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Schluss mit Tüten schleppen: Shopwings will den Supermarkt zum Onlineshop machen

Schluss mit Tüten schleppen: Shopwings will den Supermarkt zum Onlineshop machen

Der Online-Lebensmittelhandel nimmt in Deutschland erst langsam Fahrt auf. Mit Shopwings steht nun ein weiterer Anbieter in den Startlöchern. Wir haben uns den Dienst für euch angeschaut.

Schluss mit Tüten schleppen: Shopwings will den Supermarkt zum Onlineshop machen

Schluss mit Tüten schleppen. (Bild: © Kara - Fotolia.com)

Der nächste Wurf von Rocket Internet, der Samwer'schen Startup-Schmiede, versucht den Lebensmittelhandel endlich zum Onlinehandel zu transformieren. Allerdings nicht mit einem eigenen Sortiment oder einem eigenen Lager – sondern mit dem Supermarkt an der Ecke. Shopwings nimmt die Sortimente der stationären Händler und listet diese im eigenen . Den Einkauf selbst übernimmt dann ein „Shopper“, so heißt das Laufpersonal bei Shopwings. Wie das genau funktioniert, steht im unten stehenden Artikel.

(Screenshot: Shopwings)
Shopwings kauft für dich ein. (Screenshot: Shopwings)

Das ist Shopwings

Das Shopwingsteam (Foto: Shopwings/Twitter)
Das Shopwingsteam (Foto: Shopwings/Twitter)

Shopwing ist ein Startup aus dem Inkubator Rocket Internet, dahinter steht die SOG Shopping Operations Germany GmbH mit einem Team rund um die Geschäftsführer Christoph Harsch und Florian Jaeger. Shopwings ist frisch gestartet und nimmt seit dem Launch am 07.10. das Stadtgebiet München in Angriff, will sich aber sehr schnell auf weitere Städte ausdehnen. Die weitere Ausdehnung erfolgt auf Basis der Kundenanmeldungen: Wer sich für Shopwings interessiert, kann sich auf der Homepage anmelden und seine Postleitzahl hinterlassen. So wird der Postleitzahlenraum mit dem höchsten Interesse definiert und demnächst in Angriff genommen. So zumindest verspricht es Shopwings.

So funktioniert der Einkauf

Shopwings setzt auf Same-Day-Delivery.

Bestellt wird ganz normal im Onlineshop von Shopwings, geliefert wird in der Regel zwischen 09.00 Uhr und 21.00 Uhr. Allerdings ist die Lieferzeit auch etwas von den Öffnungszeiten des betroffenen Supermarktes abhängig. Soll heißen: Wenn der Lidl um 20:00 Uhr schließt, kann man um 20:30 nichts mehr einkaufen. Die Lieferung erfolgt noch am selben Tag, Shopwings setzt also auf Same-Day-Delivery. Die Lieferung kann auch innerhalb von zwei Stunden erfolgen, wenn es mal schnell gehen muss. Für Shopwings setzt sich ein Lieferbote in Bewegung, ein Shopper. Der Shopper kauft dann in einem nahe gelegenen Markt ein – in welchem, kann der Kunde selbst bestimmen. In München konnte in meinem kurzen Test zunächst auf Lidl und V-Markt zurückgegriffen werden. Es geht alles: Von Gemüse und Obst über Kühlprodukte bis hin zu Tiefkühlprodukten. Bei Frischeprodukten soll es auch möglich sein, den gewünschten Reifegrad bei der Bestellung im Notizfeld anzugeben. Ist etwas nicht vorrätig im Markt, ruft dich der Shopper an und klärt den Ersatzartikel.

Ein Blick in den Onlineshop von Shopwings. (Screenshot: Shopwings)
Ein Blick in den Onlineshop von Shopwings. (Screenshot: Shopwings)

Das kostet die Lieferung den Kunden – und Shopwings

Bei der Lieferung nähern wir uns dem Knackpunkt der Angelegenheit: Beim ersten Mal verlangt Shopwings keine Liefergebühr, das ist allerdings nur zum Ausprobieren. Ab der zweiten Lieferung wird eine Gebühr von 4,90 Euro verlangt – ab 60 Euro ist die Lieferung frei. Der Lieferbote kann auf freiwilliger Basis noch mit einem Trinkgeld belohnt werden. Shopwings sucht aktiv nach Shoppern, also Lieferboten, und verrät dabei auch wie diese entlohnt werden: bis zu 20 Euro die Stunde. Die Formulierung lässt vermuten, dass der Stundenlohn von der Auslastung des Boten abhängt, also der Anzahl der Stops bei Kunden.

Liefern wird Shopwings mit Boten, den sogenannten Shoppern. Shopwings hält Kontakt zum Shopper via Smartphone und vermittelt so die Aufträge. Bis zu 20 Euro sollen Shopper so verdienen können. (Screenshot: Shopwings)
Liefern wird Shopwings mit Boten, den sogenannten Shoppern. Shopwings hält Kontakt zum Shopper via Smartphone und vermittelt so die Aufträge. Bis zu 20 Euro sollen Shopper so verdienen können. (Screenshot: Shopwings)

Die Waren stammen aus dem Supermarkt, aber Shopwings macht die Preise.

Die Lebensmittel die im Onlineshop zum Kauf zur Verfügung stehen, sind meist eine Auswahl aus dem örtlichen Sortiment. Wenn man etwas vermisst, kann man bei Shopwings anklopfen und um Erweiterung bitten. Zwar stammen die Waren aus dem Supermarkt an der Ecke, aber die Preise werden von Shopwings festgelegt. Im Klartext: Kunden zahlen mehr als im Supermarkt. Da Shopwings momentan nur in München liefert, können wir die Preise nicht direkt vor Ort vergleichen, sinnvoller ist aber auch ein Vergleich mit einem Lebensmittel-Onlineshop. Eine kurze, nicht repräsentative Stichprobe von 10 Artikeln zeigt zumindest, dass Shopwings trotz Aufschlag mit dem Mitbewerber Rewe-Online mithalten zu können scheint: Beispielsweise Kühne Gurkenviertel 1,59 Euro bei Shopwings, 1,79 Euro bei Rewe; Kaba Pulver 1,99 Euro bei beiden.

Online-Lebensmittelhandel in Deutschland

Lebensmittelhandel im Internet ist in Deutschland noch in der Anfangsphase und ist eine der wenigen Branchen, die den Einsatz von Same-Day-Delivery sinnvoll nutzen könnte. Bei unseren Nachbarn in der Schweiz wird schon häufig und gerne online eingekauft. Allerdings kauft der Schweizer auch seltener, dafür zielgerichteter ein und nimmt dabei durchschnittlich größere Warenkörbe mit. In Deutschland wird häufiger eingekauft, was die Warenkörbe verringert. Das macht es schwierig für den Lebensmittelhandel im Internet: die Margen sind gering, Same-Day-Delivery ist teuer – dementsprechend hoch müssen die Mindestbestellwerte für eine kostenfreie Lieferung sein. Neben den existierenden Angeboten der Filialkette Rewe mit Rewe-Online und reinen Online-Supermärkten wie myTime will auch Amazon mit Amazon Fresh anscheinen bald in Deutschland starten.

via www.deutsche-startups.de

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7 Antworten
  1. von gery am 11.10.2014 (23:52 Uhr)

    Mich würde interessieren was da die Zielgruppe ist und aus welchen Gründen die Leute nicht einkaufen gehen.

    Ich vermute mal primär sind das:
    - Ältere, schwächere Menschen
    - Ev. körperlich Behinderte?
    - Menschen die viel arbeiten müssen und wenig Zeit haben

    Sind das genug Menschen sodass sich so ein Modell lohnt?
    Ich persönlich bin definitiv sehr online-affin und bestelle so einiges im Web. Nur würde ich Lebensmittel bis auf wenige Ausnahmen auf gar keinen Fall online bestellen - aus mehreren Gründen:

    - Ich kann die Qualität der Ware nicht begutachten
    - Ich kann mir auch nicht das Produkt nehmen welches mir persönlich am besten zusagt
    - Ich muss für die Lieferung bezahlen obwohl in kurzer Distanz mehrere Supermärkte vorhanden sind
    - Ich bin trotzdem an die normalen Öffnungszeiten gebunden (also auch für Schichtarbeiter deswegen nicht unbedingt interessanter?)
    - Ich muss - womöglich, das weiss ich nicht - trotzdem über einen gewissen Zeitraum zuhause sein und auch noch warten(!)
    - Die Menschlichkeit ist auch nicht vorhanden (bis auf den Lieferant) - manchmal trifft man sehr nette Leute beim einkaufen, sei es Kunden oder Angestellte

    Also für mich überwiegen da die Nachteile, aber vielleicht fehlt mir nur die richtige Betrachtensweise?

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  2. von Vomitorium am 12.10.2014 (12:16 Uhr)

    Guter Punkt.

    Aber:
    Bei manchen Sachen ist es egal - bspw. Konservendosen, Verbrauchs/Hygieneartikel - die meisten Leute kaufen hier immer das gleiche.

    Haben zuletzt mal Rewe-Online ausprobiert - und muss sagen, dass ich selbst überrascht war wie gut es geklappt hat. (Wobei aus irgendeinem Grund das Gemüse und die Milch vergessen wurde, aber die TK-Ware dabei war...)

    Du sagst: ältere Menschen - hier dürfte die Demographie den Samwers hervorragend in die Karten spielen :-))))

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  3. von gery am 12.10.2014 (19:18 Uhr)

    Schon klar, bei Produkten wie Konservendosen oder Hygieneartikeln kann ich so oder so keine Begutachtung vornehmen.

    Aber das macht ja auch nur einen eher geringen Teil des Einkaufs aus.
    Ich dachte da eher an Brot, Gebäck, Fleisch, Obst und Gemüse.
    Und da möchte ich nunmal die Ware betrachten und mir das für mich beste Produkt nehmen können.

    Glaub ich sofort dass der Dienst gut geklappt hat - probieren kann mans ja mal. Trotzdem sprechen die anderen Argumente für mich dagegen das ständig so zu machen.

    Ähm wie meinst du das mit der Demografie, bin zu wenig bewandert um dir folgen zu können ;)

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  4. von Peter am 13.10.2014 (08:07 Uhr)

    Wir von ALGEL, schon etwas länger im Markt, wissen, dass das online Segment ein bisher Stiefmütterliches war. In England beispielsweise ist man da schon ein ganzes Stück weiter. - Insofern wird sich unser Ansatz durchsetzen. - Dies zeigt sich, nicht nur, aber auch an unserem Wachstum und dem zur Verfügung gestellten Kapital. - Ab sofort haben wir in Berlin unsere Regionaldirektion eröffnet.

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  5. von Michael am 13.10.2014 (20:58 Uhr)

    Algel Kino Spot Alles geliefert!

    https://www.youtube.com/watch?v=_zYPWyrE2k8

    Ab November auch in Berlin

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  6. von NewsRoomWizard.com am 23.10.2014 (07:58 Uhr)

    Ich habe auch schon den REWE Lieferservice ausprobiert - insbesondere für Getränke ist das wirklich gut. Noch mehr Anbieter gibt es in einer Übersicht übrigens hier http://bringenlassen.com/einkaufslieferdienste-vergleich-und-erfahrungen/

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  7. von Jan2319 am 06.11.2014 (10:07 Uhr)

    Wenn ihr hier schon Werbung macht, dann nimm wenigstens keinen Blog, der so ein paar Infos zusammen gefasst hat. ;) Es gibt (wie immer) auch schon einen Preisvergleich für alle Lebensmittel Lieferdienste http://www.simplora.de

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