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Samsung SSD 840 EVO: So schnell wird Windows 8 mit einer aktuellen SSD

    Samsung SSD 840 EVO: So schnell wird Windows 8 mit einer aktuellen SSD

SSD-Laufwerke sind im hochpreisigen IT-Segment inzwischen zwar etabliert, viele Nutzer aber schrecken immer noch vor der neuen Speichertechnik zurück – meist aufgrund der hohen Kosten. Mit der SSD 840 EVO versucht Samsung einmal mehr, neueste Laufwerks-Technologie zum günstigen Preis anzubieten, und damit SSDs für alle schmackhaft zu machen.

SSD-Technologie: Schneller, robuster und leiser

Gerade durch die Ultrabook-Bewegung der letzten Jahre haben Solid State Drives (SSD) als Speichermedien unheimlich an Fahrt gewonnen. Hochpreisige Note- und Ultrabooks sind standardmäßig mit den neuen Festspeichern ausgestattet. Die Vorteile liegen auf der Hand: In einem Solid State Drive sind keine mechanischen Teile mehr untergebracht. Stattdessen handelt es sich technisch gesehen eher um aufgeblasene USB-Sticks, die aber meist in Form eines herkömmlichen 2,5-Zoll-Laufwerk daherkommen. Durch den Verzicht auf eine drehende Magnetscheibe sind SSDs in Sachen Performance herkömmlichen Festplatten deutlich überlegen. Außerdem sind sie besser gefeit gegen äußere Einflüsse wie Erschütterung und arbeiten vollkommen lautlos. Wieso tut sich diese neue, überlegene Technik also noch so schwer?

Einziger Haken ist der Preis

In den letzten Jahren waren SSDs aus zwei Gründen noch nicht so beliebt wie Festplatten: mangelnde Speicherkapazität und hoher Preis. Meistens gab es die Laufwerk nur in relativ überschaubaren Größen von 64, 128 oder maximal 256 Gigabyte – und dafür musste man oft horrende Preise hinlegen. Im Gegensatz dazu sind magnetische Festplatten ein wahres Schnäppchen und mit Kapazitäten im Terabyte-Bereich auch deutlich größer als ihre Flashspeicher-Pendants.

Wir haben die neue Samsung SSD 840 EVO gegen eine herkömmliche Festplatte antreten lassen.
Wir haben die neue Samsung SSD 840 EVO gegen eine herkömmliche Festplatte antreten lassen. (Foto: t3n)

Samsung SSD 840 EVO: Schnelle SSD für Jedermann zum fairen Preis

Mit der neuen Serie „SSD 840 EVO“, die Samsung im Juli in Korea vorsgestellt hat, will der Hersteller diesen letzten beiden Gegenargumenten endgültig den Garaus machen. Die Produktreihe richtet sich ganz klar an Otto Normalverbraucher und ist der Nachfolger der bisherigen „SSD 840“ – und den konnte Samsung über 2,5 Millionen mal verkaufen. Die SSD 840 EVO bietet jetzt eine noch höhere Geschwindigkeit dank intelligenter Caching-Technologien. Außerdem ist die EVO erstmals auch in Größen von 750 und als erste SSD auch mit 1000 Gigabyte verfügbar. In Sachen Kapazität zieht Samsung im 2,5-Zoll-Segment (Standardgröße für Laptops, Ultrabooks und Mini-PCs) jetzt also mit Magnetfestplatten gleich.

120 und 250 GByte bereits im attraktiven Preissegment

Aber auch beim Preis nähert man sich langsam an die günstigen Festplatten an. Mit 90 beziehungsweise 160 Euro bewegen sich die Größen von 120 und 250 Gigabyte schon auf einem attraktiven Preisniveau. Die Preise dürften allerdings in den nächsten Wochen weiter sinken, da die SSD 840 EVO noch nicht bei vielen Händlern vorrätig ist. Wohingegen die größeren Modelle mit 305, 415 und 510 Euro weiterhin Preisklassen besetzen, welche die Schmerzgrenze der meisten Kunden für ein Laufwerk deutlich überschreiten dürften. Potenzielle Käufer sollten sich allerdings auch bewusst sein, das SSDs bei gleicher Kapazität eine deutlich höhere Performance mitbringen und somit ein Aufpreis zu Festplattenspeichern durchaus gerechtfertigt ist.

Wolf im Schafspelz: Die unscheinbare Samsung SSD 840 EVO in der 750-GByte-Variante.
Wolf im Schafspelz: Die unscheinbare Samsung SSD 840 EVO in der 750-GByte-Variante. (Foto: t3n)

SSD statt Festplatte: Ein Statussymbol für Nerds?

Mit der SSD 840 EVO will Samsung jetzt also alle ins SSD-Lager holen, die bisher mit dem Umstieg noch gehadert haben – eine SSD für Ein- und Umsteiger also. Wir haben die Einführung der SSD 840 EVO zum Anlass genommen, zu beleuchten, was der Wechsel von einer Festplatte auf eine SSD eigentlich bringt – und zwar unter der Voraussetzung dass alle anderen Systemkomponenten auf dem neusten Stand sind. Immerhin hat sich seit der Geburtsstunde der Flash-Laufwerke viel getan. Controller und Firmwares sind leistungsfähiger geworden, SATA-Spezifikationen wurden schneller und dank neuer Betriebssysteme wie Windows 8 sind SSD-spezifische Technologien – wie etwa die TRIM-Funktion (durch diese Maßnahme werden freie Speicherbereiche auf der SSD effizienter gelöscht und unnötige Schreiboperationen verhindert, was wiederum die Lebensdauer der SSD erhöht) – allgegenwärtig. Also: Wie viel bringt der Einbau einer aktuellen SSD gegenüber einer herkömmlichen Festplatte? Merkt man überhaupt einen Unterschied oder ist die SSD nur ein Statussymbol für Nerds?

Referenz-System: Aktuelles Ultrabook von Lenovo mit Haswell-Architektur

Als Ausgangssystem für unseren kleinen Feldversuch dient uns ein aktuelles Mittelklasse-Notebook der Firma Lenovo. Das IdeaPad U430 Touch bringt in der Preisklasse um 700 Euro alles mit, was das IT-Herz heutzutage begehrt: Geringe Bauhöhe, ein ordentliches Display, USB 3.0, eine diskrete Grafikkarte und vor allem neueste Hardware auf Basis der Intel-Haswell-Plattform. Ein Brot-und-Butter-Ultrabook aus dem Jahr 2013 also. Als Vergleichsobjekt zur neuen SSD 840 EVO in der 750-Gigabyte-Version dient uns eine 500 Gigabyte große Festplatte von Seagate mit 5400 Umdrehungen pro Minute. Auf der Software-Seite verwenden wir auf SSD und HDD eine identische Windows-8-Installation mit allen aktuellen Updates.

Alltagsaufgabe: Kopieren von Dateien

Um hier nicht mit praxisfernen Werten rumzuwerfen, haben wir uns dafür entschieden, möglichst alltägliche Aufgaben miteinander zu vergleichen. Deswegen legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Startzeit von Windows sowie den Kopier-Benchmark von „AS SSD“ in Version 1.7. In dieser Anwendung werden Datei-Ordner mit drei verschiedenen Inhaltszusammensetzungen auf der Festplatte kopiert. Ein Ordner beinhaltet große ISO-Dateien, ein zweiter Ordner eine Zusammensetzung von großen und kleinen Dateien, wie man sie etwa von der Datei-Struktur eines PC-Spiels kennt, und ein dritter Ordner unzählige, sehr kleine Dateien – vergleichbar mit den Dateien eines aktuellen Betriebssystems.

Der Datendurchsatz für typische Kopier-Szenarien unterscheidet sich deutlich zwischen SSD und HDD.
Der Datendurchsatz für typische Kopier-Szenarien unterscheidet sich deutlich zwischen SSD und HDD.

Kopieren von Dateien: SSD sieben bis achtmal so schnell

Die Ergebnisse des Vergleichs sind beeindruckend, wenn auch erwartbar: Die SSD 840 EVO ist der Seagate-Festplatte in alle Belangen deutlich überlegen. Das Flash-Laufwerk ist bei den Kopieraufgaben etwa sieben bis acht mal so schnell wie die Festplatte. Um dieses Ergebnis zu relativieren, sollte gesagt werden, dass es inzwischen sicher auch schnellere Festplatten gibt. Außerdem variiert die Geschwindigkeit einer Festplatte sehr stark, abhängig von der physikalischen Position der Daten auf der Platte. Immerhin muss der Schreib- und Lesekopf der Festplatte jedes Mal die entsprechende Position einer Datei aufsuchen. Die Geschwindigkeiten der SSD 840 EVO sind außerdem bei den kleineren Speicherkapazitäten marginal langsamer. Aber selbst mit einer schnelleren Festplatte und idealen Bedingungen in Bezug auf die Datenposition wird die SSD stets um ein Vielfaches die Nase vorn haben.

Systemstart von Windows 8

Ähnlich deutlich fällt das Ergebnis unseres Vergleichs beim Bootvorgang von Windows aus. Gerade Windows 8 in Kombination mit dem BIOS-Nachfolger UEFI, der in aktuellen Systemen eingesetzt wird, kann den Vorteil der schnelleren Zugriffszeiten von SSDs deutlich ausnutzen. Wir haben in unserem System eine Autostart-Routine angelegt, die nach dem Starten der Metro-Oberfläche in den Desktop-Modus von Windows 8 wechselt und eine Webseite im Internet Explorer aufruft. Bei dieser Prozedur ist die SSD nahezu doppelt so schnell wie die Festplatte – schon nach rund 20 Sekunden ist das System voll einsatzbereit. Die Touch-Oberfläche von Windows 8 ist schon nach etwas mehr als zehn Sekunden geladen. Die langsame Festplatte genehmigt sich dafür rund 40 Sekunden.

Die Schreib- und Leseraten der SSD 840 EVO sind beeindruckend. Sowohl mit aktiviertem RAPID-Mode, als auch ohne.
Die Schreib- und Leseraten der SSD 840 EVO sind beeindruckend. Sowohl mit aktiviertem RAPID-Mode, als auch ohne.

Im Gegensatz zu vielen anderen SSDs integriert Samsung bei der 840 EVO eine neue Caching-Technologie namens „TurboWrite“, um das Schreiben von Daten weiter zu beschleunigen. Anstatt Daten direkt auf die endgültige Position im Speicher zu schreiben, werden sie erstmal in einen besonders schnellen Part des Laufwerks geschrieben, der als Zwischenspeicher fungiert. Von dort werden sie dann nach und nach an ihre endgültige Position transferiert. Diese Technik funktioniert automatisch und wird vom SSD-Controller erledigt, eine spezielle Software oder Konfiguration wird nicht benötigt. Je nach Größe der gesamten SSD variiert auch die Größe des Caches zwischen drei und zwölf Gigabyte. Wird dieser Cache in kurzer Zeit vollgeschrieben, sinken die Geschwindigkeiten naturgemäß wieder ab. Im normalen Betrieb sollte das aber recht selten passieren.

Fazit: SSD – der unterschätzte Turbo für den PC

Mit unseren beiden Mess-Beispielen wollen wir verdeutlichen, dass der Austausch einer Festplatte gegen eine SSD in jedem Fall einen deutlich spürbaren Geschwindigkeitszuwachs mit sich bringt. Abgesehen von den positiven Nebeneffekten wie der nicht vorhandenen Geräuschkulisse oder der Resistenz gegen Stöße ist ein SSD-Upgrade ein großer Hebel für mehr System-Performance. Gerade in mobilen Rechnern können heutzutage nur noch wenige Komponenten einfach ausgetauscht und aktualisiert werden – meist bleibt nur das Erweitern des Arbeitsspeichers, um an der Performance-Schraube zu drehen. Und genau diesen Trugschluss gilt es zu beseitigen: Die meisten Geräte verfügen über einen standardisiertes Laufwerk im 2,5-Zoll-Format, das in wenigen Minuten durch eine SSD ersetzt werden kann – dazu muss auch nicht mehr das Betriebssystem neu aufgespielt werden. Die meisten Hersteller und natürlich auch Samsung legen ihren SSDs Programme bei, mit denen sich die bisherige Festplatte klonen und auf die SSD überspielen lässt.

Der Datendurchsatz für typische Kopier-Szenarien unterscheidet sich deutlich zwischen SSD und HDD.

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6 Reaktionen
Nico

Auf meinem Dell D630 Laptop habe ich Windows8 mit SSD. Genau genommen startet das ganze in nicht mal 25 Sekunden und ist schneller als unser Fernseher :D

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Ulf

Für mich liest sich der Bericht so, als sei ein Windows-Benutzer den ganzen Tag damit beschäftigt, sein System zu starten und Dateien zu kopieren. Interessanter wären hier doch praxisnahe Benchmarks, wie beispielsweise das Öffnen und Speichern sehr großer Dateien (Photoshop, RAW-Daten, you name it …), Programmstarts (Spiele, etc.), ggf. Softwareinstallationen, Desktopvirtualisierung und so weiter. Das wären die Anwendungsfälle, die ich raussuchen würde, um Menschen von SSDs zu überzeugen. Kopierbenchmarks sind zwar auf dem Papier ziemlich eindrucksvoll, dürften in der Praxis aber eher nebensächlich sein. Wer kopiert schon den ganzen Tag Dateien? Ja, das System kopiert im Hintergrund auch eine Menge rum, aber dennoch, beeindruckter sind die meisten Menschen dann, wenn ihre Butter-und-Brot-Anwendung auf einmal in einem Bruchteil der Zeit startet.

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spectas
spectas

Das ganze liest sich wie eine Werbebroschüre für Windows 8. Mich hätte der Vergleich interessiert, wie stark sich der Unterschied bei anderen Betriebssystemen wie Windows 7 und einem aktuellen Ubuntu/Mint macht. So bleibt der Test meines Erachtens etwas in der Luft hängen, weil nur eine einzige Software-Kombination ausprobiert wurde.
Grüße! Spectas

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Moritz Stückler

@Elv: Ich habe versucht, die Formulierung etwas eindeutiger zu machen. Muss natürlich darauf achten, dass es allgemein verständlich bleibt. Das ist manchmal schwer, weil ich selber gerne mehr in die Tiefe gehen würde, bei solchen Informationen.

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Elv
Elv

Ich denke Du hast TRIM falsch beschrieben.

TRIM sorgt dafür, dass ungenutzte Bereiche der SSD gelöscht werden, denn eine SSD muss im Gegensatz zur normalen Festplatte den Bereich erst mühselig/zeitaufwändig löschen, bevor dort wieder etwas geschrieben werden kann. Ein Umschreiben (Vergleich Ummagnetisierung bei magnetischen Festplatten) funktioniert nicht.

Fehlt das TRIM-Kommando, wird die SSD erheblich langsamer, sobald diese einmal alle Bereiche beschrieben hat.

Das TRIM-Kommando sollte natürlich dann laufen, wenn sonst keine oder nur wenige I/O-Operationen für die Festplatte anstehen.

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Elv
Elv

Das gilt in vollem Umfang allerdings nur, wenn TRIM aktiviert ist und funktioniert. Zwar hat Windows 7 TRIM gelernt, dass heisst aber nicht, dass es bei TRIM-fähigen Platten auch direkt funktioniert. Liesst man sich dort etwas ein, so kommte es einem ein bisschen wie die nächste Microsoft-Hölle vor. Treiber, Abhängigkeiten zum Mainboard und den Chipsätzen. *Yach* Wie gut, dass ich mich auf der Arbeit nicht um das Arbeitsplatz-Windows kümmern muss (heisst nicht, dass der Admin weiss, was TRIM ist, auch wenn SSDs verbaut werden) und zu Hause mich mit Windows nicht herum schlagen muss.

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