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Schluss mit dem Selbstbetrug! So setzt du deine Ziele wirklich um

    Schluss mit dem Selbstbetrug! So setzt du deine Ziele wirklich um

(Foto: marekuliasz / Shutterstock)

Einen guten Vorsatz haben ist einfach – ihn auch umzusetzen ganz und gar nicht. Unser Gastautor Dirk Schmidt erklärt, wie aus vagen Plänen endlich eindeutige Ziele werden – und wie ihr sie erreichen könnt.

Schon Samuel Johnson wusste im 18. Jahrhundert, dass der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist. Denn vom Wollen allein wird niemand produktiver, effizienter oder besser. Das geht nur mit Handeln. Warum fällt es uns aber so schwer, unsere guten Vorsätze umzusetzen?

Dafür muss man verstehen, dass jeder gute Vorsatz nach dem gleichen Strickmuster funktioniert: Ich weiß, dass eine Veränderung gut ist. Ich weiß auch, was ich dafür tun muss. Also müsste ich nur anfangen, schon könnte ich mein Leben verändern.

Die Falle, in die wir immer wieder tappen: Das Wollen ist Konjunktiv. Und eine Veränderung liebgewonnener Gewohnheiten ist hart. Dadurch bleibt es meist bei statistisch gut erfassten Klassiker-Vorsätzen wie „Ich möchte mich gesünder ernähren“. Ein Möchte-Satz hat aber genauso wenig Aufforderungscharakter wie ein „Ich müsste mal…“ oder „Ich sollte eventuell…“ – nämlich gar keinen.

Noch problematischer ist ein anderer Klassiker der Vorsatzkultur: Nächste Woche fange ich an! Als gelte es, die letzten Tage vor dem Todesurteil zu genießen, verschieben wir wichtige Änderungen in die Zukunft und tun damit so, als wäre unser Wohlbefinden bedroht. Und Wohlbefinden ist alles, worum es sich bei der Vorsatz-Manie dreht: Weil wir uns einreden, dass wir demnächst etwas Gutes für uns tun, fühlen wir uns automatisch besser. Mehr braucht es nicht, um zumindest für einige Zeit in der Illusion zu leben, alles unter Kontrolle zu haben. Ob sich tatsächlich etwas ändert, ist im Augenblick gleichgültig.

Doch wenn das Projekt wieder erst kurz vor knapp fertig ist oder die letzte Powerpoint-Präsentation noch mitten in der Nacht gebastelt wird, geht dieses Kontrollgefühl verloren. Und das Spiel aus hätte, könnte, sollte, müsste beginnt von vorn. Wie geht es also besser?

1. Formuliert eine klare Handlungsaufforderung

Die Wissenschaft arbeitet sich mit Freude an der Vorsatz-Psychologie ab und liefert gleichzeitig die Lösung für das Konjunktiv-Hamsterrad: Vorsätze müssen zu Zielintentionen werden. Dabei gilt es zunächst, wolkige Aussagen im Konjunktiv in einen Imperativ zu verwandeln: Aus „Ich müsste das Projekt jetzt beginnen“ wird „Ich fange mit dem Projekt an!“. Jetzt, nicht morgen oder nächste Woche.

2. Beginnt sofort – es gibt keine Ausrede!

Zweiter Schritt ist aus dieser Intention greifbare Teilziele abzuleiten. Und dabei helfen eindeutige Wenn-Dann-Pläne laut Studien am besten weiter: Wenn ich heute ins Büro komme, dann fange ich mit dem Projekt an. Wenn ich heute vom Mittagessen komme, beantworte ich alle wichtigen E-Mails.

Beide Aussagen verknüpfen das eher unbestimmte Ziel mit konkreten Situationen, liefern klare Lösungsstrategien, sind einfach umsetzbar und bewegen sich in einem genau umrissenen Zeitrahmen.

3. Stellt euch konkrete Situationen in eurem Alltag vor

Wir schließen einen Vertrag mit uns selbst und überlisten gleichzeitig unsere Angst vor dem Unbestimmten: Aus der großen Aufgabe „Mehr Produktivität“ werden kleine Teilaufgaben, die wir nicht nur simpel umsetzen, sondern uns auch vorstellen können. Denn alles Handeln beginnt mit einer genauen Vorstellung. Das hilft auch dabei, durchzuhalten.

4. Verknüpft euer Ziel mit einem konkreten Ereignis oder Gegenstand

Das Ziel ist definiert, erste Teilschritte sind geplant und sogar in Angriff genommen. Und nun? Der größte Feind jedes dauerhaften Erfolgs ist ein unscharfes Bild von der Zukunft. Denn wenn wir nur ungefähr wissen, was wir wollen, handeln wir auch nur ungefähr – und halbherzig.

Was uns wirklich motiviert, ist eine scharf umrissene Trophäe unseres Handelns: Das nächste Projekt zwei Tage vor der Deadline beenden, die E-Mails bis zum Feierabend abarbeiten, die Kenntnisse im Programmieren bis Ende des Jahres erwerben. Da wir unsere Vorstellung mit einem konkreten Ereignis verknüpfen, wissen wir genau, was auf dem Spiel steht und warum es sich lohnt, heute noch die Mail zu lesen.

Mit der Strategie „See it and believe it“ setzen wir uns positiv unter Druck, der unser auf Zweifel programmiertes Gehirn weitaus stärker motiviert als Mantras wie „Danach geht es dir besser“.

5. Plant den Alltag so, dass eure Zieldefinitionen darin locker Platz finden

Genauso entscheidend ist es, den Alltag einzukalkulieren. Sobald das erste Motivationshoch vorbei ist, gibt es genug gute Gründe, die Zügel lockerer zu lassen. Ob man es nun innerer Schweinehund oder schlicht Leben nennt: Wer diese Falle von vorherein im Blick behält, bleibt langfristig am Ball.

Und wie? Mit Konsequenz und dem Belohnungsprinzip. Eine Stunde E-Mails beantworten am Tag sorgt für Entspannung am Freitag. Wer sein Projekt einen Tag früher beendet, macht am nächsten Tag eine längere Pause. Schneller als gedacht kehrt so Routine ein – und damit bringen wir unser Leben genau unter die Kontrolle, die wir uns mit guten Vorsätzen immer wieder wünschen.

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3 Reaktionen
Peter

Ok, nicht wirklich neu - aber dennoch motivierend. Und sehr gut geschrieben.
Dafür ein fettes DANKE!

Ich fange sofort damit an!

;o)

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Conny Sandrock

Sehr gut geschrieben! Kann ich nur zustimmen. Ich habe gelernt, dass mir Disziplin und Ausdauer mehr bringt, als einmal hochmotiviert durchzustarten.

Antworten
Andreas007
Andreas007

Theoretisch alles sehr logisch, wenn jedoch der Alltag die Überhand gewinnt ist es garnicht so einfach dieses System umzusetzen, als ich muss mich schon jeden Tag sehr anstrengen um meine ToDos und Ziele zu erreichen und ehrlich gesagt ist es zu 90% so das ich an mir selber scheitere.

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