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Schutz vor Cyberangriffen: Bundes-CIO fordert Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung

Schutz vor Cyberangriffen: Bundes-CIO fordert Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung

Der Bundes-CIO Klaus Vitt fordert eine Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung im Internet. Als Grund für die anlasslose Speicherung und Auswertung von noch mehr Daten nennt Vitt die zunehmende Gefahr von Cyberangriffen.

Schutz vor Cyberangriffen: Bundes-CIO fordert Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung

Klaus Vitt. (Screenshot: bmi.bund.de)

Mehr Vorratsdatenspeicherung gegen Hacker

Klaus Vitt ist seit 1. Oktober 2015 Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, kurz CIO Bund. Jetzt hat er gefordert, dass auch Anbieter von Web-Diensten Nutzungsdaten – auch IP-Adressen – anlasslos speichern dürfen sollen. Dadurch könnten Cyberangriffe frühzeitig erkannt werden, begründete Vitt den Vorstoß bei der Eröffnung des Digital-Society-Institute an der „European School of Management and Technology“ in Berlin am Montag.

Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung im Web droht. (Foto: r2hox / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Einen Entwurf für ein ähnlich weitgehendes IT-Sicherheitsgesetz hatte Innenminister Thomas de Maizière schon 2014 in Auftrag gegeben. Demnach sollten Betreiber von Telemediendiensten die Nutzungsdaten bis zu sechs Monaten aufbewahren (können). Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hatte den Referentenentwurf damals als „verdachtslose Aufzeichnung des Surfverhaltens“ kritisiert. Die entsprechende Klausel war vor der Einführung aus dem IT-Sicherheitsgesetz gestrichen worden.

Vorratsdatenspeicherung: Ausweitung der verdachtsunabhängigen Speicherung droht

Nach der umstrittenen Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung im Oktober 2015 droht jetzt also eine Ausweitung der verdachtsunabhängigen Speicherung. Bundes-CIO Vitt sieht darin eine Möglichkeit, die IT-Sicherheit besser zu gewährleisten. Man benötige Echtzeitdaten, um Cyberangriffe möglichst automatisiert abwehren zu können. Der Datenschutz dürfe nicht dem Schutz von Daten entgegenstehen.

Noch gibt es aber offenbar keine neue Gesetzesinitiative, wie Vitt im Gespräch mit heise online sagte. Allerdings wolle das Innenministerium in der Angelegenheit nicht locker lassen. Bis zum Sommer wolle die Regierung ohnehin ihre Cyber-Sicherheitsstrategie überarbeiten, so Vitt – und dabei auf die zunehmende Professionalisierung der Angreifer reagieren.

via www.heise.de

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2 Antworten
  1. von grep am 09.02.2016 (16:46 Uhr)

    Hallo ...,


    die Vergangenheit hat doch mannigfach und explizit bewiesen dass die sog. Vorratsdatenspeicherung NICHT zielführend war, ist oder sein wird.
    Man ist hier lediglich darin bestrebt eine anlasslose, willkürliche, vollumfängliche (Massen-)Überwachung zu erzielen.


    Ciao, Sascha.

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  2. von Thomas am 10.02.2016 (08:44 Uhr)

    Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass die Personen die mehr Überwachung und Datenspeicherung im Internet fordern, grundsätzlich die Art von Person sind, die den Eindruck machen, dass Internet nicht über ihren eigenen E-Mail-Client hinaus zu kennen. Woran liegt es nur, dass es immer alte graue Männer und Frauen sind, die so einen Schwachsinn fordern? Warum sind es grundsätzlich nie Experten die sich mit dem Internet wirklich auskennen? Weil diese Personen mit einem Augenblinzeln erkennen, was für ein Schwachsinn das ist! Mit dieser Forderung hat sich dieser Klaus Vitt als Beauftragter für Informationstechnik bereits als Inkompetent degradiert. Gut, dass der sowieso nicht wirklich was zu melden hat.

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