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Samsung Dex ausprobiert: Noch kein voller Desktop-Ersatz

    Samsung Dex ausprobiert: Noch kein voller Desktop-Ersatz
Samsung Dex. (Foto: t3n)

Mit der Dex-Station will Samsung den Desktop-Rechner in Verbindung mit dem Samsung Galaxy S8 überflüssig machen. Wie gut funktioniert die Lösung?

Samsung-Dex-Station: Microsofts Continuum in etwas besser

Zusammen mit dem Galaxy S8 und dem S8 Plus (Test) hat Samsung mit der Dex-Station seine eigene Lösung entwickelt, die Microsoft schon für seine Lumia-950- und 950-XL-Smartphones 2013 vorgestellt hatte. Microsofts Continuum krankte unter anderem an einer geringen Auswahl an unterstützen Apps und der hauseigenen Mobilplattform, die das Unternehmen mittlerweile mehr oder weniger eingestampft hat. Mit der Lösung Dex, kurz für Desktop-Experience, will Samsung sein Galaxy S8 zu einem Desktop-Ersatz machen – für den „ersten Wurf“ läuft das Ganze besser als Microsofts Ansatz.

Vertraut: Die Nutzeroberfläche von Samsung Dex erinnert ein wenig an Microsofts Windows. (Foto: t3n)

Das Funktionsprinzip von Samsungs Dex-Station ist ähnlich wie bei Microsofts Continuum: Das Samsung Galaxy S8 (Plus) wird in eine spezielle Docking-Station gesteckt, die mit einem Monitor und einem Stromanschluss per USB-C-Port gekoppelt wird. Zur Steuerung der Desktopoberfläche sind (Bluetooth-)Tastatur und Maus vonnöten – USB-gestützte Steuergeräte werden auch unterstützt. Habt ihr alles Notwendige mit dem Galaxy S8 verbunden, könnt ihr loslegen: Auf dem Monitor wird nach kurzer Startzeit eine Desktop-Oberfläche angezeigt, die Windows-Nutzern vertraut vorkommen dürfte. Alle auf dem Galaxy S8 installierten Apps und Dateien stehen in der Desktop-Ansicht bereit.

Die beiden USB-A-Anschlüsse dienen zur Verbindung von Maus und -Tastatur – ihr könnt aber auch einen USB-Stick einstöpseln. Externe Festplatten funktionieren nur, wenn sie eine eigene Energiezufuhr besitzen. (Foto: t3n)

Auf dem Bildschirm unten rechts findet ihr eine Task- und Statusleiste, in der ihr alle eingegangenen Benachrichtigungen aus euren Apps und dergleichen findet. Auf der linken Seite sind die drei „Android“-Navigationsbuttons positioniert. Diese zeigen zum einen die zuletzt genutzten Anwendungen an, zum anderen minimiert ein Druck auf den Homebutton alle auf dem Homescreen liegenden Fenster. Neben den Navigations-Buttons findet ihr außerdem einen App-Drawer-Button, mit dem ihr wie unter Android die App-Übersicht öffnen könnt. Darüber hinaus sind in der Leiste wie unter Windows die aktuell laufenden Apps angeheftet.

Über den App-Drawer-Button erhaltet ihr Zugriff auf alle installierten Anwendungen. (Foto: t3n)

Ihr könnt per Maus und Keyboard mit der Oberfläche und euren installierten Apps interagieren, Eingaben vornehmen und arbeiten, wie auf einem „echten“ Desktoprechner. Zwischen den einzelnen Apps könnt ihr wie auf Windows über die klassische Tastenkombination Alt+Tab wechseln. Außerdem stehen weitere Keyboard-Shortcuts wie Crtl+C und Ctrl+V zum Kopieren und Einfügen sowie weitere Funktionen bereit und erleichtern die Steuerung merklich.

Sind entsprechende Apps installiert könnt ihr Texte in Word schreiben, Powerpoint nutzen und Excel-Tabellen erstellen. Für Microsofts Office-Anwendungen ist für die Nutzung am großen Bildschirm allerdings ein entsprechendes Office-365-Abo vonnöten. Microsofts Office-Dienste sind für Geräte unter einer Displaydiagonale von zehn Zoll kostenlos nutzbar, ist der Screen größer, muss ein Abo abgeschlossen werden. Hat man keines, könnten Dokumente lediglich zum Lesen geöffnet werden – das Bearbeiten oder Speichern ist nicht möglich.

So sieht die Übersicht der zuletzt geöffneten Apps aus – sie kann je nach Anzahl genutzter Apps auch zweireihig sein. (Foto: t3n)

Als Alternative könnt ihr aber auch zu den kostenlosen Diensten von Google greifen – mit diesen ist die Arbeit im Browser ohne größere Probleme möglich. Bei größeren Dokumenten ist zu beobachten, dass sie recht träge und schwerfällig scrollen und laden – das ist auf Desktop-Geräten aber kaum anders. Das ist aber auch bei Microsofts Office der Fall – auf einem „echten“ Desktop-Rechner läuft das Ganze „fluffiger“. Generell läuft das Dex-System aber rund, dennoch starten Apps langsamer als auf dem Smartphone oder einem regulären Notebook. An der allgemeinen Performance des Galaxy S8 im Dex-Modus ist aber wenig einzuwenden – auch mehre Anwendungen lassen sich problemlos nebeneinander ausführen und flüssig bedienen.

Apropos Google: Die Gmail-App eures Galaxy S8 ist ohne Weiteres im Desktop-Modus nutzbar. Generell ist die Ausführung von Android-Apps überwiegend unproblematisch – einige Anwendungen lassen sich jedoch nicht in ihrer Größe ändern oder per Maus zurecht ziehen. Dafür wird aber bei vielen Apps ein Button angezeigt, der euch das Fenster drehen und die Anwendung im Querformat ausführen lässt.

Samsung Dex unterstützt diese Apps laut Hersteller im vollen Umfang – zur Bildbearbeitung könnt ihr unter anderem Lightroom Mobile nutzen. (Bild: Samsung)

Bei zahlreichen Anwendungen ist es jedoch möglich sie an den Desktop anzupassen und auch im Vollbildmodus auszuführen. Eine weitere Einschränkung: Das Scrollen per Mausrad in einer Anwendung funktioniert bei vielen, aber nicht allen Apps. Die Drag-and-Drop-Funktion beherrschen in der Desktop-Ansicht nur die wenigsten Anwendungen.

Für Business-User interessant: Windows-Anwendungen könnt ihr per VDI-Lösungen ausführen. (Bild: Samsung)
Für Business-User interessant: Windows-Anwendungen könnt ihr per VDI-Lösungen ausführen. (Bild: Samsung)

Zusätzlich zu den auf dem Samsung Galaxy S8 installierten Apps habt ihr auch die Möglichkeit, auf virtuelle Windows-Computer via Virtual-Desktop-Infrastructure-Lösungen (VDI), wie Citrix-Receiver, VMware-Horizon-Client oder Amazons Workspaces zuzugreifen – dabei entstehen aber zusätzliche Kosten für die jeweiligen Dienste.

Samsung Dex: Einschränkungen und Hürden

Samsungs Dex-Station bietet in vielen Bereichen gute Ansätze und Lösungen, perfekt ist das Ganze jedoch nicht. So könnt ihr bei der Nutzung im Desktop-Modus euer Galaxy S8 nicht weiter benutzen – das Display bleibt im Betrieb schwarz. Nur bei der zweiten Dex-Darstellungs-Option, der Gerätespiegelung, ist es weiterhin verwendbar. In diesem Modus geht aber der vollwertige Dex-Desktop verloren – ihr seht auf dem Monitor nur eine größere Variante des Smartphone-Displays. Bei Microsofts Continuum ließ sich das Smartphone auch im Desktop-Modus weiternutzen.

Nur bei der Spiegelung des Homescreens ist das Display des Galaxy S8 aktiv. (Foto: t3n)

Wollt ihr im Dex-Modus die Telefon-Funktion nutzen, müsst ihr euer S8 mit einem Bluetooth-Headset koppeln. Beim Musikhören besteht entweder die Option den Monospeaker des S8 zu nutzen, was wir aber nicht empfehlen, oder ihr verbindet das Smartphone mit einem Bluetooth-Speaker beziehungsweise -Kopfhörer.

Für manche dürfte ein weiterer Dämpfer sein, dass ihr die Dex-Station maximal mit einem Full-HD-Display nutzen könnt – Monitore mit höherer Auflösung werden nicht unterstützt. Wer normalerweise einen Monitor mit 2K-Auflösung nutzt, wird den Umstieg auf den Full-HD-Screen als Rückschritt empfinden. In Büros sind Full-HD-Displays aber nicht selten noch das Standard-Ausgabegerät – wünschenswert wäre dennoch eine höhere Auflösung.

Fazit: Samsung macht bei seiner Dex-Station vieles richtig, dennoch stark ausbaufähig

Samsung Dex: Für einen ersten Wurf ganz okay. (Foto: t3n)

Mit Samsung Dex haben die Südkoreaner eine interessante, jedoch noch unausgereifte Desktopersatz-Lösung auf den Markt gebracht. Zum Schreiben von Mails und Texten, aber auch zum Surfen und Videos konsumieren ist Dex durchaus geeignet, sofern ihr euch damit abfinden könnt, euer Galaxy S8 derweil nicht benutzen zu können.

Softwareseitig ist Dex in Sachen User-Experience auch noch eine Baustelle, da nicht viele Apps volle Unterstützung für Samsungs Lösung besitzen. Derzeit gleicht es einem Gücksspiel. Mit der Zeit könnte sich das Ganze noch ändern, allerdings hätte das Konzept aus meiner Sicht mehr Durchschlagkraft, wenn es seitens Google direkt in Android integriert werden würde. So ist Samsungs Dex nur eine Insellösung – allerdings sollte nicht verachtet werden, dass Samsung Branchenprimus ist und das Galaxy S8 womöglich nicht das einzige Modell mit Dex-Support sein könnte. Immerhin: Die Idee ist sehr gut.

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Bleibt nur die Frage, ob der Preis der Dex-Station nicht etwas hoch angesetzt ist. Denn für knapp 150 Euro bekommt man „nur“ die Docking-Station aus leichtem Kunststoff - HMDI-Kabel und ein weiteres Netzteil mitsamt USB-C-Kabel müssen extra gekauft werden.

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Eine Reaktion
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Der Preis ist zu hoch. Auf der anderen Seite würde Apple 200-250€ für die 15 Dollar Komponenten nehmen. Also warum sollte Samsung die Kunden des eigenen High-end Models nicht auch melken.

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