeit Online hat er Formate wie das Live-Dossier entwickelt, eine Art langsames Liveblog – eine Antwort auf den Wunsch seiner Leser nach mehr Tiefe in der Onlineberichterstattung.

Im Gespräch mit OSK betont Wegner immer wieder, wie wichtig es sei, sich unvoreingenommen auf Neuheiten einzulassen – auch auf Entwicklungen wie Native Advertising, die in der Branche nicht unumstritten sind. Dabei wird deutlich: Wegner geht es um nichts Geringeres, als die Balance zu finden – zwischen der gigantischen Aufgabe, das Geschäftsmodell Journalismus zu sichern, und dem Anspruch, dessen Seele und Glaubwürdigkeit zu erhalten.

1. Wie zeichnet sich Qualitätsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?

(Screenshot: Zeit Online)
Mit seiner Homepage erreicht Zeit Online 13.400.000 Visits. (Screenshot: Zeit Online)

Qualitätsjournalismus ist Journalismus – die Unterscheidung ergibt für mich keinen Sinn. Journalismus ist, wenn jemand sich ehrlich bemüht, eine Geschichte wahrheitsgemäß zu erzählen. Egal in welchem Medium. Vor Jahren wurde etwa darüber gestritten, ob Blogger Journalisten sein können. Dieser Streit ist zum Glück überholt.

Und dennoch definiert sich der Journalismus gerade neu. Ich verfolge mit Interesse die Debatte um den Unterschied zwischen Redaktionen, die Journalismus machen, und Redaktionen, die dafür bezahlt werden, Unternehmen gut aussehen zu lassen. Der Unterschied ist fundamental. Wenn ein Wasserversorgungsunternehmen ein Medium zu Wasser finanzieren würde, wäre das kein Journalismus. Da gäbe es Denkverbote. Es ist immer problematisch, wenn ein Auftraggeber mit bestimmten Interessen die Berichterstattung im Interessengebiet finanziert. Erst wenn man die Firma im von ihr finanzierten Medium auch angreifen dürfte, würde es vielleicht interessant.

Die Diskussion um Native Content hat dazu geführt, dass sich auch große Redaktionen mit der Frage beschäftigen müssen, ob es neben dem Journalismus etwas geben darf, was Journalismus nur imitiert. Viele große internationale Medien haben schon eine Antwort gegeben und Einheiten für Native Advertising aufgebaut. Ich denke, dass wir das langfristig auch tun müssen. Die Kollegen bei ze.tt, unserem Angebot für jüngere Leser, erarbeiten gerade, wie man mit derlei bezahlten Inhalten umgehen soll. Wir bei Zeit Online trauen uns das im Moment noch nicht, zumindest nicht im gleichen Umfang. ze.tt ist für uns ein Test. Wir wollen sehen, ob das geht, ohne dass man dabei seine Seele verliert.

2. Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon zukünftig durchsetzen?

„Je mehr wir uns differenzieren, desto besser funktionieren wir.“

Die Online-Medien differenzieren sich derzeit stark aus, wie vielleicht vor einem halben Jahrhundert die Printmedien. Vor zehn Jahren waren Online-Angebote in Deutschland sich noch relativ ähnlich. Alle haben versucht, Spiegel Online oder Bild zu sein. Das ist heute anders. Heute suchen die Leser auch im Netz klare Marken mit einer eigenen Tonart und einer erkennbaren Haltung. Das führt dazu, dass Medien wie wir stark wachsen – obwohl unser Markenkern, das Komplizierte, Nachdenkliche und Ausführliche, eher ungeeignet ist für den digitalen Journalismus der alten Schule. Zeit Online ist derzeit eines der am stärksten wachsenden Angebote. Je mehr wir uns differenzieren, desto besser funktionieren wir.

Das wiederum hängt sehr stark zusammen mit der wachsenden Rolle von Social Media, und dort hauptsächlich Facebook. Bei uns ist nicht der Katzen-Content erfolgreich, es sind unsere langen, eigenständigen Geschichten. Die sind oft nicht besonders lustig. Aber es ist eben unser Sound, und offensichtlich ist es genau das, was das Netz derzeit belohnt. Leute teilen am liebsten Dinge, die eigenständig und neu sind. Niemand teilt die fünfzigste, identische Meldung zu einem Thema. Vor wenigen Jahren hat Wachstum im Netz noch anders funktioniert, denn da hat Google das Ökosystem noch alleine dominiert. Google News war lange eine Maschine, die Me-too-Journalismus belohnt, und ist es vom Ansatz her bis heute, deshalb arbeiten wir gemeinsam mit Google an einer Verbesserung des Algorithmus. Wenn alle über Merkel in Kreuth schreiben, erscheint das Thema in Google News. Eine eigenständige Recherche hingegen hat es schwer. Es sei denn, alle erzählen die exklusive Geschichte nach – dann landen gerne die Nacherzählungen oben, nicht die Quelle. Insofern haben die sozialen Netzwerke den digitalen Journalismus fundamental verändert, und zwar zum Besseren.

3. Wie und wo recherchierst du nach guten und spannenden Inhalten?

Die Themen kommen zu mir. So schrecklich sie ist, so großartig ist die Filter Bubble. Ich weiß, dass etwas automatisch meinen Filter passiert, wenn es auch nur halbwegs in meinem Interessengebiet liegt. Wenn irgendwo eine relevante Debatte entsteht, die mich interessiert, dann kann ich mich darauf verlassen, dass ich das in den ersten Minuten oder Stunden mitbekomme, immer bessere Tools helfen mir dabei. Der Rest ist klassisch: Ich lese immer noch einige hundert Feeds, ein Dutzend gebündelte Medien und erstaunlich viele Bücher, spreche mit Leuten, besuche Veranstaltungen, lebe.

4. Was musst und kannst du als Journalist zukünftig tun, um in der Flut des Contents gelesen und wahrgenommen zu werden?

Mich unterscheiden und klar machen, warum es wichtig ist, ausgerechnet mich wahrzunehmen. Und dahin gehen, wo die Leser hingehen. Wenn die Leser auf Facebook oder mit mobilen Geräten unterwegs sind oder bei Snapchat oder Instagram, dann müssen wir da eben auch sein. Egal, ob dort schon ein Geschäftsmodell existiert oder nicht.

Platz für Experimente wie zum Beispiel mit Native Advertising hat Zeit Online bei ze.tt. (Screenshot: ze.tt)
Platz für Experimente wie zum Beispiel mit Native Advertising hat Zeit Online bei ze.tt. (Screenshot: ze.tt)

Im Moment haben wir – so intensiv wie schon lange nicht mehr – eine Plattform-Debatte. Alle Großen versuchen zurzeit, die führende Medienplattform zu werden: Facebook etwa mit Instant Articles, Google etwa mit AMP (Accelerated Mobile Pages), Apple etwa mit News. Auch Twitter bringt alle paar Tage ein neues Feature für Medien heraus, um weiterhin der führende Medienkanal zu bleiben. Es ist noch recht neu für uns, dass jetzt um uns gebuhlt wird. Die Plattformen suchen den direkten Dialog und fragen, wie sie ihre Features besser entwickeln können, damit wir dort vertreten sind. Gleichzeitig haben wir natürlich große Angst davor, abhängig zu werden. Trotzdem glaube ich, dass wir hingehen müssen, wo die Reichweite wächst – wie derzeit beispielsweise auf Snapchat.

5. Die technologischen Veränderungen sind rasant – wie müssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus verändern und dessen Anbieter anpassen?

„Wir müssen spielen.“

Wir müssen spielen. Andauernd erscheinen Neuheiten wie AMP oder Instant Articles. Jedes Mal stellen wir uns die Frage, ob das interessant und relevant ist. Ich habe gelernt, dass es relativ sinnlos ist, darüber zu reden, große Vorträge zu halten und politische Statements abzugeben. In der Regel ist es hilfreich, sich die Dinge kurz anzuschauen und direkt auszuprobieren. Zu sehen, ob es die User interessant finden, ob es uns hilft oder schadet – und danach zu entscheiden.

Wir brauchen also Medien, die in der Lage sind, sehr schnell solche neuen Dienste zu probieren und auch wieder auszuspucken, wenn sie uns nicht schmecken – um sie gegebenenfalls ein Jahr später noch einmal zu probieren. Dieses Spielerische ist wichtig. Es bedeutet, nicht immer gleich ein riesiges Ding daraus zu machen, wenn mal eine neue Option um die Ecke kommt. Man muss daran arbeiten, Prozesse intern so aufzusetzen, dass nicht alles zum Jahresprojekt wird. Nur so kann man effektiv herausfinden, ob ein neues Feature für einen interessant ist.

6. Wie verdient der Großteil der Medien zukünftig Geld?

Nicht mit dem nächsten großen Ding, sondern mit einem Kleintierzoo von Erlösmodellen, die ein bisschen schwierig zu pflegen sind. Manchmal büxt eins aus und man muss sich darauf konzentrieren, es wieder einzufangen. Wir sind bislang erfreulich erfolgreich damit, nicht nur auf eine Erlösquelle zu vertrauen. Wir haben sicher Dutzende von digitalen Erlösströmen, fünf bis sechs davon sind wirklich relevant, neben Anzeigen etwa auch verschiedene Marktplätze. Das ist komplex, aber in der Summe funktioniert es. Die Branche hat lange nach dem nächsten, großen Ding gesucht. Wahrscheinlich kommt es nicht.

7. Wie sehen das Mediengeschäft, journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in fünf Jahren aus?

„‚Heute‘ ist viel wichtiger als ‚in fünf Jahren‘“.

Online-Journalisten werden oft aufgefordert, etwas zur Zukunft der Medien zu sagen, auch ich halte schon eine ganze Weile Vorträge dazu. Im Laufe der Zeit habe ich bemerkt, dass alle meine Thesen irgendwann einmal korrekt waren, aber auch irgendwann fast alle wieder falsch. Das Beste, was man machen kann – denn wir müssen ja tatsächlich jeden Tag arbeiten, uns am Leben halten und möglichst guten Journalismus machen – ist, eine gewisse Demut gegenüber der Zukunft zu entwickeln. Es muss nicht so sein, dass Facebook in fünf Jahren noch wichtig ist. Wenn ich überlege, wie schnell ein Ökosystem wie das von Apple gewachsen ist und alle unsere Prognosen über den Haufen geworfen hat, dann gucke ich lieber, was wir in den nächsten vier bis acht Wochen machen oder in einem halben Jahr. „Heute“ ist viel wichtiger als „in fünf Jahren“.

Im Gegensatz zu vielen Angeboten wächst die Homepage bei Zeit Online, sagt Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)
Im Gegensatz zu vielen Angeboten wächst die Homepage bei Zeit Online, sagt Jochen Wegner. (Foto: Zeit Online)

Jeder sagt, dass die Homepage stirbt. Unsere Seite wächst. Sie wächst sogar noch auf dem Desktop, obwohl wir immer mehr Mobilnutzer haben. Kannst du es mir erklären? Ich kann es mir nicht erklären. Es ist aber so – womöglich hat es mit unserer Art von Journalismus zu tun. Es ist hilfreich, gelegentlich eine Realitätsprüfung der eigenen Glaubenssätze vorzunehmen. Noch so eine Lehrbuch-Regel, die nicht gilt: Nach unserem Relaunch haben wir einen zusätzlichen Wachstumsschub erlebt. Das ist eher ungewöhnlich, denn oft fremdeln Nutzer zunächst, wenn sich ein altbekanntes Produkt stark verändert.

8. Welches Medium fehlt deiner Meinung nach heute auf dem Markt?

Es ist leider schon auf dem Markt, nämlich Medium, derzeit mein Lieblingsprojekt. Ich bin betroffen, dass ich es nicht gemacht habe. Es ist sozusagen die Apotheose der Blogs, ihre höchste Stufe. Es ist die angemessene Publikationsform in einer Welt, in der es Social Media gibt. Es ist die Publikationsform, in der ich Self-Publishing auf höchstem Niveau mit perfektem Design machen kann. Auch das Ökosystem funktioniert, etwa die Reichweitengenerierung. Und das Wichtigste: Es macht große Freude, da reinzuschreiben.

* Die IVW gibt die Nutzungsdaten unter anderem in sogenannten Kategorien-Visits an. Die oben angegebenen Zahlen spiegeln demnach Visits wider, die sich ausschließlich auf die Kategorie „Homepage des Angebots“ beziehen. Mehr Information zum Kategoriensystem 2.0 bei der IVW.

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3 Antworten
  1. von grep am 03.02.2016 (21:14 Uhr)

    Hallo ...,


    die Leute reden viel wenn der Tag lang ist - man darf halt nicht alles glauben.
    Mit Sicherheit ist (resp. wird) die Homepage nicht tot (sein).
    Man kann der Majorität auch eine 'Meinung' einimpfen, wenn's dann alle glauben, sich entsprechend verhalten, ist's eine sich selbsterfüllende 'Prophezeiung'.


    Ciao, Sascha.

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  2. von Qualität der Presse am 04.02.2016 (18:26 Uhr)

    JEDER schrieb, Werbung am kleinen Handy wäre unmöglich. Facebook hat das Gegenteil bewiesen.
    jeder glaubte an den neuen Markt und Profite und bessere Welt dank IT.
    Jeder glaubte an die Befreiung von Afghanistan und Irak und den Arabischen Frühling und die orangene(?) Revolution in Ukraine...
    Jeder glaubte an die ewige Überlegenheit von Wintel
    Jeder glaubte Linux wäre gut und updatebar
    Jeder sagte, die Dresdner Bank sollte sich von Deutscher Bank oder Commerzbank aufkaufen lassen. Dann kam die Bankenkrise...
    Jeder sagte, die Erde wäre eine Scheibe und die Sonne würde sich um die Erde drehen...
    Jeder glaubt, Zilliardeninvestments, Holdingketten und Investments und Investments und noch größere Investment-Runden und immer mehr Unicorns usw. wären profitabel und würden dem Volk helfen...
    Jeder glaubte, VR wäre irrelevant
    Jeder glaubt, VR wäre nur für Nerds im Keller mit 500-Euro-VR-Set und 1500-Euro-Gaming-PC statt der Ersatz für die Monitore.
    Jeder glaubte an RöhrenTVs als hier FußballWM war (ich glaube 2006). 2-4 Jahre später waren die RöhrenMonitore und RöhrenTVs praktisch vollständig durch Flachbildschirme ersetzt.
    Jeder glaubte an das Aussterben der Schallplatte. Inzwischen sind sie wieder bei 6% also eine "Luxus-Nische".
    Jeder glaubte an das Aussterben von Analog-Film. StarWars7 wurde so echt wie möglich mit Analog gefilmt weil das Auge den Unterschied unterschwellig wohl doch sieht und man 8k, 16k,32k...-Scans der Filme machen kann was bei 2k/4k/6k-Aufnahme natürlich nicht geht und vielleicht keiner Shrek, KungFuPanda usw in 4k und dann 8k neu ausrechnet...
    Jeder glaubte, Geld sammeln um Treiber für Linux/BSD/... freizukaufen wäre irrelevant. Crowdfunding war also eine deutsche Idee.
    Jeder glaubt den IT-Fachkräftemangel.
    Jeder glaubt nicht an Robo-Journalism. Damit kann man optimal und individualisiert die Sportberichte wie gewünscht im Auto vorlesen lassen. Eigener Verein am längsten, andere Vereine, Spieler, Trainer usw. kürzer. Oder bei Börsenmeldungen die eigenen Branchen und Investments länger.
    Jeder glaubt nicht an den Untergang der Benzin-Autos ähnlich schnell wie der Untergang der Röhren-TVs/Monitore....
    Jeder glaubt an dauerhafte hunderttausende Jobs in der Autobranche.
    Jeder glaubte nicht das Windstrom/Solarstrom Kunden fände weil man ja vorher nicht weiss wann der Strom entsteht. Jetzt hungern Zilliarden Akkus täglich auf Lade-Strom und nehmen jedes Solar/Wind-Elektron das sie kriegen können...
    Jeder glaubte nicht an 12Volt-Wohnzimmer dank VR. 220 Volt nur noch Weisse Ware weil keiner seinen Kühlschrank draussen anschliessen kann wie der Dunstabzug in der Küche oder die Wäschetrockner die man an den Mehrfamilienhäusern an den Aussenwänden sofort sieht.
    Jeder glaubte an die ewige Abhängigkeit von gigantischer Großkraftwerke. Doch meine (wie üblich mit Mobbing gedankte) Idee der Selbstversorgung wurde durch Tesla (und kurz drauf von Daimler und neulich von BMW) PowerPacks bewiesen... lade gleich, nutze später.
    Jeder glaubte nicht an den Klimawandel.
    ...
    "Jeder"=Die Mehrheit und auch leider die Mehrheit der Presse welche bezahlt wird um schlauer zu sein.

    Die Mehrheit hat oft Unrecht...
    Selbsterfüllung geschieht oft wohl nur bei den Rückständigen. Leider gibts keine Strafen dafür...

    Und die Presse bereitet die Umstellungen praktisch nicht vor und berichtet lieber hinterher wenn wir mal wieder Zilliarden an Rettungs-Geldern zahlen müssen weil DAX-Konzerne nicht durch Pressefragen zu riesigen Ersparnissen gezwungen wurden um die Konkurrenten billig aus der Portokasse aufkaufen zu können. Vor ein paar Jahren wären alle drei US-Autofirmen billig zu haben gewesen. Fiat war schlau und hat einen US-Autobauer übernommen.
    Die Politik reagiert ja auch erst NACH den Presseberichten auf die individuelle Preise welche im wahren Kapitalismus ja gar nicht existieren weil jeder alle Preise, alle Anbieter und alle Nachfrager also Kunden kennt.


    Schön ist aber die Aussage:
    "Es bedeutet, nicht immer gleich ein riesiges Ding daraus zu machen, wenn mal eine neue Option um die Ecke kommt. Man muss daran arbeiten, Prozesse intern so aufzusetzen, dass nicht alles zum Jahresprojekt wird. "
    Zilliardeninvestments in Startups und Fehl-Investments können sich kleine Verlage nicht leisten...
    Schade das er sowas nicht weiter propagiert damit überteuerte IT-Projekte aussterben. Papier bedrucken und quer durch Deutschland transportieren ist anscheinend nicht teurer als digitaler Zeitschriften-Download. Da stimmt doch was nicht.

    Google News könnte wirklich besser sein.
    Aber das die Erst-Quellen nicht benannt werden wie es in jeder echten Wissenschaft normal ist und man es in JEDEM Studium lernt, ist ja wohl nicht Schuld von Google-News. Davon abgesehen zeigt "Ausgeblendete Ergebnisse" ja überwiegend ja nur an, wie viele Zeitungen von Zentralredaktionen bzw. Agenturen beliefert werden was für _platzbeschränktes_Print_ in Lokalzeitungen normal ist, aber online immer rückständiger wirkt und keiner es richtig macht. Mit einer Pferdekutsche beschleunigt/bremst/fährt man ja auch anders als mit einem LKW oder Tesla oder Kleinbus oder Kombi oder PKW.

    Er darf News-Wiki aufsetzen und könnte die #1-Source werden. Ich habe für die Rechtskosten leider kein Geld oder mächtige Freunde und kenne kein Land welches konsequent die Wahrheit in den Markt drücken will um das immer wieder versagende System endlich zu verbessern oder die Konsum-Einnahmen fürs Volk zu sichern damit nicht die Armut Standard wird und praktisch keiner mehr ein iPhone hat was (wie die iPads bewiesen haben) dazu führt das iOS-Apps für neue Dienste nicht entwickelt werden weil der Marktanteil (wie schon beim iPad gesehen) einfach viel zu klein ist... Fußball und Formel1 funktionieren jede Saison deutlich besser als die Verbesserung fürs Volk... Doch letzteres ist die Aufgabe der Presse: Richtige Entscheidungen dank richtiger Information...


    Und wie man an die Leser kommt ist auch stark vom Thema und den normalen Verweil-Regionen (Facebook, ...) der User abhängig wo man die Leser dann "abholen" muss, wie die Leute in Urlaubsgebieten die Leute in die Kneipen, Discotheken, Nachtclubs usw. per Flyern oder abends per Direkt-Ansprache oder Flughafen-Plakaten oder Radio-Werbung usw. reinholen wollen.

    Mallorca-Rentner rufen jeden Tag die Homepage ihrer Heimat-Lokal-Zeitung auf. Homepage ist ja nur eine Startseite. Für t3n bevorzuge ich z.b. /news/ oder den RSS-Feed. Das wirkt bei IVW dann vielleicht kleiner aber ist nur wie der zweite Eingang der Las Vegas Casinos auf der Rückseite wo die Mono-Rail/Einschienen-Bahn fährt. Videotheken hatten oft ja auch zwei Eingänge und die englischen Filme und Computerspiele waren in der Ab18-Abteilung,
    Homepage-"Sterben" ist also nur wie Radio/Schallplatten/...-"Sterben" eine Verringerung vom alten hohen Bestand auf kleinere Basis wegen Alternativen Zugangswegen gemeint. Excel (oder GnuPlot oder was auch immer) macht es vielleicht offen sichtbar und lässt (wie bei SSD-Preisen oder Preisen für SD-Karten usw.) den Sockel und den linearen Faktor oft vermutlich leicht erkennen.
    Aber das mooresche Gesetz oder Preisentwicklungen wird in der Presse ja auch nicht benutzt um Preise usw. für Elektronik usw. abzuschätzen. UHD-1=4mal FullHD. Moore=15-18Monate für Verdoppelung beim gleichen Preis also 3 Jahre für "FullHD wird durch 4k ersetzt" zum also 4k zum Chromecast1/Fire1Stick-Preis wie die aktuellen 4k-Geräte von Nvidia oder Amazon-FireBox2 offen nachrechenbar beweisen.
    Weil mal bei Print keinen Platz hat, sollte man online erst recht alle Zahlen detaillierter aufbröseln. Print ist nur die platzbegrenzte Fastfood-Version vom echten vollständigen Online-Artikel (1). Das hat der Journalismus seit 15 Jahen (rot-grün neuer Markt, erste DSL-786-Flatrates usw.) immer noch nicht gelernt und wartet vielleicht seit 15 Jahren auf die Ausbau-Versprechen statt sich mal öffentlich kritisch zu erinnern...
    (1) Diese Artikel können ruhig weitererzählt sein oder Sachverhalte wiederholend wiederverwerten. "Wie mache ich Auto Winterfest" "Frühjahrsputz" "Was mache ich diesen Monat im Garten" "Wie vermeide ich Erkältungen im Winter" "Planeten und Sterne und Astronomie diesen Monat" "Pflanzen und Tiere in der Umgebung diesen Monat..." kommt in der Lokalzeitung ja jedes Jahr zur gleichen Zeit.... Da muss man nicht vortäuschen als ob es wirklich zu 150% neu wäre sondern beweisen das man aktuelle Entwicklungen (FullHD wird UHD-1/4k, USB-C/3.0/3.1 verbreitet sich,...) erkannt und auf die Inhalte adaptiert hat. Nicht jedes Vogelfutter-Häuschen ist wirklich nutzbar. Man kauft die also oder nimmt Leser-Fotos und zeigt Vor/Nachteile...

    Was auch fehlt ist das man Artikel weiter benutzen kann und sie nicht nach 3 Tagen quasi verschwunden und nur noch in Archiven auffindbar sind.

    In einem anderen Journalismus-Interview hiess es etwas klarer das man von den Lesern kuratiert. Kleinkunst-Darbieter, Schlagersänger und viele weitere realisieren Zuschauer(=Leser)-Feedback oft wohl eher als klassischer Top-Down-Journalismus wo Rückmeldung wohl oft nur als Jubel wie wenn der Stadt-Schreier die Papyrusrolle vom Sheriff von Nottingham vorliest und auf Kritik (wie in vielen Zeitungs-Foren) pampig reagiert wird und man sich daher bestenfalls traut wenn man Tippfehler findet.
    Helmut Kohl dachte vielleicht ja auch, er würde wiedergewählt.... Doch dann kam Rot-Grün und die Folgen und das aktuelle Internet so wie auch Hartz4 und 1Euro-Jobs und glorreiche IT-Groß-Projekte und vermutlich die UMTS-Preise verdanken wir rot-grün.
    http://www.golem.de/news/streaming-serie-woody-allen-bereut-deal-mit-amazon-1505-114091.html
    Manche Stummfilmschauspieler schafften den Schritt auf Ton-Film und später Farb-Film angeblich auch nicht. Pampiges Verhalten zu berechtigten Leserkommentaren ist oft vielleicht auch ein Anzeichen einer falschen Personal-Wahl für dieses spezielle Medium (aka vollständige Online-Berichte)... Feedback-freie One-Way-Medien (aka Lokalzeitung) ist halt nicht feedbackbasierte Diskussions-Systeme. Aber Debatten gibts ja praktisch nirgendwo weil sie Miswirtschaft bekämpfen würden und somit (wie Jesus) unter einem Vorwand vernichtet oder z.B. wie Summly beendet oder wie Skype und Paypal nicht mehr weiterentwickelt würden damit das Establishment (Banken und Banker-Boni bzw. Telefonie-Zilliarden) weiter gut verdienen kann.

    http://www.golem.de/news/soziale-medien-wohlfuehlaktivismus-statt-debattenkultur-1601-118748.html
    Rot-Grün und ich glaube auch die Gewerkschaften aber auch die PRESSE haben bis heute keine Partizipations- bzw. DirectFeedback-Systeme damit die Hinterzimmer, zugangsbeschränkte Pressekonferenzen usw. nicht mehr existieren sondern wie Fußball und Formel1 alles relevante schön im Lichte stattfindet damits dem Volke besser geht.
    Wer lieber zu einer Pressekonferenz fährt wie damals im Print-Journalismus statt digital die konstruktiven Fragen einzusammeln und zu bevoten damit das Volk sieht wie FußballTrainer, Regierung, Aktien-Firma, Bürgermeister, Schauspieler, Regisseur, FED/EZB-Präsident, Minister,... auf die jeweiligen (weil nach Presse, Bürger, Anonym, Facebook, Twitter... separierten) Frage-Top20 antworten und das auch am Tablett erkennen können und die Praktikanten Standard-Fragen ("Planen sie noch ein Baby ?" "Wie fanden sie das Hochzeitskleid ihrer Ex-Frau ?" "Fahren sie wirklich 90% ihrer Kilometer mit dem Auto des Auto-Sponsors ?" "Wieso ist ihr Ehepartner nicht dabei" "Wollt Ihr auch die Oscars boykottieren" "Überleben sie die nächste Rezession und kaufen - so wie es Fiat vorgemacht hat - die Konkurrenz auf ?" "Wieso werden ihre Bonis nicht als Aktien ausgezahlt damit Versager kriegen was sie verdienen ?" "Treten sie abfindungsfrei zurück wenn ihr Verein absteigt ?" "Wussten sie von den Emissions-Messungs-Optimierungen ?"...) . Technisch trivial realisierbar. Doch leider von niemandem ausser mir gewünscht damit wir endlich verbesserungs-wirksam VORHER fragen können was wichtig ist... Die US-Präsidentenwahl ist wohl nicht wichtig genug dafür und die klassische Presse und die PR-Konferenzen haben dem Volk jedes Jahr die Verbesserung und die versprochenen Neue-Markt-Gewinne eingebracht wie wir wohl wissen...

    Die Presse sollte uns vor der Rezession oder der Strom-Knappheit oder Benzin-Steuer-Wegbrechen wirksam warnen weil Autos nur 8 Jahre alt sind also 10% pro Jahr durch halb so viele Share-Robo-ECars ersetzt werden und die Autofirmen dauerhaft kaum noch produzieren wenn nur noch ein Fünftel der PKW-Menge dank Sharing benötigt wird worauf natürlich keiner vorbereitet ist. Und nicht immer hinterher berichten wenn wir mal wieder alles doppelt und dreifach bezahlen müssen damit die Zilliarden-Bonis weiter fliessen.
    Aber damals am neuen Markt wurde die Tulpenpreis-Krise natürlich auch vergessen...
    Und ob beispielsweise Quellenangaben fehlen sollte jeder Diplom-Journalist sofort erkennen können wenn sogar noch in Anti-Plagiatoren-Wiki die Original-Quellen verlinkt sind und man wirklich nur wie bei Excel alles klar auf dem Desktop sieht und nur noch stichpunktartig überprüfen muss was dank Praktikanten und online viel einfacher geht als langatmig herumzutelefonieren damit der Presse wirksame Aufdeckungs-Zeit fehlt ! Innere Qualitäts-Kontrolle in der Branche fehlt womöglich...
    Die Folgen sieht man täglich im TV und im Einkaufswagen und auf der Lohn-Abrechnung...

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  3. von Qualität der Presse am 05.02.2016 (14:53 Uhr)

    So sehen die Löhne aus:
    http://meedia.de/2016/02/03/grosser-gehaltsreport-das-verdienen-die-deutschen-und-so-wenig-die-journalisten/

    Da braucht man sich nicht wundern wenn man schreibt was gewünscht ist und Aspekte ignoriert um morgen noch Arbeit zu haben.

    Jamie Oliver schaut oft das die Kalorien kleiner werden als bei den klassischen Rezepten. Aber schmecken muss es ja trotzdem immer noch.
    Damit hat die Presse ein Problem, also siegen Yellow-Press in den Kiosk-Regalen und Klickbaiter in den Statistiken so wie weißer Toast meist wohl gegen Vollkorn siegt.
    Sportpresse oder auch Fachmedien sind ziel-orientierter und daher evtl. inhaltlich besser als die überwiegend Main-Streamigen Politik- und Wirtschafts-Meldungen wo man seine Ruhe hat wenn man nichts hinterfragt und nur die Agentur-Meldung rezitiert.

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