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And they all look just the same: Das Webdesign kopiert sich immer und immer wieder

And they all look just the same: Das Webdesign kopiert sich immer und immer wieder

Das Internet ist zu uniform geworden, und das ist für niemanden gut. Greg Storey appeliert, dass sich Webdesigner zu ihren Wurzeln orientieren sollten.

And they all look just the same: Das Webdesign kopiert sich immer und immer wieder

(Grafik: Bloomua / Shutterstock)

Den englischen Titel habe ich mir von Malvina Reynolds' Song „Little Boxes“ geklaut. Bestimmt haben viele von euch den Text schon mal gehört, wenn auch von einem anderen anderen Künstler gesungen als vom Original-Songwriter. Malvina hat diesen Song als Protest geschrieben –  gegen die Massen-Konformität beim Hausbau in den Vororten San Franciscos in den frühen 1960er-Jahren. Wenn du jemals durch diese Gegend gefahren bist, konntest du dort immer noch die kleinen Klipp-Klapp-Schachteln sehen, die sich wie Pünktchen auf den Hügeln und über das ganze Gebiet verteilen. Obwohl Daly City die Vorlage für den Song bot, sind diese gleichförmigen Vororte im ganzen Land verbreitet.

Wie die Häuser in den Vororten von San Francisco sieht oft auch Webdesign aus. (Foto: Aaron Gustafson / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Heutzutage hat sich das Klipp-Klapp-Prinzip in einen anderen Bereich unserer Gesellschaft eingeschlichen: das World Wide Web. Große Fortschritte in der Technologie, die auf gemeinsamen Standards aufbauen, haben es Web-Designern ermöglicht, unglaubliche Websites zu schaffen, die noch vor 20 Jahren als Science-Fiction durchgegangen wären. Es ist erstaunlich, was die Kombination aus HTML, CSS und JavaScript heute umsetzen kann.

Vor seinem heutigen Posten als CEO für Basecamp war Jason Fried ein talentierter Webdesigner (ist er immer noch), seine Software-Firma 37signals war ein Bombenerfolg, wegen seines Sachverstandes und unternehmerischen Scharfsinns. Ich muss wohl nicht erst erwähnen, dass ich Jasons Meinung und Einblick ins Web-Design sehr hoch schätze.

Er schrieb kürzlich über des Redesgin seiner Firmenwebsite und welchen Trend er beobachtet, der nicht zu etwas Gutem führt. Nicht nur für Designer, sondern auch für Unternehmen.

„Wenn ich sehe, was heutzutage im angesagt ist, bin ich abgetörnt. Es ist alles ein bisschen zu glatt, zu over-designt. Ich habe glatt satt.

Dann, wenn du runterscrollst, schiebt sich der Hintergrund weg und ein weiteres großes Foto mit noch mehr Text darauf taucht auf. Und so weiter … Vielleicht hast du diesen Stil schon gesehen – er fängt an, überall aufzutauchen. Für das Auge eines Designers sieht das gut aus, und es ist technisch eindrucksvoll, aber ich bin mir nicht sicher, ob es irgendetwas bedeutungsvolles aussagt über die Firmen, die es verwenden. Schlimmer noch (für diese Firmen) – es hat eine neue Art von Unordnung geschaffen: Zu viele Firmen sehen gleich aus – nur Style und nicht genug Substanz.“

— Jason Fried

Ich wiederhole es noch mal, um zu betonen, wie viel Jason vom Geschäft versteht: Firmeninhaber, Marketingmanager, Creative-Directors, Designer – alle sollten dieses Statement überdenken in Bezug auf ihre eigenen digitalen Erzeugnisse oder diejenigen, für die sie verantwortlich sind.

„Zu viele Firmen sehen gleich aus – nur Style und nicht genug Substanz.“

Weil unser Werkzeug sich weiter entwickelt und unsere Technologien mehr und mehr Flash-artige Erlebnisse ermöglichen, müssen wir die besten, direktesten Wege bestimmen, mit denen wir unsere Kunden und Nutzer erreichen. Wollen oder brauchen sie lange, scrollende Beschreibungen mit Fly-ins, Karussellen und ruhigen Video-Gifs, oder suchen sie nur nach der Suppe des Tages? Dan Cederholm hat vor einem Jahr eine richtig gute Bemerkung zu diesem Punkt gemacht:

Das ist meine Lieblings-Website. Ich besuche sie fast jeden Tag. Sie ist nicht responsiv. Sie ist nicht fürs iPhone optimiert. Sie sieht auf dem Retina-Display unscharf aus. Sie nutzt nicht das neueste HTML5/CSS3-Framework. Sie hat keinen ausgeklügelten vertikalen Rhyhtmus. Die Schriftarten sind nichts Besonderes. Sie ist weder imitierend noch Flat. Sie besitzt kein eigenes Favicon. Es gibt dafür keine native App oder Twitter oder Instagram. Sie verwendet kein Ajax oder Scrum oder node.js oder Sinatra. Sie verfügt über keine API oder einen RSS-Feed oder VC-Funding. Sie wurde nicht auf einem berühmten Tech-Blog gefeatured und hat keinen Award gewonnen.

Sie gibt mir die Suppe des Tages. Das ist Webdesign.“

— Dan Cederholm

Dans Artikel erinnert mich an die Website für Berkshire Hathaway, eine der erfolgreichsten Kapital-Management- und Investmentfirmen der Welt. Sie ist zugleich Eigentümer einer der altmodischst-aussehenden Websites des heutigen Webs.

Wenn sie es wollten, könnten Berkshire Hathaway ein Design-Studio ihrer Wahl beauftragen oder kaufen, um es in Vollzeit an nichts anderem als ihrer Website arbeiten zu lassen, für alle Ewigkeit. Sie hätten das seit 1996 (als die Site zuerst erschien) jederzeit tun können, aber sie taten es nicht, weil die Firma notorisch sparsam ist – sich anders zu verhalten würde aus dem Rahmen fallen, sowohl für die Branche, als auch ihre Kunden. Ihre Site besteht vom Design her nur aus Inhalten und, wenn überhaupt, sehr wenig Style. Und aus diesem Grunde ist sie wundervoll.

Die Website Berkshire Hathaway ist von 1996 – und heute noch mit dem Design im Netz, obwohl die Firma eine ganze Abteilung für nichts als die Website anstellen könnte. (Screenshot: Berkshire Hathaway)
Die Website Berkshire Hathaway ist von 1996 – und heute noch genauso im Netz, obwohl die Firma eine ganze Abteilung für nichts als die Website anstellen könnte. (Screenshot: Berkshire Hathaway)

Ich würde es lieben, lieben, lieben, wenn Happy Cog (mein Design-Studio) die Möglichkeit bekäme, mit Berkshire Hathaway zu arbeiten. Wir könnten eine Menge tun, um die Site besser kompatibel zu allen Devices zu machen und dabei helfen, das Erscheinungsbild und die Usability durch bessere Typografie auf den neuesten Stand zu bringen (Meine Güte, wäre das cool!), aber ich würde niemals, nicht in einer Million Jahren, versuchen, ein großes Geschäft zu machen, indem ich ihren Look modernisiere, nur, um mit der Zeit zu gehen.

Das wäre das Klipp-Klapp-Prinzip.

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6 Antworten
  1. von Patrick am 24.05.2015 (11:33 Uhr)

    Viele Webseiten sehen zwar gleich aus aber dadurch das immer neue Designs entwickelt werden ändern sich die Designs stätig.

    Wenn wir bei den Wurzeln bleiben würden und keine Effekte usw einfügen wäre doch jede Seite gleich.

    Auch wenn man als Webdesigner sich Code bei anderen anschaut lernt man dazu und gibt seinen eigenen Touch dazu.

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  2. von bambam am 24.05.2015 (16:38 Uhr)

    Und die Moral von der Geschichte? Webseiten müssen wie anno 1998 ausschauen solange der Content stimmt?

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  3. von Chris am 24.05.2015 (19:43 Uhr)

    Bei vielen Parallax-Websites (wie es auch in der Flash-Ära war) ist gut zu beobachten, dass die oft übertriebene Menge an Effekten zu Lasten der Benutzbarkeit eingesetzt wird.

    Ich halte ein gutes und modernes Webdesign zwar auch für wichtig, allerdings sollte bei allen technischen Möglichkeiten der Usability und Aufbaugeschwindigkeit die höchste Priorität eingeräumt werden.

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  4. von Ich am 26.05.2015 (11:07 Uhr)

    Es gibt natürlich Webseiten die ich besuche unabhängig vom Design: Bank, Restaurant, etc. also wenn ich eine Info suche (Tagessuppe). Diese machen ihr Geschäft nicht im Internet, sondern das Internet ist nur zusätzliches Info-Angebot. Da kann die Seite aussehen wie sie will.

    Aber es gibt auch viele Webseiten die mich einfach nur neugierig machen weil etwas neues vorgestellt wird. Diese Webseite muss mich erst mal einfangen. Wenn z.B. jQuery eine Seite im Design von Berkshire Hathaway hätte wäre es garantiert nie so erfolgreich. Oder t3n. Oder Apple. Oder oder oder. Wer das Internet als Hauptplattform hat muss halt mit der Zeit gehen.

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  5. von Robert Willemelis am 26.05.2015 (13:33 Uhr)

    *lol*, erinnert mich an die Aussage eines Bekannten, auf die Frage warum er das Wordpress-Design nicht mag, dass es zu modern wäre. Der Fehler ist nicht der Einsatz guter Technologien bzw. Konzepte wie FLAT oder googles materiale design. Die Frage ist doch, was man daraus macht und wie man die Techniken für sich und seinen Auftritt effektiv nutzt. Design entwickelt sich weiter und es gibt immer wieder Trends. Aber wer aus den Werkzeugen, die ihm gegeben worden sind, nicht fähig ist, etwas gutes zu machen, ist für mich kein guter Webdesigner sondern höchstens ein Pixelschubser :-) :-)

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  6. von Suzy000 am 28.05.2015 (10:24 Uhr)

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich möchte nicht, dass das gleiche Design wie in alle haben. Will etwas Einzigartiges. Und so wandte ich mich an diesen Jungs http://www.templatemonster.com/de/. Sie haben mir sehr geholfen bei der Gestaltung meiner Website.

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