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Digitale Gesellschaft

Das freie Netz stirbt! Warum tut niemand was dagegen?

    Das freie Netz stirbt! Warum tut niemand was dagegen?

(Illustration: Tim McDonagh)

Der iranisch-kanadische Autor und Blogger Hossein Derakhshan hat sechs Jahre im Gefängnis gesessen, weil er gebloggt hat. Als er wieder entlassen wurde, war die Welt eine andere – auch im Netz. Ein nachdenklicher Rückblick und aufrüttelnder Appell für ein freies und vielfältiges Internet.

Vor sieben Monaten saß ich an meinem kleinen Küchentisch meines gemütlichen 60er-Jahre-Apartments im Dachgeschoss eines Gebäudes in einem lebendigen zentralen Wohnviertel von Teheran – und ich tat etwas, was ich schon tausend Mal vorher getan hatte: Ich öffnete meinen Laptop und schrieb in mein neues Blog. Doch es war das erste Mal seit sechs Jahren – und es hat mir fast das Herz gebrochen.

Ein paar Wochen vorher war ich plötzlich begnadigt und aus dem Evin-Gefängnis in Nord-Teheran freigelassen worden. Ich hatte erwartet, den Großteil meines Lebens in einer Zelle zu verbringen – im November 2008 war ich zu fast 20 Jahren Haft verurteilt worden, vor allem für Dinge, die ich in mein Blog geschrieben hatte.

Der Moment, in dem das passierte, kam unerwartet. Ich hatte mit einem meiner besten Freunde in der Küche eine Zigarette geraucht und war zurück in meine Zelle gekommen, die ich mit einem Dutzend anderer Männer teilte. Wir tranken gerade eine Tasse Tee, als die Stimme des Gefangenen, der die Durchsagen machte, alle Räume und Korridore erfüllte. Mit seiner tonlosen Stimme sagte er auf persisch: „Liebe Mit-Insassen, ein Vöglein hat mir gerade die frohe Botschaft überbracht: Mr. Hossein Derakhshan, ab diesem Moment bist du frei.“

Das Schreiben im Internet selbst hatte sich nicht verändert, aber das Lesen

„Sechs Jahre im Gefängnis waren eine lange Zeit, aber online ist das eine Ära.“

Dieser Abend war das erste Mal, dass ich als freier Mann aus diesen Türen heraustrat. Alles fühlte sich neu an: der kühle Abendwind, der Verkehrslärm von einer nahgelegenen Brücke, der Geruch, die Farben der Stadt, in der ich die meiste Zeit meines Lebens verbracht hatte. Um mich herum nahm ich ein ganz anderes Teheran wahr als das, das ich gewohnt war. Eine Menge neuer, schamlos luxuriöser Eigentumswohnungen hatte die charmanten, kleinen Häuser ersetzt, die mir so vertraut waren. Neue Straßen, neue Autobahnen, Horden aufdringlicher SUV. Große Reklametafeln mit Anzeigen für Schweizer Uhren und koreanische Flachbildfernseher. Frauen in farbenprächtigen Schals und Mänteln, Männer mit gefärbten Haaren und Bärten und Hunderte charmanter Cafés mit hipper West-Musik und weiblichen Bedienungen. Das war die Art von Veränderungen, die Menschen schleichend erleben; die Art, die man nur bemerkt, wenn man ein mal aus dem normalen Leben herausgerissen wird.

Zwei Wochen später fing ich wieder mit dem Schreiben an. Einige Freunde waren damit einverstanden, dass ich einen Blog als Teil ihres Kunstmagazins aufmachte. Ich nannte ihn Ketabkhan – auf Persisch heißt das Buchleser.

Sechs Jahre im Gefängnis waren eine lange Zeit, aber online ist das eine Ära. Das Schreiben im Internet selbst hatte sich nicht verändert, aber das Lesen – oder zumindest: Dinge zu lesen zu bekommen – hatte sich dramatisch verändert. Mir wurde erklärt, wie essenziell soziale Netzwerke geworden waren, während ich weg war, und daher wusste ich eins: Wenn ich Menschen dazu bringen wollte, meine Texte zu sehen, musste ich jetzt soziale Medien nutzen.

Also versuchte ich einen Link zu einer meiner Stories auf Facebook zu posten. Es stellte sich heraus, dass Facebook sich nicht sonderlich dafür interessierte. Am Ende sah es aus wie eine langweilige Kleinanzeige. Keine Beschreibung. Kein Bild. Nichts. Ich bekam drei Likes. Drei! Das war's.

Mir wurde klar, sehr schnell, dass die Dinge sich geändert hatten. Ich war nicht darauf vorbereitet, in diesem neuen Revier zu spielen – all meine Investitionen und Erfolge waren verbrannt. Ich war am Boden zerstört.

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Es gab kein Instagram, kein SnapChat, kein Viber, kein WhatsApp

Blogs waren Gold und Blogger waren Rockstars, damals im Jahr 2008, als ich verhaftet wurde. Zu diesem Zeitpunkt, und trotz der Tatsache, dass der Staat den Zugang zu meinem Blog innerhalb des Irans blockiert hatte, hatte ich eine Leserschaft von ungefähr 20.000 Menschen am Tag. Jeder, auf den ich verlinkte, erlebte einen plötzlichen und starken Anstieg an Traffic: Ich konnte jedem, dem ich wollte, zu Macht verhelfen – oder ihn bloßstellen.

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(Illustration: Tim McDonagh)

Leute lasen meine Artikel sorgfältig und hinterließen eine Menge relevanter Kommentare, und sogar viele von denen, die mit mir gar nicht einverstanden waren, lasen mich. Andere Blogs verlinkten auf mich, um zu diskutieren, was ich sagte. Ich fühlte mich wie ein König.

Das iPhone gab es damals ein wenige länger als ein Jahr, aber Smartphones wurden immer noch hauptsächlich dazu genutzt, um Anrufe zu tätigen und SMS zu schicken, E-Mails abzurufen und im Web zu surfen. Es gab keine wirklichen Apps, jedenfalls nicht so wie heute. Es gab kein Instagram, kein SnapChat, kein Viber, kein WhatsApp.

Stattdessen gab es das Web, und im Web gab es Blogs: den besten Ort, um alternative Stimmen zu hören, Nachrichten und Analysen. Sie waren mein Leben.

Die Bandbreite dessen, was in diesen Tagen angeboten wurde, erstaunte uns alle

Es begann alles mit 9/11. Ich war in Toronto, und mein Vater war gerade aus Teheran zu Besuch gekommen. Wir frühstückten, als das zweite Flugzeug das World-Trade-Center traf. Ich war erschrocken und verwirrt und, auf der Suche nach Hintergründen und Erklärungen stolperte ich über Blogs. Sobald ich ein paar gelesen hatte, dachte ich: Das ist es, ich sollte eins aufmachen, und alle anderen Iraner dazu ermutigen, auch zu bloggen. Also startetet ich mithilfe von Notepad auf Windows mit dem Experimentieren. Schnell kam ich zum Schreiben auf hoder.com, benutzte die Publikationsplattform von Blogger, bevor Google sie kaufte.

„Jeden Morgen öffnete ich in meinem kleinen Apartment in Toronto meinen Rechner und kümmerte mich um die neuen Blogs.“

Dann, am 5. November 2001, veröffentlichte ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man einen Blog startet. Das löste etwas aus, das später Blogger-Revolution genannt wurde. Schnell schafften Hunderte und Tausende von Iranern es unter die Top-5-Nationen bei der Anzahl von Blogs – und ich war stolz, in dieser beispiellosen Demokratisierung des Schreibens eine Rolle zu spielen.

Zu der Zeit hatte ich eine Liste aller persischen Blogs, und für eine Weile war ich die erste Person, die ein neuer Blogger im Iran kontaktierte, um auf diese Liste zu kommen. Darum nannten sie mich in meinen Mitt-Zwanzigern den „Blogfather“ – ein alberner Spitzname, aber zumindest verriet er, wie viel mir das Ganze bedeutete.

Jeden Morgen öffnete ich in meinem kleinen Apartment in Downtown-Toronto meinen Rechner und kümmerte mich um die neuen Blogs, half ihnen dabei, Bekanntheit und ein Publikum zu bekommen. Es war ein facettenreicher Haufen – von Exil-Autoren und Journalisten über weibliche Tagebuchschreiber und Technikexperten bis hin zu Lokaljournalisten, Politikern, Geistlichen und Kriegsveteranen – und ich ermutigte immer mehr. Ich lud mehr Religiöse und Frauen und Männern ein, die für die Islamische Republik waren, Leute, die im Iran lebten, dazuzukommen und mitzuschreiben.

Die Bandbreite dessen, was in diesen Tagen angeboten wurde, erstaunte uns alle. Das war ein Grund, warum ich das Bloggen so stark promotete. Ich hatten den Iran in den späten 2000ern verlassen, um ein Leben im Westen auszuprobieren, und befürchtete, dass ich all die rasch aufkommenden Trends zu Hause verpasste. Aber von Toronto aus iranische Blogs zu lesen, kam dem Sitzen in einem Gemeinschaftstaxi in Teheran und dem Lauschen der gemeinsamen Gespräche zwischen dem redseligen Fahrer und zufälligen Passagieren sehr nahe.

Fast jedes soziale Netzwerk behandelt einen Link heute wie jedes andere Objekt

Es gibt eine Geschichte im Koran, über die ich eine Menge nachgedacht habe in den ersten acht Monaten in Einzelhaft. Darin findet eine Gruppe verfolgter Christen Zuflucht in einer Höhle. Sie und ein Hund, den sie dabei haben, fallen in tiefen Schlaf. Sie wachen auf mit dem Gefühl, dass sie ein kleines Nickerchen gemacht haben. In Wahrheit ist es 300 Jahre später. Eine Version der Geschichte erzählt davon, wie einer von ihnen rausgeht, um Essen zu kaufen – und ich kann mir kaum vorstellen, wie hungrig sie sein müssen nach 300 Jahren – und feststellt, dass sein Geld jetzt nichts mehr wert ist, ein Museumsstück. Erst jetzt erkennt er, wie lange sie wirklich weg waren.

„Blogs waren Cafés, sie waren Teherans Taxis in Reinkultur.“

Der Hyperlink war vor sechs Jahren meine Währung. Begründet auf dem Konzept des Hypertexts bot der Hyperlink eine Vielfalt und Dezentralisierung, die in der wirklichen Welt fehlt. Der Hyperlink steht für den offenen, verbundenen Geist des World Wide Web – eine Vision, die mit seinem Erfinder begann: Tim Berners-Lee. Der Hyperlink war ein Weg, um die Zentralisierung zu überwinden– all die Anbindungen, Grenzen und Hierarchien – und sie mit etwas Verteilterem zu ersetzen, einem System aus Knoten und Netzwerken.

Blogs boten die Form für diesen Geist der Dezentralisierung. Sie waren Fenster zum Leben, von denen man kaum etwas wusste; Brücken, die unterschiedliche Leben miteinander verbanden und sie dadurch veränderten. Blogs waren Cafés, in denen Menschen unterschiedlichste Ideen austauschten zu jedem Thema, dass einen womöglich interessieren könnte. Sie waren Teherans Taxis in Reinkultur.

Doch seit ich aus dem Gefängnis entlassen wurde, habe ich gemerkt, wie sehr der Hyperlink abgewertet, fast obsolet gemacht worden ist. Fast jedes soziale Netzwerk behandelt einen Link heute genauso wie jedes andere Objekt – wie ein Foto, ein Stück Text –, anstatt ihn als etwas zu sehen, das einen Text wertvoller macht. Du wirst ermutigt, einen einzelnen Hyperlink zu posten und ihn dem pseudodemokratischen Prozess des Likens und Plussens und Herzens auszusetzen. Mehrere Links zu einem Text hinzuzufügen, ist normalerweise nicht erlaubt. Hyperlinks werden objektiviert, isoliert, ihrer Stärke beraubt.

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(Illustration: Tim McDonagh)

Gleichzeitig neigen die sozialen Netzwerke dazu, native Texte und Bilder – Dinge, die direkt auf ihnen gepostet werden – mit viel mehr Respekt zu behandeln als die, die sich auf anderen Webseiten befinden. Ein Freund, der Fotograf ist, erklärte mir, dass die Bilder, die er direkt auf Facebook hochlädt, eine große Zahl an Likes erhalten, was gleichzeitig bedeutet, dass sie häufiger in den Newsfeeds von anderen erscheinen. Wenn er jedoch einen Link auf das selbe Foto irgendwo außerhalb von Facebook setzt – sein heute verstaubtes Blog beispielsweise – sind die Bilder für Facebook viel weniger sichtbar und bekommen daher viel weniger Likes. Ein Teufelskreis.

Manche Netzwerke, so wie Twitter, behandeln Hyperlinks ein bisschen besser. Andere, unsichere Social Services, sind viel paranoider. Instagram – das Facebook gehört – erlaubt seinen Lesern nicht, irgendwohin weiterzuverlinken. Man kann eine Webadresse bei seinen Fotos hinterlassen, aber sie führt nirgendwo hin. Viele Leute beginnen ihre tägliche Routine in diesen Sackgassen der sozialen Medien, und ihre Reise endet auch da. Viele merken gar nicht, dass sie die Infraktuktur des Internets nutzen, wenn sie ein Instagram-Foto liken oder einen Kommentar unter dem Facebook-Video eines Freundes hinterlassen. Es ist nur eine App.

Aber Hyperlinks sind nicht nur das Gerüst des Webs: Sie sind die Augen, ein Weg zu seiner Seele. Und eine blinde Webseite, eine ohne Hyperlinks, kann nicht auf eine andere Webseite sehen oder spähen – und das hat ernste Konsequenzen für die Dynamik der Kräfte im Web.

Mehr oder weniger haben alle Theoretiker das Spähen in Bezug auf Macht verstanden, und meist in einem negativen Sinne: Der Späher enthüllt die Verhüllte und verwandelt sie in ein hilfloses Objekt, ohne Intelligenz und Kraft. Aber in der Welt der Webseiten funktioniert das Spähen anders: Es ist viel stärkender. Wenn eine mächtige Website – sagen wir Google oder Facebook – auf eine andere Webseite späht – oder sie verlinkt –, verbindet es sie nicht nur, es verschafft ihr eine Existenz, gibt ihr Leben. Metaphorisch, ohne dieses stärkende Spähen, atmet deine Webseite nicht. Egal wie viele Links du auf deiner Webseite untergebracht hast – wenn niemand sie anschaut, ist sie wirklich tot und blind und daher unfähig, Kraft auf irgendeine Webseite außerhalb zu übertragen.

Auf der anderen Seite sind die Webseiten die mächtigsten, die viele Blicke auf sich ziehen. Wie Prominente, die eine Art Kraft ziehen aus den Millionen von menschlichen Augen, die sie ständig anstarren, können Webseiten ihre Macht durch Hyperlinks bekommen und weiterverteilen. Aber Apps wie Instagram sind blind – oder fast blind. Ihr Spähen geht nirgendwohin außer nach innen, unwillig, etwas von ihren enormen Kräften auf andere zu übertragen, sie führen sie in einen stillen Tod. Die Konsequenz ist, dass Webseiten außerhalb von Social Media sterben.

Fehlt hier nicht etwas? Was tauschen wir gegen die Effizienz ein?

Schon bevor ich ins Gefängis ging, war die Macht von Hyperlinks geschwächt. Ihr größter Feind war eine Philosophie, die aus zwei der dominantesten und überschätztesten Werte unserer Zeit bestand: Neuheit und Popularität, widergespiegelt von der Dominanz der jungen Celebrities in der echten Welt. Diese Philosophie ist der Stream.

Der Stream dominiert heute die Art, wie Leute Information im Web bekommen. Immer weniger Nutzer checken direkt bestimmte Webseiten, stattdessen werden sie gefüttert von einem niemals abreißenden Strom an Informationen, der für sie von komplexen – und geheimen – Algorithmen ausgesucht wird.

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(Illustration: Tim McDonagh)

Der Stream bedeutet, dass du nicht mehr so viele Webseiten öffnen musst. Du brauchst nicht zahlreiche Tabs. Du brauchst noch nicht mal einen Browser. Du machst Twitter oder Facebook auf deinem Smartphone auf und tauchst tief ein. Der Berg ist zu dir gekommen. Algorithmen haben alles für dich ausgesucht. Je nachdem, was du oder deine Freunde vorher gelesen oder gesehen haben, berechnen sie, was du eventuell sehen willst. Es fühlt sich gut an, keine Zeit mehr damit zu verschwenden, Dinge auf so vielen Webseiten zu suchen.

Aber fehlt hier nicht etwas? Was tauschen wir gegen die Effizienz ein?

In vielen Apps beziehen sich die Votes, die wir abgeben – die Likes, die Plusse, die Sterne, die Herzen – mehr auf süße Avatare und Celebrity-Status als auf die Substanz dessen, was gepostet wurde. Der brillanteste Satz einer normal aussehenden Person kann aus dem Stream herausfallen, während das dumme Geschwafel eines Celebrities sofortige Internetpräsenz gewinnt.

Und die Algorithmen hinter dem Stream setzen nicht nur den Neuigkeitsgehalt und die Popularität mit der Wichtigkeit gleich, sie tendieren auch dazu, uns mehr davon zu zeigen, was wir schon geliket haben. Diese Services scannen sorgfältig unser Verhalten und schneidern uns feinfühlig unsere Newsfeeds zu – mit Posts, Bildern und Videos, von denen sie denken, dass wir sie gerne sehen würden.

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(Illustration: Tim McDonagh)

Dabei ist Popularität nicht an und für sich schlecht, aber sie hat ihre Tücken. In einer freien Marktwirtschaft sind Güter von minderer Qualität mit den falschen Preisen zum Scheitern verurteilt. Niemand regt sich auf, wenn ein ruhiges Brooklyn-Café mit schlechten Latte-Macchiatos und unhöflichen Bedienungen das Geschäft aufgibt. Aber Meinungen sind nicht das Gleiche wie materielle Güter oder Services. Sie verschwinden nicht, wenn sie unpopulär oder sogar schlecht sind. Tatsächlich hat die Geschichte gezeigt, dass die meisten großen Ideen (und viele schlechte) lange ziemlich unpopulär waren und ihr Außenseiterstatus sie eher bestärkt hat. Minderheitenansichten werden radikalisiert, wenn sie nicht ausgedrückt oder anerkannt werden können.

Heute ist der Stream die vorherrschende Form organisierter Information in den digitalen Medien. Es gibt ihn in jedem sozialen Netzwerk und jeder mobiler App. Seit ich meine Freiheit wiedergewonnen habe, erblicke ich überall, wo ich hinsehe, einen Stream. Ich denke, es wird nicht mehr lange dauern, bis wir News-Websites sehen, die ihren gesamten Content nach den gleichen Prinzipien organisieren. Die heutige Bedeutung des Streams verzerrt nicht nur enorme Teile des Internets in Hinblick auf Qualität – sie bedeutet auch einen tiefen Verrat an der Vielfalt, die das World Wide Web ursprünglich vorgesehen hat.

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2 Reaktionen
Freies Netz freies Angebot für Information und für Unterhaltung
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Ja. Früher war alles besser.
Z.b. als nur Universitäten Internet hatten und stolz auf 128 KiloBIT pro SEKUNDE waren. (2*ISDN).

Usenet war eh besser. Leider hat bisher keiner Usenet-Adapter für vorhandene Foren-Systeme etabliert.

Streams sind nicht schlimm. Zitat des Gründers: "Aminet ist das Recent-File". Man hat immer oben angefangen bis man Software bzw. Daten fand die man schon kannte bzw. adt wusste was man hatte und zeigte alles neue und halt die Updates an (Linux nennt sowas inzwischen Paketmanager). Die Tageszeitung kommt täglich mit neuem Krams.
Das Telefonbuch kommt hingegen einmal pro Jahr.
Ich schaue auf t3n.de/news und nicht auf die Homepage.

Nest ist vollkasko, aber es muss immer beides geben: Selbst-Konfigurierbar und halt Vollkasko Zero-Denk und am besten auch Übergänge. Wer verschiedene Digitalkameras von z.b. Verwandten benutzt, erkennt die unterschiedlichen Konzepte oft schnell. Kameras wo man selber alle Kleinigkeiten hoffentlich richtig eingestellt hat und andere wo man praktisch nix einstellen kann aber die dann natürlich immer auf das falsche Scharf stellt oder auf das falsche belichtet und die wichtigen Sachen zu hell oder zu dunkel werden.

Streams sind für Leute die regelmäßig reingucken. Zeitung, News,...
Video ist beliebt. Aber Simple-Design kommt auch zurück weil man nicht überall optimale Beleuchtung hat und mit nassen kalten Fingern im Winter auch das Smartphone benutzen will oder schwitzend in der grellen Urlaubs-Sonne.

Vor dem Internet bestand das Leben auch schon aus Print, Radio und natürlich Fernsehen. Da immer mehr Bandbreite bezahlbar ist (ausser anscheinend bei UMTS-Flat-Tarifen) und 1 Gigabyte per DSL nicht mehr wie früher 1 Euro kostet sondern nur noch 20 Cent (Amazon-S3 glaube ich), kann man auch mehr Ton und Bild übertragen. Aber Webseiten labern einen nicht zu.
Aber Videos sind beliebt.
Kein Journalist fordert und anscheinend nur ich als Internet-News-Leser will, das Print nur Platzbegrenzt ist wie die Packungen beim Fast-Food und Online-Texte die echten vollständigen vollwert-Artikel sind.
Die Leute arbeiten hart und leben oft schlecht. Da wird halt Unterhaltung präferiert.
Auch weil man wenig ändern kann ohne schikaniert zu werden.

Unterhaltung ist mehr Blingbling und somit bandbreiten-verbrauchender als schmale intellektuelle Texte. Da die Bandbreiten steigen, kann Unterhaltung mehr werden. So wie damals als es nicht mehr nur die schwarz-weisse Tageszeitung sondern auch Yellow-Press Magazine mit Promis und Adeligen gab.
Davon wird das Web nicht schlechter. Wenn es nur EPAs oder Zwieback gibt, wird es gegessen. Aber sobald Torte und Steak vorhanden sind, wird von der Mehrheit dieses präferiert. Gute Texte werden nicht weniger. Aber Unterhaltung aber auch die Vielfalt werden mehr und damit muss man umgehen lernen. Keiner wird gehindert, im Supermarkt in der Gemüse-Abteilung einzukaufen und nicht nur den Einkaufswagen mit Chips und Bier zu füllen.

Vielleicht kann man in manchen Ländern viel besser programmieren als wo unbezahlbare Rechtskosten und Trivialpatente herrschen. Da gäbe es viele (auch jounalistische) Dinge so wie die Punkte von Jimmy Wales die man an einem Wochenende zur Verbesserung realisieren könnte wenn und wo man keine Angst vor Existenzvernichtung haben muss.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikipedia-Gruender-Zehn-Dinge-die-frei-sein-muessen-120873.html

Diktaturen sind diesbezüglich oft ehrlicher als Pseudo-Demokratien wo Oppositionellen dann halt z.B. Kiffen o.ä. angehangen wird oder sie und ihre Verwandten regelmäßig schikaniert werden.
In Diktaturen ist klar das die "bösen Automafiafreunde vom Diktator" Uber verbieten lassen. Aber in wahren Demokratien gelten natürlich Gesetze die leider Uber verbieten und kaum ein Qualitäts-Journalist erinnert/zitiert Wipikedia wo drin steht das Washington die Hauptstadt der Greatest Nation of All zum Vorteil vom Volk die Anti-Uber-Gesetze ratz-fatz geändert hatte so das Uber erlaubt wurde!

Macht lädt misratene moralfreie Mismanager zum Misbrauch ein.

Doch welch ein Glück in einer überlegenen Demokratie zu leben welche wie die Formel1-Team-Autos jeden Monat schneller besser und lebenswerter werden...

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Danke an dem Autor des Artikels und des ersten Kommentators

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