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Schnäppchenportal Groupon lässt Deal mit Google platzen

Das Schnäppchenportal hat dem Internetgiganten offenbar eine Absage erteilt und hat den angekündigten Deal platzen lassen. Wie mehrere amerikanische Quellen berichten hat sich Groupon für seine Unabhängigkeit entschieden und will seine weitere Finanzierung statt über die Google-Milliarden nun womöglich über einen Börsengang sichern. Für Google ist das Scheitern der Verhandlungen mit Groupon sicher ein schwerer Rückschlag, sollte das Schnäppchenportal doch zur bisher größten Übernahme in der Unternehmensgeschichte werden und einen Ausbau der Geschäftsbasis einleiten.

Schnäppchenportal Groupon lässt Deal mit Google platzen
SAN FRANCISCO, CALIF. - SEPT 29, 2010: Andrew Mason, Groupon. Photo by Max Whittaker

Groupon sagt Google ab - 6 Milliarden US-Dollar für das Schnäppchenportal reichten nicht

Google war mit großer Zuversicht und einer prall gefüllten Kriegskasse in die Verhandlungen mit Groupon gezogen und scheiterte dennoch. Der Grund dafür dürfte nicht etwa ein zu geringes Übernahmeangebot gewesen sein, denn die zuletzt von Google aufgerufenen 6 Milliarden US-Dollar galten auch in Fachkreisen eher als überzogen. Statt sich mit der Kritik an einer überteuerten Übernahme beschäftigen zu müssen, heißt es jetzt also bei Google: Scherben zusammenfegen und neue Pläne schmieden.

Andrew Mason, CEO beim Schnäppchenportal Groupon, hat den Deal mit Google platzen lassen (Bild: TechCrunch, Flickr.com).

Groupon sollte die lokale Suche von Google anschieben

Das Schnäppchenportal Groupon verfügt über 33 Millionen Kunden in 35 Ländern - eine stolze Bilanz, bedenkt man, dass Groupon erst vor rund zwei Jahren gegründet wurde. Der Jahresumsatz liegt nach aktuellen Schätzungen derzeit bei bis zu zwei Milliarden US-Dollar. Trotz des starken Wachstums war das Interesse von Google an Groupon nicht von allen Experten als logisch eingeschätzt worden. Was will Google denn nur mit einem Schnäppchenportal, das selbst alles andere als ein Schnäppchen ist?

Die Antwort lautet: Ausbau der lokalen Suche. Google versucht schon seit längerer Zeit seine Geschäftsbereiche auszubauen und setzt dabei unter anderem auch auf den Trend der lokalen Angebote. Und genau in diesem Segment ist auch Groupon tätig. Das Schnäppchenportal sendet seinen Kunden täglich E-Mails mit speziellen Angeboten aus der Stadt des Kunden, die aber nur dann auch wirklich zustande kommen, wenn sich eine Mindestanzahl von Käufern findet.

Für Google wäre dieses Geschäft sicher eine willkommene Bereicherung für das eigene Anzeigengeschäft gewesen, das für das Unternehmen aus Mountain View immer noch die Haupteinnahmequelle darstellt. Die Bestrebungen das eigene Geschäft auf eine breitere Basis zu stellen, wird Google nun wohl anders angehen müssen.

Groupon plant scheinbar einen Börsengang

Bei Groupon geht die Planung für die Zukunft derweil geradlinig weiter. Nachdem sich das Schnäppchenportal gegen eine Übernahme von Google entschieden hat, will man nun verschiedenen Meldungen zufolge den eigenen Börsengang prüfen. Hintergrund für die Kapitalisierung dürfte der starke Konkurrenzkampf sein, der in den nächsten Monaten für einige Bewegung am Markt sorgen dürfte. Nachdem mit Facebook Deals auch das führende Social Network mit seinen über 500 Millionen Nutzern mitmischt, werden die kleinen Portale kaum Überlebenschancen haben.

Neben eigenem Wachstum liegen da natürlich auch Übernahmen nahe, so wie es Groupon mit dem deutschen Klon CityDeal im Mai diesen Jahres bereits vorgemacht hat. Aber auch Investitionen anderer großer Unternehmen kommen hier in Frage, wie es zum Beispiel das nach Groupon zweitgrößte Schnäppchenportal LivingSocial getan hat. Amazon war erst kürzlich mit einer Summe von 175 Millionen US-Dollar bei LivingSocial eingestiegen, um ein Standbein im Geschäft mit den ortbasierten Tages-Angeboten zu bekommen.

Groupon hat im Mai seinen deutschen Klon CityDeal übernommen und bekam so auch ein neues Standbein auf dem deutschen Schnäppchen-Markt.

Weiterführende Links:

Bildnachweis: Foto von TechCrunch auf Flickr. Lizenz: CC BY

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