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SAP: Selbst Würstchen brauchen künstliche Intelligenz

Die Startup-Teams des SAP.io Accelerators. (Foto: Techstars)

Auch Digitalriesen wie SAP müssen sich transformieren. Helfen dabei soll ein Accelerator. Das Programm dahinter soll aber mehr sein als nur ein Feigenblatt.

Es gibt Begriffe, die fallen einem sofort ein, wenn es um künstliche Intelligenz geht. Schachspielen zum Beispiel oder Bilderkennung. Und es gibt Begriffe, die passen nicht unbedingt zur Vorstellung von künstlicher Intelligenz. Würstchen etwa. Als Alfonso Vazquez seine Präsentation am Mittwoch begann, wusste er das natürlich auch. „Ich will heute mit euch über Würstchen reden“, sagte er und erntete die eingeplanten Lacher im Publikum.

Künstliche Intelligenz und Würstchen, das klingt absurd. Was will jemand an Würstchen intelligenter machen? Aber Vazquez will nicht die Würstchen intelligenter machen, sondern die Preisstrategie dahinter. Sein Unternehmen Wise Athena will mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die Preise von Produkten vorhersagen. Damit sollen Verbrauchsgüterhersteller etwa auf Angebote der Konkurrenz reagieren, aber auch schlicht ihre Marge optimieren können. In die Strategie fließen beispielsweise der Standort oder die Saison mit ein, ein Algorithmus errechnet dann den besten Preis für den jeweiligen Zeitpunkt. Vazquez drückt es so aus: Man habe der KI Ökonometrie beigebracht. Dadurch kann auch ein Würstchenhersteller wie Qualtia seine Produkte immer zum optimalen Preis anbieten. Dynamic Pricing lässt grüßen.

SAP: Von Pricing bis OKR

Mit der Idee, künstliche Intelligenz auf spezielle Industrien anzuwenden, ist Vazquez nicht allein. Beim Demo Day von SAP.io gab es am Mittwoch im Babylon-Kino in Berlin lauter ungewöhnliche Anwendungsfälle zu begutachten. Das im September gemeinsam mit Techstars gestartete Accelerator-Programm konzentrierte sich speziell auf künstliche Intelligenz und Machine Learning. Alle zehn ausgewählten Startups verwenden die wegweisenden Technologien, um die Effizienz in einem bestimmten Bereich zu steigern: Bei Wise Athena ist es etwa das Pricing, bei Sensifai die Durchsuchbarkeit von Videoinhalten, bei Gtmhub die Verwaltung von Zielen und Schlüsselergebnissen – auch besser bekannt als OKR – von Mitarbeitern.

13 Wochen lang haben die jungen Unternehmen unter dem Dach von SAP an ihren Ideen gewerkelt, rund 800 Stunden saßen sie im Büro und trafen mehr als 100 Mentoren. So erzählt es Alexa Gorman, die Vizepräsidentin des SAP.io Fonds. Auch ein Trip nach Walldorf, in die Konzernzentrale, stand auf dem Programm. Aber natürlich hat das Dax-Unternehmen den Accelerator nicht aus reiner Wohltätigkeit gestartet, sondern will auch selbst von den Ideen der Teilnehmer profitieren.

Deepak Krishnamurthy ist der Chief Strategy Officer bei SAP. (Foto: Techstars)

„Wir setzen künstliche Intelligenz in unseren Applikationen bereits ein“, sagt Deepak Krishnamurthy, der Chief Strategy Officer von SAP, im Gespräch mit t3n.de. „Wir werden mit Hilfe der Startups ein Ökosystem rund um künstliche Intelligenz anbieten können, das wir normalerweise nicht haben“ Im Kern gehe es darum, einen „Mehrwert für den Kunden“ zu schaffen. Das betont Krishnamurthy gleich mehrfach.

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SAP will weiter mit den Startups zusammenarbeiten

„Es hört nicht mit dem Demo Day auf.“

Deswegen soll der Kontakt zu den Startups – anders als bei den Accelerator-Programmen von anderen Konzernen – auch nicht mit dem Demo Day enden. SAP plant eine weitere Zusammenarbeit mit den Gründern. Das System hinter Ultimate.ai – ein neuronales Netzwerk, mit dem sich bis zu 90 Prozent aller Kundenanfragen automatisiert beantworten lassen – ist bereits in die SAP-Software integriert. Bewgle, deren Erfinder textbasierte Kundenrezensionen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auswerten wollen, arbeiten ebenfalls an einer Integration. Und das Startup Refine AI befindet sich zumindest in Gesprächen mit SAP. Das Unternehmen will die Walldorfer für seine KI-Marketinglösung gewinnen, mit der sich die Emotionen von Personen erkennen lassen. Dadurch sollen Videotests, bei denen die Reaktionen der Zuschauer nachgeprüft werden, deutlich günstiger werden.

Für SAP steht fest, dass das Accelerator-Programm kein Einzelfall bleiben soll – nicht nur wegen der auf drei Jahre angelegten Partnerschaft mit Techstars. Gemeinsam baut man diverse Pilotprojekte für die Kunden. Wohin das führen kann, zeigt ein Beispiel aus dem New-York-Programm von SAP: Ein Startup, das dort am Accelerator teilnahm, sitzt heute in den SAP Labs in Berlin. Natürlich wird es nicht jedes Jungunternehmen dorthin schaffen. Klar ist aber, dass zumindest die Türen bei SAP weit offen stehen – selbst für Ideen rund um Würstchen.

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