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Samsung Galaxy S3 im Test – Kein Licht ohne Schatten

Samsung Galaxy S3 im Test – Kein Licht ohne Schatten

hat bereits im Vorfeld der eigentlichen Vorstellung Anfang Mai mit seinem dritten Flaggschiff der Galaxy-Reihe viele Erwartungen geweckt. Noch nie brodelte die Gerüchteküche über ein Android-Smartphone so hoch. Nun ist es da und muss zeigen, was es kann. In unserem Test fühlen wir dem auf den Zahn.

Haptik, Design und Verarbeitung des Samsung Galaxy S3

Samsung Galaxy S3 – Android 4.0.4 mit Touchwiz an Bord – auf den Homebutton wurde nicht verzichtet

Samsung hat sich mit dem Galaxy S3 bezüglich des Designs auf neues Terrain begeben. Denn im Unterschied zum Vorgänger, dem Galaxy S2, das extrem eckig daherkam, setzen die Südkoreaner auf natürliche Formen und Rundungen. Das Galaxy S2 ist wahrlich kein Handschmeichler, das neue Flaggschiff hingegen schon. Das Galaxy S3 liegt dank seiner abgerundeten Form gut in der Hand, obwohl es mit seinem 4,8 Zoll-Display alles andere als klein ist. Das nahezu komplett in weiß gehaltene Galaxy S3 (auch eine Version in blau ist erhältlich, jedoch derzeit recht rar) ist sehr schlank und hat im Unterschied zum Galaxy S2 und dem Galaxy Nexus keine „Nase“ an der Unterseite – es ist durchgängig gleich dick bzw. dünn. Der silberne, geschwungene Rand des neuen Topmodells unterbricht die Hauptfarbe und lässt es noch schlanker erscheinen als es ohnehin ist.

Das Galaxy S3 verfügt, entgegen der seit Android 4.0 bestehenden Option des Verzichts auf physikalische Buttons, weiterhin über einen Homebutton unterhalb des großen Displays, der von zwei kapazitiven Buttons umrahmt wird. Der Homebutton ist trapezförmig und harmoniert mit der abgerundeten Form des Gehäuses. Die kapazitiven Knöpfe sind hintergrundbeleuchtet und treten nur dann in Erscheinung, wenn man das Smartphone bedient. Die linke kapazitive Taste ist doppelt belegt – bei kurzem Druck erhält man Zugriff aufs Menü, drückt man etwas länger, so kommt man in die Suche. Auch der Homebutton verfügt über zweierlei Funktionen. Zum einen bringt er den Nutzer immer wieder zurück zum Homescreen. Zum anderen kommt man durch längeres Drücken auf die Multitaskingfunktion und zudem zum Taskmanager. Dieser zeigt nicht nur aktive Prozesse an, sondern auch, wie intensiv diese sich auf Speicher und Rechenleistung auswirken.

Die weitere Verteilung der Funktionstasten und Anschlüsse ist Samsung-typisch: auf der rechten Seite findet man den Powerbutton, links auf der gegenüberliegenden Seite ist die Lautstärkewippe, oben findet man die Audiobuchse und an der Unterseite ist der miscroUSB-Port, der mittels Adapter zum HDMI-Ausgang umfunktioniert werden kann. Rückseitig wird die 8-Megapixelkamera von LED-Blitz und Lautsprecher umrahmt, frontseitig oberhalb des Displays hat Samsung eine Frontkamera sowie zwei Sensoren und den Lautsprecher zum Telefonieren angebracht. Last but not least ist dem Galaxy S3 eine Benachrichtigungs-LED angebracht worden, mit der auf neu eingegangene Mails, Nachrichten und Anrufe aufmerksam gemacht wird.

Wer zu schweißigen Fingern neigt, sollte das Galaxy S3 gut festhalten, denn die sogenannte Hyperglaze-Oberfläche des Smartphones ist nicht nur glänzend, sondern auch recht glatt. Beim längeren Telefonieren oder Festhalten, spürt man dies recht schnell. Hier hätte Samsung sich vielleicht besser am Galaxy Nexus orientieren sollen, das mit einer rutschfesten Oberfläche mehr Griffigkeit bietet. Der direkte Konkurrent, das HTC One X (hier unser Test), ist ebenfalls aus Polycarbonat gefertigt, allerdings wurde die Oberfläche matt gehalten und ist so weniger rutschig. Das Oberflächenfinish ist letztlich ohnehin Geschmackssache – manche mögen glänzende Smartphones, andere wiederum nicht. Viele sehen in der Materialwahl und der sogenannten Hyperglaze-Beschichtung eine Enttäuschung: das Galaxy S3 wirke billig und entspräche nicht einem 600 Euro-Gerät.

So ganz negativ sehe ich das nicht, denn bezüglich der Verarbeitung macht das Galaxy S3 einen recht ordentlichen Eindruck. Die Spaltmaße sind gering, sodass kaum Raum für Staub oder andere Ablagerungen existiert. Der Rückendeckel, ebenfalls aus Polycarbonat, erinnert von seiner Beschaffenheit an den des Galaxy S2, denn dieser ist genauso dünn und extrem biegsam (besser nicht selbst ausprobieren). Nichtsdestotrotz schmiegt sich der Rückendeckel perfekt in das Gerät, sodass es an keiner Stelle wackelt oder sich durch Eindrücken Dellen produzieren lassen.

Auf der Rückseite des Samsung Galaxy S3 glänzt der Kunststoffdeckel mit „Hyperglaze“-Beschichtung.

Wo wir gerade bei der abnehmbaren Rückseite sind: Hinter dieser verbirgt sich neben dem  auswechselbaren Akku (!), der mittlerweile bei aktuellen Smartphones eine Seltenheit geworden ist, auch ein Slot für microSD-Karten zur Erweiterung des internen 16GB Flashspeichers. Außerdem befindet sich dort auch der Einschub für die microSIM-Karte.

Technische Daten des Samsung Galaxy S3 im Überblick:

  • Android 4.0.4 mit Touchwiz UX-Oberfläche
  • 1,4GHz Exynos-Quad-Core-Prozessor
  • 4,8 Zoll HD-Super AMOLED-Display (1280 x 720 Pixel)
  • 16 GB (erweiterbar per microSD-Karte)
  • 1GB RAM
  • 8 Megapixel-Kamera mit LED-Blitz, Zero Shutter Lag, BIS Sub, Full-HD 1080p-Videoaufnahme, HDR
  • 1,9 Megapixel-Frontkamera (720p-Videoaufnahme)
  • Bluetooth 4.0, WLAN, DLNA, micro-USB (per MHL HDMI möglich)
  • 50GB Dropbox-Speicher
  • 2.100 mAh Akku
  • 133 Gramm
  • 136,6 x 70,6 x 8,6 mm
  • weitere Spezifikationen des Samsung Galaxy S3

Das Display des Samsung Galaxy S3

Kommen wir zum Dreh- und Angelpunkt des Galaxy S3. Das Display des neuen Samsung-Flaggschiffs ist mit seiner Diagonalen von 4,8 Zoll alles andere als klein. Doch in Zeiten, in denen sich selbst 5,3 Zoll große Smartphones wie das Galaxy Note blendend verkaufen, scheint diese Größe beinahe normal zu sein. Auf jeden Fall lässt sich locker behaupten, dass ein Display mit diesen Abmessungen ideal für den Medienkonsum geeignet ist. Je besser die Qualtität des Screens, desto mehr Freude macht dies. Das Galaxy S3 verfügt über ein HD-Super AMOLED mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, das Inhalte knackig darstellt und Farben brillant wiedergibt.

Das Samsung Galaxy S3 besitzt ein großartiges hochauflösendes 4,8 Zoll Super HD-AMOLED-Display

Angesichts der hohen Auflösung und der Pixeldichte von 306ppi sind auf dem Screen mit dem bloßen Auge keine einzelnen Pixel zu erkennen. Auch wenn Samsung anstelle der qualitativ hochwertigeren RGB-Matrix- „nur“ Pentile-Displayechnologie einsetzt, ist das Display ein Traum. Unterschiede zwischen den beiden Displaytechnologien lassen sich im Grunde ohnehin nur unter dem Mikroskop feststellen. Laut Samsung habe man sich für ein Pentile-Matrix-Display entschieden, da es eine längere Lebensdauer besitze als die RGB-Matrix-Variante.

Samsung hat seine AMOLED-Technologie überdies im Unterschied zu älteren AMOLED-Generationen verbessert. Während man oftmals einen Blaustich feststellen konnte - dies war beispielsweise ein heißes Thema beim Galaxy S2 - hat Samsung mittlerweile nachgebessert. So ist eine solche Farbabweichung beim Display des Galaxy S3 nicht mehr festzustellen - die Farben werden kontraststark und intensiv dargestellt.

Ein Wermutstropfen ist bei diesem Display dennoch festzustellen, denn in der prallen Sonne lässt es sich nicht so gut ablesen - hier sind Super LCD-Screens besser geeignet, wie sie beispielsweise im HTC One X verwendet werden. Das dort genutzte Display bietet zudem die gleiche Auflösung bei etwas natürlicheren Farben. Nichtsdestotrotz ist das Display des Galaxy S3 absolute Oberklasse, das präzise und direkt auf Eingaben reagiert und sich bei der Bedienung darüber hinaus sehr gut anfühlt.

Kamera des Samsung Galaxy S3

Die 8 Megapixel-Kamera des Samsung Galaxy S3 produziert sehr gute Fotos

Samsung hat seinem Galaxy S3 eine Hauptkamera mit 8 Megapixeln verbaut, wie sie zumindest – von der Anzahl der Megapixel – mit dem Vorgänger identisch ist. Während die Bildqualität des Galaxy S2 schon recht ordentlich war, hat Samsung noch einmal nachgelegt und einen definitiv besseren Sensor verbaut und auch Software mit einem großen Funktionsumfang integriert.

Zwar verfügt das Galaxy S3 nicht über einen dedizierten Kamerabutton wie beispielsweise das Sony Xperia S (zum Test), mit dem sich die Kamera in Nullkommanichts starten lässt, allerdings ist standardmäßig auf dem Sperrbildschirm ein Button für den Schnellzugriff auf die Kamera abgelegt. Dieser muss lediglich in die Mitte des Screens gezogen werden, schon ist die Kamera startbereit. Bis zum ersten Fotos vergehen jedoch ein paar Sekunden – das Xperia S ist diesbezüglich schneller. Dennoch lässt sich sagen, dass Samsungs Android-Flaggschiff bezüglich seiner Kamerafunktion eine mehr als gute Figur macht.

Die Bildqualität der Fotos kann sich durchaus sehen lassen und ist mindestens genauso gut wie die des direkten Konkurrenten des Oberklasse-Smartphones HTC One X. Auch wenn Smartphonekameras sich nicht mit der Bildqualität einer Spiegelreflexkamera messen können, bieten die integrierten kleinen Knipsen mittlerweile ansehnliche Qualität und Funktionen. Beispielsweise lassen sich Fotos im Burstmodus (20 Bilder binnen ca. 5 Sekunden) schießen. Sehr praktisch ist auch die Möglichkeit direkt auf der Kameraoberfläche zwischen Foto- und Videomodus zu wechseln. Befindet man sich im Videomodus kann parallel zur Aufnahme ein Foto in 5-Megapixelqualität geschossen werden, wie es auch beim One X und HTC One S (zu unserem Test) der Fall ist.

Unbearbeitete Testfotos: 

Dem Nutzer stehen eine Vielzahl an Einstellungen bereit – neben dem üblichen Aufnahmemodus der Einzelaufnahme lässt sich mit wenig Aufwand zwischen Serienbildfunktion, HDR, Lächelerkennung (Smile), „Beauty“-Modus und Panorama wechseln. Die Belegung der Schnellzugriffsbuttons kann der Nutzer nach seinen eigenen Vorlieben per Drag und Drop auswählen.

Performance des Samsung Galaxy S3 – pure Power

Das Samsung Galaxy S3 ist dank seines 4412 Exynos-Quad Core-Prozessors eine wahre Rakete. Alles läuft butterweich und flüssig, wie man es von einem Quad-Core-Smartphone der Spitzenklasse erwartet. Sowohl der Wechsel von einem Homescreen zum nächsten „fluppt“ nur so und auch der Wechsel in den App-Drawer verläuft ohne jegliches Ruckeln mit einer fließenden Animation.

Scrollen von Websites, egal in welchem Browser, (sowohl der integrierte Standardbrowser als auch Googles Chrome) läuft ruckelfrei. Rechen- und grafikintensive Games wie ShadowGun bereiten trotz detailreicher Grafik ebenso eine große Freude. Selbst die Ladezeiten zwischen den Spielsequenzen sind sehr überschaubar. Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass es in allen Bereichen ohne Latenzzeiten läuft, wie es sein sollte. Wer jedoch den Energiesparmodus aktiviert, hat allerdings hier und da ein paar Wartesekunden. Doch das ist nicht anders zu erwarten, schließlich wird durch diese Funktion mitunter der Prozessortakt heruntergefahren, um so die Akkulaufzeit zu erhöhen.

Auch wenn Benchmarks nicht sonderlich aussagekräftig sind, hier ein paar der gemessenen Werte, die selbst Nvidias Tegra 3 ausstechen:

Telefonie und Akkulaufzeit

Auch wenn Menschen Smartphones immer weniger zum Telefonieren benutzen, sollte dieser Faktor nicht außer acht gelassen werden, denn auch diese Funktion beherrscht das Galaxy S3 bravourös. Der Klang ist überwiegend makellos und klar, wie es sein sollte. Bezüglich der Telefonie darf nicht vergessen werden, dass die Qualität der Telefonverbindung auch abhängig vom jeweiligen Netzbetreiber und seinem Standort sowie dem des Gesprächspartners ist. Positiv fiel die Kontakteverwaltung auf, die Samsung im Unterschied zum Stock-Android 4.0 etwas konservativer gestaltet, als Googles People-App.

Samsung hat dem Galaxy S3 einen 2.100 mAh starken Akku verbaut, mit dem der Nutzer über den Tag kommen soll – der Hersteller verspricht bis zu 20 Stunden Gesprächszeit und sagenhafte 830 Stunden Standby-Zeit. Diese Daten sind jedoch Laborwerte und alles andere als realitätsnah - sie können im Alltagsgebrauch keinesfalls nachvollzogen werden. Der Akku des Samsung-Boliden zeigt dennoch eine recht akzeptable Leistung für ein so schlankes Smartphone mit großem 4,8 Zoll-Display. Im Test konnte eine Akkulaufzeit von etwa 24 Stunden erreicht werden, wobei dieser Fall mit reduzierter Displayhelligkeit und wenig mobilem Datenverkehr erreicht werden konnte. Wer sein Smartphone im mobilen Netz intensiv nutzt, sollte auch beim Galaxy S3 auf nicht mehr als 7 bis 8 Stunden, in anderen Fällen sogar weniger kommen. Das klingt etwas schwammig, doch es lassen sich bezüglich der Akkulaufzeit keine allgemeinen Angaben machen.

Software – Android 4.0.4 inklusive Touchwiz UI mit neuen Services

Nicht nur auf der Hardwareseite hat der südkoranische Konzern seinem Flaggschiff einen frischen Anstrich verpasst. Auch softwareseitig gibt es einige neue Features, die sich zum Teil als recht praktisch erweisen, andere hingegen sind noch verbesserungswürdig.

Wie bei jedem Android-Smartphone von Samsung kommt die hauseigene Nutzeroberfläche Touchwiz ins Spiel. Beim Galaxy S3 kommt eine neue Version zum Einsatz, die weniger tief ins System eingreift wie es bislang der Fall war. Auf den ersten Blick wirkt der Homescreen mit seinen Icons wie das altbekannte Touchwiz.

Der Homescreen befindet sich in der Anordnung nun aber mittig, während er bei älteren Versionen ganz außen war. Darüber hinaus kann nun endlos von einem Screen zum nächsten gescrollt werden – weiß man nicht mehr, wo man sich befindet, bringt einen der Homebutton wieder zum Hauptscreen.  Wer eine Übersicht aller Homescreens haben möchte - quasi eine Draufsicht – kann per Pinch-to-Zoom auf das Display die Homescreen-Verwaltung öffnen. In dieser Ansicht lassen sich Homescreens umsortieren, hinzufügen und auch löschen. Samsung hat in Touchwiz die Benachrichtgungsleiste um Verwaltungsfunktionen von WLAN, mobiles Datennetz, Bluetooth und anderen Funktionen erweitert. Durch ein seitliches Scrollen nach rechts werden noch mehr Einstellungen freigegeben –  eine sehr praktische Funktion.

Tippt man auf das App-Drawer-Icon,das sich im Dock ganz recht befindet, öffnet sich die Übersicht all seiner installierten Apps. In dieser Ansicht können Apps per Menü-Button umsortiert werden. Recht praktisch: Möchte man ein wenig Ordnung in den App-Dschungel bringen, aber nicht gleich alles deinstallieren, hat man die Option beliebige Apps auszublenden. Wer eine App komplett von seinem Smartphone löschen möchte, zieht diese per Drag and Drop in den Mülleimer rechts unten im Dock. Nicht zu vergessen ist die praktische Screenshot-Funktion, die bereits im Galaxy Note zum Einsatz kam: Man zieht seine Handkante von der rechten Seite des Displays über den Screen und schon ist ein Screenshot angefertigt. Wer es klassisch mag, kann aber auch per Druck auf Power- und Homebutton einen Schnappschuss des Bildschirminhalts festhalten.

Samsung hat seinem Galaxy S3 allerhand neue Funktionen integriert, mit denen das Smartphone „smarter“ und natürlicher zu bedienen sein soll. Zu diesen Features gehören das soganannte Smart Stay-Funktion, mit der das Display aktiv bleibt solange man darauf sieht. Dazu „beobachtet“ die Frontkamera das Gesicht des Nutzers.Dieses Features ist eine sehr praktische Neuerung, die besonders sinnvoll beim Lesen von längeren Texten ist.

Des weiteren wurde dem Galaxy S3 Software integriert, die auf die verbauten Sensoren zurückgreift. Wenn man beispielsweise einem Kontakt eine Textnachricht schreibt, kann man ihn stattdessen einfach anrufen, indem das Smartphone ans Ohr geführt wird. Samsung nennt diese Funktion Direct Call. Auch Pop-Up-Play ist eine der neuen Features. Mit dieser lassen sich Videos, die auf dem Smartphone gespeichert sind in kleiner Ansicht auf dem Homescreen abspielen, während man nebenbei etwas anderes macht, also im Web surft, twittert oder sich Fotos ansieht.

S-Voice erkennt zwar, dass ich um 7 Uhr geweckt werden möchte, 7 P.M., wie angezeigt steht allerdings für 19 Uhr abends. (Danke für den Hinweis, Jürgen)

 

Als eines der besonderen Features des Galaxy S3 wird die intelligente Sprachsteuerung S-Voice hervorgehoben. In Deutschland handelt es sich um eine angepasste Version des digitalen Assistenten Vlingo. In der Praxis konnte sich der Assistent nicht durchgehend positiv bewähren. Zwar versteht S-Voice einfache Befehle wie „Wecke mich um XX Uhr“ und startet den Musikplayer, dennoch wurden Spracheingaben oftmals falsch oder gar nicht erkannt. Überdies ist die App leider teilweise schlecht übersetzt. Zudem heißt es zwar dass der Assistent auf die semantische Datenbank Wolfram Alpha zurückgreift, dies ist meines Wissens aber leider nur in der englischsprachigen Version der Fall, wie man es auch von Apples Pendant Siri kennt. Weder der digitale Assistent S-Voice, noch Direct Call oder Pop-Up-Play haben für mich einen Mehrwert im Alltagsgebrauch. Stattdessen nutze ich doch lieber den klassischen Weg zu suchen oder jemanden anzurufen. Dennoch ist es spannend, dass Samsung versucht neue Wege zu gehen und neue Features auszuprobieren, auch wenn sie nicht alle Nutzergruppen ansprechen.

Fazit

Samsung hat mit seinem neuen Flaggschiff in vielerlei Hinsicht punkten können. Das Gerät ist dank seines Quad-Core-Prozessors rasend schnell, es verfügt über eine tolle Kamera und das Display ist großartig. Das Galaxy S3 ist ein würdiger Nachfolger des Bestsellers Galaxy S2, der sich, vorsichtig spekuliert, zum neuen Bestseller mausern wird.

Beim Galaxy S3 hat Samsung an vielen richtigen Stellen geschraubt und damit ein tolles, wenn nicht eines der besten oder sogar das beste Android-Smartphone auf dem Markt gebaut. An den inneren Werten ist wenig zu mäkeln. Die Kernfeatures des Android-Flaggschiffs sind nahezu perfekt. Was das Gehäuse anbelangt, so besteht leider noch Verbesserungsbedarf, denn die dünne Hülle aus Polycarbonat entspricht bei vielen nicht den Vorstellungen eines Highend-Smartphones. Im Vorlauf der Präsentation hoffte man bereits auf Keramik oder Aluminium als Gehäusematerial, umso schwerer wiegt vermutlich das letztlich verwendete Material, auf das Samsung vielleicht nur zurückgegriffen hat, um die Produktionskosten noch im erträglichen Bereich zu halten. Hätte Samsung sein Galaxy S3 beispielsweise wie das HTC One S aus Aluminium hergestellt, wäre es nicht weit vom perfekten Smartphone entfernt gewesen.

Nun bleibt die Frage, ob man es kaufen sollte oder nicht. Wer zwischen dem HTC One X und dem Galaxy S3 hadert, hat es nicht leicht, denn subjektiv gesehen, sind beim HTC Kamera und Verarbeitung sowie in manchen Punkten selbst das Display besser als beim Galaxy S3, doch wer großen Wert auf hohe Performance und eine bessere Usability legt, sollte vielleicht doch zum S3 greifen. Wer ein Galaxy Nexus besitzt, hat abgesehen von der besseren Kamera und des schnelleren Prozessors, keinen Grund zum Wechseln. Besitzer eines Galaxy S2 könnten sich wegen des Quad Core-Prozessors und des hochauflösenden Displays hin und hergerissen fühlen, auch wenn sie bereits ihre Dosis Android 4.0.x Ice Cream Sandwich erhalten haben und softwareseitig aktuell sind.

Kurz zusammengefasst: Wer sehnlichst auf das Galaxy S3 gewartet hat, wird angesichts der verbauten aktuellen Technologie nicht enttäuscht sein und sich über das Smartphone freuen.

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8 Antworten
  1. von Alexander am 11.06.2012 (13:43 Uhr)

    Ich besitze seit ca 2 Wochen ein SGS 3 und ich bin vollkommen zufrieden mit dem Smartphone. Es ist extrem leicht (deutlich leichter als ein iPhone) und sehr schmal.
    Besonders gefällt mir jedoch die Software: All Share / DLNA funktioniert einwandfrei, egal ob mit Tablet, TV oder PC Die Kontakt/Terminverwaltung ist in sich stimmtig und hat sehr nette Feature(Stichwort Multitouch!!!). Außerdem lassen sich alle Dateien per Blutooth, WLan und co etc senden. Ich kann es Power-Usern nur empfehlen!

    Meine Bewertung: +++++

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  2. von Jan am 11.06.2012 (13:44 Uhr)

    >> Beim Galaxy S3 hat Samsung an vielen richtigen Stellen geschraubt und damit ein tolles, wenn nicht eines der besten oder sogar das beste Android-Smartphone auf dem Markt gebaut.

    Und auch sonst hat der Artikel es mal wieder bestens geschafft das Wort und den Vergleich mit dem iPhone konsequent zu vermeiden. Erinnert an die Berichterstattung über die sogenannten "Non-iPad"-Tablets. Schade.

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  3. von ChackZz am 11.06.2012 (13:55 Uhr)

    Also als iPhone 4S-Besitzer, der kurz mit einem Galaxy S3 rumspielen durfte, würde ich die Kamera als ziemliche Frechheit bezeichnet. Dazu ist S-Voice reine Kundenverarsche, denn der Siri-Klon funktioniert fast gar nicht.

    Toll hingegen ist die Rechenpower des S3 und auch das Design finde ich durchaus überzeugend, auch wenn ich ebenfalls finde, dass sich das Gerät eher wie ein 250€-Plastikbomber anfühlt und nicht wie ein Gerät der Highend-Klasse.

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  4. von MArco am 11.06.2012 (16:58 Uhr)

    Ich würde auch gerne ein Samsung Galaxy s3 gewinnen.

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  5. von Tom am 12.06.2012 (08:19 Uhr)

    @jan:
    wer zum teufel zieht denn heutzutage noch einen vergleich zwischen androiden und nem iphone?

    wenn es sich doch hier um ein android smartphone handelt, dann sollte das teil auch mit anderen android smartphones verglichen werden...mir geht der andauernde vergleich zwischen äppeln un birnen solangsam echt auffn wecker^^

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  6. von Guido am 12.06.2012 (10:06 Uhr)

    Vielen Dank für den ausführlichen und sehr detaillierten Testbericht. Mich hat vor allem das geringe Gewicht des Galaxy S3 überrascht. Die verwendete Schale auf der Rückseite hatte mich bis dato immer an die Galaxy Modellen gestört. Allerdings kann die Schale auf der Rückseite problemlos gewechselt werden und geht vor allem nicht so leicht kaputt.

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  7. von hawe am 12.06.2012 (10:33 Uhr)

    Vermisse in euren Berichten stets Testinhalte/Hinweise über die Büro-/Office-Tauglichkeit für den Profi im alltäglichen Business. Der Testbericht ist für meinen 10-jährigen Sohn gut geschrieben...

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  8. von websputnik am 28.08.2012 (09:54 Uhr)

    Den positiven Aspekten wie Geschwindigkeit und Benutzbarkeit schließe ich michan. Was auch diesem Testbericht fehlt ist die Erwähnung einer echten Frechheit von Samsung, die man eigentlich nur vom "verdongelten" iPhone erwartet hätte: Die Speichererweiterung via MicroSD ist quasi ohne Sinn. Es ist nicht möglich (ausgenommen Camera-Daten) Daten und Apps auf die externe SD auszulagern oder umzubiegen. Damit muss man hier in Deutschland für Navi, Napster und Co-Archive, Bücher aus dem GooglePlay etc. mit den eher mickrigen 16 GB, von denen auch noch gute 6 GB fürs System verbrannt sind, auskommen. Das reicht für Poweruser nicht und ist absehbar auch nicht per Rooten behebbar. Dieses "Plagiat" von Apple-Techniken ist inakzeptabel!

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