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Schluckt Google+ den Google Reader?

Alan Green, Softwareentwickler im Team gibt auf dem offiziellen Reader-Blog einige Veränderungen bekannt, die das Produkt wohl relativ stark verändern werden. So hat man, um einer größeren Abwanderungswelle gerecht werden zu können, den Umfang dessen, was man aus Reader exportieren kann, vorsichtshalber schon einmal erweitert.

Schluckt Google+ den Google Reader?

Geht Google Reader in Google+ auf?

Der Blogpost liest sich zunächst recht harmlos. Man werde dem Google Reader in der nächsten Woche, wie schon anderen Google-Diensten zuvor, einen brandneuen Look verpassen, steht da. Zudem werde man Google Reader und näher zusammen bringen, um das Teilen lesenswerter Artikel zu vereinfachen. Das klingt im Grunde gut.

Dann jedoch nimmt der Post eine Wende. Gleichzeitig werde man viele Funktionen, die bislang in Reader verfügbar waren, entfernen. So wird es ab nächste Woche nicht mehr möglich sein, anderen Reader-Nutzern zu folgen oder Links innerhalb der Reader-Community zu teilen. Benennt man es beim Namen, ist wohl zu erwarten, dass die Reader-Community komplett aufgelöst werden wird. Sie soll in Google+ aufgehen.

Green empfiehlt allen Reader-Nutzern, die bislang keinen Google+ Account haben, sich einen eben solchen zuzulegen und schon einmal ein paar Circles mit Readerbezug anzulegen. Wie weitreichend die Änderungen wohl sein werden, lässt sich daraus vermuten, dass Green davon ausgeht, einige bisherige Nutzer könnten sich vom Produkt abwenden.

Google Reader: Erweiterte Exportmöglichkeiten für Abwanderer

Denen gibt man erweiterte Exportmöglichkeiten an die Hand. So lassen sich künftig neben den RSS-Abonnements, die geteilten Beiträge, die “Freunde”, die Likes und die markierten Beiträge exportieren. Neben dem Sharing via Google+ bleibt laut Green die Möglichkeit des Teilens via “Senden an” erhalten.

Google Reader bislang: Dröge Optik der späten Neunziger

Na, das wird ja wieder einen Aufschrei geben. Ich, als überzeugter Google Plusser, verspreche mir von den Neuerungen eine nahtlose Nutzungsmöglichkeit meiner Reader-Feeds in Google+, möglicherweise sogar integriert, etwa über G+ Sparks und die Suchfunktion. Könnte ich nach einem Thema in Google+ suchen und erhielte direkt Feed-Ergebnisse mit angezeigt, das wäre schon großartig…

Wie seht ihr das? Gehört ihr zu den “Some”, die “may feel like the product is no longer for you”? Oder könnt ihr euch ebenfalls eine Integration in Google+ als deutliche Verbesserung des bisherigen Leistungsspektrums vorstellen?

Weiterführende Links:

Die offizielle t3n Google+ Page ist unter folgendem Link erreichbar:

Button t3n Google+ Page, unter diesem Link erreichbar

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19 Antworten
  1. von rivoid am 20.10.2011 (20:13 Uhr)

    Endlich! Eine bessere Einbindung des Readers in G+ wünsche ich mir schon lange.

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  2. von simonnickel am 20.10.2011 (20:15 Uhr)

    Zum einen Teil (mehr G+ im Reader) finde ich das gut, sehr sogar. Auf der anderen Seite befürchte ich, dass sie das nicht richtig machen. Beim start von G+ hätte ich mir eigentlich gewünscht, dass sie einfach dem Reader ein wenig mehr Netzwerkfunktionen gegeben hätten. Das haben sie nicht getan, was ich nachvollziehen kann. Es würde keinen Erfolg haben, ich wäre wahrscheinlich einer der wenigen aber sehr glücklichen Nutzer.

    Der Teil, der sagt, dass meine Hoffnung von einem Netzwerk, das ich mir eigentlich gewünscht hätte, komplett aufgegeben wird, find ich natürlich nicht sonderlich gut. Aber ich denke ich werde damit leben können, im jetzigen Zustand ist es auch nicht optimal.

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  3. von Felix Nagel am 20.10.2011 (20:16 Uhr)

    Ich bin langjähriger gReader Nutzer und kann mich rivoid nur anschließen: ich freue mich auf das Update! Der Reader wurde lange recht stiefmütterlich behandelt -- es kann nur besser werden.

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  4. von Patrick am 20.10.2011 (21:12 Uhr)

    Hat jemand von euch die Reader-Community Funktionen überhaupt benutzt?

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  5. von Felix Nagel am 20.10.2011 (21:17 Uhr)

    Also die shared items von einigen Freunden und unbekannten mit gleichen Interessen sind immer super! Ich wüsste aber nicht was man da im Vergleich zu Google+ missen sollte. Im Gegenteil.

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  6. von Kai Nehm am 20.10.2011 (21:28 Uhr)

    die Shared Items waren lange Zeit eine Quelle für interesante Themen. Das hat sich gefühlt schon längst auf andere Kanäle u.a. G+ verlagert.
    Die Änderungen bedeuten für mich hauptsächlich, dass gReader noch aktiv weiter entwickelt wird und das ist doch eine gute Nachricht.

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  7. von René Fischer am 20.10.2011 (21:31 Uhr)

    Ich bin scheinbar einer von den wenigen Reader-Usern, den die Veränderungen zu weit gehen. Die von mir am meisten geliebte Funktion war die Möglichkeit des Followings von handverlesenen Leutchen, die mich mit sehr guten Content versorgt haben, den ich dann auch direkt im Reader lesen konnte. Dieses Nutzungsszenario scheint in Kürze nicht mehr unterstützt zu werden, was den Reader für mich de facto - weil er eben nur noch ein stupider Feedreader ist (ja, mit G+ Anbindung, aber wozu brauch ich die?) ersetzbar macht.

    Ich sehe ehrlich gesagt keinen Mehrwert darin Artikel bei G+ zu lesen. Der Vorteil vom Reader war bisher, das ich die Artikel der von mir abonnierten Feeds und eben auch die Artikel der Leute denen ich folge, um Fullfeed direkt im Reader lesen konnte. Vor allem wenn man mobil unterwegs ist, ein unschätzbarer Vorteil. Ich kann so unheimlich viel lesen (und durch die Following-Option eben auch Content den ich nicht abonniert habe, der also abseits meiner eigenen Filterblase liegt), ohne das Medium wechseln zu müssen.

    Auch wenn es nachvollziehbar ist, das Google diesen Schritt geht, für verliert der Reader damit massiv an Attraktivität.

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  8. von Felix Nagel am 20.10.2011 (21:36 Uhr)

    @René
    Mhh, woran machst du fest das sie die Kernfunkionalität, also die RSS Reader Funktion, abschaffen wollen? So wie ich das verstehe werden allenfalls die Social Komponenten durch G+ ersetzt. Wenn jemand deiner "Sharer" nichts von G+ wissen will wäre das natürlich ein Problem.

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  9. von René Fischer am 20.10.2011 (21:48 Uhr)

    @Felix: Das Problem ist doch wie beschrieben, das ich vorher alles in einem sauberen und schnellen Interface hatte (inkl. der Artikel im Volltext).

    Was ich mit der Umstellung bekomme, ist eine deutliche Verschlechterung. Ich muss die gesharten Artikel der Leute denen ich auf G+ folge in einem wilden Strom von allem möglichen und unmöglichen entdecken, kann sie dort nicht im Volltext lesen sondern muss dazu dann auf die Webseite gehen (also nix RSS und so). Das ist nicht nur bei der mobilen Nutzung ein Grauen.

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  10. von Reini am 20.10.2011 (22:52 Uhr)

    die meisten seiten im reader sind bei mir keine persönlichen profile sondern webseiten, die dürfen doch noch gar nicht plussen u d in circles, oder?

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  11. von Michael am 20.10.2011 (23:18 Uhr)

    Wenn die Möglichkeit erhalten bleibt, die Feeds mit externen Programmen abzugleichen, soll es mir recht sein. Ich nutze den Reader nur, um die Feeds (und die gelesenen Beiträge) auf verschiedenen Rechnern synchron zu halten.

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  12. von Markus Scheurer am 21.10.2011 (08:52 Uhr)

    Hallo zusammen,
    also ich persönlich habe die Follow- bzw. Share-Funktion im Google Reader bisher noch so gut wie gar nicht genutzt. Deshalb werde ich das wohl auch nicht vermissen. Eine bessere Verzahlung inkl. der besseren Freigabe von markierten Feeds mit schneller Veröffentlichung in Google+ find ich toll und mehr Funktionen gefallen mir sicher gut.

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  13. von Bateman am 21.10.2011 (10:13 Uhr)

    Ich nuttze den Google Reader schon seit Jahren und habe dort wichtige Erinnerungen aus Blogs gespeichert, die schon lange nicht mehr existieren. Meine größte Befürchtung ist, dass mit dem Update und der Einbindung in G+ diese Beiträge (und damit auch Erinnerungen) futsch sind.

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  14. von Felix Nagel am 21.10.2011 (10:24 Uhr)

    @René
    Ich kann deine Befürchtungen aus dem Original Blogartikel nicht rauslesen. Ich würde das nicht so pessimistisch deuten. Beispielsweise gibt es für deine Befürchtung das man keine Fullfeeds mehr lesen kann einfach keine Anzeichen. Bei dir hört sich es an als würde Reader dicht gemacht und G+ erweitert.
    Meiner Einschätzung nach sollte das verfolgen geteilter Artikel weiterhin ohne Einschränkungen möglich sein. Es wird eher komfortabler werden, da man zB bestimmen kann wer der follower was lesen darf.

    @Bateman
    Den Part mit dem erweiterten Backup hast du noch gelesen?

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  15. von René Fischer am 21.10.2011 (10:38 Uhr)

    @Felix: Na da bin ich aber gespannt ;)

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  16. von Matthias Heil am 21.10.2011 (11:36 Uhr)

    Mir gefällt es nicht, da meine per Titel-Edit getagten GoogleShares via RSS und Packratius nach Twitter, Delicious und in Tag-Abhängigkeit an verschiedene andere Stellen geflossen sind. War sehr komfortabel. Hoffe, dass Circles vernünftige Feeds haben/bekommen um das nachzubasteln...

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  17. von nik am 21.10.2011 (14:38 Uhr)

    Das ist eine gefährliche Entwicklung. Ich denke nur an Google Mail, das ebenfalls noch „zu schlucken“ ist. Was heißt das? Nun, dass letztlich diese Services wie und durch G+ nicht mehr ohne Klarnamenspflicht oder bspw. als Firmen- oder Sammelaccount betrieben werden können. Dass Interessen personifiziert werden (und im Fall E-Mail) sogar Kontakte als ebensolche potentielle Werbezielgruppen identitifiziert würden. Das ist alles sehr bedenklich.

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  18. von 13845ddad66fa21a55caa50d1f5b6919 am 21.10.2011 (14:43 Uhr)

    @nik
    Klarnamenpflicht existiert nicht mehr für g+, schau mal hier in den t3n news!
    Glaubst du allen ernstes das die Freemailanbeiter da draußen dein Werbeprofil derzeit noch nicht weiterverkaufen?

    Willkommen in der Realität :-)

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  19. von nik am 22.10.2011 (02:24 Uhr)

    @md5-Hash:

    Das ist so nicht ganz richtig. Bisher wurde 1) verlautbart, dass Pseudonyme zugelassen werden (Pseudonyme != Anonym). Und 2) „mein [sonstiger] Freemailanbieter“ hat zu Google den entscheidenden Vorteil, dass er nicht weitere Dienste anbietet und über Cookies/Domain/eine ewige Serviceleiste mit der Datenbasis meines E-Mailings und meiner Kommunikation, gar mit meinem Adressbuch und erweitertem Freundeskreis (und deren E-Mails, Adressbücher, you name it) verbindet. Das ist ja quasi die Brisanz - dass alltägliche Bereiche verknüpft werden. Und mein Surfverhalten, meine abbonnierten Feeds sagen eben doch noch mal was anders über mich aus, als meine persönliche Korrespondenz oder meine öffentlichen „Publikationen“. Mein Realitätsbewußtsein ist da genügend geschärft. Verteilung der persönlichen Dienstenutzung auf viele kleine dezentrale Anbieter ist immer noch eine gute Idee (und nur die eigene Faulheit [oder Mangel an echten Alternativen] ein Gegenargument).

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