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Analyse

Was Samsungs Handy-Desaster für die IT-Branche bedeutet

(Bild: Shutterstock / ricochet64)

In den kommenden Wochen könnte es noch zu unangenehmen Überraschungen in der IT-Branche kommen. Ein Szenario laut unseres Gastautoren: Die Serverpreise könnten steigen.

Am 10. Oktober entschied Samsung, den Verkauf und die Auslieferung des Smartphones Galaxy Note 7 zu stoppen. Der Grund: Man wolle die Sicherheit der Kunden gewährleisten. Bei diesen entschuldigte sich das Unternehmen auf seiner Website und bot den Wechsel auf ein Galaxy S7 oder S7 Edge ohne Aufpreis oder die Rückerstattung des gezahlten Kaufpreises an. Der weltweiten Rückrufaktion vorausgegangen war ein Handy-Desaster, wie es die Branche so wohl noch nie zuvor erlebt hat. Das erst im September auf den Markt gekommene Note 7 fing in mehreren Fällen Feuer, weil sich der eingebaute Akku überhitzte. Samsung versuchte die Katastrophe zunächst mit einer Austauschaktion abzuwenden. Allerdings passierte es trotz neuen Akkus, dass sich einige von diesen erneut überhitzten. Um weiteren Schäden vorzubeugen, zog Samsung schließlich die Notbremse.

Gesamter Schaden kaum abzuschätzen

Reuters führt Analysten an, die kalkulieren, der Produktionsstopp könnte etwa 17 Milliarden Dollar kosten. Ganz zu schweigen von den Entwicklungen an der Börse: Mittlerweile hat sich der Kurs von Samsung Electronics wieder erholt, im September und Oktober befand er sich in einer Kursrallye. Nach Bekanntgabe des Aus für das Note 7 verlor der Kurs fast zehn Prozent an einem Tag. Mögliche Umsatzverluste durch Verkaufsrückgänge bei anderen Smartphone-Modellen von Samsung kommen dazu. Auch könnte der Vorfall finanzielle Auswirkungen auf andere Konzernsparten haben.

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Samsung muss jetzt reagieren

Innerhalb des Smartphone-Geschäfts ist das 1938 gegründete Unternehmen breiter aufgestellt als der Wettbewerb: Vom Prozessor bis zum Display und vom Speicherchip bis zum Akku stellt Samsung nahezu alle Bauteile seiner mobilen Endgeräte selbst her. Die Prozessoren vieler iPhone-Generationen stammen allein aus den Fabriken der Südkoreaner. Zudem wird Apple mit hoher Wahrscheinlichkeit im iPhone 8 erstmalig ein OLED-Display verbauen – und zwar mit Panels aus dem Hause Samsung. Aber auch in anderen die IT-Produktion betreffenden Bereichen haben die Südkoreaner die Nase vorne. So gilt Samsung als führender Hersteller und Teilelieferant von RAM- und HDD-Chips, wie sie in Servern verbaut werden.

Preiserhöhung von RAM und HDD wahrscheinlich

Ein profitables Geschäft, das bald mehr Geld in die Kassen des Unternehmens spülen könnte als der Verkauf von Smartphones. Die Preise der Endprodukte kann Samsung nicht erhöhen, weil die Konsumenten den Bogen zum Handy-Desaster spannen und dabei nicht mitmachen würden. Außerdem muss der Imageschaden wieder gut gemacht werden – und das funktioniert nicht über höhere Endverbraucherpreise. Um den Umsatzverlust und die Gewinnprobleme aufgrund des Note-7-Unglücks zu kompensieren, ist vielmehr davon auszugehen, dass Vorprodukte wie RAM oder HDD für die Hersteller teurer werden. So könnten die Teilepreise in den kommenden Wochen um bis zu 20 bis 30 Prozent steigen. Die betroffenen Server- und andere Hardware-Hersteller wären dann gezwungen die höheren Produktionskosten über die Verkaufspreise an den Endverbraucher weiterzugeben.

Hat die Preisspirale erst einmal Fahrt aufgenommen, ist sie vermutlich nicht mehr aufzuhalten. Andere dominante Hersteller werden auf den Zug aufspringen und ihre Preise erhöhen, sodass schließlich die gesamte Branche nachziehen muss. Auf diese Weise könnten sich die Folgen des Note-7-Debakels auf die IT wie ein Tsunami ausweiten. Wir sind gespannt, wie sich die nächsten Wochen entwickeln werden.

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