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Samsung übertaktet Galaxy S4 beim Ausführen von Benchmarks automatisch

Das Hardware-Magazin AnandTech hat aufgedeckt, dass sein Flaggschiff Galaxy S4 beim Ausführen beliebter Benchmark-Anwendungen automatisch übertaktet. Sowohl CPU als auch GPU werden dabei schneller gemacht durch das Anheben der Standard-Taktfrequenzen. Durch eine solche Manipulation sind Benchmark-Werte des S4 weniger aussagekräftig und nicht vergleichbar mit der Konkurrenz.

Samsung übertaktet Galaxy S4 beim Ausführen von Benchmarks automatisch

Galaxy S4: Übertaktung der GPU bei Benchmarks um etwa 10 Prozent

Die Kollegen von AnandTech haben nach dem Hinweis einiger Leser das Verhalten von Samsungs Flaggschiff Galaxy S4 genauer unter die Lupe genommen. Einigen Lesern war aufgefallen, dass die Taktfrequenz des Prozessors in unterschiedlichen Anwendungen variiert. Das konnten AnandTech in ihren Tests bestätigen. Beim Ausführen einiger beliebter Benchmark-Programme, zum Beispiel Quadrant, Benchmark Pi, AnTuTu oder Linpack läuft die Grafikeinheit des S4 mit 530 anstelle der regulären 480 Megahertz.

Das Galaxy S4 beim Ausführen einer „normalen“ Anwendung (oben) und eines der betroffenen Benchmarks (unten). Darüber steht die jeweilige GPU-Frequenz. (Bildquelle: AnandTech.com)
Das Galaxy S4 beim Ausführen einer „normalen“ Anwendung (oben) und eines der betroffenen Benchmarks (unten). Darüber steht die jeweilige GPU-Frequenz. (Bildquelle: AnandTech.com)

Auch die CPU ist betroffen

Ein ähnliches Verhalten trifft auch auf die CPU-Geschwindigkeit zu. Beim Starten der besagten Anwendung läuft die CPU mit allen Kernen automatisch auf höchster Frequenz, selbst im Ruhezustand, wo sich die CPU normalerweise zum Stromsparen heruntertakten würde. Im Gegensatz zur GPU kann diese maximale Auslastung aber auch von allen anderen Anwendungen forciert werden. Die GPU-Übertaktung jedoch kann von anderen Anwendungen nicht einfach reproduziert werden.

BenchmarkBooster: Befehle im Quellcode lösen Übertaktung aus

Durch eine Untersuchung der zuständigen System-Komponenten konnte AnandTech herausfinden, dass im Quellcode entsprechende Anweisungen hinterlegt sind, die die Übertaktung des Geräts beim Ausführen der genannten Anwendungen auslösen. Die Anweisungen werden ganz unverhohlen als „BenchmarkBooster“ bezeichnet und sind für beide SoC-Varianten des Galaxy S4 hinterlegt. AnandTech testete das Verhalten allerdings mit der Exynos-Variante des S4. In Deutschland wird dagegen die Snapdragon-Version des Geräts verkauft. Aber auch hier findet eine solche Übertaktung statt. Die Auswirkung dürfte aber geringer sein als bei der internationalen Variante.

Eine der betreffenden Stellen im Quelltext: Hier werden die betreffenden Anwendungen definiert sowie die Bezeichnung „BenchmarkBooster“ verwendet. (Bildquelle: AnandTech.com)
Eine der betreffenden Stellen im Quelltext: Hier werden die betreffenden Anwendungen definiert sowie die Bezeichnung „BenchmarkBooster“ verwendet. (Bildquelle: AnandTech.com)

Samsung Galaxy S4: Zwei Hardware-Varianten im Umlauf

Das wird in zwei Hardware-Varianten hergestellt. Die Quad-Core-Variante arbeitet mit einem Qualcomm Snapdragon 600 SoC (Vier Kerne zu je 1.9 GHz) und wird in Europa und Nordamerika verkauft. In den restlichen Teilen der Welt kommt eine Octa-Core-Variante zum Einsatz. Dessen Exynos-5-Octa-SoC besteht aus zwei unterschiedlichen Quad-Core-Paketen. Eines der beiden Pakete besteht aus vier 1,6 GHz schnellen Cortex-A15-Kernen, das andere aus vier 1,2 GHz schnellen Cortex-A7-Kernen. Je nach Anwendungssituation wird einer der beiden Cluster aktiviert, je nachdem ob gerade viel Performance gefordert wird, oder das Smartphone eher Strom sparen soll.

Update vom 31. Juli 2013: In einem kurzen Blogeintrag hat Samsung inzwischen dementiert, mit den besagte Funktionen Benchmarks bevorteilen zu wollen. Im Gegenteil: Bei bestimmten Fullscreen-Spielen werde die GPU nach längerer Zeit auf 480 MHz gedrosselt, um einer Überhitzung vorzubeugen. In anderen Anwendungen, wie zum Beispiel den Benchmark-Anwendungen sei die maximale CPU-Frequenz von 530 MHz abrufbar. Dagegen spricht die relativ klare Bezeichnung als „BenchmarkBooster“ im Quelltext.

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Eine Antwort
  1. von Jonas am 31.07.2013 (14:35 Uhr)

    Scheinbar doch nicht alles Gold was glänzt. Sollte dies tatsächlich stimmen, ist Samsung der Öffentlichkeit eine Erklärung schuldig, warum man sein Topmodell zusätzlich künstlich hochpusht.

    M.m. nach steckt da einfach Verkaufsförderung hinter, was ja wohl mit solch dubiosen Mitteln zumindest rechtlich ein wenig fragwürdig ist.

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